Dingle Bealtaine

Nach einer kleinen Urlaubspause gibts den schon gewohnten Whiskeyfreitag wieder, diesmal wieder etwas aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Seit Ende letzten Jahres hat Dingle ihre neue „Wheel of the Year“ Serie bespielt, der Samhain und der La Le Bride sind schon erschienen, beides Single Malts. Und nun kam Anfang Mai der dritte Teil dieser voraussichtlich achtteiligen Serie auf den Markt, nämlich der Bealtaine, ein Single Pot Still.

Die beiden ersten waren ja Single Malts, von daher ein kleiner Unterschied, aber das passt aus meiner Sicht auch gut so, stellt die Brennerei doch beide Stile her. Und auch der Alkoholgehalt unterscheidet sich von den Single Malts, statt 50,5% ABV gibts hier zwei Umdrehungen mehr, also 52,5% ABV. Fassstark ist das nicht, dieser Alkoholgehalt wurde bewusst so gewählt.

Wie bei den beiden anderen Wheels hat man auch hier wieder bourbongereiften Whiskey genommen und gefinished. Diesmal in ex-Shiraz Fässern, was dem Ganzen natürlich einen weinigeren Charakter gibt, und Rotweinfinishes sind ja auch recht angesagt. Serge hat zwar ein ganz schwieriges Verhältnis zu diesen, und auch ich finde, hier muss man sehr aufpassen, damit das Fass den Whiskey nicht erschlägt, aber wenn es gut gemacht wird, kann es durchaus eine Bereicherung sein.

Jetzt mal zu den Fakten: Von dem hier wurden weniger Flaschen abgefüllt als von den Single Malts davor, nämlich nur 5500. Anfang Mai ist er in Irland erschienen, ich rechne damit, ihn im Juli in Deutschland zu sehen, und dann auch in Österreich.

Fakten zum Dingle Bealtaine

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 52,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fässer, Finish in Shiraz Fäsern

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Pflaume, Kirsch, Birne, Pfirsich, sehr fruchtig, Traube, Rosmarin
Gaumen: Tannine, recht wenig, Holz, Pflaume, Rotwein, sehr cremig, Ananas, Würze
Abgang: lang, würzig, Eiche, Rotwein, Pflaume, Pfirsich, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Bealtaine. Das ist ein sehr schöner Whiskey, und auch das Rotweinfinish ist noch nicht zu viel. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Springbank Local Barley 2011

Springbank Local Barley 2011

Springbank Local Barley 2011

Und schon wieder steht dieser gelb/schwarze Karton mit einem Single Malt Whisky aus der Brennerei Springbank vor mir. Dieses Mal handelt es sich um einen Campbeltown-Whisky aus dem Jahr 2011. Der Hype um diese Local Barley Abfüllungen ist mittlerweile schon irre, denn bereits vor dem Verkaufsstart in Österreich, waren die Preise am Sekundärmarkt jenseits von Gut und Böse. Zum Glück konnte ich meine Flasche noch zum Ausgabepreis erstehen.

Was ist das Besondere an dieser Abfüllung?

Mit einer Reifezeit von 11 Jahren und einem Alkoholgehalt von 55,1% beeindruckt der Springbank Local Barley 2011 als repräsentatives Mitglied der einzigartigen Local Barley Serie, die die renommierte Springbank Distillery stolz präsentiert. Sie stellt diese Serie ausschließlich aus Gerste her, die in der malerischen Region um Campbeltown angebaut wird.

Im Mai 2011 destillierte die Brennerei diesen speziellen Whisky und wählte dabei die Belgravia-Gerste, die auf der lokalen Farm Glencraigs gedeiht.

Die spezielle Fassauswahl für die Reifung des Whiskys steigert seine Eigenschaften. Springbank ließ ihn in einer Mischung aus Sherry-, Bourbon- und Rumfässern reifen. Um genau zu sein, setzte das Reifungsverfahren zu 55% auf Sherryfässer, zu 35% auf Bourbonfässer und zu 10% auf Rumfässer.

Nach dieser intensiven Reifung beendete die Springbank Distillery den Herstellungsprozess, indem sie den Whisky im Dezember 2022 in 15.000 Flaschen abfüllte.

Was erwarte ich mir von diesem Single Malt?

Meine Erwartungen an diesen Whisky: Einen typischen Campbeltown Malt mit nicht zu extremen Fass-Einfluss.

Trotz der großen Nachfrage konnte ich immerhin eine Flasche und zusätzlich ein Sample dieses Whiskys ergattern, so dass ich hier schließlich meine Eindrücke schildern kann:

Fakten zum Springbank Local Barley 11yo aus 2011

Produzent: Springbank, Campbeltown
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 55,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2011
Bottled: 2022
Alter: 11 Jahre
Fass: 55% sherry, 35 % bourbon & 10 % rum

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: Meeresbrise, Malz, Rum, Melone, Vanille, Ananas, Honig, Eiche, Pfirsich, Ingwer, Zitrone, dezenter Rauch, geräucherte Kräuter, leicht staubig, Kakao
Gaumen: öliges Mundgefühl, gegrillte Zitronen, süß, kräftig, kandierte Früchte (Ananas, Ingwer, Melone, …), Salz, Wald, weißer Pfeffer, Rum, dezenter Rauch, Muskat, Tabak
Abgang: lang – Salz, Früchte mit Honig, Zitrone, dezenter Rauch, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 88 Punkte für den Springbank Local Barley 2011. Der Whisky gefällt mir wieder sehr gut, der Hype darum aber eher weniger. Vermutlich wird dieser Single Malt mehr gesammelt als getrunken, sehr schade! Ob ich mir in Zukunft weitere Abfüllungen aus dieser Serie kaufen werde? Wenn die Ausgabepreise weiter so steigen, dann werde ich es mir zukünftig echt überlegen. Nachdem sich in meiner Sammlung aber noch genug trinkbare Alternativen befinden, werde ich nicht verdursten müssen. 😉

Weitere Bewertungen dazu gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whisky ist flüssiger Sonnenschein. - George Bernard Shaw


Dingle 10yo

Dingle 10yo

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch den Besuch der Whiskeylive in Dublin, wieder einen schönen Irish Whiskey von Dingle.

Auf eben dieser Whiskeylive in Dublin habe ich diesen Whiskey auch verkosten können. Gut, ich hatte mir davor schon ein Fläschchen gesichert, oder auch zwei.

Dieser Whiskey markiert nämlich einen absoluten Meilenstein für die Dingle Distillery selbst, aber auch für den Irish Whiskey als Kategorie. Denn es ist der erste zehnjährige der Brennerei, in der am 18. Dezember 2012 erstmals Whiskey destilliert wurde, und es ist auch einer der ersten Irish Whiskeys mit einer zweistelligen Altersangabe aus einer sogenannten neuen Brennerei. Klar, West Cork war früher dran, aber deren Zielgruppe und deren Herangehensweise an das Thema ist auch völlig anders. Dies möchte ich jedoch nicht werten, denn Beides hat seine Berechtigung.

Mitte April ging es in den sozialen Medien rund, da hat Dingle etwas angeteasert, was viele nicht wirklich einschätzen konnten. Ich hab damals ins Blaue geschossen und gesagt, es könnte der erste Zehnjährige sein. Ein paar Tage später hat sich gezeigt, dass ich zufällig richtig gelegen bin. Also nein, es waren keine Insiderinformationen dabei, einfach nur gut geraten.

Dieser Zehnjährige ist aus einem Single Cask, also war der Release entsprechend limitiert und natürlich auch binnen weniger Minuten ausverkauft, und das, obwohl der Preis mit € 385,- sehr ambitioniert war. Aber hier geht es ja auch nicht darum, einen guten Whiskey zu trinken, hier hat man tatsächlich ein kleines Stück Geschichte in der Hand.

Auch die Verpackung ist sehr edel gestaltet, die Holzbox ist sehr aufwändig, auch das Motiv auf der Flasche entstammt der Feder einer Künstlerin,….. Also alles in Allem hat man hier schon sehr viel Aufwand betrieben, und das schlägt sich dann auch im Preis nieder.

Fakten zum Dingle 10yo

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Februar 2013
Bottled: März 2023
Alter: 10 Jahre
Fass: First Fill Bourbon Barrel

Meine Notizen

Farbe: gelbgold
Nase: Vanille, Birne, Pfirsich, leichter Rosmarin, Karamell, etwas Minze
Gaumen: sehr kräftig, Marille, Würze, deutlich Eiche, Ananas, Walnuss, mit Speichel sehr cremig
Abgang: lang, Würze, etwas staubig, Salz, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 10yo. Das ist jetzt kein einfacher Single Malt, der hat wirklich Ecken und Kanten, aber ich mag ihn sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Zu viel von allem ist schlecht, aber zu viel guter Whisky ist gerade genug. - Mark Twain


Teeling Blackpitts Big Smoke

Am heutigen Whiskeyfreitag begeben wir uns wieder in die Hauptstadt Irlands, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Whiskeyhauptstadt der Welt war, nach Dublin, genauer gesagt zu Teeling.

Der Name Teeling ist ja in Irland untrennbar mit dem Thema Whiskey verbunden. John Teeling, der „Godfather of Irish Whiskey“, hat ja 1987 das Monopol von Irish Distillers aufgebrochen, indem er die Cooley Brennerei eröffnet hat, diese Wurde dann im Jahr 2011 an Beam, nunmehr Beam Suntory, verkauft. John Teeling, also der Senior, dann dann im Jahr 2015 die Great Northern Distillery in Dundalk eröffnet. Seine Söhne Jack und Stephen haben hingegen den Namen „Teeling“ in Dublin wieder aufleben lassen. Das Logo zeigt auch den Vogel Phoenix, der sich grade aus der Asche erhebt, soll also die Renaissance des Irish Whiskey generell und der Familie Teeling im Speziellen darstellen.

Übrigens ist der Getränkegigant Barcardi zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Teeling Distillery beteiligt, es gibt Gerüchte, dass eine Komplettübernahme bevorstünde oder zumindest eine Mehrheitsbeteiligung. Mal sehen.

Im Jahr 2020 hat man von Teeling her einen peated Single Malt veröffentlicht, mit 46% ABV und dreifach destilliert. Fakt war, dass hier der Torf noch nicht so richtig durchgekommen ist, denn der dritte Destillationslauf hat dem Ganzen noch sehr viel Kraft genommen.

Jetzt wurde dann Ende 2022 ein Blackpitts in Fasstärke veröffentlich, der sich „Big Smoke“ nennt. Der unterscheidet sich von der Abfüllung in Trinkstärke nicht nur durch eine andere Fassauswahl, sondern auch dadurch, dass man sich dann hier für eine zweifache Destillation entschieden hat. Da bleibt mehr Phenol im Destillat, und das schmeckt man auch deutlich.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey mal genauer an.

Fakten zum Teeling Blackpitts Big Smoke

Produzent: Teeling Distillery, Dublin, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: Vanille, Rauch, Grapefruit, Salz, weißer Pfeffer
Gaumen: leichter Rauch, Asche, Trauben, Zitrone
Abgang: mittellang, Asche, Zitrone, ein kleines Bisschen eindimensional

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Teeling Blackpitts Big Smoke. Einer der Vorreiter für getorften Irish Whiskey, da kommt aber noch Einiges auf uns zu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whiskey verlangt – wie eine schöne Frau – Wertschätzung. Du schaust zuerst, dann ist es Zeit zu trinken. - Haruki Murakami


Ardbeg Heavy Vapours

Whiskyfreitag, heute mal ohne das berühmte „e“. Also sind wir in Schottland unterwegs, auf Islay, und zwar bei Ardbeg, um ganz genau zu sein.

Ardbeg hat sich ja über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf aufgebaut und kann dank der Zugehörigkeit zum LVMH-Konzern so richtig die Marketingschiene bedienen. Und die Leute bei Ardbeg machen das immer extrem gekonnt.

In den diversesten Facebookgruppen wird ja immer wieder gesagt: Ich kauf mir jetzt keinen Ardbeg mehr, weil der Server bricht bei denen regelmäßig zusammen, wenns mal wieder einen sogenannten Committee-Release gibt, das ist doch alles nur junges Zeug, das mit einer Story drum herum verkauft wird und überhaupt sei sowieso alles ein richtiger Käse.

Andererseits sind die Sonderabfüllungen, egal ob es jetzt der jährliche Committee-Release ist oder sonst eine Spezialität, ich denke hier beispielsweise an den Fermutation oder den BizarreBQ, binnen weniger Minuten ausverkauft. Also sind wir dann doch wieder alle sogenannte Marketingopfer.

In diesem Fall hier handelt es sich um ein Destillat, welches ohne Purifier gewonnen wurde, mehr Details dazu haben die lieben Leute von Whiskyexperts zusammengetragen. Also mal schauen, was hier dann rauskommt

Fakten zum Ardbeg Heavy Vapours

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 22. November 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: süßer Rauch, Ananas, Birne, Marille, leicht weinig, das, was man landläufig unter „medinzisch“ kennt
Gaumen: Zitrusnoten, Grapefruit, Torf, erdig, cremig, Minze
Abgang: mittellang, Orange, torfig, medizinisch, recht weich (wenn ich das so sagen darf)

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Ardbeg Heavy Vapours. Ich habe schon sehr viele gute Ardbegs getrunken, aus meiner persönlichen Sicht ist das einer der etwas schwächeren. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ich singe gerne und ich trinke gerne Scotch. Die meisten Leute hören mich lieber Scotch trinken. - George Barns


Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Whiskeyfreitag und wir widmen uns mal wieder einer Schwäche meinerseits: Thomond Gate.

Nick Ryan ist ja ein sehr umtriebiger Mann, der nicht nur seine eigene Whiskeymarke Thomond Gate am Start hat und eine Brennerei in Limerick eröffnen will, sondern auch Leute ausbildet in seinem Irish Whiskey and Spirits Institute. Die Liste seiner Klienten liest sich wie das Who-is-Who der irischen Whiskeybranche.

Bis dato konnte ich ja sehr viel über seine Whiskeys mit verschiedenen Finishes berichten, diesmal ist es aber kein Sherry-, Port-, Bier- oder peated Bourbon-Finish, nein, es ist ein Weinfinish in Fässern aus dem sehr bekannten und traditionsreichen Chateau Kirwan. Und ja, auch hier gibt es wieder eine irische Verbindung, da die Tochter des Gründers im 18. Jahrhundert einen Iren heiratete, dessen Name Mark Kirwan war. Damit ist auch die Herkunft des Namens dieses Weingutes geklärt.

Dieser Whiskey war wie alle seine Vorgänger recht rasch ausverkauft, die Fanbase ist schon recht groß.

Welcher Wein genau vorher in diesem Fas lag, ist nicht bekannt, also zumindest mir nicht, aber die Angabe Ruby Port bei Whiskybase dürfte nicht ganz korrekt sein.

Fakten zum Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,39 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 6. Februar 2023
Alter: NAS
Fass: Chateau Kirwan Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: tiefes Gold
Nase: Salzkaramell, Ribisel, Pfirsich, Vanille, blumig
Gaumen: sehr kräftig, Vanillepudding, cremig, Würze, Tannine, Trauben
Abgang: lang, weinig, Traube, Ribisel, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish. Rotweinfinishes sind ein schwieriges Thema, das kann sehr schnell zu viel werden, hier aber nicht. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ich singe gerne und ich trinke gerne Scotch. Die meisten Leute hören mich lieber Scotch trinken. - George Barns


Ardbeg BizarreBQ

Ardbeg BizarreBQ

Ardbeg BizarreBQ

„Same procedure as every year, Bill“ könnte man in Anlehnung an eine beliebte Silvester-TV-Sendung sagen. Wie jedes Jahr bringt die Islay Destillerie Ardbeg auch 2023 wieder eine limitierte Sonderabfüllung auf den Markt. Ardbeg BizarreBQ ist ein einzigartiger Whisky, der von der Leidenschaft für Rauch und Grillen inspiriert ist. Er wurde von Dr. Bill Lumsden, dem renommierten Master Distiller von Ardbeg, zusammen mit dem Grillgott Christian Stevenson, besser bekannt als DJ BBQ, kreiert. DJ BBQ ist ein erfolgreicher YouTuber, der auf seinem Kanal an die 300 Grillrezepte und Tipps für alles, was man mit einem Grill machen kann, teilt. Daher war er auch beim Ardbeg-Day 2021 als Mastergriller mit dabei.

Was ist das Besondere am Ardbeg BizarreBQ?

Der Name BizarreBQ ist eine Anspielung auf das Wort Barbecue, also Grillen. Ardbeg BizarreBQ reift in einer Kombination aus zweifach gekohlten Eichenfässern, Pedro-Ximénez-Sherryfässern und den speziellen BBQ-Fässern der Destillerie, die auf einem traditionellen Feuerkorb extra stark gekohlt wurden. Diese Fässer verleihen dem Whisky einen süßlichen und würzig-rauchigen Geschmack, der an ein köstliches Barbecue erinnert. Die Grillsaison ist damit eröffnet ;-).

Was erwarte ich mir vom neuen Ardbeg Single Malt?

Ich erwarte mir einen gut trinkbaren Islay Single Malt Whisky von Dr. Bill Lumsden, mit ein paar besonderen Holz-Noten. Natürlich bin ich ein Marketingopfer, aber ich mag die Produkte aus dieser Brennerei. Die tatsächlich fast schon übertriebene Marktschreierei gehört hier einfach dazu ;-).

Ich konnte mir trotz der hohen Nachfrage eine Flasche und zusätzlich ein Sample dieses Whiskys sichern, daher gibt es hier meine Eindrücke:

Fakten zum Ardbeg BizarreBQ

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,9 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: ka
Bottled: 2023
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Oak-, PX- and experimental BBQ Casks

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: gegrilltes Steak, Schokolade, Rauch, Sherry, Asche, geräucherte Kräuter, Kaffee, Eiche sowie die Erinnerung an ein Heftpflaster.
Gaumen: super Mundgefühl, Rauch, Schokolade, Nelken, Asche, Eiche, Leder, Espresso und ebenso das gegrillte Steak
Abgang: mittellang – süßer Rauch, Chili, Leder, Eiche und dazu wieder ein Espresso

Meine Bewertung: Ich gebe heute tatsächlich sehr gute 90 Punkte für den Ardbeg BizarreBQ. Mich erinnert dieser Single Malt Whisky übrigens an den Espresso Roast von Johnnie Walker und an die beiden Abfüllungen Alligator & Uigeadail von Ardbeg. Zusammenfassend gesagt: Mir schmeckt dieser Whisky ausgesprochen gut und ich hoffe, ich kann noch ein paar weitere Flaschen erstehen. Soweit ich weiß, wird es weitere Flaschen im Sommer 2023 zu kaufen geben.

Weitere Bewertungen dazu gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Etwas Gutes über den Regen in Schottland – das meiste davon wird am Ende zu Scotch. - Peter Alliss


Powers John´s Lane 12yo

Powers John´s Lane 12yo

An diesem Whiskeyfreitag darf ich euch einen wunderschönen Standard aus der Midleton Distillery an die Hand geben, den Powers John´s Lane.

Im Jahr 1966 gab es in der Republik Irland nur noch drei Whiskeybrennereien (im Norden gab es zu diesem Zeitpunkt auch nur noch Bushmills), und auch diese drei Brennereien hatten massive Probleme und waren teilweise nur noch wenige Woche im Jahr in Betrieb.

Die irische Whiskeyindustrie, die im späten 19. Jahrhundert noch Weltmarktführer war, hatte unter verschiedenen Dingen gelitten und war brutal geschrumpft. Einerseits war es natürlich die irische Unabhängigkeit, die den Markt im UK und im Commonwealth verschlossen hat, dank Handelsembargos, die in Westminster beschlossen wurden, andererseits war natürlich auch die Prohibition in den USA nicht wirklich hilfreich für den Whiskeyabsatz. Weiters hat sich die irische Whiskeyindustrie mit Händen und Füßen gegen die Einführung von Columnstills gewehrt und dann gab es auch noch einen Ausfuhrstopp der irischen Regierung für auf der Insel produzierte Waren,….. Alles in Allem eine schwierige Gemengelage, teilweise auch ein wenig selbstverschuldet, teilweise aber auch von Außen auf die Whiskeyindustrie hereinprasselnd.

Das führte zu einem Brennereisterben in der Republik Irland, bis nur noch drei davon übrig geblieben sind, nämlich die Cork Distillery Company in Midleton sowie John Jameson & Son und John Power & Son aus Dublin. Im Jahr 1966 wurden diese drei Firmen auf Initiative von Frank O´Reilly von der Powers Familie hin zu Irish Distillers fusioniert, damit der runiöse Kampf um den sehr kleinen Heimatmarkt ein Ende hat und man sich gemeinsam auf die Expansion in andere Länder kümmern kann.

Um die John´s Lane Distillery zu ehren

Die Marken aller drei früheren Brennereien wurden dann noch weitergeführt, aber für die internationale Expansion wurde dann die Marke „Jameson“ ausgewählt, obwohl zur Hochblüte die Marke „Powers“ alle anderen überstrahlt hat.

Powers führt im deutschsprachigen Bereich eher ein Nischendasein, das aber völlig zu Unrecht. Und auch bei Irish Distillers hat man entdeckt, dass man den internationalen Markt auch mit vielen Marken beackern kann.

Powers wurde früher in der Brennerei in der John´s Lane in Dublin hergestellt, diese Destillerie gibt es inzwischen nicht mehr, aber um ihr dennoch ein flüssiges Denkmal zu setzen, wurde dieser Powers 12yo mit dem Beinamen „John´s Lane“ versehen, und dieser Whiskey zeigt auch, welches Potential in Pot Still Irish Whiskey steckt.

Um sich von Redbreast ein wenig abzugrenzen, der ja eher für Sherrywhiskeys bekannt ist, wird Powers Whiskey vorrangig in ex-Bourbon Fässern gelagert.

Fakten zum Powers John´s Lane 12yo

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2021
Alter: 12 Jahre
Fass: American bourbon casks, Oloroso sherry butts

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Karamell, Pfirsich, süß, Zuckerwatte, Waldboden, Kräuter
Gaumen: Vanille, Honig, Eiche, Würze, leicht bananig
Abgang: mittellang, würzig, Vanille, Waldhonig, Kräuter

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Powers John´s Lane. Ich mag diesen Whiskey wirklich sehr gerne, und da bin ich sicherlich nicht der Einzige. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whisky ist flüssiger Sonnenschein. - George Bernard Shaw


St. Kilian Signature Edition Thirteen

SIGNATURE EDITION THIRTEEN

St. Kilian Signature Edition Thirteen sowie das Deconstruction-Set mit den fünf Holzarten

St. Kilian Signature Edition Thirteen:

Die 13. Ausgabe der St. Kilian Signature Edition ist wieder eine rauchige Abfüllung. Seit Beginn der Whisky-Produktion in Rüdenau wurde ein stetig wachsendes Fasslager aufgebaut. Dementsprechend lagerten im Dezember 2022 Fässer aus über 360 verschiedenen Holzarten bei St. Kilian. Aus diesem Fundus an unterschiedlichen Fässern wurden ganz spezielle Vertreter ausgesucht, um ein neues Highlight zu entwickeln.

Was ist beim St. Kilian Signature Edition Thirteen so besonders?

Das Besondere an der rauchigen Signature Edition THIRTEEN ist ihre außergewöhnliche Zusammensetzung. Es handelt sich nämlich um eine Komposition aus fünf verschiedenen Holzarten: Pfälzer und ungarischer Eiche, wilde Robinie (Scheinakazie), Kastanie und Kirsche. Kirsche, Kastanie und die Scheinakazie sind beispielsweise in der schottischen Whisky-Industrie verboten.
Darüber hinaus wurden Destillate aus den Jahren 2016, 2018 und 2019 aus schottischem Torfrauchmalz mit 54 ppm hergestellt. Danach reifte der Alkohol in den fünf jungfräulich-frischen Holzfassarten (mit anderen Worten „Virgin-Woods“) zu einem gehaltvollen, farbintensiven und charakterstarken Single Malt.

Kastanienfässer 2019 bis 2022 / 53,4% ABV – 27% Anteil
Fässer aus Pfälzer Eiche 2018 bis 2022 / 60,6% ABV – 11% Anteil
Kirschfässer 2018 bis 2022 / 61,7% ABV – 3% Anteil
Fässer aus ungarischer Eiche 2016 bis 2022 / 61,3% ABV – 32% Anteil
Fässer aus wilder Robinie bzw. Scheinakazie 2019 bis 2022 / 61,8% ABV – 27% Anteil

Was sind die St. Kilian Signature Editions?

Die St. Kilian Signature Editions sind eine Reihe von limitierten Single Malt Whiskys aus Deutschland, hergestellt von St. Kilian Distillers. Jeder Single Malt Whisky der Signature Edition trägt seine eigene Handschrift ausgewählter Fässer und jedes Batch schmeckt anders und hat einen individuellen Charakter. Hergestellt wird der Whisky bei St. Kilian nach zwei verschiedenen Rezepturen: mild & getorft.

(Die Vorstellung des Thirteen im Online Tasting vom 29. Dezember 2022)

Ob mir dieses weitere Holz-Experiment von Masterdistiller Mario Rudolf zusagt? Wir werden es gleich sehen 😉

Fakten zum St. Kilian Signature Edition Thirteen

Produzent: St. Kilian, Deutschland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 53,9 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 2016/2018/2019
Bottled: 2022
Alter: 3 Jahre
Fass: Pfälzer und ungarischer Eiche, wilde Robinie (Scheinakazie), Kastanie beziehungsweise Kirsche

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: Rauch, Leder, Eiche, Vanille, Maroni, Honigschinken, Haribo Kirschen, geräucherte Kräuter, Banane, Birne, Äpfel
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Rauch, Leder, Kirsche, Karamell, Vanille, sehr cremig, Honig, Schinken, Asche
Abgang: lang – Rauch, Asche, Kirschen, Salz, Eiche

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Signature Edition Thirteen von St. Kilian. Dieser rauchige Single Malt Whisky gefällt mir sehr gut. Durch das Tasting-Set mit den unterschiedlichen Holzarten bekommt man einen genialen Einblick in die Arbeit der Blender bei St. Kilian. Weitere Bewertungen dazu gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Die Teilnahme am Online-Tasting und das Deconstruction-Set wurde mir kostenlos von St. Kilian Distillers ermöglicht bzw. zur Verfügung gestellt – Danke dafür. Das Video zum Tasting ist auf YouTube zu finden.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Die Ansicht, dass Whisky beim altern besser wird, stimmt. Je älter ich werde, desto lieber mag ich ihn. - Ronnie Corbett


Killowen Barántúil Cask 024

Whiskeyfreitag, und heute gibts etwas aus einer der spannendsten Destillerien der Emerald Isle, und zwar von Killowen.

Killowen ist eine der kleinsten Brennereien auf der Insel, sie befindet sich im County Down in den Mourne Mountains, also in Nordirland. Brendan Carty, der Inhaber und Master Distiller, ist einer der ganz wilden Hunde in der irischen Whiskeyszene, den er ist einer der Vorreiter, wenn es darum geht, das „Technical File“ zum Irish Pot Still Whiskey zu ändern.

Was ist denn das? Es gibt so geografisch geschützte Bezeichnungen, wie Wachauer Marille, Steirisches Kürbiskernöl, Südtiroler Speck,……. Und für alle diese geschützten Bezeichnungen gibt es Regeln, die in den „Technical Files“ festgehalten sind. Diese sind manchmal etwas absurd, als Beispiel mag hier dienen, dass Kürbiskernöl aus dem Aichfeld, also der Gegend rund um Judenburg und Knittelfeld zwar aus der Steiermark kommt, aber nicht als Steirisches Kürbiskernöl bezeichnet werden darf. Aber die Kürbiskerne für Steirisches Kürbiskernöl können gerne auch aus gewissen Gegenden des Burgenlandes kommen oder aus Teilen Sloweniens. Das muss man jetzt nicht verstehen, ist aber so.

Und so ähnlich ist die Sache mit dem Irish Pot Still Whiskey, hier wurden die Regeln zu einer Zeit festgelegt, wo es im Grunde nur einen Produzenten dieser Whiskeyart gab, und zwar die Irish Distillers in Midleton. Jetzt hat man dort nachgefragt, was denn Pot Still Whiskey ausmacht, die haben natürlich ihren aktuellen Stand der Dinge weitergegeben.

Tatsache ist aber, dass die Mashbills früher ganz anders ausgesehen haben als die aktuelle Regel: mind. 30% gemälzte Gerste, mind. 30% ungemälzte Gerste, max. 5% anderes Getreide.

Wie kommt man jetzt an diesen Stoff?

Und jetzt ist es so, dass es unglaublich schwer ist, an Ware von Killowen zu kommen, denn Brendan hat eine sehr treue und fast ein wenig fanatische Fangemeinde, den Killowen Kult. Und die kaufen alles auf, was es gibt. Ein Mitglied dieses Kults kommt auch aus dem Pinzgau 😉 Und ich hatte auch etwas Glück.

Warum ist Brendan jetzt ein Rebell? In diesem Fall war es so, dass Brendan 3 Säcke ungemälzte Gerste verwendet hat, 7 Säcke geräuchertes Gerstenmalz (er schreibt von Smoked Malted Barley), 2 Säcke Hafer, 1 Sack Weizen und 1 Sack Roggen. Also auch die Mengenangaben wie früher. Er nennt diesen „Non-GI Pot Sill“ halt dann Mixed Mashbill.

Wer noch mehr über diesen Whiskey erfahren will, hier der Beipackzettel:

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 024

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,41 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: September 2019
Bottled: März 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, First Fill

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: süßer Rauch, Birne, Honig, Würze, sehr reichhaltig
Gaumen: cremig, sehr kräftig, Rauch, süß, Thymian, Würze, Salzkaramell, Menthol
Abgang: lang, Rosmarin, Rauch, sehr würzig, Honig, angenehm herb.

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 024. Unglaublich spannender und außergewöhnlicher Whiskey, ich freue mich auf mehr. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.