Killowen Barántúil Cask 024

Whiskeyfreitag, und heute gibts etwas aus einer der spannendsten Destillerien der Emerald Isle, und zwar von Killowen.

Killowen ist eine der kleinsten Brennereien auf der Insel, sie befindet sich im County Down in den Mourne Mountains, also in Nordirland. Brendan Carty, der Inhaber und Master Distiller, ist einer der ganz wilden Hunde in der irischen Whiskeyszene, den er ist einer der Vorreiter, wenn es darum geht, das „Technical File“ zum Irish Pot Still Whiskey zu ändern.

Was ist denn das? Es gibt so geografisch geschützte Bezeichnungen, wie Wachauer Marille, Steirisches Kürbiskernöl, Südtiroler Speck,……. Und für alle diese geschützten Bezeichnungen gibt es Regeln, die in den „Technical Files“ festgehalten sind. Diese sind manchmal etwas absurd, als Beispiel mag hier dienen, dass Kürbiskernöl aus dem Aichfeld, also der Gegend rund um Judenburg und Knittelfeld zwar aus der Steiermark kommt, aber nicht als Steirisches Kürbiskernöl bezeichnet werden darf. Aber die Kürbiskerne für Steirisches Kürbiskernöl können gerne auch aus gewissen Gegenden des Burgenlandes kommen oder aus Teilen Sloweniens. Das muss man jetzt nicht verstehen, ist aber so.

Und so ähnlich ist die Sache mit dem Irish Pot Still Whiskey, hier wurden die Regeln zu einer Zeit festgelegt, wo es im Grunde nur einen Produzenten dieser Whiskeyart gab, und zwar die Irish Distillers in Midleton. Jetzt hat man dort nachgefragt, was denn Pot Still Whiskey ausmacht, die haben natürlich ihren aktuellen Stand der Dinge weitergegeben.

Tatsache ist aber, dass die Mashbills früher ganz anders ausgesehen haben als die aktuelle Regel: mind. 30% gemälzte Gerste, mind. 30% ungemälzte Gerste, max. 5% anderes Getreide.

Wie kommt man jetzt an diesen Stoff?

Und jetzt ist es so, dass es unglaublich schwer ist, an Ware von Killowen zu kommen, denn Brendan hat eine sehr treue und fast ein wenig fanatische Fangemeinde, den Killowen Kult. Und die kaufen alles auf, was es gibt. Ein Mitglied dieses Kults kommt auch aus dem Pinzgau 😉 Und ich hatte auch etwas Glück.

Warum ist Brendan jetzt ein Rebell? In diesem Fall war es so, dass Brendan 3 Säcke ungemälzte Gerste verwendet hat, 7 Säcke geräuchertes Gerstenmalz (er schreibt von Smoked Malted Barley), 2 Säcke Hafer, 1 Sack Weizen und 1 Sack Roggen. Also auch die Mengenangaben wie früher. Er nennt diesen „Non-GI Pot Sill“ halt dann Mixed Mashbill.

Wer noch mehr über diesen Whiskey erfahren will, hier der Beipackzettel:

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 024

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,41 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: September 2019
Bottled: März 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, First Fill

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: süßer Rauch, Birne, Honig, Würze, sehr reichhaltig
Gaumen: cremig, sehr kräftig, Rauch, süß, Thymian, Würze, Salzkaramell, Menthol
Abgang: lang, Rosmarin, Rauch, sehr würzig, Honig, angenehm herb.

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 024. Unglaublich spannender und außergewöhnlicher Whiskey, ich freue mich auf mehr. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy

Whiskeyfreitag und noch dazu Osterwochenende? Da muss man dann ja doch etwas ganz Besonderes nehmen. Heute gehts um den Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy.

Midleton Very Rare ist klar, das ist sozusagen die „Showcase“ Marke von Irish Distillers. Da gibts jedes Jahr einen Release, der recht gehyped wird, das machen die Leute dort auch recht geschickt, da wird dort mal was veröffentlicht, dann bringt der nächste Shop zwei Wochen später die seinigen Vorräte auf den Markt,…. Also solche Spielchen wie sie natürlich auch die Schotten bestens beherrschen.

Und Barry Crockett war ein legendärer Master Distiller in Midleton, er war der erste „Chef“ der New Midleton Distillery und war insgesamt gezählte 47 Jahre dort, bevor er dann in den wohlverdienten Unruhestand gegangen ist. Er hat auch die Marke Midleton Very Rare, unter Kennern MVR genannt, kreiert und diese mit Leben erfüllt. Und zu seinem Abschied hat er dann seine eigene Reihe bekommen, den MVR Barry Crockett Legacy.

Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen den beiden Reihen? Der „normale“ MVR hat immer auch einen deutlichen Sherryeinfluss und es ist ein Blend aus Single Pot Still und Single Grain Whiskeys, alle schon recht alt, da kommt kaum etwas in die Flasche, das unter 20 Jahre alt ist. Der Barry Crockett Legacy ist ein Single Pot Still und hat im Grunde keinen bis sehr wenig Sherryeinfluss, aktuell sind es seasoned and unseasoned American Bourbon Barrels.

Ich habe auf der kürzlich stattgefundenen Village in Nürnberg die beiden aktuellen MVRs querverkostet und mich hat der Barry Crockett einfach mehr überzeugt. Einerseits habe ich aktuell eine Schwäche für ex-Bourbon-Reifungen und andererseits tun dem Barry Crockett die 46% sehr gut im Gegensatz zu den 40% des normalen MVR.

Also musste dann doch ein solches Fläschchen in den Pinzgau, und ja, die Flasche allein ist es ja nicht, schon die Verpackung ist ein wunderbares „Erlebnis“.

Fakten zum Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Seasoned & unseasoned American Bourbon

Meine Notizen

Farbe: Gelbgold
Nase: Kramellkekse, Malzzuckerl, Pfirsich, Mandarine
Gaumen: sehr cremig, Vanille, Shortbread ohne Ende, leicht buttrig mit ebendiesem Butteraroma
Abgang: mittellang, Vanille, Shortbread, Shortbread, Shortbread, Butter

Meine Bewertung: Ich gebe 90 Punkte für den Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy. Machen wir es kurz: Der ist ein wahres Gedicht, ich könnte mich hineinlegen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Jameson Single Pot Still

Heute fällt der Whiskeyfreitag zufälligerweise auch noch auf den St. Patrick´s Day, somit muss es ein Ire sein. Und welche Marke wird mehr mit Irish Whiskey in Verbindung gebracht als Jameson?

Der Jameson Single Pot Still kam letztes Jahr heraus, und die Bezeichnung „Batch 1/2022“ lässt darauf schließen, dass dies nicht die letzte Abfüllung dieser Reihe sein sollte.

Jetzt fragt man sich natürlich, warum man zwingend einen Jameson Pot Still Whiskey rausbringen muss, wo doch von Midleton aus die hervorragende Redbreast Serie die Welt erobert, und diese Marke sozusagen fast schon als Synonym für Pot Still Irish Whiskey steht. Auch von Power´s gibt ein paar sehr gute Pot Still Whiskeys, siehe Power´s John´s Lane, den ich in Kürze auch noch verkosten muss. Der irische Whiskey-Revoluzzer Fionnán O´Connor sagt auch, dass dies hervorragende Whiskeys sind, auch wenn er sich andere Mashbills für den Pot Still Whiskey wünscht als die klassischen 70:30 (also mindestens 30%, maximal 70% gemälzte bzw. ungemälzte Gerste, max. 5% anderes Getreide wie Roggen, Weizen, Hafer,…).

Von der Markenführung her ist es sicherlich schwierig, aber primär zielt dieser Whiskey natürlich auf den Heimatmarkt ab, und von dort aus schaut man dann weiter, das ist zumindest mein Eindruck. Hier gehts eher um die Pflege der eigenen Geschichte. Denn bevor sich die Cork Whiskey Company, John Jameson & Son sowie John Power & Son 1966 zu Irish Disillers zusammengeschlossen haben und dann später vor allem die Marke Jameson über einen Blended Whiskey gepusht haben, wurde in allen Häusern ein Pot Still Irish Whiskey hergestellt. Und das muss natürlich auch irgendwie gefeiert werden.

Dieser Single Pot Still ist wird noch als Five Oak Cask Release vermarktet, also handelt es sich um ein Vatting aus Whiskey, der vorher in European Oak, Irish Oak, American Virgin Oak, ex-Bourbon casks und ex-Sherry casks gelagert wurde.

Ein leichter Overkill an Fassarten, aber wenns schmeckt, fragt niemand mehr nach.

Fakten zum Jameson Single Pot Still

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: European Oak, Irish Oak, American Virgin Oak, ex-Bourbon casks und ex-Sherry casks

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Rosinen, etwas Leder, Staub, süß, Gummibären, Erdbeeren
Gaumen: langsame Entwicklung, Vanille, Karamell, cremig, süß, Apfel, Walnuss.
Abgang: mittellang, Powidl, Vanille, Holz, etwas Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 81 Punkte für den Jameson Single Pot Sill. Midleton besinnt sich seiner Geschichte, wie schön, auch wenn hier noch ein wenig mehr gehen würde. Happy St. Patrick´s Day. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Two Stacks 2016 Polaris 1.2

Über den unabhängigen Abfüller Two Stacks habe ich ja schon das eine oder andere Mal berichtet, deshalb kommt er auch am heutigen Whiskeyfreitag dran.

Da gabs schon Dosenwhiskey, Whiskey aus einem Honey Bourbon Fass und einen aus einem Red Icewine Cask.

Und genau beim roten Eiswein bleiben wir jetzt mal. Dieser Polaris 1.1 hat ja schon für Einiges an Aufsehen gesorgt, ich hab ihn natürlich auch verkostet. Und wie der Titel „Polaris 1.1“ bereits ahnen lässt, folgt da eine Fortsetzung, in diesem Fall der Polaris 1.2.

Diesmal handelt es sich nicht um einen Single Malt, sondern um einen Single Pot Still Whiskey, der zum Abschluss seiner Reifung den Weg in ein solches rotes Eisweinfass fand, das Finish dauerte 14 Monate lang.

Da dieser Whiskey natürlich eine Einzelfassabfüllung war, war ein natürliches Limit in der Flaschenanzahl gesetzt, es waren 300 davon verfügbar. Natürlich war der hier dann wieder äußerst rasch ausverkauft, glücklicherweise haben sich aber zwei Flaschen in den Pinzgau verirrt, sodass einer Verkostung nichts im Wege stand.

Ich gebe ja nicht wirklich viel auf Preise und Wettbewerbe, was Spirituosen betrifft, es sei aber trotzdem erwähnt, dass dieser Tropfen hier heuer bei den Irish Whiskey Awards die Kategorie „Single Pot Still Whiskey (12 years and under) für sich entschieden hat.

Fakten zum Two Stacks 2016 Polaris 1.2

Produzent: Ireland Craft Beers Ltd., Belfast, Nordirland
Abfüller: Two Stacks Whiskey, Newry, Co. Down, Nordirland
Alkoholgehalt: 58,25 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: September 2016
Bottled: Oktober 2022
Alter: 6 Jahre
Fass: ex Bourbon Barrels, Finish in ex Cabernet Franc Ice Wine Casks

Meine Notizen

Farbe: leichtes Rotgold
Nase: sehr ätherisch, Süßwein, rote Trauben, frisches Laub, Gummibären, Zuckerwatte
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, würzig, ganz anders als die Nase, Holz, Rosmarin, Erdbeere, Lebkuchen
Abgang: Weintrauben, Weinlaub, Mandeln, lang, Erdbeere, etwas bitter

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Two Stacks 2016 Polaris 1.2. Ich gebe ja nicht wirklich viel auf Auszeichnungen, aber der hier schmeckt mir wirklich ausgezeichnet. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Peter Lacy Cask Strength

Nach längerer Pause, auch bei mir ein wenig coronabedingt, aber nicht nur, will ich den Whiskey-Freitag wieder ein wenig zelebrieren.

Interessanterweise war mein letzter Whiskey, den hier hier besprochen habe, ein Thomond Gate Peter Lacy, und auch diesmal gehts um einen Peter Lacy. Die beiden sind einander gar nicht so unähnlich, bei beiden handelt es sich um Single Pot Still Whiskeys, beide wurden in Imperial Stout Casks gefinisht, dieser aber in Fässern aus der Treaty City Brewery. Und dieser hier hat die eine oder andere Umdrehung weniger.

Zu Peter Lacy muss ich nicht mehr viel sagen, das habe ich beim letzten Mal schon erledigt. Den Link lass ich trotzdem drin.

Dass der Whiskey aus der Great Northern Distillery in Dundalk stammt, ist auch kein Geheimnis.

Und auch hier hatten wir 285 Fläschchen des flüssigen Goldes verfügbar.

Fakten zum Thomond Gate Peter Lacy Cask Strength

Produzent: The Great Northern Distillery, Dundalk, Co. Louth, Republic of Ireland
Abfüller: The Limerick Spirtis Company Ltd, Co, Limerick, Republic of Ireland
Alkoholgehalt: 53,28 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 23.02.2022
Alter: NAS
Fass: Imperial Stout Finish – Treaty City Brewery

Meine Notizen

Farbe: Strohgold
Nase: Werthers Echte, malzig, Orangezeste, Vanille, Limette
Gaumen: kräftiger Antritt, malz, Shortbread, Kampfer, Grapefruit
Abgang: lang, Hopfen (nona), Malz, Grapefruit

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Thomond Gate Peter Lacy Cask Strength. Auf den guten Nick ist Verlass. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Peter Lacy

Und wieder mal haben wir einen Whiskey Freitag, bei diese Hitze denken zwar nur die Allerwenigsten an einen Whiskey, aber wir wollen doch eine gewisse Regelmäßigkeit beibehalten.

Worum gehts denn heute? Stimmt, Nick Ryan hat ja heuer in der ersten Jahreshälfte wieder mal Einiges abgefüllt, also gehts heute wieder mal um einen Thomond Gate.

Nick ist ja recht aktiv und hat nicht nur eine Passion für Whiskey, sondern auch für lokale Historie, deshalb gibt er seinen Abfüllungen immer wieder Namen von historischen Persönlichkeiten, die mit Stadt und County Limerick assoziiert werden.

Diesmal gehts es um Peter Lacy, seinerzeit, also im beginnenden 18. Jahrhundert, ein erfolgreicher Feldherr, der nicht nur in Westeuropa, sondern auch unter Peter dem Großen in Russland.

Nick plant schon seine Destillerie in Limerick, bis diese allerdings mal gebaut wird und in Betrieb geht, kommt der Whiskey noch aus der Great Northern Distillery in Dundalk.

Hierbei handelt es sich übrigens um einen Single Pot Still Whiskey, also wurde in der Mashbill eine Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste verwendet. Gefinisht wurde dieser schöne Tropfen übrigens in Imperial Stout Casks der Western Herd Brewery aus dem Nachbarcounty Clare.

Wer eine von den 285 Flaschen ergattert hat, kann sich glücklich schätzen.

Fakten zum Thomond Gate Peter Lacy

Produzent: The Great Northern Distillery, Dundalk, Co. Louth, Republic of Ireland
Abfüller: The Limerick Spirtis Company Ltd, Co, Limerick, Republic of Ireland
Alkoholgehalt: 58,94 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 23.02.2022
Alter: NAS
Fass: Imperial Stout Finish – Western Herd Brewery

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Vanille, Malz, Hopfen, etwas Menthol, Kräuter, Ricola
Gaumen: Malz, Werthers Echte, Hopfen, ein wenig sprittig, Rosmarin, Petersilie
Abgang: lang, Vanille, Ringlotte, Shortbread, Butter

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Thomond Gate Peter Lacy. Bravo Nick, da wünsche ich mir noch viele Weitere von dieser Qualität. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Jameson Remastered

Whiskey Freitag, ich sollte mich mal wieder mit einem Tropfen Lebenswasser befassen.

Heute geht es mal um einen Jameson. Unter Kennerinnen und Kennern könnte jetzt ein Shitstorm losbrechen, so ein billiges Ding, ein Massenprodukt, das geht doch nur mit Cola oder mit Ginger Ale,….
Einerseits: Auch der Standard Jameson ist ein für sein Geld sehr guter Whiskey, klar ist er ein Massenprodukt und klar kostet er nicht viel, aber der ist trotzdem ein vernünftiger und trinkbarer Whiskey. Und andererseits: Der hier ist schon recht spannend.

Dieser Whiskey ist nämlich eine sehr limitierte Ware, er wurde sogar im Ballot Verfahren verlost. Ich habe natürlich teilgenommen. Nachdem ich gezogen wurde, durfte ich die € 300,- für den halben Liter Whiskey zahlen. Und dann musste ich noch dafür sorgen, dass ich jemanden finde, an den die Flasche geliefert werden kann. Es ist nämlich so, dass dieser Whiskey weder nach Deutschland noch nach Österreich geliefert wurde. Es gab 10 Länder, in die geliefert wurde, unter Anderem Irland (nicht mal nach Nordirland), Schweiz, Neuseeland, Singapur,….. Also einen Bekannten in Irland gefragt, und schon ging das in Ordnung. Und da ich im Mai dieses Jahres auf der Emerald Isle weilte, habe ich mir diese Preziose dann abgeholt.

Bei diesem Tropfen handelt es sich übrigens um einen Single Pot Still Whiskey, also wurden für die Mashbill sowohl gemälzte als auch ungemälzte Gerste verwendet. Der bekanntere Single Pot Still aus der Midleton Distillery ist natürlich der Redbreast, den ich euch fast uneingeschränkt ans Herz legen kann, so einer geht immer.

So, dieser Kerl hier kam übrigens in 2220 Halbliterflaschen. Offiziell wurde diese Größe gewählt, damit mehr Leute in den Genuss dieses Whiskeys kommen können. Natürlich hats auch mit einer gewissen Gewinnoptimierung zu tun. Und in den diversen Foren wurde auch extrem über die recht „billige“ Verpackung gelästert, wobei auch dies offiziell nur zum Wohle unseres Planeten geschah.

Dank Ivor O´Loughlin von Tiny Tipple musste ich meine Flasche übrigens nicht öffnen, ich habe ihm ein Sample abgekauft.

Fakten zum Jameson Remastered

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,4 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: k.A.
Alter: 15 Jahre
Fass: American bourbon barrel & Oloroso sherry butt

Meine Notizen

Farbe: Bronze
Nase: Malz, Karamell, Kirsche, Heidelbeeren, Preiselbeeren, etwas muffig
Gaumen: kräftiger Antritt, Vanille, Zuckerwatte, cremig, sehr süß
Abgang: lang, süß, Vanille, Thymian, Werthers Echte, etwas Eiche

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Jameson Remastered. Das ist ein ziemlich guter und seltener Whiskey, aber ich habe schon bessere Tropfen für weniger Geld im Glas gehabt. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Single Pot Still Batch 5 Cask Strength

Wir haben wieder Whiskey Freitag, da gehört natürlich wieder mal ein guter Tropfen von der Emerald Isle beschrieben.

Wie diejenigen wissen, die mich kennen, habe ich zur Dingle Distillery in Dingle eine ganz besondere Beziehung.

Grade kam zwar ein Single Malt aus dem Single Cask als Germany Exclusive raus, aber der war aus einem PX-Fass, und mein aktuelles Beuteschema ist dann doch eher etwas mit einer ex-Bourbon Reifung. Das hat grundsätzlich den Vorteil, dass diese Abfüllungen leichter zu bekommen sind, da momentan die gesamte deutschsprachige Whiskywelt nach dunklen Whiskys verlangt. Trotzdem hab ich mir natürlich den Germany Exclusive auch gegönnt, dazu ein ander mal mehr.

Zum Thema Pot Still Whiskey habe ich mich ja auch schon mal ausgelassen, bei Dingle ist es so, dass hierfür 70% gemälzte Gerste und 30% ungemälzte Gerste gemeinsam in der Mashbill landen. Beim Deconstruction Tasting, dem ich beiwohnen durfte, konnte ich erfahren, dass hier fünf bis acht Jahre alter Whiskey verwendet wurde.

Der Batch 5 des Single Pot Still sollte auch der letzte sein. Es wird wohl so kommen, dass wir uns auch beim Single Pot Still mit einer dauerhaft verfügbaren Abfüllung anfreunden dürfen, so wie es auch 2021 mit dem Single Malt von Dingle passiert ist.

Da es mir von Zeit zu Zeit den Vogel raushaut, habe ich auch hier versucht, einen der raren Cask Strength Whiskeys zu ergattern, was mir auch gelungen ist. Und da ich sowohl den normalen 5er als auch jenen in Fassstärke schon versucht habe, kann ich für mich feststellen, dass der CS einfach nochmal ein Stückerl lässiger ist.

Vom 5er Single Potstill kamen übrigens 1000 Flaschen in Fassstärke auf den Markt.

Fakten zum Dingle Single Pot Still Batch 5 Cask Strength

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon Casks

Meine Notizen

Farbe: Weißwein
Nase: Vanille, Karamell, Marille, Obstsalat mit Südfrüchten
Gaumen: kräftiger Antritt, Vanille, Eiche, malzig, cremig, Obstsalat, würzig
Abgang: lang, Vanille, Holz, Karamell, Vanilleeis

Meine Bewertung: Ich gebe 90 Punkte für den Dingle Single Pot Still Batch 5 CS. Ein Traum aus dem ex-Bourbon Fass. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Heaven´s Kiss

So, womit begeht ein bekennender Fan einer gewissen Brennerei jetzt Weihnachten?

Korrekt, mit einer ganz speziellen Abfüllung aus eben jener Destillerie.

Meine Geschichte zu Dingle ist ja bereits bekannt, aber wie war es mit Dingle am Anfang? Für die Gründer der Brennerei war es sehr wichtig, unabhängig von den Branchengrößen agieren zu können. Zum Zeitpunkt der Eröffnung (im Jahr 2012) waren gerade mal drei Destillerien auf der irischen Insel aktiv: Midleton (Jameson, Redbreast,…), Bushmills & Cooley (Connemara, Kilbeggan,…). Und letztere war gerade ein Jahr zuvor an Beam (Jim Beam) verkauft worden.

Aber eine Brennerei ist teuer, und bis der erste Whiskey verkauft werden kann, dauert es mindestens drei Jahre und einen Tag. Also was tun, sprach Zeus? Die Idee: Crowdfunding, ein wenig abgewandelt. Es wurden 500 Fässer verkauft, genauer gesagt, der Inhalt im Fass. Der Preis lag über dem Markt, aber dafür wurde man als Käufer zum sogenannten „Founding Father“ und auf einer Wand an der Brennerei verewigt.
Mit dem Whiskey konnte man dann anstellen, was man will, sofern man davor die Bedingungen der Destillerie befolgt hat (Abfüllung nur inhouse, Label muss dem CD entsprechen,…)

Hier bin ich an eine Flasche von einem sogenannten Founding Father gelangt, aber ein Single Pot Still Single Cask und noch dazu in Fassstärke, da konnte ich nicht widerstehen. Der Whiskey lag ausschließlich in einem Ex-Bourbon Fass, hergegeben hat das Fass dann ganze 248 Flaschen.

Übrigens: Heuer gab es ein ähnliches Fassprogramm von Dingle, die „Descendants“, hier gelangten 100 Fässer in den Verkauf. Ein Kerl, den ich täglich im Spiegel sehe, hat eines davon erworben.

Fakten zum Dingle Heaven´s Kiss

Produzent: Dingle Distillery, Irland
Abfüller: OA – Founding Fathers Bottling
Alkoholgehalt: 60,9 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: ka (wahrscheinlich 2013)
Bottled: 2020
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Ex-Bourbon, Cask No. 479

Meine Notizen

Farbe: strohgelb
Nase:  Vanille, Toffee, Shortbread, geröstete Haselnüsse, Müsli
Gaumen: sehr kräftig, Shortbread, Vanille, Müsli, Heu, Blumenwiese, richtig viel Zimt
Abgang: sehr lang, Vanille, Kräuterzuckerl, cremig, etwas mentholig, Thymian, Zimt

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Heaven´s Kiss. Dieser Dram hat Ecken und Kanten, ich mag das. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Fourth Single Pot Still Release

Heute der vorerst letzte Teil meines Dingle Schwerpunktes.

Auch im November 2020 gab es bei der Dingle Distillery einen Single Pot Still Release, es ist inzwischen der Vierte.

Wie wir schon wissen, bei einem Single Pot Still Whiskey handelt es sich um einen Whiskey, bei dem die Maische aus einer Mischung von gemälzter und ungemälzter Gerste besteht, ev. mit kleinen Beifügungen.

Diese Serie bei Dingle erfreut sich immer größerer Beliebtheit, so sind von diesem Batch, der aus Bourbon und Oloroso Casks stammt, ganze 8000 Flaschen mit 46,5% ABV abgefüllt worden.

Fakten zum Dingle Fourth Single Pot Still Release

Produzent: Dingle Distillery, Irland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: ka
Bottled: 2020
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Bourbon & Oloroso Casks

Meine Notizen

Farbe: schöner Bienenhonig
Nase:  Honig, Rosinen, Datteln, Vanille, Pfirsich
Gaumen: Rosinen, Dörrbirnen, Vanille, Datteln, Zimt, Nelken, ziemlich speicheltreibend
Abgang: mittellang, Honig, Rosinen, Birne, Pfirsich

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle Fourth Single Pot Still Release. Ein hier nicht namentlich genannter Obmann des Whisky Circle Pinzgau meinte, dass es sich hierbei um flüssiges Kletztenbrot handelt, ich muss ihm recht geben. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.