Killowen Barántúil Cask 202

Nach einiger Absenz, bedingt unter Anderem durch einen Ausflug nach Irland (dazu ein anderes Mal mehr), gibts am heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas ganz Feines von der grünen Insel, und zwar von Killowen.

Wie bereits früher mal erwähnt, ist Killowen ist eine der kleinsten Brennereien auf der Insel, sie befindet sich im County Down, also in Nordirland. Ich habe den Head Distiller Brendan Carty über Facebook kennengelernt und habe ihn dann auch im Mai 2023 bei der Whiskey Live in Dublin getroffen. Und im Zuge unseres Ausfluges nach Irland kamen wir dann auch bei ihm und seiner Brennerei vorbei, ein wahres Erlebnis und der Höhepunkt der Reise. Und ja, ich bin bekennender Kulter, also Mitglied des Killowen Kult.

Brendan machte eine Führung durch seine Destillerie, die recht kurz war, da sie im Grunde aus zwei Räumen besteht, aber er ließ uns dann doch auch Einiges kosten. Wir kamen nicht zu kurz, Poitin, Whiskey, den er als Bonder bzw. Independent Bottler abgefüllt hat und dann natürlich auch eigener Whiskey. Und das war eben dieser hier.

Dieser Whiskey war für mich dann auch der Höhepunkt dieser Führung, bis auf den Ausklang halt, denn Brendan hat uns dann in sein Warehouse mitgenommen, wo wir dann direkt aus den Fässern getrunken haben, sensationell.

Bei Killowen ist man sehr offen und transparent, was die Herstellung betrifft. Die Mashbill wird klar dargelegt, auch die Fermentationszeit (2 Wochen) und die verwendete Hefe (in dem Fall wild) und viele weitere Details werden ganz klar dargelegt.

Wer noch mehr über diesen Whiskey erfahren will, hier der Beipackzettel:

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 202

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,06 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: August 2019 & Februar 2020
Bottled: Juni 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, Tawny Port Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: rubinrot
Nase: Erdbeeren, Himbeere, Kirschen, leichtes Lagerfeuer, feuchtes Moos, Haribo Kirschen
Gaumen: sehr starker Antritt, Kirsche, Waldbeeren, etwas Torfrauch, Maiwipferlhonig, Vanille, sehr cremig
Abgang: lang, Himbeere, Kirsche, Fichtennadeln, ganz wenig Rauch, Malz

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 202. Wahnsinn, so ein junger Whiskey und schon so derartig ausgereift. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Bushmills 2001 SMWS 51.23

Am heutigen Whiskeyfreitag gibt es etwas unabhängig Abgefülltes aus dem County Antrim, nämlich einen Bushmills von der SMWS.

Das ich neben meiner Mitgliedschaft beim Whisky Circle Pinzgau noch bei dem einen oder anderen Verein mit dabei bin, ist ja kein Geheimnis, auch die Mitgliedschaft bei der Scotch Malt Whisky Society gehört dazu.

Dort gibt es exklusiv für Mitglieder die eigenen Abfüllungen zu kaufen, das Ganze hat aber auch schon riesige Ausmaße angenommen. Was dort beim Outturn rausgehauen wird, ist schon erstaunlich.

An diese Flasche bin ich nicht auf dem normalen Weg gekommen, sondern hier habe ich bei einer Flaschenteilung einfach den Rest übernommen.

Zu Bushmills habe ich ja auch eine eigene Beziehung, denn das war tatsächlich im Jahr 2005 die erste Whisky/Whiskey-Brennerei, die ich besucht habe. Ich freue mich sehr auf eine Wiederholung in ca. zwei Wochen.

Mal schauen, wie der abschneidet im Vergleich zum kürzlich verkosteten „Secret Irish“ für deinwhisky.de, der ja auch vermutlich aus Bushmills stammt. Beide Abfüllungen haben eine Rum-Vergangenheit, wenn man das so formulieren kann.

Fakten zum Bushmills 2001 SMWS 51.23

Produzent: Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: SMWS
Alkoholgehalt: 53,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 16. Jänner 2001
Bottled: 2022
Alter: 21 Jahre
Fass: Bourbon Barrel, Finish in 1st Fill Jamaican Rum Barrique

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Kokos, Ananas, süß, Rumtopf (was für eine Überraschung;-)), getreidig, Karamell, Hollersirup
Gaumen: sehr kräftig, Kokos, süß, Zuckerwatte, Rum, weißer Pfeffer
Abgang: lang, sehr süß, Ananas, Kokosbusserl, Vanille, Pfirsich, Zuckerwatte

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Bushmills 2001 SMWS 51.23. Dem Vergleich mit dem kürzlich verkosteten Secret Irish 1990 kann er durchaus standhalten, ein sehr schöner Whiskey. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Method and Madness Oats and Malt

Wie in der letzten Woche gibt es auch an diesem Whiskeyfreitag etwas aus Midleton, dieses Mal aber von deren „Experimentenmarke“ Method and Madness

In Midleton haben sie ja einen ganzen Bauchladen an Marken zu verwalten und zu führen. Das ist nicht immer ganz einfach. Denn die Marken der drei Gründerfirmen sollten doch noch irgendwie vernünftig weitergeführt werden. Bei Jameson ist das wohl zweifellos gelungen, Powers wird in letzter Zeit wieder ein wenig forciert, hinkt aber als Marke für Single Pot Still im Renommee Redbreast noch ein wenig hinterher. Paddy wurde ja an Sazerac verkauft.

In Midleton gibt es aber auch eine sogenannte Microdistillery, die anhand des Ausstoßes aber auf Platz 5 oder 6 der größten irischen Brennereien kommen würde, wenn man sie separat betrachtet. Der Zusatz „Micro“ ist in diesem Fall wohl eher ein kleiner Euphemismus.

Nichts desto Trotz wird dort natürlich auch ein wenig experimentiert, denn auch bei Irish Distillers weiß man: Stillstand ist Rückschritt. Um die Stammmarken allerdings nicht zu verwässern, hat man eine neue Marke geschaffen, unter der die Experimente veröffentlicht werden können.

Deshalb gibt es zum Midleton-Bauchladen eben auch noch Method and Madness. Und der Name scheint hier ein wenig Programm zu sein.

Aktuell ist ja die Mashbill für Single Pot Still Whiskey das ganz große Thema in der irischen Whiskeywelt, und hier wird die Definition auch gerade geändert bzw. liegt die aktuell bei der EU-Kommission zur Genehmigung. Denn es geht um eine geografisch geschützte Bezeichnung, und das muss alles seine Richtigkeit haben, siehe Wachauer Marille oder Steirischer Kren, Südtiroler Speck und viele andere mehr.

In diesem speziellen Fall hat man sich dazu entschlossen, den Whiskey mit viel Hafer zu erzeugen, die Mashbill schaut nämlich so aus: 60% Hafer, 40% Gerstenmalz. Das ist also mal etwas sehr Außergewöhnliches.

Was das wirklich Schöne an diesem Whiskey ist: Das Destillat bekommt hier durch die ausschließliche Verwendung von ex Bourbon Fässern sehr viel Platz und spielt die Hauptrolle, so wie es bei einem Experiment auch sein sollte.


Fakten zum Method and Madness Oats and Malt

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Casks

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Kirsche, Zwetschke, Pudding, Vanille, Marille
Gaumen: Würze, Pfirsich, cremig, getreidig, Müsli (woher wohl? Haferflocken?), Vanille
Abgang: lang, Vanille, Müsli, Würze, Pudding

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Method and Madness Oats and Malt. Tja, der Hafer ist nicht nur für die Pferde gut, auch der Hafer-Whiskey schmeckt sehr gut. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Powers Irish Rye

Nach einer Woche Pause gibts zum heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas aus der dominierenden Brennerei auf der grünen Insel. Es handelt sich heute um einen Powers.

Powers war ja eine der letzten verbliebenen Brennereien im Dublin der 1960er Jahre, einer der letzten Mohikaner, sozusagen. Im Jahr 1966 wurde dann ja die Fusion mit Jameson und der Cork Distilling Company zu Irish Distillers beschlossen und dann wurde auch die große neue Destillerie in Midleton, unweit von Cork, gebaut.

Die historischen Marken der drei Ursprungsbrennereien wurden allesamt mit mehr oder weniger Intensität weiterbetrieben, auch wenn man sich irgendwann dazu durchgerungen hat, die Welt mit Jameson zu erobern, was auch erfolgreich war.

Powers war zum Ende des 19. Jahrhunderts wohl die dominierende Marke, was Irish Whiskey betrifft, und somit auch extrem stark am Weltmarkt. Dann kam aber der Niedergang der irischen Whiskeyindustrie, der ja eh schon allgemein bekannt ist.

Powers führte seither zumindest abseits des Heimmarktes eher ein Schattendasein, aber das zu unrecht. Den John´s Lane, eine 12 Jahre alten Single Pot Still habe ich schon mal beschrieben.

Hier wurde mal versucht, einen Rye zu machen, einen Irish Rye. Roggen ist ja ein bisschen schwierig in der Herstellung, wegen Verkleben und so, deshalb wird meist noch ein anderes Getreide dazugemischt. Nicht so in diesem Fall, hier wurde tatsächlich ausschließlich Roggen verwendet, noch dazu ausschließlich irischer Roggen.

Auf der Flasche steht zwar „Triple Distilled“, aber ich bilde mir ein, mich an einen Podcast von Laurie O´Dwyer zu erinnern, in dem gesagt wurde, das dieser Whiskey in einer Column Still gebrannt wurde. Müsste ich nochmals nachhören.

Dieser Whiskey ist übrigens verhältnismäßig günstig zu haben, den gibts um € 40,- zu kaufen.


Fakten zum Powers Irish Rye

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: American Oak (Virgin, 1st Fill, refill)

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: süß, getreidig, Birne, sehr reife Banane
Gaumen: Roggenbrot, Banane, Sauerteig, Würze
Abgang: mittellang, getreidig, Pfirsich, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Powers Irish Rye. Auch in Midleton traut man sich was, noch dazu bei einer der Kernmarken. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

An diesem Whiskyfreitag widmen wir uns dem letzten Teil der Blackwater Dirtgrain Serie.

Die ersten drei Teile haben wir ja schon verkostet, nun geht es also zum vierten und letzten Teil.

Den Sinn und die Ursprünge dieser Serie haben wir ja schon ein wenig breitgetreten, es geht darum, historische Mashbills in die Gegenwart zu bringen und dabei noch einen letzten Anstoß zu geben, die Regeln für Pot Still Irisch Whisk(e)y anzupassen.

Für diesen Whisky wurde wieder nur eine Zusatzzutat in der Mashbill verwendet, und zwar ist es diesmal wieder Hafer. Aber da auch ein bisschen peated Malt verwendet wurde, dürfte ein Hauch von Rauch auch noch mit dabei sein, schauen wir uns das dann einfach an.

Gereift wurde dieser Whisky übrigens in einem Sherry-Cask. Ob es PX, Oloroso oder eine andere Sherryart war, mit der das Fass vorbelegt war, ist nicht überliefert.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

46% Laureate Barley, 35% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat, 4% Peated Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: Vanille, Rosinen, Schwefel, Dattel, Kokos, leichter Rauch, Birne
Gaumen: Pflaume, Würze, Kohle, weißer Pfeffer, Salz, Dattel
Abgang: lang, Holz, würzig, Schwefel, Marille, Feige

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #93. Meine Abschlussworte zur Dirtgrain-Serie: Schön, wenn man ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Nach einem kurzen Intermezzo kehren wir am heutigen Whiskyfreitag wieder zur Blackwater Distillery aus Ballyduff Upper zurück mit ihrer Dirtgrain Serie.

Teil drei der vierteiligen Dirtgrain Manifesto Box ist bei mir die Mashbill #38, also aus dem Jahr 1838. Die ersten beiden Teile mit den notwendigen Erklärungen sind hier und hier zu finden.

Auch hier haben wir es nur mit einer Zusatzzutat zur Gerste zu tun, diesmal mit Weizen, in diesem Fall 40%. Aber nach aktueller Regelung wäre es auch zu wenig Malz, um als Single Pot Still Whisky durchzugehen.

Mit Weizen hatte ich bis dato beim Thema Whisky noch nicht soooooo viel zu tun, eher beim Bier (oder, lieber Staff?), aber man kann dem Ganzen dann auch mal eine Chance geben.

Der Newmake kam in ein Apple Brandy Fass zum Reifen, was dem Ganzen dann doch eine ziemlich eigenständige Note gibt. Warum Apple Brandy? Das ist die irische Variante des Calvados, und man wollte wohl keine Fässer aus Frankreich importieren.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

40% Laureate Barley, 40% Costello Wheat, 20% Gangway + Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Apple Brandy Fass

Meine Notizen

Farbe: Grüner Veltliner
Nase: Apfel, Vanille, Kirsche, gebackene Banane, Pfirsich, Zitrus, Ananas
Gaumen: Granny Smith & Gala Äpfel, Honig, vollmundig, würzig, Banane
Abgang: mitellang, Apfel, Orangemarmelade, Majoran, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #38. Eine sehr eigenwillige Fassreifung, aber mir schmeckt der gar nicht so schlecht. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Secret Irish 1990

Secret Irish 1990 (c) deinwhisky.de
©deinwhisky.de

In UK gibts eine Sendung, die beginnt immer mit den Worten: „It´s friday, it´s 7:30, it´s still number 1, it´s Top of the Pops“. Gut, wir sind keine Musiksendung, aber der Whiskeyfreitag ist schon eine liebgewordene Tradition, also zumindest ich habe sie liebgewonnen. Deshalb auch diesen Freitag wieder eine Tasting Note von mir, heute zum Secret Irish von deinwhisky.de.

Wie komme ich zu dieser Ehre? Also fangen wir mal so an: Rainer, der Obmann des Whisky Circle Pinzgau und somit eine Institution hier bei uns, bekommt manches Mal das eine oder andere Sample zugesandt mit der Bitte, diesen Whisky zu verkosten. So auch dieses Mal: Sebastian von deinwhisky.de hat ihm drei Samples geschickt. Zwei davon hat der liebe Rainer dann auch verkostet und die Notes dazu findet ihr hier und hier.

Irgendwie kam der gute Mann dann auf die Idee, mir das dritte Sample im Bunde zu überlassen. Ich sei ja bei uns im Verein der CIWO, also der Chief Irish Whiskey Officer. Ja, meine Schwäche für die grüne Insel und die Whiskeys von eben dort ist wohl evident und gut dokumentiert. Deshalb hat er mir diese überaus verantwortungsvolle Aufgabe dann auch zugeteilt.

„Historischer“ Kontext

Hier haben wir es mit einem sehr seltenen Single Malt zu tun, denn im Jahr 1990, in dem dieser Whiskey destillert wurde, gab es nur drei Brennereien auf der grünen Insel, nämlich Midleton (hier wird allerdings kein Maltwhiskey gebrannt), Bushmills und Cooley. Cooley war zu diesem Zeitpunkt erst 3 Jahre in Betrieb. Das heißt, zu dieser Zeit war nicht viel irischer Whiskey auf dem Markt. Irish Distillers wurde kurz zuvor von Pernod Ricard (in diesem Fall als sogenannter „weißer Ritter“, um eine Zerschlagung zu verhindern) übernommen. Es war also eine spannende Zeit, aber die Produktion hatte bei Weitem noch nicht den aktuellen Level erreicht.

Da Sebastian davon spricht, dass dieser Tropfen der bekanntesten Brennerei Irlands entspringt, liegt der Schluss nahe, dass es sich hierbei um einen Single Malt aus Bushmills handelt. Ich persönlich lege mich halt mal darauf fest.

Zu teuer? Eher nein

Wer den Preis von € 599,- als zu teuer bemängelt, dem sei der aktuelle 30jährige aus der Core Range von Bushmills ans Herz gelegt, der bei zugegebenermaßen schönen 46 % ABV mit wohlfeilen € 1.900,- zu Buche schlägt, also ungefähr. Das sollte diesen Preis wieder ein wenig relativieren. Und auch das kunstvolle Etikett dieses Secret Irish sei nochmals erwähnt.

Wirklich viel Whiskey war wohl nicht mehr in diesem Fass, denn es sind sich nur noch 141 Flaschen in Fassstärke ausgegangen.

Fakten zum Secret Irish 1990

Produzent: vermutlich Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 50,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1990
Bottled: 2023
Alter: 33 Jahre
Fass: Rum Cask

Meine Notizen

Farbe: schönes Gold
Nase: Vanille, Ananas, Kokos, Shortbread, Kampfer, süß, Rum, Banane
Gaumen: Banane, Kokos, sehr würzig, trocken, Rumtopf, Rosinen, sehr cremig, Butter, Karamell
Abgang: lang, würzig, Eiche, süß, Pfirsich, Haselnuss, Kokos, Feige, altes Leder, staubig

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Secret Irish 1990. Was für ein Genuss und wie schön, an solch alte Tropfen zu kommen. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Danke dir, lieber Sebastian!

Die besten Whiskys unter 40 Euro

Die besten Whiskys unter 40 Euro

Wir werden immer wieder nach Whisky-Tipps gefragt und somit starten wir hier und heute eine kleine Serie und beginne mit „Die besten Whiskys unter 40 Euro“:

Ein guter Whisky muss nicht immer teuer sein. Es gibt viele hervorragende Flaschen, die man für weniger als 40 Euro bekommen kann. Hier sind einige unserer Favoriten, die sowohl für Whisky-Neulinge als auch für Kenner geeignet sind.

1. Glenmorangie 10 Jahre – Der Klassiker

Der Glenmorangie 10 Jahre ist ein schottischer Single Malt, der oft als einer der besten Einstiegswhiskys bezeichnet wird. Mit seinem milden Geschmack und Noten von Zitrusfrüchten, Vanille und Malz ist er folgerichtig ein ausgezeichneter Whisky für unter 40 Euro.

2. Jameson Black Barrel – Der Vielseitige

Jameson Black Barrel ist ein irischer Whiskey, der für seine Vielseitigkeit bekannt ist. Er wird dreifach destilliert und in zweifach ausgebrannten Eichenfässern gereift, was ihm ein reiches und komplexes Aroma verleiht. Mit Noten von Vanille, Karamell, Gewürzen und einem Hauch von exotischen Früchten ist er ebenso ein Whiskey mit ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.

3. Aberfeldy 12 Jahre – Fruchtiger Genuss für unter 40 Euro

Der Aberfeldy 12 Jahre ist ein schottischer Single Malt, der für seine fruchtigen und süßen Aromen bekannt ist. Mit Noten von Honig, Vanille und einem Hauch von Gewürzen ist er unter dem Strich ein sehr guter Whisky für unter 40 Euro.

4. Buffalo Trace Straight Bourbon – Der Amerikaner

Buffalo Trace ist ein Bourbon aus den USA, der für seine reichen und komplexen Aromen bekannt ist. Mit Noten von Vanille, Karamell, Minze und einem Hauch von Gewürzen ist er ebenfalls ein sehr guter Einsteiger-Whiskey.

5. Talisker 10 Jahre – Der Rauchige

Für die Liebhaber von rauchigen Whiskys ist der Talisker 10 Jahre eine ausgezeichnete Wahl. Kräftige Raucharomen gepaart mit Malzsüße, Gewürzen und dem berühmten Chili-Catch zeichnen diesen schottischen Single Malt aus.

Fazit:

Ob du ein Whisky-Neuling oder ein Kenner bist, es gibt viele gute Whiskys, die du für weniger als 40 Euro bekommen kannst. Von milden und fruchtigen bis hin zu rauchigen Aromen, es gibt für jeden Geschmack etwas. Probiere einfach einige dieser Flaschen aus und entdecke, welcher Whisky dein Favorit ist. Eine Flaschenteilung mit deinen Whiskyfreunden ist auch eine Option, um sich mit den einzelnen Produkten auseinander zu setzen, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Qualität muss nicht immer teuer sein, und diese Auswahl beweist das. (Stand: August 2023)

Inchmurrin 1998 Oloroso

Inchmurrin 1998 Oloroso

Inchmurrin 1998 Oloroso

Nachdem ich letzte Woche den Bruder dieser Abfüllung aus dem PX Cask verkosten durfte, dreht es sich heute um den Inchmurrin 1998 Oloroso. Auch dieser Single Malt Whisky wurde als Joint-Bottling zwischen Sansibar & deinwhisky.de auf den Markt gebracht und hat satte 25 Jahre am Buckel.

Ein Kunstwerk auf dem Etikett: Die Zeichnungen auf den 223 Flaschen stammen auch hier von der schottischen Künstlerin Ronnie Cruwys.

Fakten zum Inchmurrin 1998 Oloroso

Produzent: Loch Lomond, Highlands
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 52,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1998
Bottled: 2023
Alter: 25 Jahre
Fass: Oloroso-Sherry Cask

Meine Notizen

Farbe: dunkler Bernstein
Nase: Sherry, Rosinen, viel Eichenholz, Datteln, Nüsse, Kakao, Möbelpolitur, Jus, Powidl, Cranberries, Kastanienpüree, getrocknete Orangenschalen
Gaumen: Eiche, Kakao, Sherry, dunkle Schokolade, Zwetschgen, Leder, Menthol, Mokka, wärmend
Abgang: lang – Eiche, Sherry, Mokka, Kräuter, Malz, trocken am Ende

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 89 Punkte für den Inchmurrin 1998 Oloroso von Sansibar & deinwhisky.de. Auch der zweite Vertreter aus dieser Serie aus dem Jahr 1998 ist sehr gut gelungen.

Weitere Informationen zu diesem Dram gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Daher ein großes Danke an Sebastian!

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag, und eine davon ist Malt Whisky. - Schottische Redensart


Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Am letzten Whiskeyfreitag gab es den ersten Blackwater Dirtgrain. Und da das Ganze als Set von vier Whiskys (bei Blackwater ohne das „e“) verkauft wurde, hier nun der zweite davon, Mashbill #08.

Die Mashbills sind bei Blackwater jetzt nicht durchnummeriert, sondern hier geht es um die Jahreszahlen. Also diese Mashbill stammt von Dokumenten aus dem Jahr 1908.

Hatten wir letzte Woche noch mit Rye und Wheat zu tun, kommt dieses Mal als „Zusatzzutat“ einzig und allein Hafer vor, davon aber dann auch mehr als die aktuelle Regelung für Single Pot Still Whiskey zulässt.

Dieser Tropfen wurde dann in einem ex-Bourbon Fass gereift. Puristen mögen jetzt sagen: 1908 waren doch Bourbon Fässer in Europa so gut wie gar nicht verbreitet, und sie haben auch recht. Aber hier wurde eben nicht versucht, die alten Whiskeys eins zu eins nachzubauen, sondern es wurde versucht, die alten Mashbills mit heutigen Produktions- und Reifungstechniken an die aktuelle Zeit anzupassen.

Die Alkoholstärken variieren übrigens bei allen vier Abfüllungen. Und das nicht, weil hier in Fassstärke abgefüllt wurde, nein, es wurde der optimale Alkoholgehalt für jede Abfüllung gesucht.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

50% Gangway & Laureate Malt, 35% Laureate Malt, 15% Husky Oat

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 45,3 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Vanille, Honig, leicht metallisch, Birne, etwas grasig, Orangenzeste
Gaumen: Zitrus, etwas metallisch, Karamell, butterig, Butterscotch, Rosmarin, würzig
Abgang: Rosmarin, Thymian, würzig, Holz, Litschi

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #08. Der schmeckt komplett anders als der #15, aber auch wirklich interessant. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.