Macduff

Das Küsten-Kraftpaket der Highlands (Deveron)

Die Macduff Distillery liegt in der nordschottischen Hafenstadt Macduff, Banffshire, direkt an der Mündung des Flusses Deveron in die Nordsee (Highlands). Obwohl die Brennerei zu den jüngeren Gründungen der schottischen Whiskygeschichte zählt, hat sie sich unter Kennern einen exzellenten Ruf für ihren maritimen, nussigen und fruchtigen Charakter erarbeitet. Wer im Whiskyladen nach ihr sucht, stößt allerdings unweigerlich auf ein berühmtes Namensrätsel.

Das Namens-Wirrwarr: Macduff vs. Glen Deveron vs. The Deveron

Für Endverbraucher und Suchmaschinen ist Macduff eine kleine Herausforderung, denn der Name der Brennerei taucht auf den offiziellen Originalabfüllungen so gut wie nie auf:

  • Macduff: So heißt die physische Brennerei seit ihrer Gründung. Unter diesem Namen findet man primär unzählige, hervorragende Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern (wie Signatory, Gordon & MacPhail oder Douglas Laing).
  • Glen Deveron / The Deveron: Dies sind die offiziellen Originalabfüllungen der Eigentümer. Früher firmierte der Single Malt meist als Glen Deveron, im Zuge eines großen Marken-Relaunchs im Jahr 2015 wurde die Standard-Range in The Deveron (verfügbar als 10, 12, 18 und 21 Jahre) umbenannt.

Moderne Gründung am Fluss Deveron

Gegründet wurde die Destillerie im Jahr 1962 von einer Gruppe lokaler Geschäftsleute (darunter Marty Dyke und George Crawford) unter dem Namen Macduff Distillers Ltd.. Die Lage direkt am Fluss wurde strategisch gewählt, um eine hervorragende Wasserquelle zu nutzen und gleichzeitig von der Küstenlage zu profitieren.

Schon bald nach der Eröffnung wurde die Brennerei zu einem beliebten Übernahmekandidaten:

  • 1972: Übernahme durch William Lawson (berühmt für den gleichnamigen Blended Scotch).
  • 1993: Macduff wird Teil des Giganten Bacardi (unter dem Tochterunternehmen John Dewar & Sons).

Bis heute ist Macduff das unermüdliche Herzstück für die weltbekannten Blends von William Lawson’s und Dewar’s und läuft daher unter hoher Auslastung.

Einzigartige Technik für maximalen Kupferkontakt

Architektonisch ist Macduff ein Kind der 1960er-Jahre – funktional, hell und modern. Technisch verbirgt sich im Stillhouse jedoch eine absolute Besonderheit, die maßgeblich für den feinen Geschmack verantwortlich ist:

Die Brennerei arbeitet mit einer ungeraden Anzahl an Brennblasen (aktuell zwei Wash Stills und drei Spirit Stills). Noch entscheidender ist jedoch die Form: Die Spirit Stills besitzen extrem ungewöhnliche, U-förmig nach unten gebogene Lyne-Arms (die Verbindungsrohre von der Brennblase zum Kondensator). Diese Konstruktion und die zusätzliche Nutzung von traditionellen Shell-and-Tube-Kondensatoren zwingen den Alkoholdampf zu extrem hohem Rückfluss und intensivem Kupferkontakt, was dem Whisky seine markante Reinheit und Fruchtigkeit verleiht.

Das Geschmacksprofil von Macduff / The Deveron

Obwohl geografisch den Highlands zugeordnet, bringt die Nähe zur stürmischen Nordsee einen ganz leicht maritimen Touch in den Whisky, der wunderbar mit den typisch warmen Highland-Noten harmoniert.

  • Aroma: Sehr frisch und grün. Dominant sind Noten von reifen grünen Äpfeln, Toffee, frischem Gras und eine feine Malzigkeit.
  • Geschmack: Cremig und zugänglich auf der Zunge. Viel weiches Karamell, geröstete Nüsse, feine Vanille und eine subtile, fast salzige Meeresbrise im Hintergrund.
  • Abgang: Mittellang, wunderbar wärmend, trocken, mit sanften Holznoten und einem Hauch von Zitrusfrucht.
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