Norlan Whisky Glass

Norlan Whisky Glass

Im Jahr 2015 tauchte plötzlich in allen Whisky-Foren und Whisky-Facebook-Gruppen eine Neuheit am Glassektor auf. Das Kickstarter-Projekt „Norlan Whisky Glass“ war in aller Munde. Die Macher hinter diesem Produkt versprachen ja auch nichts weniger als „the Glass that will change whisky“ also man machte auf gaaanz dicke Hose. Aber was steckt hinter dieser Ansage?

Das Design dieses Glases ist ganz besonders. Doppelwandig (es ist ein Glas im Glas), kein Stiel und im inneren sind sogenannte „Finnen“ angebracht, um beim Schwenken den Inhalt zu verwirbeln. Auf den Bildern im Crowdfundingprojekt war für mich auch noch eine Art Pyramide im Glas erkennbar. Das schon mal vorweg: Pyramide im Glas gibt es nicht 😉

norlan whisky glass empty

© www.norlanglass.com

Das besondere an dem Glas soll sein, dass man die Aromen viel besser zur Nase bringen soll und man weniger vom Ethanol abbekommt. Klingt schon mal sehr spannend.

© www.norlanglass.com

Klick für die Darstellung des Effekts – © www.norlanglass.com

Dann hat auch noch Jim McEwan dieses Glas mit zwei unterschiedlichen Single Malts aus der Bruichladdich Brennerei getestet und er hat den oben beschriebenen Effekt bestätigt und das Glas über den grünen Klee gelobt – O.K. Jim wie er leibt und lebt:-)

 

Es wurde viel darüber spekuliert und diskutiert, langer Rede kurzer Sinn: Ich hab dieses Projekt unterstützt und ich habe mich schon sehr auf dieses Glas gefreut. Wie bei solchen Crowdfundingprojekten aber üblich, gab es auch beim Norlan Single Malt Whisky Glass Verzögerungen und so kann ich erst jetzt diese neue Errungenschaft testen.

August 2016, es ist endlich da 😉

Mein aktuelles Lieblingsglas ist ja das große Snifter von Spiegelau und damit habe ich nun das Norlan Glas verglichen. An zwei verschiedenen Tagen habe ich die beiden Gläser intensiv getestet.

Tag 1: In die Gläser kamen ein 13yo Craigellachie OA, ein Tobermorry 19yo CDN und ein Lagavulin 8yo 2016 OA.
Tag 2: Benromach 10 yo 100 Proof OA, Hazelburn 2002 CDN und der Ardbeg Auriverdes OA, also jedesmal drei komplett unterschiedliche Whiskys.

Was mir sofort aufgefallen ist:

  • es ist sehr leicht und wirkt dadurch sehr fragil (Hand-blown borosilicate glass, 125 Gramm)
  • es ist leider sofort verschmiert – vielleicht bin ich auch nur zu ungeschickt dafür
  • der Durchmesser des Trinkrandes ist ungewohnt groß

Was mir bei allen sechs Single Malts aufgefallen ist:

Die Aromen kommen sehr dominant daher und der oft scharfe Alkohol ist nicht erkennbar (besonders bei den Fassstärken war das extrem auffällig). Also den gewünschten Effekt kann ich bestätigen. Im Snifter wird der Alkohol direkt in die Nase geleitet, beim Norlan scheinbar nicht. Das Trinken im Norlan ist dafür aber sehr ungewohnt, da das Glas sehr dick ist ergibt das ein eigenartiges Gefühl.

Meine Bewertung zum Glas:

Es ist auf alle Fälle sehr ungewohnt. Für den Preis von über €20,- pro Stück, bekommt man im Vergleich einen 4er Karton vom Spiegelau. Aktuell sehe ich auch dieses Glas eher als einen teuren Staubfänger, aber ich werde ihm schon noch ein paar Chancen geben 😉 Den Aromen so viel Platz und Freiheiten zu geben hat schon was, vielleicht gewöhne ich mich ja noch echt an dieses Glas …

Zum Abschluss habe ich noch ein Video dazu gefunden (auch dieser Whiskyfreund hatte sich auf eine Pyramide im Glas gefreut und er ärgert sich über die Fingerabdrücke …):

Tipp zum Abschluss:

Wenn ihr eure Whiskygläser mit der Maschine wäscht, dann bitte nehmt keine Tabs. Generell sind Tabs zwar praktisch, aber sie machen die Gläser blind. Hab das selber getestet und darum nehme ich seit über einem Jahr nur mehr Pulver für die Geschirrspülmaschine.

Rainer Edlinger

Obmann und Mitgründer des Vereins Whisky-Circle Pinzgau. Er veröffentlicht hier Tastingnotes, Videos, Tipps und News zum Thema Whisky und Schottland.

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