Großer Fan der grünen Insel und von hier zum Whisky, in dem Fall also "Whiskey" gestoßen. Die Schwäche für irische Whiskeys ist also evident.

Powers Irish Rye

Nach einer Woche Pause gibts zum heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas aus der dominierenden Brennerei auf der grünen Insel. Es handelt sich heute um einen Powers.

Powers war ja eine der letzten verbliebenen Brennereien im Dublin der 1960er Jahre, einer der letzten Mohikaner, sozusagen. Im Jahr 1966 wurde dann ja die Fusion mit Jameson und der Cork Distilling Company zu Irish Distillers beschlossen und dann wurde auch die große neue Destillerie in Midleton, unweit von Cork, gebaut.

Die historischen Marken der drei Ursprungsbrennereien wurden allesamt mit mehr oder weniger Intensität weiterbetrieben, auch wenn man sich irgendwann dazu durchgerungen hat, die Welt mit Jameson zu erobern, was auch erfolgreich war.

Powers war zum Ende des 19. Jahrhunderts wohl die dominierende Marke, was Irish Whiskey betrifft, und somit auch extrem stark am Weltmarkt. Dann kam aber der Niedergang der irischen Whiskeyindustrie, der ja eh schon allgemein bekannt ist.

Powers führte seither zumindest abseits des Heimmarktes eher ein Schattendasein, aber das zu unrecht. Den John´s Lane, eine 12 Jahre alten Single Pot Still habe ich schon mal beschrieben.

Hier wurde mal versucht, einen Rye zu machen, einen Irish Rye. Roggen ist ja ein bisschen schwierig in der Herstellung, wegen Verkleben und so, deshalb wird meist noch ein anderes Getreide dazugemischt. Nicht so in diesem Fall, hier wurde tatsächlich ausschließlich Roggen verwendet, noch dazu ausschließlich irischer Roggen.

Auf der Flasche steht zwar „Triple Distilled“, aber ich bilde mir ein, mich an einen Podcast von Laurie O´Dwyer zu erinnern, in dem gesagt wurde, das dieser Whiskey in einer Column Still gebrannt wurde. Müsste ich nochmals nachhören.

Dieser Whiskey ist übrigens verhältnismäßig günstig zu haben, den gibts um € 40,- zu kaufen.


Fakten zum Powers Irish Rye

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: American Oak (Virgin, 1st Fill, refill)

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: süß, getreidig, Birne, sehr reife Banane
Gaumen: Roggenbrot, Banane, Sauerteig, Würze
Abgang: mittellang, getreidig, Pfirsich, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Powers Irish Rye. Auch in Midleton traut man sich was, noch dazu bei einer der Kernmarken. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

An diesem Whiskyfreitag widmen wir uns dem letzten Teil der Blackwater Dirtgrain Serie.

Die ersten drei Teile haben wir ja schon verkostet, nun geht es also zum vierten und letzten Teil.

Den Sinn und die Ursprünge dieser Serie haben wir ja schon ein wenig breitgetreten, es geht darum, historische Mashbills in die Gegenwart zu bringen und dabei noch einen letzten Anstoß zu geben, die Regeln für Pot Still Irisch Whisk(e)y anzupassen.

Für diesen Whisky wurde wieder nur eine Zusatzzutat in der Mashbill verwendet, und zwar ist es diesmal wieder Hafer. Aber da auch ein bisschen peated Malt verwendet wurde, dürfte ein Hauch von Rauch auch noch mit dabei sein, schauen wir uns das dann einfach an.

Gereift wurde dieser Whisky übrigens in einem Sherry-Cask. Ob es PX, Oloroso oder eine andere Sherryart war, mit der das Fass vorbelegt war, ist nicht überliefert.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

46% Laureate Barley, 35% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat, 4% Peated Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: Vanille, Rosinen, Schwefel, Dattel, Kokos, leichter Rauch, Birne
Gaumen: Pflaume, Würze, Kohle, weißer Pfeffer, Salz, Dattel
Abgang: lang, Holz, würzig, Schwefel, Marille, Feige

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #93. Meine Abschlussworte zur Dirtgrain-Serie: Schön, wenn man ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Nach einem kurzen Intermezzo kehren wir am heutigen Whiskyfreitag wieder zur Blackwater Distillery aus Ballyduff Upper zurück mit ihrer Dirtgrain Serie.

Teil drei der vierteiligen Dirtgrain Manifesto Box ist bei mir die Mashbill #38, also aus dem Jahr 1838. Die ersten beiden Teile mit den notwendigen Erklärungen sind hier und hier zu finden.

Auch hier haben wir es nur mit einer Zusatzzutat zur Gerste zu tun, diesmal mit Weizen, in diesem Fall 40%. Aber nach aktueller Regelung wäre es auch zu wenig Malz, um als Single Pot Still Whisky durchzugehen.

Mit Weizen hatte ich bis dato beim Thema Whisky noch nicht soooooo viel zu tun, eher beim Bier (oder, lieber Staff?), aber man kann dem Ganzen dann auch mal eine Chance geben.

Der Newmake kam in ein Apple Brandy Fass zum Reifen, was dem Ganzen dann doch eine ziemlich eigenständige Note gibt. Warum Apple Brandy? Das ist die irische Variante des Calvados, und man wollte wohl keine Fässer aus Frankreich importieren.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

40% Laureate Barley, 40% Costello Wheat, 20% Gangway + Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Apple Brandy Fass

Meine Notizen

Farbe: Grüner Veltliner
Nase: Apfel, Vanille, Kirsche, gebackene Banane, Pfirsich, Zitrus, Ananas
Gaumen: Granny Smith & Gala Äpfel, Honig, vollmundig, würzig, Banane
Abgang: mitellang, Apfel, Orangemarmelade, Majoran, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #38. Eine sehr eigenwillige Fassreifung, aber mir schmeckt der gar nicht so schlecht. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Secret Irish 1990

Secret Irish 1990 (c) deinwhisky.de
©deinwhisky.de

In UK gibts eine Sendung, die beginnt immer mit den Worten: „It´s friday, it´s 7:30, it´s still number 1, it´s Top of the Pops“. Gut, wir sind keine Musiksendung, aber der Whiskeyfreitag ist schon eine liebgewordene Tradition, also zumindest ich habe sie liebgewonnen. Deshalb auch diesen Freitag wieder eine Tasting Note von mir, heute zum Secret Irish von deinwhisky.de.

Wie komme ich zu dieser Ehre? Also fangen wir mal so an: Rainer, der Obmann des Whisky Circle Pinzgau und somit eine Institution hier bei uns, bekommt manches Mal das eine oder andere Sample zugesandt mit der Bitte, diesen Whisky zu verkosten. So auch dieses Mal: Sebastian von deinwhisky.de hat ihm drei Samples geschickt. Zwei davon hat der liebe Rainer dann auch verkostet und die Notes dazu findet ihr hier und hier.

Irgendwie kam der gute Mann dann auf die Idee, mir das dritte Sample im Bunde zu überlassen. Ich sei ja bei uns im Verein der CIWO, also der Chief Irish Whiskey Officer. Ja, meine Schwäche für die grüne Insel und die Whiskeys von eben dort ist wohl evident und gut dokumentiert. Deshalb hat er mir diese überaus verantwortungsvolle Aufgabe dann auch zugeteilt.

„Historischer“ Kontext

Hier haben wir es mit einem sehr seltenen Single Malt zu tun, denn im Jahr 1990, in dem dieser Whiskey destillert wurde, gab es nur drei Brennereien auf der grünen Insel, nämlich Midleton (hier wird allerdings kein Maltwhiskey gebrannt), Bushmills und Cooley. Cooley war zu diesem Zeitpunkt erst 3 Jahre in Betrieb. Das heißt, zu dieser Zeit war nicht viel irischer Whiskey auf dem Markt. Irish Distillers wurde kurz zuvor von Pernod Ricard (in diesem Fall als sogenannter „weißer Ritter“, um eine Zerschlagung zu verhindern) übernommen. Es war also eine spannende Zeit, aber die Produktion hatte bei Weitem noch nicht den aktuellen Level erreicht.

Da Sebastian davon spricht, dass dieser Tropfen der bekanntesten Brennerei Irlands entspringt, liegt der Schluss nahe, dass es sich hierbei um einen Single Malt aus Bushmills handelt. Ich persönlich lege mich halt mal darauf fest.

Zu teuer? Eher nein

Wer den Preis von € 599,- als zu teuer bemängelt, dem sei der aktuelle 30jährige aus der Core Range von Bushmills ans Herz gelegt, der bei zugegebenermaßen schönen 46 % ABV mit wohlfeilen € 1.900,- zu Buche schlägt, also ungefähr. Das sollte diesen Preis wieder ein wenig relativieren. Und auch das kunstvolle Etikett dieses Secret Irish sei nochmals erwähnt.

Wirklich viel Whiskey war wohl nicht mehr in diesem Fass, denn es sind sich nur noch 141 Flaschen in Fassstärke ausgegangen.

Fakten zum Secret Irish 1990

Produzent: vermutlich Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 50,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1990
Bottled: 2023
Alter: 33 Jahre
Fass: Rum Cask

Meine Notizen

Farbe: schönes Gold
Nase: Vanille, Ananas, Kokos, Shortbread, Kampfer, süß, Rum, Banane
Gaumen: Banane, Kokos, sehr würzig, trocken, Rumtopf, Rosinen, sehr cremig, Butter, Karamell
Abgang: lang, würzig, Eiche, süß, Pfirsich, Haselnuss, Kokos, Feige, altes Leder, staubig

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Secret Irish 1990. Was für ein Genuss und wie schön, an solch alte Tropfen zu kommen. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Danke dir, lieber Sebastian!

Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Am letzten Whiskeyfreitag gab es den ersten Blackwater Dirtgrain. Und da das Ganze als Set von vier Whiskys (bei Blackwater ohne das „e“) verkauft wurde, hier nun der zweite davon, Mashbill #08.

Die Mashbills sind bei Blackwater jetzt nicht durchnummeriert, sondern hier geht es um die Jahreszahlen. Also diese Mashbill stammt von Dokumenten aus dem Jahr 1908.

Hatten wir letzte Woche noch mit Rye und Wheat zu tun, kommt dieses Mal als „Zusatzzutat“ einzig und allein Hafer vor, davon aber dann auch mehr als die aktuelle Regelung für Single Pot Still Whiskey zulässt.

Dieser Tropfen wurde dann in einem ex-Bourbon Fass gereift. Puristen mögen jetzt sagen: 1908 waren doch Bourbon Fässer in Europa so gut wie gar nicht verbreitet, und sie haben auch recht. Aber hier wurde eben nicht versucht, die alten Whiskeys eins zu eins nachzubauen, sondern es wurde versucht, die alten Mashbills mit heutigen Produktions- und Reifungstechniken an die aktuelle Zeit anzupassen.

Die Alkoholstärken variieren übrigens bei allen vier Abfüllungen. Und das nicht, weil hier in Fassstärke abgefüllt wurde, nein, es wurde der optimale Alkoholgehalt für jede Abfüllung gesucht.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

50% Gangway & Laureate Malt, 35% Laureate Malt, 15% Husky Oat

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 45,3 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Vanille, Honig, leicht metallisch, Birne, etwas grasig, Orangenzeste
Gaumen: Zitrus, etwas metallisch, Karamell, butterig, Butterscotch, Rosmarin, würzig
Abgang: Rosmarin, Thymian, würzig, Holz, Litschi

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #08. Der schmeckt komplett anders als der #15, aber auch wirklich interessant. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #15

Am heutigen Whiskeyfreitag gehts mal um etwas ziemlich Spannendes. Und zwar um einen Blackwater Dirtgrain, heute die Mashbill #15.

Vor einigen Wochen habe ich euch ja schon mal erzählt von den Bemühungen, die geografisch geschützte Bezeichnung „Pot Still Irish Whiskey“ ein wenig zu erweitern, da die aktuell erlaubte Mashbill (mind. 30% Gerstenmalz, mind. 30% ungemälzte Gerste und max. 5% anderes Getreide) relativ wenig mit den historischen Mashbills zu tun hat, die tatsächlich in Irland verwendet wurden. Einer der Vorreiter hier ist Brendan Carty mit seiner Killowen Distillery, ein anderer ist Peter Mulryan, ein ehemaliger Fernsehproduzent, mit seiner Blackwater Distillery.

Diese beiden Herren sind relativ beharrlich, was dieses Thema betrifft und wohl auch mit Erfolg, denn inzwischen liegt der Antrag auf Änderung, der vom irischen Landwirtschaftsministerium abgesegnet wurde, in Brüssel auf.

Peter Mulryan ist eine sehr interessante Persönlichkeit, er war wie gesagt früher im Fernsehbusiness und war da unter Anderem für die Weihnachtsshow der BBC verantwortlich, wurde mir zugetragen. Im Zuge eines Drehs in Griechenland kam er mit Whiskey in Berührung und das Thema hat ihn dann nicht mehr losgelassen (woher kennen wir solche ähnlichen Geschichten nur?). Er hat sich ziemlich hineingetigert und dann erst mal eine Gin Brennerei im County Waterford aufgemacht und er war und ist auch noch als unabhängiger Abfüller tätig, siehe die Marke Velvet Cap. Und meines Wissens ist er auch noch für eine Exklusivmarke für Aldi Ireland verantwortlich.

Peter hat sich also auf diese alten Rezepturen gestürzt und dann wurde Einiges davon auch destilliert. Für den ersten Release haben sie bei Blackwater dann vier dieser Rezepturen ausgewählt, je ein einzelnes Fass, diese Fässer wurden dann separat abgefüllt in kleine 0,2 Liter Flaschen und als Paket angeboten, gemeinsam mit einem kleinen Buch dazu.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky (bei Blackwater schreiben sie ihn ohne das berühmte „e“) schaut die Mashbill übrigens so aus: 40% Laureate Barley (unmalted), 30% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat (also Hafer), 12% Costello Wheat & 3% Perfomer Rye. Nach aktueller Regelung ist das natürlich kein Single Pot Still, aber nach der eingereichten Regelung schon.

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #15

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 44,2 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Rye Fass

Meine Notizen

Farbe: strohgelb
Nase: sehr süß, Obstsalat, Orange, Apfel, Kokos, Ananas, Grapefruit
Gaumen: Orange, Mango, Würze, Eukalyptus, buttrig, Banane, krätuerig
Abgang: Kräuter, Butterkeks, ölig, würzig, Banane, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #15. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Tropfen, aber ich finde ihn wirklich spannend. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Sod´em & Begorragh

Dingle scheint momentan ein wenig ein Stammgast zu sein, was meinen Whiskeyfreitag betrifft. Ja, da kann ich gar nicht viel dagegen argumentieren, aber keine Sorge, nächste Woche kommt wieder mal was Anderes.

Noch ist es gar nicht lange her, da hat mich die Info vom Celtic Whiskey Shop in Dublin erreicht, dass sie ein neues Founding Fathers Fass von Dingle abgefüllt hätten. Die Story mit den Founding Fathers könnt ihr beispielsweise hier und auf der Seite des Whisky Circle Pinzgau bereits mehrmals nachlesen, aber auch auf vielen anderen Seiten im Internet gibts die Geschichte dazu.

Und wenn irgendwo was von Dingle auftaucht, bin ich halt auch sehr geneigt, hier ein wenig Geld auszugeben. So auch in diesem Fall.

Da der Celtic Whiskey Shop nicht nur ein Fass gekauft hatte, ist das nunmehr auch die dritte (und auch letzte) Abfüllung unter diesem Namen „Sod´em & Begorragh“. Die erste Abfüllung war eine Reifung im Ex-Bourbon Fass, die zweite war in einem Sherry Fass gelagert, und die dritte kombiniert nun beide Vorbelegungen.

Erst lag dieser Single Malt Whiskey für ganze fünfeinhalb Jahre in einem ex-Bourbonfass, dann kamen noch dreieinhalb Jahre Lagerung in einem Sherryfass dazu. Das ergibt insgesamt 9 Jahre Reifung. Und ich würde dann fast von einer zweiten Reifung im Sherryfass sprechen, und nicht von einem Finish, denn die dreieinhalb Jahre an sich würden schon Whiskey ergeben, der sich auch so nennen darf.

221 Flaschen sind sich in Fassstärke ausgegangen, die eine oder andere wäre noch hier zu ergattern. Der Celitc Whiskey Shop liefert auch (gegen entsprechendes Entgelt natürlich) nach Österreich und Deutschland.

Fakten zum Dingle Sod´em & Begorragh

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,8 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: 9 Jahre
Fass: ex-Bourbon Fass, Finish im Ex-Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Karamell, Marzipan, Mandel, Feige, leicht schwefelig
Gaumen: starker Antritt, Dattel, Holzwürze, dunkle Früchte, schwefelig
Abgang: lang, würzig, Feige, Schwefel, Karamell, kräuterig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Sod´em & Begorragh. Nichts für die breite Masse, aber mir gefällt er. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle The Long Hall

So, wir haben wieder Whiskeyfreitag und da darf ich heute etwas präsentieren, an das man wirklich nur schwer kommt, aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Ich war ja im Mai dieses Jahres in Dublin unterwegs, unter Anderem zur Whiskey Live. Und das habe ich zum Anlass genommen, mir einen Whiskey zu holen, den es wirklich nur vor Ort in Dublin und hier in einer einzigen Bar gibt.

Vom Founding Fathers Programm der Dingle Distillery haben wir ja bereits das eine oder andere Mal erzählt, damals wurden zur Finanzierung der Brennerei 500 Fässer an Interessenten verkauft. Das war sozusagen die Blaupause für viele der anderen jungen Brennereien auf der Emerald Isle, die das Fassprogramm mehr oder weniger kopiert haben.

In diesem Fall wurde seinerzeit ein Fass von den Betreibern der Long Hall, einer sehr bekannten Bar in Dublin, erworben. Und zwar handelte es sich hierbei um ein ex-Bourbon Barrel, in das dann Pot Still Newmake gefüllt wurde.

Dieser nunmehrige Whiskey wurde dann 2022 in Flaschen gefüllt, leider nicht in Fassstärke, sondern auf 46,5% ABV eingestellt, wohl um etwas mehr Flaschen zu erhalten. Und diesen Whiskey gibt es tatsächlich nur in der Long Hall in Dublin zu kaufen, sonst nirgendwo. Auch einen Versand gibt es hier nicht, also habe ich die Gelegenheit im Mai beim Schopf gepackt. Immerhin verspricht Single Pot Still aus dem ex-Bourbon Fass ein sehr schönes Geschmackserlebnis, siehe der hier.

Es sei noch erwähnt, dass sich von diesem Fass 317 Flaschen ausgingen.

Fakten zum Dingle The Long Hall

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: strohgold
Nase: Vanille, Karamell, Banane, Pfirsich, Eukalyptus
Gaumen: Vanille, Eichenwürze, schwarzer Pfeffer, süß, Honig, cremig
Abgang: lang, Karamell, Röstaromen, Birne, Pfirsich, Marille

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle The Long Hall. Hier hat man wieder mal meine Geschmack sehr gut getroffen, Single Pot Still aus dem Bourbonfass, und das von Dingle. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ledaig 2007 DRFS

Heute gibts zum Whiskyfreitag mal wieder etwas ohne das berühmte „e“ im Namen, also einen Tropfen aus Schottland. Es gibt einen Ledaig.

Die meisten von uns wissen ja, dass Ledaig die getorfte Variante aus der Tobermory Distillery ist, welche sich auf der Isle of Mull befindet. Dort wird in der einen Hälfte vom Jahr getorfter Whisky erzeugt, eben Ledaig, und in der anderen Hälfte ungetorfter Whisky, der unter dem Namen Tobermory verkauft wird.

Ledaig ist ja bekannt für seine Kuhstallnoten, so nennen wir das halt unter uns. Und wenn man so wie ich auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, dann ist einem so ein Geruch bzw. Aroma nicht ganz fremd und man kann damit etwas anfangen.

Bei diesem Tröpfchen handelt es sich um eine Gruppenabfüllung für die Facebook-Gruppe „Friends of Tobermory Distillery“. Wie komme ich jetzt dazu? Naja, in grauer Vorzeit, die uns glücklicherweise kaum mehr erinnerlich ist, war es mal so, dass wir uns dank eines Virus´, der die ganze Welt in Atem hielt (oder der Welt den Atem kostete), nicht wirklich gefahrlos treffen konnten, so haben sich auch die Whiskytastings damals in den virtuellen Raum verschoben. Und dann bin ich irgendwie in diese Gruppe reingerutscht. Dort sind alles lauter nette Leute, und so haben wir einige Kontakte knüpfen können und wir freuen uns auf die unregelmäßig stattfindenden gemeinsamen Tastings.

Und dieser Whisky hier war die erste Gruppenabfüllung. Das haben die Admins der Gruppe dann gemeinsam mit dem Wu Dram Clan hinbekommen.

Da aus einem Hogshead gewöhnlicherweise mehr als 70 Flaschen rauskommen, ist die Annahme richtig, dass hier nur ein Teil dieses Fasses für die Friends of Tobermory Distillery abgefüllt wurde, den anderen Teil hat der Wu Dram Clan selbst abgefüllt (Verhältnis 1:2)

Fakten zum Ledaig 2007 DRFS

Produzent: Tobermory Distillery, Isle of Mull, Schottland
Abfüller: Wu Dram Clan for Friends of Tobermory Distillery
Alkoholgehalt: 49,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 02.2007
Bottled: 02.2023
Alter: 16 Jahre
Fass: ex-Bourbon Hogshead

Meine Notizen

Farbe: Chardonnay
Nase: Vanille, süßer Rauch, Marille, Karamell, Holzkohle, Rosmarin, Kuhstall (hier ist er ja), Honig
Gaumen: Starker Antritt, Rauch, Asche, Zitrone, Grapefruit, Sägespäne, Cremig
Abgang: mittellang, leicht jodig, metallisch, kalte Asche, Brombeeren

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Ledaig 2007 DRFS. So stell ich mir einen schönen Ledaig vor, und die Reifung im ex-Bourbonfass tut das Ihre dazu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Bealtaine

Nach einer kleinen Urlaubspause gibts den schon gewohnten Whiskeyfreitag wieder, diesmal wieder etwas aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Seit Ende letzten Jahres hat Dingle ihre neue „Wheel of the Year“ Serie bespielt, der Samhain und der La Le Bride sind schon erschienen, beides Single Malts. Und nun kam Anfang Mai der dritte Teil dieser voraussichtlich achtteiligen Serie auf den Markt, nämlich der Bealtaine, ein Single Pot Still.

Die beiden ersten waren ja Single Malts, von daher ein kleiner Unterschied, aber das passt aus meiner Sicht auch gut so, stellt die Brennerei doch beide Stile her. Und auch der Alkoholgehalt unterscheidet sich von den Single Malts, statt 50,5% ABV gibts hier zwei Umdrehungen mehr, also 52,5% ABV. Fassstark ist das nicht, dieser Alkoholgehalt wurde bewusst so gewählt.

Wie bei den beiden anderen Wheels hat man auch hier wieder bourbongereiften Whiskey genommen und gefinished. Diesmal in ex-Shiraz Fässern, was dem Ganzen natürlich einen weinigeren Charakter gibt, und Rotweinfinishes sind ja auch recht angesagt. Serge hat zwar ein ganz schwieriges Verhältnis zu diesen, und auch ich finde, hier muss man sehr aufpassen, damit das Fass den Whiskey nicht erschlägt, aber wenn es gut gemacht wird, kann es durchaus eine Bereicherung sein.

Jetzt mal zu den Fakten: Von dem hier wurden weniger Flaschen abgefüllt als von den Single Malts davor, nämlich nur 5500. Anfang Mai ist er in Irland erschienen, ich rechne damit, ihn im Juli in Deutschland zu sehen, und dann auch in Österreich.

Fakten zum Dingle Bealtaine

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 52,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fässer, Finish in Shiraz Fäsern

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Pflaume, Kirsch, Birne, Pfirsich, sehr fruchtig, Traube, Rosmarin
Gaumen: Tannine, recht wenig, Holz, Pflaume, Rotwein, sehr cremig, Ananas, Würze
Abgang: lang, würzig, Eiche, Rotwein, Pflaume, Pfirsich, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Bealtaine. Das ist ein sehr schöner Whiskey, und auch das Rotweinfinish ist noch nicht zu viel. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.