Heute fand das Frühjahrstasting mit John & Simon von Laphroaig statt. Gemeinsam mit vielen Islay-Whisky-Freunden aus aller Herren Länder wurden einige Drams verkostet und es gab auch wieder News aus der beliebten Brennerei auf der Insel Islay.
Verkostet wurden:
Laphroaig 10 Year Old (Simon)
Laphroaig 10 Year Old Cask Strength Batch 13 (John)
Oloroso Sherry (Simon)
Laphroaig 10 Year Old Sherry Oak (John)
Natürlich gab es wieder unzählige Geschichten über Bessie Williams, über den Brexit, über Islay und über Laphroaig. John Campbell und Simon Brooking haben wieder viele Fragen beantwortet und so kamen auch einige „Geheimnisse“ ans Tageslicht.
Laphroaig verwendet Ex-Bourbon Fässer nur von Makers Mark
der 10yo hat in den USA 43% ABV – warum eigentlich nicht bei uns?
Der heurige Cairdeas wird ein PX gereifter Laffi sein und im Mai erscheinen
Der Triple Wood wird fix eingestellt
Seit Mitte der 1990ern wird der 10yo nur in Ex-Bourbon Casks gereift, früher waren auch schon Sherry-Casks dabei
Laphroaig liefert Whisky für die Blends, der größte Abnehmer ist Pernod Ricard für Chivas Regal
Der diesjährige 10yo CS wird in zwei komplett unterschiedlichen Batches erscheinen.
Der 10yo Sherry Cask ist definitiv nicht gefärbt & non chill filtered 😉 – wurde auch von Bernhard Rems bestätigt
Es war wieder ein sehr nettes Tasting mit den beiden „Helden“ von Laphroaig und ich freue mich schon auf die nächste Verkostung mit John & Simon.
Lukas vom Malt Whisky Magazin hat mich unlängst kontaktiert und mir seine neue Tastingunterlage für Whiskyverkostungen vorgestellt.
Die Tasting-Unterlage für den Tisch. Auf ihr finden zum einen die Nosing-Gläser ihren festen Platz. Zum anderen können Eindrücke zu Geruch und Geschmack jedes Whiskys direkt auf der Tasting-Matte vermerkt werden.
Ich finde diese Vorlage sehr praktisch und das beste daran ist, dieses Dokument kann man sich kostenlos auf www.maltwhisky.de herunterladen 😉
Der heutige Kilchoman Port Cask 2014 ist bereits die zweite Auflage dieses Kombination aus Kilchoman und Portweinreifung. Für diese Neuauflage wurden 30 Hogsheads verwendet, die 2014 befüllt und 2018 abgefüllt wurden. Somit reifte die Port Cask Release 2018 vier Jahre durchgehend in Ruby Port Fässern. Diese Abfüllung ist auf 10.000 Flaschen limitiert und kostet aktuell zwischen 90,- und 110,-
Farbe: Rotbraun Nase: süßer Rauch, Räucherschinken, salzige Himbeeren – und aus 🙁 Gaumen: jung und wild, Rauch, Himbeeren, Erdbeeren, Zitrus, weißer Pfeffer, Rotwein Abgang: mittellang – salzige rote Beeren, Rauch – und wieder aus
Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Kilchoman Port Cask 2014. Von diesem Single Malt Whisky habe ich mir sehr viel mehr erwartet – der ist zwar süffig, aber irgendwie fad. Da würde ich doch glatt den Ardmore Port Wood Finish 12yo bevorzugen. Weitere Fakten und Bewertungen zu diesem Islay Whisky gibt es natürlich wieder auf www.whiskybase.com.
Da sich bei mir wieder einige Tastingnotes angestaut haben, wird es eine kleine Islay Session geben. In den nächsten Tagen werde ich hier einige Verkostungsnotizen zu Single Malt Whiskys von der Insel Islay veröffentlichen.
Wie ich zu Islay stehe ist hinlänglich bekannt und darum halte ich mich nicht lange auf und starte gleich direkt rein 😉 Die Liste der Single Malts meiner Islay Session 2018 schaut folgendermaßen aus:
Nach dem Tasting Marathon im Dezember 2017 starte ich hiermit die Irish Whiskey Session 2018. Es wird ab morgen eine kurze Strecke von Tastingnotes zu unterschiedlichen Irish Whiskeys geben.
Ein paar wichtige Dinge vorab:
Den irischen Brand schreibt man mit „e“ also Whiskey 😉
Im Gegensatz zur doppelten Destillation des schottischen Whiskys wird in Irland häufig auf das dreifache Brennen gesetzt.
Durch die dreifache Destillation ist der irische Whiskey von höherer Reinheit, so dass man seine Rohstoffe intensiver schmeckt.
Die Rohstoffe zur Herstellung von irischem Whiskey sind haupsächlich gemälzte und ungemälzte Gerste. Daneben werden auch Roggen, Weizen und Hafer verwendet.
Die mangelnde Vielfalt:
Krisen wie der Unabhängigkeitskrieg gegen England, die beiden Weltkriege, die Prohibition in Nordamerika und die Weltwirtschaftskrise setzten der irischen Whiskeyindustrie nachhaltig zu. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Irland rund 2000 Destillerien, um 1950 waren nur noch fünf Brennereien in Betrieb. In den 1960iger Jahren schlossen sich diese Brennerein zu „Irish Distillers“ zusammen und man produzierte nur mehr in Midleton. 1988 wurde dann „Irish Distillers“ auch noch an den französischen Konzern Pernod Ricard verkauft, für viele Iren war das der Tiefpunkt in der Whiskey-Geschichte des Landes.
Als erster Lichtblickt wird häufig das Jahr 1987 genannt. Damals eröffnete nämlich John Teeling die Cooley Brennerei in County Louth. Dort werden noch heute Whiskeys unter den Marken Kilbeggan, Tyrconnell, Greenore und Connemara hergestellt. Aber auch diese Brennerei wurde an einen ausländischen Konzern verkauft. Um ~ 71 Millionen Euro wurde im Dezember 2011 Beam Inc. der neue Besitzer. Knapp drei Jahre später wurde Beam dann von der Suntory Holding übernommen.
Erst vor wenigen Jahren enstanden weitere Brennereien über das ganze Land verteilt:
Teeling Distillery in Dublin (gegründet 2015 von John Teeling)
Tullamore Dew Distillery (gegründet 2014 von Glenfiddich)
Walsh Whiskey Distillery (gegründet 2016 von Bernard Walsh & Illva Saronno)
Great Northern Distillery (gegründet 2015 von The Irish Whiskey Co.)
Waterford Distillery (gegründet 2015 von Mark Reynier)
West Cork Distillers (gegründet 2004)
Connacht Whiskey Distillery (gegründet 2016)
The Dingle Whiskey Distillery (gegründet 2012)
The Shed Distillery (gegründet 2015)
Boann Distillery (gegründet 2016)
Glendalough Distillery (gegründet 2012)
Slaine Castle Distillery (gegründet 2017)
Dublin Liberties Distillery (gegründet 2018)
Viele dieser Brennereien verkaufen zwar schon Whiskey unter eigenen Marken, aber diese Produkte werden meist von Irish Distillers zugekauft. Bei Teeling füllt man noch eigene Restbestände der Cooley Brennerei ab. Diese neuen Whiskyproduzenten lassen die Hoffnung nach einer neuen vielfältigen Whiskyszene in Irland aufkommen. Wir freuen uns schon sehr auf die neuen Produkte.
Disclaimer:
Generell muss ich noch anmerken, dass irische Whiskeys aktuell nicht zu meinen Lieblingsspirituosen gehören. Mich stört oft der hohe Grainanteil bei den Blends, der niedrige Alkoholgehalt, die häufige Verwendung von ungemälzter Gerste und generell die Einfachheit.
Trotzdem zählt natürlich das Motto: Wer nichts probiert, lernt nichts und vielleicht finde ich ja einen neuen Zugang zu den Produkten von der grünen Insel. 😉
Hier sind nun also die Whiskeys für die nächsten Tage:
PS: Alle hier verkosteten Produkte wird es natürlich bei der Paddy Night auf der Burg Kaprun bei uns am Stand zu verkosten geben – Wir sehen uns am 17. März 2018 in Kaprun!
Noch auf der Suche nach einem Geschenk für Weihnachten? Wir haben die perfekte Lösung für Genussmenschen 😉
Für Whiskyfreunde haben wir aktuell zwei Geschenke vorrätig:
Den Gutschein, einzulösen für Verkostungen und für unsere Clubflaschen. Der Wertgutschein kann für einen Betrag ab €35,- ausgestellt werden. Der Beschenkte kann diesen Gutschein bei unseren Tastings oder beim Kauf einer Clubflasche einlösen.
Unsere Clubflaschen: Aktuell stehen noch zwei verschiedene Abfüllungen zur Verfügung. Der Limited 13y0 aus 2015 und der Miltonduff 10yo aus 2017. Der Limited kostet €85,- und der Miltonduff €60,-
Der aktuelle Weihnachtsbock „Craftbock“ aus der Pinzgau Bräu Brauerei bietet sich natürlich auch perfekt für ein Geschenk an.
Bei Interesse bitte um Kontaktaufnahme mit Rainer Edlinger unter edei@whisky-circle.info. Den Craftbock gibt es im Brauerei-Shop in Bruck oder beim Lagerhaus deines Vertrauens!
Aus den unterschiedlichsten Gründen haben sich bei mir in den letzten Wochen und Monaten unzählige Samples angehäuft, darum besteht jetzt Handlungsbedarf 😉
Um mich aus dieser misslichen Lage zu befreien, habe ich im Dezember 2017 täglich eine Verkostungsnotiz veröffentlicht. Dieses Vorhaben war bis zum 31.12.2017 zeitlich begrenzt, danach wird es wieder den normalen Rhythmus geben – also zwei pro Woche, oder so:
Zum Jahresabschluss möchte ich hier noch kurz meinen Single Malt des Jahres 2016 vorstellen. Bei Ralfy hat er es nicht ganz auf das oberste Treppchen geschafft, bei mir aber schon. Die Rede ist natürlich vom Kilkerran 12yo aus der Brennerei Glengyle. Die Qualität dieses Whiskys ist genial, der Preis war bei Markteinführung bei ca. €40,- nur die Verfügbarkeit war ein wenig überschaubar. Zum Glück war ich schnell genug um meinen Bestand aufzufüllen und für die nächsten Jahre einen auf Lager zu haben 😉 Hoffentlich gibt es auch 2017 eine neue Abfüllung aus dieser Campbeltown Brennerei.
Nicht ganz nach oben hat es bei mir für den Lagavulin 8yo und den Springbank Local Barley 2016 gereicht. Diese Whiskys teilen sich gemeinsam den zweiten Platz.
Nun freue ich mich schon auf 2017. Im Februar feiern wir unseren 10. Geburtstag, ein paar Tastings und Events stehen wieder auf dem Programm und vielleicht klappt es auch wieder mit einer eigenen Abfüllung.
„Bliadhna Mhath Ùr“ oder „an Fried, an Gsund und an Reim“ wünschen wir allen Freunden – wir sehen uns im neuen Jahr!
Im Jahr 2015 tauchte plötzlich in allen Whisky-Foren und Whisky-Facebook-Gruppen eine Neuheit am Glassektor auf. Das Kickstarter-Projekt „Norlan Whisky Glass“ war in aller Munde. Die Macher hinter diesem Produkt versprachen ja auch nichts weniger als „the Glass that will change whisky“ also man machte auf ganz dicke Hose. Aber was steckt hinter dieser Ansage?
Das Design dieses Glases ist ganz besonders. Doppelwandig (es ist ein Glas im Glas), kein Stiel und im inneren sind sogenannte „Finnen“ angebracht, um beim Schwenken den Inhalt zu verwirbeln. Auf den Bildern im Crowdfundingprojekt war für mich auch noch eine Art Pyramide im Glas erkennbar. Das schon mal vorweg: Pyramide im Glas gibt es nicht 😉
Das Besondere an dem Glas soll sein, dass man die Aromen viel besser zur Nase bringen soll und man weniger vom Ethanol abbekommt. Klingt schon mal sehr spannend.
Dann hat auch noch Jim McEwan dieses Glas mit zwei unterschiedlichen Single Malts aus der Bruichladdich Brennerei getestet und er hat den oben beschriebenen Effekt bestätigt und das Glas über den grünen Klee gelobt – O.K. Jim wie er leibt und lebt:-)
Es wurde viel darüber spekuliert und diskutiert, langer Rede kurzer Sinn: Ich hab dieses Projekt unterstützt und ich habe mich schon sehr auf dieses Glas gefreut. Wie bei solchen Crowdfundingprojekten aber üblich, gab es auch beim Norlan Single Malt Whisky Glass Verzögerungen und so kann ich erst jetzt diese neue Errungenschaft testen.
August 2016, das Norlan Whisky Glass ist endlich da 😉
unboxingTube & GlasGläsersammlung, die meisten bleiben aber Staubfänger 😉edle Verpackung
Mein aktuelles Lieblingsglas ist ja das große Snifter von Spiegelau und damit habe ich nun das Norlan Whisky Glas verglichen. An zwei verschiedenen Tagen habe ich die beiden Gläser intensiv getestet.
Tag 1: In die Gläser kamen ein 13yo Craigellachie OA, ein Tobermorry 19yo CDN und ein Lagavulin 8yo 2016 OA. Tag 2: Benromach 10 yo 100 Proof OA, Hazelburn 2002 CDN und der Ardbeg Auriverdes OA, also jedesmal drei komplett unterschiedliche Whiskys.
Norlan & Spiegelau leerNorlan & Spiegelau mit dem Tobermorry 19yo
Was mir beim Norlan Whisky Glass sofort aufgefallen ist:
es ist sehr leicht und wirkt dadurch sehr fragil (Hand-blown borosilicate glass, 125 Gramm)
es ist leider sofort verschmiert – vielleicht bin ich auch nur zu ungeschickt dafür
der Durchmesser des Trinkrandes ist ungewohnt groß
Was mir bei allen sechs Single Malts aufgefallen ist:
Die Aromen kommen sehr dominant daher und der oft scharfe Alkohol ist nicht erkennbar (besonders bei den Fassstärken war das extrem auffällig). Also den gewünschten Effekt kann ich bestätigen. Im Snifter wird der Alkohol direkt in die Nase geleitet, beim Norlan scheinbar nicht. Das Trinken aus dem Norlan Whisky Glass ist dafür aber sehr ungewohnt, da das Glas sehr dick ist, ergibt das ein eigenartiges Gefühl.
Meine Bewertung zum Glas:
Es ist auf alle Fälle sehr ungewohnt. Für den Preis von über €30,- pro Stück, bekommt man im Vergleich einen 4er Karton vom Spiegelau Snifter. Aktuell sehe ich auch das Norlan Glass eher als einen teuren Staubfänger, aber ich werde ihm schon noch ein paar Chancen geben ;-). Den Aromen so viel Platz und Freiheiten zu geben hat schon was, vielleicht gewöhne ich mich ja noch echt an dieses Glas …
Tipp zum Abschluss:
Wenn ihr eure Whiskygläser mit der Maschine wäscht, dann bitte nehmt keine Tabs. Generell sind Tabs zwar praktisch, aber sie machen die Gläser blind. Hab das selber getestet und darum nehme ich seit Jahren nur mehr Pulver für die Geschirrspülmaschine.