Dingle Lá ´le Bríde

Wir haben wieder mal Whiskey Freitag und was liegt da Näher, als wieder mal etwas recht Aktuelles von der Grünen Insel zu verkosten? Die Dingle Distillery hat ja seine Ende letzten Jahres begonnene Wheel of the Year – Serie fortgesetzt, mit dem Dingle Lá ´le Bríde.

Zu Ehren des St. Brigid´s Day, der am 1. Februar begangen wird, wurde dieser Whiskey abgefüllt. Wie üblich ist es für mich nicht ganz einfach, den Namen richtig auszusprechen, denn Gälisch ist jetzt nicht meine Stärke, und es hat so gar keine Verwandtschaft mit den mir geläufigen Sprachen, man kann es also kaum ableiten. Ein Gälischkurs wird also wohl unvermeidbar sein.

Dieser Release stellt den zweiten Teil der achtteiligen Abfüllungsserie Wheel of the Year dar, lt. Graham Coull, dem Master Distiller der Dingle Distillery, wird sich diese Serie über zwei Jahre erstrecken, lt. Adam Riese ergibt das in etwa alle drei Monate eine neue Abfüllung. Teil 2 hat sich daran schon mal ganz gut gehalten.

Dingle hat ja bis dato nie auf Finishes gesetzt, die ganze Small Batch Releases und auch der Core Range Single Malt waren bis dato alles Vattings von Vollreifungen (alles First Fill). Für den Vorgänger, Samhain, wurde erstmal ein Finish angewandt. So wie auch dieses mal. War es letztes mal ein Moscatelfinisch, so handelt es sich diesmal um eines in ex-Rye Fässern.

Auch hier wurden wieder 10000 Flaschen abgefüllt, und dank meiner Schwäche für Dingle bin ich auch wieder an zwei Exemplare gekommen.

Es könnte sein, dass ich bei Dingle nicht ganz objektiv sein kann, wie gesagt, Lieblingsbrennerei und so, aber ich denke, jede Tasting Note an sich ist subjektiv, denn die Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden, wäre ja schlimm, wenn wir alle dem gleichen Whisky bzw. Whiskey nachlaufen.

Fakten zum Dingle Lá ´le Bríde

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: First Fill Bourbon Barrels, Finish in First Fill ex Rye Fässern

Meine Notizen

Farbe: gelber Muskateller
Nase: würzig, leicht säuerlich, Karamell, Soletti, süß, Zitrus, Obstsalat
Gaumen: süß, Vanille, leicht säuerlich, Honig, etwas Eiche, Kokos
Abgang: mittellang, Roggenwürze, Honig, Banane

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Samhain. Süß und säuerlich zugleich. Sonst tu ich mir mit Rye-Vorbelegung etwas schwer, aber das passt sehr gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Bold and Brave

Whiskeyfreitag wieder mal, was machen wir da? Einen Thomond Gate hatten wir schon eine Zeit lang nicht mehr, drum wagen wir uns wieder dran.

Kurz vor Weihnachten hat der gute Nick Ryan von Thomond Gate wieder mal zwei Whiskeys rausgehaut, und wie nicht anders zu erwarten, waren die beiden Tropfen innerhalb von kürzester Zeit ausverkauft. Es hilft dann schon, wenn man gute Verbindungen zum Produzenten hat, dann wird man vorab „gewarnt“, dass da etwas auf dem Weg sein könnte.

Nick lässt seine Whiskeys ja in der GND in Dundalk destillieren, teilweise mit „eigener“ Gerste, denn er hat mit einigen Farmern rund um Limerick schon Verträge. Später will er ja mal in einem ersten Schritt ein Warehouse im County Limerick bauen und dann in weiterer Folge eine Brennerei. Denn er möchte Limerick wieder auf die Whiskeylandkarte bringen.

Natürlich muss man sich ein wenig von der Masse abheben, wenn man noch keinen eigenen Spirit hat, deshalb legt Nick sehr viel Wert auf Finishes in ausgezeichneten Fässern. In diesem Fall wurde der Whiskey in einem Red Ale Fass gefinisht, mal schauen, wie bierig er Spaß dann wird.

Rausgekommen sind dann 270 Flaschen von diesem feinen Tropfen.

Fakten zum Thomond Gate Bold and Brave

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 55,56 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: Dezember 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon Cask, Finish im Red Ale Cask

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: süß, frisch, blumig, Grapefruit, Birne, Kokos
Gaumen: malzig, starker Antritt, Hopfen, Birne, Marille
Abgang: lang, auch die Birne ganz lang, Hopfen, Zitrusnoten

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Thomond Gate Bold and Brave. Ich freue mich jedes Mal auf die Whiskeys von Nick, weiter so, mein Lieber. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Killowen The Dalriadan – Part 2 of 2

Whiskeyfreitag, mal wieder was aus Irland, nein, das stimmt jetzt nicht ganz, wir sind nur zum Teil in (Nord)Irland, zum anderen Teil in Schottland. Ja, es gibt wieder einen dieser schönen Hybridwhiskeys.

Von Killowen hatten wir ja schon mal den ersten Teil des Dalriadan in einer der Notes des letzten Jahres. Und wenn auf einer Flasche draufsteht „Part 1 of 2“, dann geht der geneigte Connaisseur (Wie gendert man dieses Wort richtig? Die Frage ist ernst gemeint.) natürlich auch davon aus, dass es einen „Part 2 of 2“ geben muss.

Da lässt sich Brendan Carty natürlich nicht lumpen und bringt eben auch den zweiten Teil raus. Waren beim ersten Teil noch 40% des Whisk(e)ys von Caol Ila und 60% von Bushmills (vermutlich), dann ist dieses Mal das Verhältnis genau umgekehrt. Es handelt sich also um einen Blended Malt

Die Geschichte hinter dem Whiskey hatten wir schon in der früheren Verkostung, es geht um das antike Königreich Dál Riata, Wikipedia weiß mehr darüber.

Wenn jetzt jemand wieder sagt, dass man die Whiskys aus den Großbrennereien nicht trinken kann weil Massenware und so, dann seien dieser Person natürlich die Erzeugnisse aus der kleinen Microdestillerie Macallan ans Herz gelegt. Dieser Absatz ist nicht ganz ernst gemeint, ihr wisst schon, worauf ich hinauswill.

Der Islay Malt blieb 11 Jahre im ex-Bourbon Cask, der Bushmills wurde für die Dauer von 3 Jahren in Ex-Oloroso-Fässern gefinisht. Dann gab es nach der Vermählung noch ein zehnmonatiges Finish in PX-Fässern und Killowen Dark Rum Fässern, wenn man Irishmalts Glauben schenken darf.

Fakten zum Killowen The Dalriadan – Part 2 of 2

Produzent: Caol Ila Distillery, Islay, Scotland & Old Bushmills Distillery, Co. Antrim, Northern Ireland
Abfüller: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Alkoholgehalt: 57,99 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: k.a.
Bottled: 2022
Alter: 11 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, teilweise Finish im ex-Oloroso-Cask bzw. im Dark Rum Cask

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: süßer Rauch, Mandeln, Johannisbeeren, Grapefruit
Gaumen: Vanille, Honig, Rauch, Asche, erdig, Pfeffer, Orange
Abgang: lang, süßer Rauch, Banane, Honig, grüner Apfel

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Killowen The Dalriadan – Part 2 of 2. Vielleicht lässt sich Brendan ja mal dazu erweichen, für uns ein Tasting zu machen ;-). Weitere Bewertungen zu diesem Blended Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 2014 ex-Port

So, es ist wieder mal Whiskeyfreitag, und da gibts auch wieder mal etwas aus Dingle. In letzter Zeit haben die Single Casks aus Dingle ja fast ein wenig „Überhand“ genommen, aber wenn man einen „Vogel“ hat, hat man halt einen.

Mein erster Berührungspunkt zu Dingle war ja auch etwas mit Port, deshalb schön, dass nach drei Sherry Single Casks auch mal etwas Anderes abgefüllt wurde, und zwar aus einem ex-Port Fass.

Für Kirsch Import war das schon das zweite Einzelfass, das Dingle abgefüllt hat, letztes Jahr kam ja ein PXerl raus.

Zu diesem Whisky hier gibt es wohl geteilte Meinungen, der von mir sehr geschätzte Whisky Jason hat diesen Tropfen auch schon verkostet, er war nicht überzeugt, um es mal vornehm zu formulieren. Aber glücklicherweise sind die Geschmäcker ja verschieden.

Wie schon erwähnt, geht es hier wieder um ein Einzelfas aus Dingle, es geht um ein ex-Port Fass und der Whisky durfte nicht ganz 8 Jahre in diesem Fässchen verbringen. Mal schauen, ob der Whisky die hochwertige und sicherlich kostspielige Verpackung rechtfertigen kann, denn ganz so billig war er selbst auch nicht.

Fakten zum Dingle 2014 Port

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,6 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 19. November 2014
Bottled: 2. September 2022
Alter: 7 Jahre
Fass: Port

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Erdbeere, Himbeere, Mandarine, Kokos, leicht nussig, Karamell
Gaumen: süß, klassisch Erd- und Himbeeren, Apfel, Tannine
Abgang: mittellang, süß, etwas bitteres Holz, Beerenfrüchte, Waldhonig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle 2014 Port. Auch dieser Whisky ist ein wirklich feiner Tropfen, da gehe ich mit Jason ausnahmsweise mal nicht d’accord. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 2014 for Whisky Center

Whiskeyfreitag, der letzte vor dem Jahreswechsel. Da kommen wir wieder zu einem kleinen Resümee, und dafür gehts wieder in meine Lieblingsbrennerei, nämlich Dingle.

Für mich heuer der beste Whiskey abseits der Raritäten, die ich verkosten durfte, war der Dingle Single Pot Still Batch 5 Cask Strengh. Der hat es wirklich in sich und ist ein wunderschön ausgewogener Whiskey aus dem ex-Bourbon Fass.

Auch bei den Single Pot Stills hat sich Dingle nun vom Small Batch Verfahren verabschiedet und ich bin schon gespannt, was dort folgen wird. Bei den Single Malts war es so, dass letztes Jahr ein Core Range Single Malt rausgekommen ist, heuer eine neue Reihe gestartet wurde mit dem Samhain und dann gab es noch einige verschiedene Einzelfassabfüllungen für verschiedene Partner.

Und dieses Mal haben wir eine Einzelfassabfüllung für das Whisky Center in den Niederlanden. Wie wurde ich darauf aufmerksam? Ich wurde auf der Whiskybase von denen angeschrieben, weil ich ihrer Meinung nach doch eine recht ansehnliche Sammlung an Dingle Whiskeys habe. Ich denke nicht ganz so, aber ok. Und dann habe ich eben auf die Veröffentlichung gewartet.

Auch hier haben wir eine Einzelfassabfüllung von einem 2014er Whiskey, wieder aus dem Sherry Fass, aber nicht aus dem Oloroso Fass, wie jener für Irishmalts, sondern aus dem PX-Fass, wie auch der Whisky für Kirsch Import.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey etwas genauer an.

Fakten zum Dingle 2014 for Whisky Center

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 19. November 2014
Bottled: 24. November 2022
Alter: 8 Jahre
Fass: PX Cask

Meine Notizen

Farbe: Bronze
Nase: volle Sherrydröhnung, Feige, Rosinen, Powidl, Rumpflaumen, Kirsche
Gaumen: kräftiger Antritt, Powidl, Holzwürze, Feige, etwas kräuterig
Abgang: lang, Schwefel, Dattel, süß, bitter, Holz

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle 2014 for Whisky Center. Der hier reiht sich ein in die Riege der hervorragenden Einzelfassabfüllungen von Dingle. Ich hoffe auf einen baldigen ex-Bourbon Single Cask. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Two Stacks 2016 Polaris 1.2

Über den unabhängigen Abfüller Two Stacks habe ich ja schon das eine oder andere Mal berichtet, deshalb kommt er auch am heutigen Whiskeyfreitag dran.

Da gabs schon Dosenwhiskey, Whiskey aus einem Honey Bourbon Fass und einen aus einem Red Icewine Cask.

Und genau beim roten Eiswein bleiben wir jetzt mal. Dieser Polaris 1.1 hat ja schon für Einiges an Aufsehen gesorgt, ich hab ihn natürlich auch verkostet. Und wie der Titel „Polaris 1.1“ bereits ahnen lässt, folgt da eine Fortsetzung, in diesem Fall der Polaris 1.2.

Diesmal handelt es sich nicht um einen Single Malt, sondern um einen Single Pot Still Whiskey, der zum Abschluss seiner Reifung den Weg in ein solches rotes Eisweinfass fand, das Finish dauerte 14 Monate lang.

Da dieser Whiskey natürlich eine Einzelfassabfüllung war, war ein natürliches Limit in der Flaschenanzahl gesetzt, es waren 300 davon verfügbar. Natürlich war der hier dann wieder äußerst rasch ausverkauft, glücklicherweise haben sich aber zwei Flaschen in den Pinzgau verirrt, sodass einer Verkostung nichts im Wege stand.

Ich gebe ja nicht wirklich viel auf Preise und Wettbewerbe, was Spirituosen betrifft, es sei aber trotzdem erwähnt, dass dieser Tropfen hier heuer bei den Irish Whiskey Awards die Kategorie „Single Pot Still Whiskey (12 years and under) für sich entschieden hat.

Fakten zum Two Stacks 2016 Polaris 1.2

Produzent: Ireland Craft Beers Ltd., Belfast, Nordirland
Abfüller: Two Stacks Whiskey, Newry, Co. Down, Nordirland
Alkoholgehalt: 58,25 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: September 2016
Bottled: Oktober 2022
Alter: 6 Jahre
Fass: ex Bourbon Barrels, Finish in ex Cabernet Franc Ice Wine Casks

Meine Notizen

Farbe: leichtes Rotgold
Nase: sehr ätherisch, Süßwein, rote Trauben, frisches Laub, Gummibären, Zuckerwatte
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, würzig, ganz anders als die Nase, Holz, Rosmarin, Erdbeere, Lebkuchen
Abgang: Weintrauben, Weinlaub, Mandeln, lang, Erdbeere, etwas bitter

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Two Stacks 2016 Polaris 1.2. Ich gebe ja nicht wirklich viel auf Auszeichnungen, aber der hier schmeckt mir wirklich ausgezeichnet. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Samhain

Tja, worüber schreiben wir denn am heutigen Whiskeyfreitag? Hat nicht die Dingle Distillery kürzlich etwas Neues veröffentlicht?

Ja, und zwar den Dingle Samhain, der zu Halloween herausgekommen ist.

Samhain (die Aussprache dieses Wortes ist recht kompliziert) ist mehr oder weniger das gälische Vorgängerfest zu Halloween. Hier wird also Tradition groß geschrieben.

Der Samhain ist Teil der neuen Abfüllungsserie (Wheel of the Year), welche wohl irgendwie auch die bisherigen Small Batch Veröffentlichungen ersetzen sollte. Aus dieser Reihe sind insgesamt 8 Releases vorgesehen, hört man zumindest.

Für diesen Whiskey wurde jetzt Whiskey, der davor in First Fill Bourbon Barrels gelagert wurde, noch mit einem zweijährigen Finish in Moscatel Fässern verfeinert. Mal schauen, was bei diesem Irish Whiskey draus geworden ist.

Von diesem Tropfen wurden übrigens 10000 Flaschen veröffentlicht, also durchaus eine gewisse Limitierung. Das hat sich auch beim Bestellen bemerkbar gemacht, ich durfte ein wenig warten.

Fakten zum Dingle Samhain

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: First Fill Bourbon Barrels, Finish in First Fill ex Moscatel Fässern

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Himbeer, Erdbeer, Kirsche, Red Bull, etwas Rosmarin, gemähter Rasen, Bitterschoko
Gaumen: kräftig, Früchte, Himbeere, Erdbeere, Kirsche, Eichenwürze, Volumen, cremig
Abgang: lang, prickeln, Red Bull, Himbeere, Schoko, Gewürze

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Samhain. Das ist ein Beerenobstsalat mit einem Energydrink, aber wirklich „geistreich“. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 2014 for Irishmalts

Whiskeyfreitag ist, und heute mal wieder aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Dingle 2014 aus einem Sherryfass? Hatten wir das nicht erst kürzlich? Ja, korrekt, im Sommer kam ein Single Cask aus der Dingle Distillery raus, exklusiv für Kirsch Import und damit für den deutschen Markt. War es im Sommer noch ein Whiskey aus einem PX-Fass, lag dieser Tropfen hier die ganze Reifezeit über in einem Olorosofass.

Über Dingle habe ich schon einige Worte verloren, Irishmalts ist mehr oder weniger die Seite der Wahl, wenn man Irish Whiskey jeglicher Herkunft sucht. Also was man bei Mareike nicht findet, findet man oft dort. Da Irishmalts von Irland aus betrieben wird, fallen aber halt auch die irischen Steuern an, und die Alkoholsteuer ist in Irland halt einfach um Einiges höher als in Österreich oder Deutschland, deshalb ist es dort auch meist ein wenig kostenintensiver.

Wie beim letzten Mal ist es auch diesmal wieder eine Einzelfassabfüllung mit 2014er Spirit in Fassstärke. Da gibts wohl aktuell ein paar Anfragen an die Brennerei, denn ich weiß aus sicherer Quelle, dass bald ein weiteres Einzelfass auf den Markt kommen sollte, wieder exklusiv für ein europäisches Land. Ich werde davon berichten, so ich einen ergattern kann.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey etwas genauer an.

Fakten zum Dingle 2014 for Irishmalts

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,3 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 07. November 2014
Bottled: 03. August 2022
Alter: 7 Jahre
Fass: Oloroso cask

Meine Notizen

Farbe: Schokolade
Nase: Schokolade, Kakao, trocken, staubig, Heidelbeere, Orange
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Kirsche, etwas Schwefel, Holz, Grapefruit
Abgang: Kakaobohne, Eiche, lang, Schwefel, Brombeere

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 2014 for Irishmalts. Völlig anderer Whiskey als der für Kirsch, aber ebenfalls sehr gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

The Temple Bar 14yo Malbec Cask

Whiskey Freitag, und ihr erkennt schon an der Schreibweise des Lebenswassers, dass ich wieder auf meine Herzensinsel zurückkehre. Ja, alle, die mich kennen, wissen, dass ich im Herzen Ire bin.

Heute wage ich mich an einen Temple Bar. Temple Bar? War da nicht was? Ja, dabei handelt es sich wohl um das bekannteste Pub in Dublin, nach dem sogar ein ganzes Stadtviertel benannt ist. Dort wird natürlich nicht selbst gebrannt, nein, wie in Irland nicht ganz unüblich, kauft die Temple Bar Whiskey zu und verkauft diesen gesourcten Whiskey unter eigenem Label.

Wo kommt dann dieser Whiskey her? Gesicherte Infos dazu gibt es nicht, aber es ist nicht extrem weit hergeholt, wenn ich den Verdacht äußere, dass es sich hier um ein Produkt der Cooley Distillery handelt. Bevor diese Brennerei im Jahr 2011 von John Teeling an Jim Beam (später dann Beam Suntory) verkauft wurde, war ein Teil des Geschäftsmodelles, dass Whiskey B2B an Wiederverkäufer verkauft wurde. Unter dem neuen Management wurde das eingestellt, aber dafür hat John Teeling ja dann auch die GND gegründet.

Bei diesem speziellen Whiskey haben zwei Länder zusammengefunden, die einen gemeinsamen „Feind“ haben, nämlich Irland und Argentinien. Dass die Iren ein Problem mit den Engländern bzw. mit Großbritiannien haben, ist ja hinlänglich bekannt. Und zum Thema Argentinien und Großbritannien sei die Lektüre zum Falklandkrieg ans Herz gelegt.

Wie haben diese beiden Länder zusammengefunden? Ein Mitarbeiter der Temple Bar, und zwar Roberto Appendino, stammt aus Argentinien. Also was lag in diesem Fall näher, als das in Form eines Whiskeys zu verewigen?

In diesem Fall wurde ein Whiskey, der 13 Jahre lang in ex Bourbon Fässern gelagert wurde, in Malbec Fässern der Bodega Bianchi für ein Jahr gefinisht.

Fakten zum The Temple Bar 14yo Malbec Cask

Produzent: The Temple Bar Pub, Dublin, Ireland
Abfüller: OB
Alkoholgehalt: 43,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.a.
Bottled: k.a.
Alter: 14 Jahre
Fass: Argentianan Bodega Bianchi Malbec Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: etwas säuerlich, Holz, Weintrauben, Ribisel, Ananas, Birne
Gaumen: sanfter Beginn, Waldhonig, Karamell, säuerlich, Eiche, Trauben
Abgang: mittellang, Holz, bitter, saurer Apfel, Vanille, Limette

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den The Temple Bar 14yo Malbec Cask. Whiskeys mit Rotweinfinish liegen ja im Trend, ich bin da ein wenig zwiespältig unterwegs, der hier ist einer der Besseren davon. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Two Stacks Dram in a Can – Irish Whiskey

An diesem Whiskey Freitag möchte ich euch einen ganz speziellen Irish Whiskey näherbringen.

Dass die Leute bei Two Stacks sehr innovativ sind und immer wieder für Überraschungen gut sind, sollte den geneigten Connaisseuren schon bekannt sein, aber mit dieser Idee haben Sie aber wirklich mal den Vogel abgeschossen. Dabei ist der Whiskey selbst gar nicht so außergewöhnlich, handelt es sich doch im Grunde nur um den First Cut aus der Core Range dieses Whiskey Bonders.

Aber wie ihr dem Foto entnehmen könnt, ist der Irish Whiskey in der Dose, in einer 10 cl Dose. Das erzeugt dann doch ziemlich viel Aufmerksamkeit.

Ja, in Zeiten wie diesen? Klimawandel und Co? Die energieintensive Erzeugung von Aluminium? Ich muss zugeben, ich bin da nicht wirklich in die Tiefe gegangen bei der Recherche, kann also jetzt kein Urteil darüber abgeben, ob das wirklich so ist, aber natürlich ist die Erzeugung von Aluminium sehr energieintensiv, Aludosen werden auch gerne einfach irgendwo entsorgt, wo sie einfach nicht hingehören,… auch das ist Fakt. Aber von Seiten von Two Stacks wird dann wieder argumentiert, dass man dank dieser Verpackung sehr viel mehr Whiskey auf eine Palette bringt. Die Verpackung wiegt auch viel weniger als eine Glasflasche. Somit wird beim Transport für die gleiche Menge Whiskey viel weniger CO2 ausgestoßen.
Außerdem ist ja die Erzeugung bzw. das Recycling von Glas auch nicht gerade eine Geschichte, bei der man mit der Energie einer Kerze das Auslangen findet.

Wie gesagt, ich habs nicht recherchiert, aber wie so oft im Leben wird die Wahrheit wohl zwischen den beiden Extrempositionen zu finden sein, denke ich.

Weiters sind Dosen natürlich auch unter Biertrinkern (und viele von uns sagen ja, dass Bier die Vorstufe zum Whiskey ist, was jetzt nicht völlig von der Hand zu weisen ist) ein schwieriges Thema, deshalb ist es natürlich auch unter Whiskeytrinkern eines. Lt. Two Stacks wurde hier jahrelang geforscht, um die richtige Dose zu finden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Dose ist auch im leeren Zustand um ein Vielfaches druckfester als eine handelsübliche Bier- oder Coladose. Verformte Dosen könnten ja in der strukturellen Integrität beschädigt sein.

Generell muss ich zugeben, dass der Whiskey selbst jetzt nichts Besonderes ist, also auch nicht schlecht, aber die Verpackung ist es, die mich heute darüber berichten lässt.

Aber natürlich wollen wir uns dem Irish Whiskey, der aus der Dose kam, auch widmen. Ein Blend aus 40% Dark Grain (aged in Virgin Oak Casks), 40% Light Grain (aged in Bourbon Casks), 8% Pot Still (aged in Oloroso Sherry Casks), 10% Double Malt (aged in Bourbon Casks) und 2% Peated Malt (aged in Bourbon Casks).

Also wagen wir uns jetzt mal an diesen Dram.

Ach ja, gekauft hab ich das Ding bei Irishmalts im 4er-Pack. Das Schöne daran war, ich musste keine Flasche öffnen, um ein 10cl Sample abzugeben.

Fakten zum Two Stacks Dram in a Can

Produzent: Ireland Craft Beers Ltd., Belfast, Nordirland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,0 % ABV
Inhalt: 0,1 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: NAS
Fass: Virgin Oak-, Oloroso Sherry- und Bourbon Casks

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Malz, Karamell, Orangenzeste, Marille
Gaumen: etwas dünn, prickelnd, floral, mit der Zeit cremig, Vanille
Abgang: mittellang, Vanille, Limette, süß

Meine Bewertung: Ich gebe 80 Punkte für den Two Stacks Dram in a Can. Der sorgt sicherlich für Diskussionen. Weitere Bewertungen zu diesem Blend gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.