Killowen Barántúil Cask 211

Nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch die Village in Nürnberg, kommen wir am heutigen Whiskeyfreitag wieder mal auf die grüne Insel zurück, zu Killowen.

Ich erzähle immer wieder gern über diese Brennerei, da sie mir wirklich ans Herz gewachsen ist, Brendan ist ein wirklich feiner Kerl und das Zeug, das sie dort brennen, unter Einsatz von sehr viel Handarbeit, ist einfach toll. Und manchmal muss man auch mal sagen: Support your small distillery.

Und zu diesem Tropfen habe ich sowieso eine ganz besondere Beziehung, da wir bei unserem Besuch im September 2023 aus genau eben jenem Fass verkosten durften, welches dann in Jänner 2024 abgefüllt wurde. Es war dann rasch ausgemacht, dass wir alle 5 da eine Flasche haben wollen, und eine sechste ist dann auch noch gekommen, die wir geteilt haben.

Dieser Whiskey ist dann doch etwas ungewöhnlich, denn die letzten sieben (da widerspricht sich der Beipackzettel selbst ein wenig) Monate lag der Whiskey in einem Bierfass aus der Beer Hut Brewery in Kilkeel. Und das Bier, das vorher in dem Fas lag, wurde mit einer sehr speziellen Hefe vergoren.

Wie bei Brendan und Killowen üblich, wird sehr ausführlich beschrieben, wie der Whiskey erzeugt wurde, daher hier auch ein Foto vom Beipackzettel, der bei den Barántúils üblich ist.

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 211

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 52,38 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: Juli 2019
Bottled: Jänner 2024
Alter: 4 Jahre
Fass: ex-Kentucky Bourbon + 7 Monate Beer Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Sauerkirsche, Powidl, Limette, Getreide, Malz, Grapefruit
Gaumen: Malz, Würze, südfruchtig, Passionsfrucht, Mandarine, Orange, Ananas, Hefe
Abgang: Hefe, Mandarine, lang, Pfeffer, Südfrüchte

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 211. Ich bin wieder mal begeistert von diesem Tropfen, der ist so schön ungewöhnlich. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Killowen Barántúil Cask 066

Am heutigen Whiskeyfreitag gibt es wieder etwas aus einer meiner Lieblingsbrennereien, nämlich von der Killowen Distillery in den Mourne Mountains, nördlich des Carlingford Lough.

Diese Brennerei ist immer noch sehr klein, trotz der kürzlich erfolgten Erweiterung. Und Brendan Carty, der Head Distiller und Mastermind hinter Killowen brennt tatsächlich nicht nur Whiskey, sondern er brennt auch dafür 😉

Bis dato waren alle Releases von eigenem Whiskey Einzelfassabfüllungen, so auch dieser. Hier wurde ein 120 Liter ex-PX Fass abgefüllt, und zwar zum 5. Geburtstag von Irish Whiskey Auctions, DEM Auktionshaus für Irish Whiskey.

Ich musste natürlich zuschlagen, keine Frage, denn seit unserer Führung, die ich hier ein wenig beschrieben habe, bin ich Fanboy.

Wie üblich ist Brendan bei seinen Produkten extrem transparent. Wenn man will, kann man ausnahmslos alles über diesen Whiskey erfahren. Dafür dient der Beipackzettel, den ich euch hier natürlich auch angehängt habe.

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 066

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 57,4 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: Februar 2020
Bottled: September 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-PX Sherry cask

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Kaminfeuer, Butterkeks, süße Pflaume, Powidl, Heidelbeere
Gaumen: Datteln, Feige, Würze, ganz leichter Rauch, Kirsche, Birne, schön ausbalanciert, cremig
Abgang: lang, Colaflascherl, Feige, Müsli, Lagerfeuer, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 066. Ich bin nicht umsonst Mitglied des Killowen Cult, die Whiskeys sind alle hervorragend. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Boann Distillery Summer Solstice

Tja, zum heutigen Whiskeyfreitag gibt es etwas aus einer von mir noch nie beschriebenen Brennerei, und zwar von Boann.

Die Boann Distillery aus dem Boyne Valley, unweit der steinzeitlichen Grabstätten von Newgrange ist eine noch sehr junge Brennerei, die von der Familie Cooney gegründet wurde. Die Familie ist schon länger im Spirituosengeschäft, aber die Brennerei wurde erst 2019 eröffnet.

Hier wird sehr viel Wert auf Tradition gelegt, und so konnte ein gewisser Fionnán O´Connor während seiner Forschung über die historischen Mashbills des irischen Pot Still Whiskey für einige Zeit diese Brennerei vollständig „übernehmen“. Eines der hierbei produzierten Fässer ist auch Teil des Projektes créatúr, Details dazu auf der Website. Ich habe mir da schon einen Anteil gesichert.

Die Boann Distillery veröffentlicht schon seit längerer Zeit gesourcten Whiskey unter der Marke „The Whistler“. Die bekannteste Veröffentlichung dürfte hier wohl „PX I love you“ sein. Dieser Name klingt wohl nicht ganz zufällilg so ähnlich wie der Titel einer Hollywood Romanze.

Dieser Whiskey hier wurde übrigens zur Sommersonnenwende (Sonnenwende ist gerade in Newgrange so ein Thema) abgefüllt und durfte in einem Rivesaltes ambré barrique für dreieinhalb Jahre reifen.

Mal sehen, was hier so rauskommt.

Fakten zum Boann Distillery Summer Solstice

Produzent: Boann Distillery, Drogheda, Co. Meath, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,5 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 2019
Bottled: 21. Juni 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: Rivesaltes ambré barrique

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Rosinen, rote Trauben, Powidl, gebackene Ananas
Gaumen: Karamell gefolgt von Würze & Tanninen, sehr kräftig, Heidelbeere, cremig
Abgang: lang, Rotwein, Pflaume, Rosine, Tannine, Karamell

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Boann Distillery Summer Solstice. Dieser Whiskey aus einer neuen Brennerei macht wirklich Lust auf mehr. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Killowen Barántúil Cask 202

Nach einiger Absenz, bedingt unter Anderem durch einen Ausflug nach Irland (dazu ein anderes Mal mehr), gibts am heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas ganz Feines von der grünen Insel, und zwar von Killowen.

Wie bereits früher mal erwähnt, ist Killowen ist eine der kleinsten Brennereien auf der Insel, sie befindet sich im County Down, also in Nordirland. Ich habe den Head Distiller Brendan Carty über Facebook kennengelernt und habe ihn dann auch im Mai 2023 bei der Whiskey Live in Dublin getroffen. Und im Zuge unseres Ausfluges nach Irland kamen wir dann auch bei ihm und seiner Brennerei vorbei, ein wahres Erlebnis und der Höhepunkt der Reise. Und ja, ich bin bekennender Kulter, also Mitglied des Killowen Kult.

Brendan machte eine Führung durch seine Destillerie, die recht kurz war, da sie im Grunde aus zwei Räumen besteht, aber er ließ uns dann doch auch Einiges kosten. Wir kamen nicht zu kurz, Poitin, Whiskey, den er als Bonder bzw. Independent Bottler abgefüllt hat und dann natürlich auch eigener Whiskey. Und das war eben dieser hier.

Dieser Whiskey war für mich dann auch der Höhepunkt dieser Führung, bis auf den Ausklang halt, denn Brendan hat uns dann in sein Warehouse mitgenommen, wo wir dann direkt aus den Fässern getrunken haben, sensationell.

Bei Killowen ist man sehr offen und transparent, was die Herstellung betrifft. Die Mashbill wird klar dargelegt, auch die Fermentationszeit (2 Wochen) und die verwendete Hefe (in dem Fall wild) und viele weitere Details werden ganz klar dargelegt.

Wer noch mehr über diesen Whiskey erfahren will, hier der Beipackzettel:

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 202

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,06 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: August 2019 & Februar 2020
Bottled: Juni 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, Tawny Port Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: rubinrot
Nase: Erdbeeren, Himbeere, Kirschen, leichtes Lagerfeuer, feuchtes Moos, Haribo Kirschen
Gaumen: sehr starker Antritt, Kirsche, Waldbeeren, etwas Torfrauch, Maiwipferlhonig, Vanille, sehr cremig
Abgang: lang, Himbeere, Kirsche, Fichtennadeln, ganz wenig Rauch, Malz

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 202. Wahnsinn, so ein junger Whiskey und schon so derartig ausgereift. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

An diesem Whiskyfreitag widmen wir uns dem letzten Teil der Blackwater Dirtgrain Serie.

Die ersten drei Teile haben wir ja schon verkostet, nun geht es also zum vierten und letzten Teil.

Den Sinn und die Ursprünge dieser Serie haben wir ja schon ein wenig breitgetreten, es geht darum, historische Mashbills in die Gegenwart zu bringen und dabei noch einen letzten Anstoß zu geben, die Regeln für Pot Still Irisch Whisk(e)y anzupassen.

Für diesen Whisky wurde wieder nur eine Zusatzzutat in der Mashbill verwendet, und zwar ist es diesmal wieder Hafer. Aber da auch ein bisschen peated Malt verwendet wurde, dürfte ein Hauch von Rauch auch noch mit dabei sein, schauen wir uns das dann einfach an.

Gereift wurde dieser Whisky übrigens in einem Sherry-Cask. Ob es PX, Oloroso oder eine andere Sherryart war, mit der das Fass vorbelegt war, ist nicht überliefert.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

46% Laureate Barley, 35% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat, 4% Peated Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: Vanille, Rosinen, Schwefel, Dattel, Kokos, leichter Rauch, Birne
Gaumen: Pflaume, Würze, Kohle, weißer Pfeffer, Salz, Dattel
Abgang: lang, Holz, würzig, Schwefel, Marille, Feige

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #93. Meine Abschlussworte zur Dirtgrain-Serie: Schön, wenn man ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Am letzten Whiskeyfreitag gab es den ersten Blackwater Dirtgrain. Und da das Ganze als Set von vier Whiskys (bei Blackwater ohne das „e“) verkauft wurde, hier nun der zweite davon, Mashbill #08.

Die Mashbills sind bei Blackwater jetzt nicht durchnummeriert, sondern hier geht es um die Jahreszahlen. Also diese Mashbill stammt von Dokumenten aus dem Jahr 1908.

Hatten wir letzte Woche noch mit Rye und Wheat zu tun, kommt dieses Mal als „Zusatzzutat“ einzig und allein Hafer vor, davon aber dann auch mehr als die aktuelle Regelung für Single Pot Still Whiskey zulässt.

Dieser Tropfen wurde dann in einem ex-Bourbon Fass gereift. Puristen mögen jetzt sagen: 1908 waren doch Bourbon Fässer in Europa so gut wie gar nicht verbreitet, und sie haben auch recht. Aber hier wurde eben nicht versucht, die alten Whiskeys eins zu eins nachzubauen, sondern es wurde versucht, die alten Mashbills mit heutigen Produktions- und Reifungstechniken an die aktuelle Zeit anzupassen.

Die Alkoholstärken variieren übrigens bei allen vier Abfüllungen. Und das nicht, weil hier in Fassstärke abgefüllt wurde, nein, es wurde der optimale Alkoholgehalt für jede Abfüllung gesucht.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

50% Gangway & Laureate Malt, 35% Laureate Malt, 15% Husky Oat

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 45,3 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Vanille, Honig, leicht metallisch, Birne, etwas grasig, Orangenzeste
Gaumen: Zitrus, etwas metallisch, Karamell, butterig, Butterscotch, Rosmarin, würzig
Abgang: Rosmarin, Thymian, würzig, Holz, Litschi

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #08. Der schmeckt komplett anders als der #15, aber auch wirklich interessant. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle The Long Hall

So, wir haben wieder Whiskeyfreitag und da darf ich heute etwas präsentieren, an das man wirklich nur schwer kommt, aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Ich war ja im Mai dieses Jahres in Dublin unterwegs, unter Anderem zur Whiskey Live. Und das habe ich zum Anlass genommen, mir einen Whiskey zu holen, den es wirklich nur vor Ort in Dublin und hier in einer einzigen Bar gibt.

Vom Founding Fathers Programm der Dingle Distillery haben wir ja bereits das eine oder andere Mal erzählt, damals wurden zur Finanzierung der Brennerei 500 Fässer an Interessenten verkauft. Das war sozusagen die Blaupause für viele der anderen jungen Brennereien auf der Emerald Isle, die das Fassprogramm mehr oder weniger kopiert haben.

In diesem Fall wurde seinerzeit ein Fass von den Betreibern der Long Hall, einer sehr bekannten Bar in Dublin, erworben. Und zwar handelte es sich hierbei um ein ex-Bourbon Barrel, in das dann Pot Still Newmake gefüllt wurde.

Dieser nunmehrige Whiskey wurde dann 2022 in Flaschen gefüllt, leider nicht in Fassstärke, sondern auf 46,5% ABV eingestellt, wohl um etwas mehr Flaschen zu erhalten. Und diesen Whiskey gibt es tatsächlich nur in der Long Hall in Dublin zu kaufen, sonst nirgendwo. Auch einen Versand gibt es hier nicht, also habe ich die Gelegenheit im Mai beim Schopf gepackt. Immerhin verspricht Single Pot Still aus dem ex-Bourbon Fass ein sehr schönes Geschmackserlebnis, siehe der hier.

Es sei noch erwähnt, dass sich von diesem Fass 317 Flaschen ausgingen.

Fakten zum Dingle The Long Hall

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: strohgold
Nase: Vanille, Karamell, Banane, Pfirsich, Eukalyptus
Gaumen: Vanille, Eichenwürze, schwarzer Pfeffer, süß, Honig, cremig
Abgang: lang, Karamell, Röstaromen, Birne, Pfirsich, Marille

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle The Long Hall. Hier hat man wieder mal meine Geschmack sehr gut getroffen, Single Pot Still aus dem Bourbonfass, und das von Dingle. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Bealtaine

Nach einer kleinen Urlaubspause gibts den schon gewohnten Whiskeyfreitag wieder, diesmal wieder etwas aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Seit Ende letzten Jahres hat Dingle ihre neue „Wheel of the Year“ Serie bespielt, der Samhain und der La Le Bride sind schon erschienen, beides Single Malts. Und nun kam Anfang Mai der dritte Teil dieser voraussichtlich achtteiligen Serie auf den Markt, nämlich der Bealtaine, ein Single Pot Still.

Die beiden ersten waren ja Single Malts, von daher ein kleiner Unterschied, aber das passt aus meiner Sicht auch gut so, stellt die Brennerei doch beide Stile her. Und auch der Alkoholgehalt unterscheidet sich von den Single Malts, statt 50,5% ABV gibts hier zwei Umdrehungen mehr, also 52,5% ABV. Fassstark ist das nicht, dieser Alkoholgehalt wurde bewusst so gewählt.

Wie bei den beiden anderen Wheels hat man auch hier wieder bourbongereiften Whiskey genommen und gefinished. Diesmal in ex-Shiraz Fässern, was dem Ganzen natürlich einen weinigeren Charakter gibt, und Rotweinfinishes sind ja auch recht angesagt. Serge hat zwar ein ganz schwieriges Verhältnis zu diesen, und auch ich finde, hier muss man sehr aufpassen, damit das Fass den Whiskey nicht erschlägt, aber wenn es gut gemacht wird, kann es durchaus eine Bereicherung sein.

Jetzt mal zu den Fakten: Von dem hier wurden weniger Flaschen abgefüllt als von den Single Malts davor, nämlich nur 5500. Anfang Mai ist er in Irland erschienen, ich rechne damit, ihn im Juli in Deutschland zu sehen, und dann auch in Österreich.

Fakten zum Dingle Bealtaine

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 52,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fässer, Finish in Shiraz Fäsern

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Pflaume, Kirsch, Birne, Pfirsich, sehr fruchtig, Traube, Rosmarin
Gaumen: Tannine, recht wenig, Holz, Pflaume, Rotwein, sehr cremig, Ananas, Würze
Abgang: lang, würzig, Eiche, Rotwein, Pflaume, Pfirsich, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Bealtaine. Das ist ein sehr schöner Whiskey, und auch das Rotweinfinish ist noch nicht zu viel. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Whiskeyfreitag und wir widmen uns mal wieder einer Schwäche meinerseits: Thomond Gate.

Nick Ryan ist ja ein sehr umtriebiger Mann, der nicht nur seine eigene Whiskeymarke Thomond Gate am Start hat und eine Brennerei in Limerick eröffnen will, sondern auch Leute ausbildet in seinem Irish Whiskey and Spirits Institute. Die Liste seiner Klienten liest sich wie das Who-is-Who der irischen Whiskeybranche.

Bis dato konnte ich ja sehr viel über seine Whiskeys mit verschiedenen Finishes berichten, diesmal ist es aber kein Sherry-, Port-, Bier- oder peated Bourbon-Finish, nein, es ist ein Weinfinish in Fässern aus dem sehr bekannten und traditionsreichen Chateau Kirwan. Und ja, auch hier gibt es wieder eine irische Verbindung, da die Tochter des Gründers im 18. Jahrhundert einen Iren heiratete, dessen Name Mark Kirwan war. Damit ist auch die Herkunft des Namens dieses Weingutes geklärt.

Dieser Whiskey war wie alle seine Vorgänger recht rasch ausverkauft, die Fanbase ist schon recht groß.

Welcher Wein genau vorher in diesem Fas lag, ist nicht bekannt, also zumindest mir nicht, aber die Angabe Ruby Port bei Whiskybase dürfte nicht ganz korrekt sein.

Fakten zum Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,39 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 6. Februar 2023
Alter: NAS
Fass: Chateau Kirwan Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: tiefes Gold
Nase: Salzkaramell, Ribisel, Pfirsich, Vanille, blumig
Gaumen: sehr kräftig, Vanillepudding, cremig, Würze, Tannine, Trauben
Abgang: lang, weinig, Traube, Ribisel, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish. Rotweinfinishes sind ein schwieriges Thema, das kann sehr schnell zu viel werden, hier aber nicht. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ich verstehe nicht, weshalb man soviel Wesen um die Technik des Komödienschreibens macht. Man braucht doch nur die Feder in ein Whisky-Glas zu tauchen. - Oscar Wilde


Powers John´s Lane 12yo

Powers John´s Lane 12yo

An diesem Whiskeyfreitag darf ich euch einen wunderschönen Standard aus der Midleton Distillery an die Hand geben, den Powers John´s Lane.

Im Jahr 1966 gab es in der Republik Irland nur noch drei Whiskeybrennereien (im Norden gab es zu diesem Zeitpunkt auch nur noch Bushmills), und auch diese drei Brennereien hatten massive Probleme und waren teilweise nur noch wenige Woche im Jahr in Betrieb.

Die irische Whiskeyindustrie, die im späten 19. Jahrhundert noch Weltmarktführer war, hatte unter verschiedenen Dingen gelitten und war brutal geschrumpft. Einerseits war es natürlich die irische Unabhängigkeit, die den Markt im UK und im Commonwealth verschlossen hat, dank Handelsembargos, die in Westminster beschlossen wurden, andererseits war natürlich auch die Prohibition in den USA nicht wirklich hilfreich für den Whiskeyabsatz. Weiters hat sich die irische Whiskeyindustrie mit Händen und Füßen gegen die Einführung von Columnstills gewehrt und dann gab es auch noch einen Ausfuhrstopp der irischen Regierung für auf der Insel produzierte Waren,….. Alles in Allem eine schwierige Gemengelage, teilweise auch ein wenig selbstverschuldet, teilweise aber auch von Außen auf die Whiskeyindustrie hereinprasselnd.

Das führte zu einem Brennereisterben in der Republik Irland, bis nur noch drei davon übrig geblieben sind, nämlich die Cork Distillery Company in Midleton sowie John Jameson & Son und John Power & Son aus Dublin. Im Jahr 1966 wurden diese drei Firmen auf Initiative von Frank O´Reilly von der Powers Familie hin zu Irish Distillers fusioniert, damit der runiöse Kampf um den sehr kleinen Heimatmarkt ein Ende hat und man sich gemeinsam auf die Expansion in andere Länder kümmern kann.

Um die John´s Lane Distillery zu ehren

Die Marken aller drei früheren Brennereien wurden dann noch weitergeführt, aber für die internationale Expansion wurde dann die Marke „Jameson“ ausgewählt, obwohl zur Hochblüte die Marke „Powers“ alle anderen überstrahlt hat.

Powers führt im deutschsprachigen Bereich eher ein Nischendasein, das aber völlig zu Unrecht. Und auch bei Irish Distillers hat man entdeckt, dass man den internationalen Markt auch mit vielen Marken beackern kann.

Powers wurde früher in der Brennerei in der John´s Lane in Dublin hergestellt, diese Destillerie gibt es inzwischen nicht mehr, aber um ihr dennoch ein flüssiges Denkmal zu setzen, wurde dieser Powers 12yo mit dem Beinamen „John´s Lane“ versehen, und dieser Whiskey zeigt auch, welches Potential in Pot Still Irish Whiskey steckt.

Um sich von Redbreast ein wenig abzugrenzen, der ja eher für Sherrywhiskeys bekannt ist, wird Powers Whiskey vorrangig in ex-Bourbon Fässern gelagert.

Fakten zum Powers John´s Lane 12yo

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2021
Alter: 12 Jahre
Fass: American bourbon casks, Oloroso sherry butts

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Karamell, Pfirsich, süß, Zuckerwatte, Waldboden, Kräuter
Gaumen: Vanille, Honig, Eiche, Würze, leicht bananig
Abgang: mittellang, würzig, Vanille, Waldhonig, Kräuter

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Powers John´s Lane. Ich mag diesen Whiskey wirklich sehr gerne, und da bin ich sicherlich nicht der Einzige. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Liebe macht die Welt rund? Überhaupt nicht. Whisky lässt sie doppelt so schnell rotieren. - Compton Mackenzie