Banff Distillery

Von Site of former Banff Distillery by Anne Burgess, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=107247034

Steckbrief

  • Region: Highlands (Eastern Highlands / Grenze zur Speyside)
  • Status: Geschlossen / Abgerissen (Lost Distillery)
  • Gründungsjahr: 1824 (durch Major James McKilligan)
  • Schließungsjahr: 1983 (Mothballed wegen Überproduktion und Wasserproblemen)
  • Letzter Eigentümer: Diageo (vormals DCL / United Distillers)
  • Hausstil: Komplex, wachsig, leicht rauchig, ölig-fruchtig mit floralen Noten und mineralischem Charakter.

Geschichte & Herkunft

Die Destillerie Banff gilt in der Fachwelt als die unglücklichste und am meisten vom Pech verfolgte Brennerei in der gesamten schottischen Whiskygeschichte. Ihre Historie ist eine dramatische Aneinanderreihung von Bränden, Explosionen und sogar einem Kriegsangriff.

Die Anfänge und der Umzug (1824–1863)

Daher lässt sich die Geschichte der Brennerei bis ins Jahr 1824 zurückverfolgen, als James McKilligan den Betrieb an den Mains of Colleonard unter dem Namen „Mill of Banff“ gründete. Nachdem das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten mehrere Besitzerwechsel durchlaufen hatte, übernahm schließlich die Familie Simpson in den 1850er Jahren die Leitung.

Da die Kapazitäten vor Ort jedoch begrenzt waren, entschied sich James Simpson Jr. im Jahr 1863 dazu, die gesamte Produktion an einen neuen Standort in Inverboyndie zu verlegen. Diese neue Lage direkt an der schottischen Nordseeküste bot zudem einen entscheidenden Vorteil: Sie sicherte der Brennerei eine hervorragende Kühlwasserquelle durch den Boyndie Burn. Darüber hinaus ermöglichte der Standort einen direkten Anschluss an die Great North of Scotland Railway, wodurch der Abtransport der Fässer nachhaltig revolutioniert wurde.

Die „vom Pech verfolgte“ Destillerie

Kaum am neuen Standort etabliert, begann eine beispiellose Pechsträhne:

  • 9. Mai 1877 (Der erste Großbrand): Ein verheerendes Feuer zerstörte fast die gesamte Produktionsstätte. Nur die Malzböden und die Lagerhäuser blieben verschont. Besitzer James Simpson baute die Brennerei innerhalb von nur sechs Monaten wieder auf und stationierte vorsorglich eine eigene Feuerwehrspritze auf dem Gelände. Quelle
  • 1922 (Knapp am Ruin vorbei): Ein weiteres Feuer brach nahe dem Stillhouse aus, konnte jedoch durch das schnelle Eingreifen lokaler Soldaten (Cameron Highlanders) rechtzeitig gelöscht werden. Quelle
  • 16. August 1941 (Der Bombenangriff der Luftwaffe): Während des Zweiten Weltkriegs wurde die zu dem Zeitpunkt stillgelegte Brennerei von einem deutschen Junkers Ju-88 Bomber ins Visier genommen. Ein Volltreffer zerstörte das Warehouse No. 12 völlig. Tausende Gallonen brennender Whisky flossen in die umliegenden Bäche und Felder. Lokale Chroniken berichten von Enten und Kühen auf den benachbarten Weiden, die durch das kontaminierte Wasser tagelang so betrunken waren, dass sie nicht mehr gemolken werden konnten. Quelle
  • 3. Oktober 1959 (Die Explosion im Stillhouse): Während Reparaturarbeiten in der brennereifreien Zeit entzündeten sich Alkoholdämpfe im Inneren einer Brennblase. Die resultierende Explosion zerstörte die Spirit Still und beschädigte weite Teile des Gebäudes. Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt. Quelle

Das bittere Ende (1983–1991)

Trotz aller Rückschläge überstand Banff das 19. und fast das gesamte 20. Jahrhundert. Doch die weltweite Whiskykrise der frühen 1980er Jahre („Whisky Loch“) besiegelte ihr Schicksal. Der damalige Eigentümer Distillers Company Limited (DCL) entschied sich im Jahr 1983, die Produktion für immer einzustellen.

Die Ironie der Geschichte: Selbst nach der Schließung blieb das Pech treu. Während die Gebäude in den Folgejahren schrittweise abgerissen wurden, fingen die allerletzten verbliebenen Lagerhäuser im Jahr 1991 erneut Feuer und brannten nieder. Heute erinnern nur noch wenige Mauerreste in Inverboyndie an die einstige Brennerei.

Produktion & Charakter

Bis zum Jahr 1924 war Banff vor allem für eine dreifache Destillation (Triple Distillation) bekannt, ähnlich wie es heute noch in den Lowlands oder bei Springbank für den Hazelburn praktiziert wird. Erst danach stellte man die Produktion auf das heute übliche, zweistufige Verfahren um.

Obwohl der Single Malt heute unter Kennern geschätzt wird, wurde der Whisky von Banff zu Lebzeiten der Brennerei kaum als eigenständige Marke vermarktet. Stattdessen floss fast die gesamte Produktion in bekannte Blended Scotch Whiskys. Hierzu gehörten beispielsweise die weltweit gefragten Blends von Johnnie Walker oder Slater Rodger.

Der Geschmack von Banff

Whisky-Connaisseure schätzen Banff heute als absoluten Geheimtipp. Der Charakter des Malts unterscheidet sich deutlich von modernen Whiskys:

  • Nase: Reife Äpfel, florale Noten (Heidekraut), kombiniert mit einer dezenten, alten Rauchigkeit.
  • Gaumen: Sehr ölig, schwer und wachsig. Oft zeigen sich metallische oder mineralische Noten (typisch für alte Küstenbrennereien), gepaart mit einer feinen Süße von Honig und Senfsaat.
  • Abgang: Trocken, langanhaltend und würzig.

Markt & Verfügbarkeit

Da die Brennerei seit über vier Jahrzehnten geschlossen ist und die letzten Fassbestände bei Bränden vernichtet oder längst abgefüllt wurden, gehört Banff heute zu den seltensten Whiskys der Welt.

  • Offizielle Abfüllungen: Es gibt so gut wie keine offiziellen Eigentümer-Abfüllungen. Die bekannteste und gesuchteste ist der Banff 21 Jahre aus Diageos eingestellter Rare Malts Selection (z. B. der legendäre 1982er Vintage, abgefüllt 2004).
  • Unabhängige Abfüllereien: Der Großteil der heute noch existierenden Flaschen stammt von renommierten unabhängigen Abfüllern wie Signatory Vintage, Gordon & MacPhail, Cadenhead’s oder Douglas Laing.
  • Preisentwicklung: Flaschen von Banff sind reine Sammlerobjekte und High-End-Raritäten. Auf Auktionen erzielen sie regelmäßig Preise im vierstelligen Euro-Bereich – Tendenz stark steigend, da der verbleibende weltweite Bestand unaufhaltsam gegen Null geht.

“The Distillery is a compact block of substantial stone buildings, built in the form of a square. […] The Still-room contains three old Wash and Spirit Stills, fitted with all the modern improvements. The Whisky made here is pure Malt, and is principally sold in London, Leith, and Aberdeen. It is a first-class Highland Whisky, and commands a very high reputation in the market.”

Alfred Barnard, The Whisky Distilleries of the United Kingdom (1887)

Infos zum Bild: Von Site of former Banff Distillery by Anne Burgess, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=107247034

Ballina Distillery

Ballina Distillery

Ballina Distillery (ehem. Connacht) – Irischer Spirit, Neuer Glanz

An den Ufern des Flusses Moy im County Mayo liegt die Ballina Distillery. Vielen Whisky-Fans ist dieser Ort noch unter dem alten Namen Connacht Distillery bekannt. Mit der Übernahme durch die Terroirs Distillers beginnt hier eine neue Ära.

Was du über Ballina wissen musst:

  • Neuer Name, bewährte Qualität: Ende 2024 wurde die Connacht Distillery vollständig in die Familie integriert und tritt nun stolz als Ballina Distillery auf.
  • Die Tullibardine-Connection: Genau wie die schottische Schwester Tullibardine profitiert Ballina nun vom exklusiven Fass-Management der Familie Picard. Wir erwarten spannende Finishes auf klassischem irischen Pot Still und Single Malt.
  • Wild Atlantic Way: Die Lage direkt am Atlantik sorgt für ein maritimes, frisches Klima, das den Whisky sanft und dennoch charaktervoll reifen lässt.

Ballina ist das perfekte Bindeglied zwischen der irischen Weichheit (oft dreifach destilliert) und der Fass-Expertise aus dem Burgund.

Pokeno Distillery – Kiwi-Whisky Innovation

Pokeno Distillery

Pokeno: Die neuseeländische Revolution

Am anderen Ende der Welt, auf der Nordinsel Neuseelands, entsteht ein Whisky, der die Regeln der Reifung neu definiert. Pokeno ist der exotische Neuzugang in der Familie der Terroirs Distillers (zu der auch Tullibardine gehört).

Die Rückkehr des Gründers (Matt Johns) Die Verbindung zwischen Pokeno und Tullibardine ist kein Zufall, sondern eine Geschichte von Freundschaft und Rückkehr. Pokeno-Gründer Matt Johns ist kein Unbekannter: Er verbrachte Jahre seiner Karriere bei Tullibardine in Schottland. Als er nach Neuseeland auswanderte, blieb der Kontakt zur Familie Picard bestehen. Was als persönliche Freundschaft begann, ist nun eine offizielle Allianz: Pokeno bringt den „New World“ Mut in die Familie, während die Picards (Terroirs Distillers) das weltweite Netzwerk öffnen.

Warum Pokeno besonders ist:

  • Der Turbo-Reifeprozess: Durch das subtropische Klima Neuseelands reift der Whisky deutlich schneller und intensiver als in Schottland. Die „Angels‘ Share“ (Verdunstung) ist höher, aber dafür ist die Interaktion zwischen Spirit und Fass extrem dynamisch.

  • Innovation & Terroir: Pokeno experimentiert mutig – von der Nutzung einheimischer Manuka-Hölzer bis hin zu kreativen Fass-Finishes, die durch die Verbindung zur französischen Winzerfamilie Picard möglich werden.

  • Die Verbindung: Als Schwesterbrennerei von Tullibardine profitiert Pokeno von jahrhundertealtem schottischem Wissen, kombiniert mit der „New World“ Freiheit Neuseelands. Pokeno gehört seit 2025 zur Terroirs Distillers Familie von Picard Vins & Spiritueux.

Ardnahoe

Eine Ansicht der (c) Ardnahoe Distillery auf der schottischen Insel Islay.
(c) Ardnahoe Distillery

Die Ardnahoe Distillery wurde 2019 offiziell als neunte Destillerie auf der schottischen Insel Islay eröffnet. Sie liegt an der Ostküste der Insel, wenige Kilometer nördlich des Hafens Port Askaig. Ardnahoe verfügt über ein Besucherzentrum und bietet verschiedene Touren an, die einen Einblick in die Herstellung und den Stil der Whiskys geben. Die Whiskys von Ardnahoe werden aus getorfter Gerste gebrannt und sollen ein ausgeprägtes Torfaroma haben. Das Wasser für die Produktion bezieht die Destillerie aus dem gleichnamigen See in der Nähe der Brennerei. Wer neugierig auf den Ardnahoe Whisky geworden ist, kann ihn bei einer Tasting Tour direkt aus einigen ausgewählten Fässern probieren.

Hinter der neuen Ardnahoe Distillery steht Hunter Laing, einer der bekanntesten unabhängigen Abfüller schottischer Whiskys. Die Eigentümerfamilie stammt ursprünglich von der Isle of Islay, so dass die Gründung der Brennerei an diesem Standort nur folgerichtig war. 🥃

Killarney Brewing & Distilling Co

Killarney Brewing & Distilling Co

Die Killarney Brewing & Distilling Co. befindet sich in der malerischen Stadt Killarney im County Kerry, Irland. Die Firma hat ihre Wurzeln im Bierbrauen und hat sich später auch der Destillation von Spirituosen zugewandt. Hier sind einige Informationen über sie:

Geschichte:

  • Neugründung: Die Killarney Brewing & Distilling Co. wurde von einer Gruppe von Geschäftspartnern gegründet, die die Brautradition in Killarney wiederbeleben wollten. Die Stadt hatte seit den 1800er Jahren keine aktive Brauerei mehr.

Besonderheiten:

  1. Handwerkliche Produktion: Die Firma legt großen Wert auf handwerkliche Produktionsmethoden und verwendet dabei sowohl traditionelle als auch moderne Techniken.
  2. Vielfältiges Sortiment: Ursprünglich als Brauerei gestartet, produziert das Unternehmen eine Reihe von Craft-Bieren. Mit der Einführung der Destillerie erweiterte sich das Sortiment um Spirituosen wie Whiskey und Gin. Der erste selbst hergestellt Whiskey wird 2028 auf den Markt kommen. Bis dahin wird, wie üblich, Whiskey von anderen Brennereien abgefüllt und verkauft.
  3. Lokale Zutaten: Killarney Brewing & Distilling legt Wert auf die Verwendung von lokalen Zutaten. Dies spiegelt nicht nur die Qualität und den Charakter der Region wider, sondern unterstützt auch lokale Bauern und Zulieferer.
  4. Tourismus: Das Unternehmen betreibt ein Besucherzentrum und bietet Führungen an, bei denen Gäste mehr über den Brau- und Destillationsprozess erfahren können. Die Touren enden in der Regel mit einer Verkostung ihrer Produkte.
  5. Engagement für die Gemeinschaft: Die Firma ist stolz darauf, Teil der Gemeinschaft von Killarney zu sein und trägt durch Veranstaltungen und lokale Partnerschaften zur lokalen Wirtschaft bei.

Die Killarney Brewing & Distilling Co. ist ein Beispiel für die Renaissance der Brau- und Destillationskultur in Irland und spiegelt die wachsende Beliebtheit von handwerklich hergestellten Bieren und Spirituosen im Land wider.

Clonakilty Distillery

Clonakilty Distillery

Die Clonakilty Distillery ist eine irische Whiskey-Brennerei, die in der Küstenstadt Clonakilty im County Cork gelegen ist. Hier sind einige Informationen über die Brennerei:

Geschichte:

  • Gründung: Die Clonakilty Distillery wurde im Jahr 2016 von der Familie Scully gegründet, die seit Generationen in der Region lebt und Landwirtschaft betreibt. Die Idee zur Gründung einer Brennerei kam von ihrem Wunsch, die reiche landwirtschaftliche Tradition ihrer Familie mit der Herstellung von Whiskey zu verbinden.

Besonderheiten:

  1. Terroir-geprägter Whiskey: Die Clonakilty Distillery legt großen Wert auf das Konzept des Terroirs im Whiskey. Sie glauben, dass die spezifische Umgebung, in der die Gerste wächst, den Geschmack und Charakter des Whiskeys beeinflusst. Dies wird durch den Einsatz von Gerste aus der eigenen Farm der Familie Scully und aus der umliegenden Region unterstützt.
  2. Reifung am Atlantik: Die Brennerei liegt an der Küste des Atlantiks, und sie betonen die Bedeutung der Meeresbrise bei der Reifung ihrer Whiskeys. Dieses maritime Klima trägt zur Entwicklung von einzigartigen Geschmacksprofilen bei.
  3. Innovative Fassreifung: Clonakilty ist bekannt für seine experimentellen Reifungsmethoden. Neben traditionellen Bourbon- und Sherryfässern experimentieren sie mit einer Reihe von anderen Fasstypen, darunter solche, die zuvor für Rotwein, Weißwein oder sogar Seetang verwendet wurden.
  4. Besucherzentrum: Die Brennerei bietet Führungen für die Öffentlichkeit an, bei denen Besucher den Produktionsprozess kennenlernen und am Ende der Tour Verkostungen genießen können.
  5. Engagement für Qualität: Trotz ihrer relativen Jugend im Whiskey-Geschäft hat Clonakilty durch ihre Hingabe an Qualität und Innovation Anerkennung gefunden.

Die Clonakilty Distillery repräsentiert die neue Welle von irischen Whiskey-Brennereien, die in den letzten Jahren entstanden sind, und sie hat sich schnell einen Namen für ihre hochwertigen und innovativen Produkte gemacht.

Holyrood Distillery

Geschichte:

  • Gründung: Die Holyrood Distillery wurde 2019 offiziell eröffnet, womit sie die erste Single Malt Whisky-Brennerei in der schottischen Hauptstadt seit fast 100 Jahren wurde. Die Brennerei befindet sich in einem historischen Gebäude, das einst als Bahnwerkstatt diente.
  • Initiatoren: Die Brennerei wurde von Rob und Kelly Carpenter, einem kanadischen Unternehmerpaar, und David Robertson, einem ehemaligen Master Distiller von The Macallan, gegründet.

Besonderheiten:

  1. Experimentelle Herangehensweise: Holyrood ist bekannt für ihren experimentellen Ansatz bei der Whisky-Herstellung. Sie spielen mit verschiedenen Getreidesorten, Hefen und Fermentationszeiten, um einzigartige Geschmacksprofile zu schaffen.
  2. Lage: Die Brennerei liegt im Herzen von Edinburgh, in der Nähe des Holyrood Park und des schottischen Parlaments. Die zentrale Lage macht sie zu einem beliebten Ziel für Touristen.
  3. Besucherzentrum: Holyrood bietet Führungen und Verkostungen für Besucher an, bei denen die Gäste mehr über den Produktionsprozess erfahren und die verschiedenen Whiskys des Hauses probieren können.
  4. Engagement für die Gemeinschaft: Die Brennerei legt Wert darauf, ein Teil der lokalen Gemeinschaft zu sein und arbeitet mit lokalen Lieferanten und Partnern zusammen.
  5. Nachhaltigkeit: Holyrood hat sich dem nachhaltigen Betrieb verschrieben und setzt sich für umweltfreundliche Praktiken in allen Aspekten ihres Betriebs ein.

Obwohl die Holyrood Distillery noch relativ neu ist, hat sie bereits viel Aufmerksamkeit für ihre innovativen Whiskys und ihren modernen Ansatz in der traditionellen Whisky-Herstellung erhalten. Sie repräsentiert eine neue Welle von Brennereien, die die Grenzen dessen, was in der Whisky-Herstellung möglich ist, verschieben.

Killowen Distillery

Brendan Carty in seiner Killowen Distillery

Geschichte:
Die Killowen Distillery liegt in den Mourne Mountains im County Down, Nordirland. Sie wurde von Brendan Carty gegründet und begann offiziell im Jahr 2019 mit der Produktion. Brendan, ein Architekt von Beruf, reiste um die Welt, um verschiedene Brennereien zu studieren und sich inspirieren zu lassen, bevor er sich entschied, seine eigene Brennerei in seiner Heimat Nordirland zu gründen.

Besonderheiten:
Lage: Die Brennerei liegt in einer malerischen Region, umgeben von den Mourne Mountains, die für ihre natürliche Schönheit bekannt sind. Diese Lage bietet nicht nur eine beeindruckende Kulisse, sondern beeinflusst auch den Geschmack und Charakter der Spirituosen durch das lokale Wasser und Klima.

Traditionelle Methoden: Killowen legt Wert auf traditionelle Brennmethoden. Sie verwenden Direktfeuerung für ihre Kupferbrennblasen, eine Methode, die in vielen modernen Brennereien nicht mehr verwendet wird, aber für einen einzigartigen Geschmack sorgt.

Experimentelle Reifung: Killowen ist bekannt für seine experimentellen Reifungstechniken. Sie verwenden eine Vielzahl von Fässern, darunter solche, die zuvor für Rum, Sherry oder Wein verwendet wurden, um einzigartige Geschmacksprofile zu schaffen.

Kleine Mengen: Killowen produziert in sehr kleinen Mengen, was ihren Whiskey zu einem begehrten Sammlerstück macht.

Bindung an die Gemeinschaft: Die Brennerei hat eine enge Bindung zur lokalen Gemeinschaft und bietet regelmäßig Führungen und Verkostungen für Besucher an.

Die Killowen Distillery ist ein relativ neuer Akteur in der irischen Whiskey-Szene, hat sich aber bereits einen Ruf für ihre handwerkliche Qualität und ihren experimentellen Ansatz erarbeitet. Sie ist ein weiteres Beispiel für die Renaissance des irischen Whiskeys in den letzten Jahren.

North British

North British @Kim Traynor

(c)Kim Traynor

Die Brennerei North British ist eine der ältesten und größten Grain Whisky Brennereien in Schottland. Sie wurde 1885 von einer Gruppe unabhängiger Blender in Edinburgh gegründet, um sich gegen die Dominanz der Distillers Company Ltd. (DCL) auf dem Markt für Grain Whisky zu behaupten. Die Brennerei liegt im Stadtteil Gorgie und ist die letzte noch aktive Brennerei in Edinburgh. Sie ist bekannt als die „NB“.

Die Brennerei North British produziert jährlich etwa 73 Millionen Liter reinen Alkohol aus Gerste und Mais, die in drei Coffey Stills destilliert werden. Der Whisky wird hauptsächlich für verschiedene bekannte Blends wie J&B, Famous Grouse, Chivas Regal, Lang’s und Cutty Sark verwendet. Es gibt keine offiziellen Abfüllungen der Brennerei, aber einige unabhängige Abfüller bieten den Whisky unter ihrem eigenen Label an.

Die Brennerei North British gehört heute zu Lothian Distillers, einem Joint Venture zu gleichen Teilen zwischen Diageo und der Edrington Group. Diese beiden Konzerne sind auch die wichtigsten Abnehmer des Whiskys von North British. Die Brennerei ist nicht für Besucher geöffnet, aber man kann ihre markanten Gebäude und Schornsteine von der Straße aus sehen.

Die Brennerei North British ist ein wichtiger Teil der schottischen Whiskygeschichte und ein Beispiel für die hohe Qualität und Vielfalt des Grain Whiskys. Sie ist eine der wenigen Brennereien, die seit über 130 Jahren kontinuierlich in Betrieb sind und sich immer wieder an die veränderten Marktbedingungen angepasst haben. NB liegt, wie die meisten Grain Whisky Brennereien in den schottischen Lowlands.

Old Bushmills

Old Bushmills Distillery

Geschichte:

  • Gründung: Die Old Bushmills Distillery behauptet, die älteste lizenzierte Whiskey-Brennerei der Welt zu sein. Sie erhielt ihre Lizenz zur Herstellung von Whiskey im Jahr 1608 von König Jakob I. Die Brennerei hat jedoch Wurzeln, die noch weiter zurückreichen, und es gibt Hinweise auf die Destillation in der Region schon in den 1400er Jahren.
  • Verlauf: Über die Jahrhunderte hinweg hat die Brennerei viele Höhen und Tiefen erlebt, darunter Brände, Prohibitionen und Eigentümerwechsel. Trotz dieser Herausforderungen hat sie immer weitergemacht und produziert heute einige der bekanntesten irischen Whiskeys.

Besonderheiten:

  1. Triple Destillation: Wie viele irische Whiskeys wird auch Bushmills dreifach destilliert, was zu einem weicheren und runderen Geschmack führt.
  2. Sortiment: Bushmills bietet eine breite Palette von Whiskeys an, von ihrem Standardmalt bis zu älteren und selteneren Abfüllungen. Einige der bekanntesten sind der Bushmills Original, Black Bush und die 10-, 16- und 21-jährigen Single Malts.
  3. Lage: Die Brennerei liegt im Dorf Bushmills im County Antrim, Nordirland, in der Nähe des berühmten Giant’s Causeway. Diese Region ist bekannt für ihr klares Wasser und ihr mildes Klima, beides wichtige Faktoren für die Whiskeyherstellung.
  4. Besucherzentrum: Die Old Bushmills Distillery ist eine beliebte Touristenattraktion und bietet regelmäßig Führungen durch ihre historischen Gebäude an. Besucher können den Produktionsprozess aus erster Hand erleben und am Ende der Tour einige ihrer Whiskeys probieren.
  5. Holzreifung: Bushmills ist bekannt für die Verwendung von verschiedenen Fässern für die Reifung, darunter Bourbon- und Oloroso-Sherry-Fässer, die dem Whiskey zusätzliche Geschmacksnuancen verleihen.

Die Old Bushmills Distillery ist ein wichtiger Teil der irischen Whiskey-Geschichte und -Kultur und hat im Laufe der Jahrhunderte unzählige Whiskey-Liebhaber auf der ganzen Welt begeistert.

Anmerkung: Für Whiskynerds ist der Besuch dieser Brennerei aber leider nicht zu empfehlen. Die Touren sind auf die unzähligen Touristen ausgelegt und bietet keinen Mehrwert für Fans des Lebenswassers. Auf die Nachfrage, warum sogar die teuren Tropfen nur mit 40% ABV abgefüllt werden, löst sofort eine Belehrung aus – Aussage: „die Alkoholstärke ist nicht so wichtig“. (erlebt im September 2023) Hier ist sogar das Fotografieren aus „Sicherheitsgründen“ verboten ;-). Es wirkt generell alles sehr gestresst, auch die Whiskeyproduktion selbst.