Teeling Blackpitts Big Smoke

Am heutigen Whiskeyfreitag begeben wir uns wieder in die Hauptstadt Irlands, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Whiskeyhauptstadt der Welt war, nach Dublin, genauer gesagt zu Teeling.

Der Name Teeling ist ja in Irland untrennbar mit dem Thema Whiskey verbunden. John Teeling, der „Godfather of Irish Whiskey“, hat ja 1987 das Monopol von Irish Distillers aufgebrochen, indem er die Cooley Brennerei eröffnet hat, diese Wurde dann im Jahr 2011 an Beam, nunmehr Beam Suntory, verkauft. John Teeling, also der Senior, dann dann im Jahr 2015 die Great Northern Distillery in Dundalk eröffnet. Seine Söhne Jack und Stephen haben hingegen den Namen „Teeling“ in Dublin wieder aufleben lassen. Das Logo zeigt auch den Vogel Phoenix, der sich grade aus der Asche erhebt, soll also die Renaissance des Irish Whiskey generell und der Familie Teeling im Speziellen darstellen.

Übrigens ist der Getränkegigant Barcardi zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Teeling Distillery beteiligt, es gibt Gerüchte, dass eine Komplettübernahme bevorstünde oder zumindest eine Mehrheitsbeteiligung. Mal sehen.

Im Jahr 2020 hat man von Teeling her einen peated Single Malt veröffentlicht, mit 46% ABV und dreifach destilliert. Fakt war, dass hier der Torf noch nicht so richtig durchgekommen ist, denn der dritte Destillationslauf hat dem Ganzen noch sehr viel Kraft genommen.

Jetzt wurde dann Ende 2022 ein Blackpitts in Fasstärke veröffentlich, der sich „Big Smoke“ nennt. Der unterscheidet sich von der Abfüllung in Trinkstärke nicht nur durch eine andere Fassauswahl, sondern auch dadurch, dass man sich dann hier für eine zweifache Destillation entschieden hat. Da bleibt mehr Phenol im Destillat, und das schmeckt man auch deutlich.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey mal genauer an.

Fakten zum Teeling Blackpitts Big Smoke

Produzent: Teeling Distillery, Dublin, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: Vanille, Rauch, Grapefruit, Salz, weißer Pfeffer
Gaumen: leichter Rauch, Asche, Trauben, Zitrone
Abgang: mittellang, Asche, Zitrone, ein kleines Bisschen eindimensional

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Teeling Blackpitts Big Smoke. Einer der Vorreiter für getorften Irish Whiskey, da kommt aber noch Einiges auf uns zu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

in Glas ist fabelhaft, zwei sind zu viel, und drei zu wenig. - Schottischer Trinkspruch


Ardbeg Heavy Vapours

Whiskyfreitag, heute mal ohne das berühmte „e“. Also sind wir in Schottland unterwegs, auf Islay, und zwar bei Ardbeg, um ganz genau zu sein.

Ardbeg hat sich ja über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf aufgebaut und kann dank der Zugehörigkeit zum LVMH-Konzern so richtig die Marketingschiene bedienen. Und die Leute bei Ardbeg machen das immer extrem gekonnt.

In den diversesten Facebookgruppen wird ja immer wieder gesagt: Ich kauf mir jetzt keinen Ardbeg mehr, weil der Server bricht bei denen regelmäßig zusammen, wenns mal wieder einen sogenannten Committee-Release gibt, das ist doch alles nur junges Zeug, das mit einer Story drum herum verkauft wird und überhaupt sei sowieso alles ein richtiger Käse.

Andererseits sind die Sonderabfüllungen, egal ob es jetzt der jährliche Committee-Release ist oder sonst eine Spezialität, ich denke hier beispielsweise an den Fermutation oder den BizarreBQ, binnen weniger Minuten ausverkauft. Also sind wir dann doch wieder alle sogenannte Marketingopfer.

In diesem Fall hier handelt es sich um ein Destillat, welches ohne Purifier gewonnen wurde, mehr Details dazu haben die lieben Leute von Whiskyexperts zusammengetragen. Also mal schauen, was hier dann rauskommt

Fakten zum Ardbeg Heavy Vapours

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 22. November 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: süßer Rauch, Ananas, Birne, Marille, leicht weinig, das, was man landläufig unter „medinzisch“ kennt
Gaumen: Zitrusnoten, Grapefruit, Torf, erdig, cremig, Minze
Abgang: mittellang, Orange, torfig, medizinisch, recht weich (wenn ich das so sagen darf)

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Ardbeg Heavy Vapours. Ich habe schon sehr viele gute Ardbegs getrunken, aus meiner persönlichen Sicht ist das einer der etwas schwächeren. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Zu viel von allem ist schlecht, aber zu viel guter Whisky ist gerade genug. - Mark Twain


Lagavulin Offerman 3rd Edition

Wir haben ja wieder mal Whiskyfreitag, was gibt’s denn da Gutes bei uns? Einen Lagavulin, der Kenner spricht das mit französischem Akzent aus, also „Laschawulöööö“. Nein, Scherz, natürlich nicht.

Die ersten beiden Releases der Offerman Edition waren ja nur für den US-Markt, umso mehr war ich gespannt, als ich las, dass die dritte Veröffentlichung auch bei uns auf den Markt kommt. Ich habe natürlich zugeschlagen und eine Flasche auch geteilt.

Nick Offerman, nach dem diese Abfüllung benannt ist, ist ja DAS Testimonial von Lagavulin. Er darf das auch immer wieder in diversen Werbespots mit einiger Selbstironie darstellen. Und absolut legendär ist natürlich das Video, wo er stundenlang vor einem brennenden Kamin sitzt und nur Whisky trinkt. Ich hätte diese Ausdauer nicht.

Bei diesem Lagavulin ist natürlich auch wieder von strenger Limitierung zu lesen, aber im offiziellen Webshop von Diageo ist er immer noch erhältlich, es könnte sich also auch um einen Werbeschmäh handeln.

Reifen durfte dieser Laga in Charred Oak Casks. Laut Whiskyexperts wurde in diesen stark verkohlten Fässern zuvor Bourbon und Rotwein gelagert.

Fakten zum Lagavulin Offerman 3rd Edition

Produzent: Lagavulin, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 03.09.2022
Alter: 11 Jahre
Fass: Charred Oak Casks

Meine Notizen

Farbe: Rotgold (also E150)
Nase: Holzkohle, Rauch, verbrannte Vanille, Grapefruit, Limette
Gaumen: etwas wässrig, Torf, Lagerfreuer, Moder, später etwas cremig, Ingwer, Grummet (Heu, 2. Schnitt)
Abgang: mittellang, Menthol, Rauch, Torf, etwas bitter, Zitrusnote

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Lagavulin Offerman 3rd Edition. Ein netter Whisky, den man sehr gut trinken kann. Aber das Werbevideo dazu ist ein wenig spektakulärer. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ardbeg Smoketrails

Am heutigen Whiskyfreitag gibts mal wieder etwas Schottisches, von der Insel Islay. Und zwar einen Ardbeg Smoketrails.

Eine liebe Freundin von mir weilte kürzlich in London. Sie machte mir davor das wohl nicht zu 100% ernst gemeinte Angebot, dass sie mir etwas mitnehmen würde, wenn sie es früh genug wüsste. Und dann kam ja mal ein E-Mail von Ardbeg, dass es jetzt dann einen Whisky exklusiv im Travel Retail gäbe, das dann auch noch bei den Whiskyexperts veröffentlicht wurde. Und dann bin ich auf das Angebot zurückgekommen und hab mir was mitnehmen lassen.

Wie im Travel Retail nicht ganz unüblich, handelt es sich um eine etwas größere Flasche mit einem Fassungsvermögen von einem Liter. Das heißt, es konnten auch ein paar Leute mit einem Sample versorgt werden.

Über Ardbeg muss ich jetzt sicher keine Worte verlieren, jeder von uns Whisky-Nerds kennt diese Brennerei. Beim Smoketrails wurden nun Whiskys aus Manzanilla-Sherryfässern mit Whiskys aus klassischen, amerikanischen Weißeichenfässern „vermählt“, man könnte auch das etwas weniger lyrische und schwülstige Wort „gevatted“ verwenden.

Was erwartet uns jetzt beim Smoketrails?

Fakten zum Ardbeg Smoketrails

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 1,0 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Manzanilla-Sherryfass, amerikanische Weißeiche.

Meine Notizen

Farbe: gelber Muskateller
Nase: Rauch, Mandarine, Soletti, Granny Smith Apfel
Gaumen: Grapefruit, Ananas, Holz, Rauch, Grillkohle, metallisch
Abgang: lang, Lagerfeuer, Birne, Soletti, Salz

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Ardbeg Smoketrails. Der ist ganz gut, nicht spektakulär, aber gut. Bei Ardbeg könnten Sie halt auch aus Mist Gold machen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Lagavulin 12yo

Letzte Woche waren wir beim Whisky Freitag bei Diageo, also lassen wir diese Woche noch einen Special Release von letztem Jahr, ich wiederhole, aus 2021, folgen.

Nach dem Tali geht der Islay-Whisky des Getränkegiganten an den Start, der Lagavulin 12 yo. Lagavulin ist ja grundsätzlich fast allen Whisky Trinkern und Trinkerinnen ein Begriff, da muss man sich nicht wirklich lange mit Erklärungen aufhalten.

Bei den Special Releases will Diageo natürlich immer zeigen, was sie können, und meist gelingt das auch wirklich gut. Ich meine, natürlich sind die Standard-Lagas auch völlig in Ordnung, den 8er und den 16er kann man wirklich sehr gut trinken, aber wenns mal was Anderes sein soll, dann gerne hier.

Auch hier kann man anmerken, dass die 21er Version noch um Einiges günstiger ist als die 22er, aber das kann man auch auf die allgemeine Teuerung zurückführen ;-). Nein, natürlich wird hier Geld rausgeholt, wo es nur geht. Ob man den Spaß noch mitmachen will, bleibt einem natürlich selbst überlassen. Dieses Exemplar hier ist aber noch recht gut verfügbar.

Aber schauen wir mal, was wir hier so entdecken können.

Fakten zum Lagavulin 12yo

Produzent: Lagavulin Distillery, Islay, Schottland
Abfüller: OB
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.a.
Bottled: 2021
Alter: 12 Jahre
Fass: Refill American Oak

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Asphalt, Rauch, modriges Holzboot, Orangenzeste, Malz
Gaumen: Starker Antritt, ölig, Rauch, voller Mund, speckig, Limette
Abgang: lang, dezenter süßer Rauch, Apfel, Birne, Mandel

Meine Bewertung: Ich gebe 90 Punkte für den Lagavulin 12yo. Der hier ist wirklich eine Freude, eine wahre Freude. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Talisker 8yo

Dieses mal sind wir brandaktuell, Diageo Special Releases. Na gut, ich gebs ja zu, heute besprechen wir mal einen Special Release aus 2021, also mit einem Jahr Verspätung. Aber gut, was solls.

Die Special Releases von Diageo gibts ja jährlich, und hier will der große Getränkekonzern immer zeigen, was er kann. Das heißt, es sollte auch immer etwas wirklich Gutes dabei rauskommen. Ohne dass ich jetzt groß spoilere, aber das gelingt in diesem Fall auch.

Special Release deutet zwar auf eine strenge Limitierung hin, aber es hat sich über die letzten Jahre immer gezeigt, dass hier wirklich ordentlich Menge auf den Markt geworfen wird, also ist zum Beispiel dieser Tropfen immer noch sehr gut verfügbar.

Was heuer ganz besonders auffällt bei den Special Releases 2022: An der Preisschraube wurde ordentlich gedreht. Diageo hat ja auch bei den Standards gar nicht so wenig erhöht, aber auch hier bei den Special Releases greifen sie richtig schön zu. Vielleicht kann man ja das eine oder andere Sonderangebot mal abwarten, das kommt fast so sicher wie das Amen im Gebet.

Talisker ist an und für sich schon etwas qualitativ Hochwertiges, also auch den Standard Talisker 10, den man im Supermarkt, der gar nicht mal so gut sortiert sein muss, bekommt, schmeckt ganz gut.

Und jetzt mal ran ans Glas.

Fakten zum Talisker 8yo

Produzent: Talisker Distillery, Isle of Skye, Schottland
Abfüller: OB
Alkoholgehalt: 59,7 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.a.
Bottled: 2021
Alter: 8 Jahre
Fass: k.a. aber ich tippe mal auf ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: moosig, Salzzitrone, salziger Rauch, Butterkekse, gegrilltes Fleisch
Gaumen: moosig, Zitrone, Salz, Holzkohle, Rauch, Pfirsich
Abgang: mittellang, salziger Rauch, Pfeffer, Limette

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Talisker 8yo. Zwar wirklich junges Gemüse, aber aus meiner Sicht ein sehr schöner Whisky. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Mackmyra 2015

Schon wieder Freitag? Na dann, gibts halt wieder mal einen Vertreter des Wassers des Lebens zu besprechen.

Heute mal nichts irisches, aber auch kein Schotte. Wir sind heute in Schweden unterwegs, aber das sogar noch ein wenig speziell.

Im Zuge der Gründung meiner Firma ist der liebe Fabio Veglianti von Mackmyra auf mich zugekommen, ob ich nicht aus Interesse hätte, die Reserve Casks von Mackmyra zu verkaufen. Ich dachte mir, dass das eine sehr gute Ergänzung des Portfolios wäre.

Und dann habe ich für Tastingzwecke zwei Flaschen dieses Whiskys von Fabio erstanden.

Bei den Mackmyra Reserve Casks ist es so, dass man sich 30 Liter Fässer mit Newmake oder auch vorgereiftem Whisky von Mackmyra befüllen lassen kann und dann kann die Reifung beginnen. Da die Oberfläche des Fasses im Verhältnis zur Menge des Destillates viel größer ist als bei Hogsheads oder gar Sherry Butts, reift der Whisky viel schneller. Die Interaktion mit dem Fass ist natürlich viel stärker.

In diesem Fall ist das Ding mehr als fünf Jahre in einem Fässchen aus schwedischer Eiche gelegen, was dann ein sehr spezielles Aromenprofil zur Folge hat.

Bei diesem Whisky wurde auch Torf zum Darren verwendet. Wie es bei Mackmyra üblich ist, wurde dem Torf noch ein bisschen Wacholder zugefügt, in Form von Zweigen. Das schmeckt man auch raus. Bei der sogenannten „Rök“ Rezeptur wird ein Drittel getorftes Malz verwendet und mit zwei Dritteln ungetorftem Malz vermengt. Bei „Extra-Rök“ wird nur getorftes Malz verwendet. Ganz neu ist dann Extra Rök 2.0, also sehr rauchig. Natürlich gibts das auch ohne Torf, das wäre dann die sogenannte „Elegant“ Rezeptur.

So, nun genug der Erklärung, jetzt gehts ans Trinken.

Fakten zum Mackmyra 2015

Produzent: Mackmyra, Schweden
Abfüller: OA, Reserve Casks Serie
Alkoholgehalt: 48,7 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 10.03.2015
Bottled: 13.08.2020
Alter: 5 Jahre
Fass: Svensk Ek, also schwedische Eiche

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: Rach, Wacholder, Holz, Apfel, Birne
Gaumen: Rauch, Kräuter, Holz, Zitrone, grüner Apfel, Schafgarbe
Abgang: lang, Wacholder, Süße, etwas Honig und natürlich Holz

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Mackmyra 2015. Hier hätten wir eine richtige Experimentierwiese gefunden. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.