Großer Fan der grünen Insel und von hier zum Whisky, in dem Fall also "Whiskey" gestoßen. Die Schwäche für irische Whiskeys ist also evident.

Dingle 10yo

Dingle 10yo

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch den Besuch der Whiskeylive in Dublin, wieder einen schönen Irish Whiskey von Dingle.

Auf eben dieser Whiskeylive in Dublin habe ich diesen Whiskey auch verkosten können. Gut, ich hatte mir davor schon ein Fläschchen gesichert, oder auch zwei.

Dieser Whiskey markiert nämlich einen absoluten Meilenstein für die Dingle Distillery selbst, aber auch für den Irish Whiskey als Kategorie. Denn es ist der erste zehnjährige der Brennerei, in der am 18. Dezember 2012 erstmals Whiskey destilliert wurde, und es ist auch einer der ersten Irish Whiskeys mit einer zweistelligen Altersangabe aus einer sogenannten neuen Brennerei. Klar, West Cork war früher dran, aber deren Zielgruppe und deren Herangehensweise an das Thema ist auch völlig anders. Dies möchte ich jedoch nicht werten, denn Beides hat seine Berechtigung.

Mitte April ging es in den sozialen Medien rund, da hat Dingle etwas angeteasert, was viele nicht wirklich einschätzen konnten. Ich hab damals ins Blaue geschossen und gesagt, es könnte der erste Zehnjährige sein. Ein paar Tage später hat sich gezeigt, dass ich zufällig richtig gelegen bin. Also nein, es waren keine Insiderinformationen dabei, einfach nur gut geraten.

Dieser Zehnjährige ist aus einem Single Cask, also war der Release entsprechend limitiert und natürlich auch binnen weniger Minuten ausverkauft, und das, obwohl der Preis mit € 385,- sehr ambitioniert war. Aber hier geht es ja auch nicht darum, einen guten Whiskey zu trinken, hier hat man tatsächlich ein kleines Stück Geschichte in der Hand.

Auch die Verpackung ist sehr edel gestaltet, die Holzbox ist sehr aufwändig, auch das Motiv auf der Flasche entstammt der Feder einer Künstlerin,….. Also alles in Allem hat man hier schon sehr viel Aufwand betrieben, und das schlägt sich dann auch im Preis nieder.

Fakten zum Dingle 10yo

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Februar 2013
Bottled: März 2023
Alter: 10 Jahre
Fass: First Fill Bourbon Barrel

Meine Notizen

Farbe: gelbgold
Nase: Vanille, Birne, Pfirsich, leichter Rosmarin, Karamell, etwas Minze
Gaumen: sehr kräftig, Marille, Würze, deutlich Eiche, Ananas, Walnuss, mit Speichel sehr cremig
Abgang: lang, Würze, etwas staubig, Salz, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 10yo. Das ist jetzt kein einfacher Single Malt, der hat wirklich Ecken und Kanten, aber ich mag ihn sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ich hätte niemals vom Scotch zu den Martinis gehen sollen. - Humphrey Bogart


Teeling Blackpitts Big Smoke

Am heutigen Whiskeyfreitag begeben wir uns wieder in die Hauptstadt Irlands, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Whiskeyhauptstadt der Welt war, nach Dublin, genauer gesagt zu Teeling.

Der Name Teeling ist ja in Irland untrennbar mit dem Thema Whiskey verbunden. John Teeling, der „Godfather of Irish Whiskey“, hat ja 1987 das Monopol von Irish Distillers aufgebrochen, indem er die Cooley Brennerei eröffnet hat, diese Wurde dann im Jahr 2011 an Beam, nunmehr Beam Suntory, verkauft. John Teeling, also der Senior, dann dann im Jahr 2015 die Great Northern Distillery in Dundalk eröffnet. Seine Söhne Jack und Stephen haben hingegen den Namen „Teeling“ in Dublin wieder aufleben lassen. Das Logo zeigt auch den Vogel Phoenix, der sich grade aus der Asche erhebt, soll also die Renaissance des Irish Whiskey generell und der Familie Teeling im Speziellen darstellen.

Übrigens ist der Getränkegigant Barcardi zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Teeling Distillery beteiligt, es gibt Gerüchte, dass eine Komplettübernahme bevorstünde oder zumindest eine Mehrheitsbeteiligung. Mal sehen.

Im Jahr 2020 hat man von Teeling her einen peated Single Malt veröffentlicht, mit 46% ABV und dreifach destilliert. Fakt war, dass hier der Torf noch nicht so richtig durchgekommen ist, denn der dritte Destillationslauf hat dem Ganzen noch sehr viel Kraft genommen.

Jetzt wurde dann Ende 2022 ein Blackpitts in Fasstärke veröffentlich, der sich „Big Smoke“ nennt. Der unterscheidet sich von der Abfüllung in Trinkstärke nicht nur durch eine andere Fassauswahl, sondern auch dadurch, dass man sich dann hier für eine zweifache Destillation entschieden hat. Da bleibt mehr Phenol im Destillat, und das schmeckt man auch deutlich.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey mal genauer an.

Fakten zum Teeling Blackpitts Big Smoke

Produzent: Teeling Distillery, Dublin, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: Vanille, Rauch, Grapefruit, Salz, weißer Pfeffer
Gaumen: leichter Rauch, Asche, Trauben, Zitrone
Abgang: mittellang, Asche, Zitrone, ein kleines Bisschen eindimensional

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Teeling Blackpitts Big Smoke. Einer der Vorreiter für getorften Irish Whiskey, da kommt aber noch Einiges auf uns zu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Die Ansicht, dass Whisky beim altern besser wird, stimmt. Je älter ich werde, desto lieber mag ich ihn. - Ronnie Corbett


Ardbeg Heavy Vapours

Whiskyfreitag, heute mal ohne das berühmte „e“. Also sind wir in Schottland unterwegs, auf Islay, und zwar bei Ardbeg, um ganz genau zu sein.

Ardbeg hat sich ja über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf aufgebaut und kann dank der Zugehörigkeit zum LVMH-Konzern so richtig die Marketingschiene bedienen. Und die Leute bei Ardbeg machen das immer extrem gekonnt.

In den diversesten Facebookgruppen wird ja immer wieder gesagt: Ich kauf mir jetzt keinen Ardbeg mehr, weil der Server bricht bei denen regelmäßig zusammen, wenns mal wieder einen sogenannten Committee-Release gibt, das ist doch alles nur junges Zeug, das mit einer Story drum herum verkauft wird und überhaupt sei sowieso alles ein richtiger Käse.

Andererseits sind die Sonderabfüllungen, egal ob es jetzt der jährliche Committee-Release ist oder sonst eine Spezialität, ich denke hier beispielsweise an den Fermutation oder den BizarreBQ, binnen weniger Minuten ausverkauft. Also sind wir dann doch wieder alle sogenannte Marketingopfer.

In diesem Fall hier handelt es sich um ein Destillat, welches ohne Purifier gewonnen wurde, mehr Details dazu haben die lieben Leute von Whiskyexperts zusammengetragen. Also mal schauen, was hier dann rauskommt

Fakten zum Ardbeg Heavy Vapours

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 22. November 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: süßer Rauch, Ananas, Birne, Marille, leicht weinig, das, was man landläufig unter „medinzisch“ kennt
Gaumen: Zitrusnoten, Grapefruit, Torf, erdig, cremig, Minze
Abgang: mittellang, Orange, torfig, medizinisch, recht weich (wenn ich das so sagen darf)

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Ardbeg Heavy Vapours. Ich habe schon sehr viele gute Ardbegs getrunken, aus meiner persönlichen Sicht ist das einer der etwas schwächeren. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Einen sehr guten Single Malt zu destillieren, ist eine Wissenschaft, einen sehr guten Blend zu machen, höchste Kunst. - Samuel Bronfman


Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Whiskeyfreitag und wir widmen uns mal wieder einer Schwäche meinerseits: Thomond Gate.

Nick Ryan ist ja ein sehr umtriebiger Mann, der nicht nur seine eigene Whiskeymarke Thomond Gate am Start hat und eine Brennerei in Limerick eröffnen will, sondern auch Leute ausbildet in seinem Irish Whiskey and Spirits Institute. Die Liste seiner Klienten liest sich wie das Who-is-Who der irischen Whiskeybranche.

Bis dato konnte ich ja sehr viel über seine Whiskeys mit verschiedenen Finishes berichten, diesmal ist es aber kein Sherry-, Port-, Bier- oder peated Bourbon-Finish, nein, es ist ein Weinfinish in Fässern aus dem sehr bekannten und traditionsreichen Chateau Kirwan. Und ja, auch hier gibt es wieder eine irische Verbindung, da die Tochter des Gründers im 18. Jahrhundert einen Iren heiratete, dessen Name Mark Kirwan war. Damit ist auch die Herkunft des Namens dieses Weingutes geklärt.

Dieser Whiskey war wie alle seine Vorgänger recht rasch ausverkauft, die Fanbase ist schon recht groß.

Welcher Wein genau vorher in diesem Fas lag, ist nicht bekannt, also zumindest mir nicht, aber die Angabe Ruby Port bei Whiskybase dürfte nicht ganz korrekt sein.

Fakten zum Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,39 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 6. Februar 2023
Alter: NAS
Fass: Chateau Kirwan Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: tiefes Gold
Nase: Salzkaramell, Ribisel, Pfirsich, Vanille, blumig
Gaumen: sehr kräftig, Vanillepudding, cremig, Würze, Tannine, Trauben
Abgang: lang, weinig, Traube, Ribisel, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish. Rotweinfinishes sind ein schwieriges Thema, das kann sehr schnell zu viel werden, hier aber nicht. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Einen sehr guten Single Malt zu destillieren, ist eine Wissenschaft, einen sehr guten Blend zu machen, höchste Kunst. - Samuel Bronfman


Powers John´s Lane 12yo

Powers John´s Lane 12yo

An diesem Whiskeyfreitag darf ich euch einen wunderschönen Standard aus der Midleton Distillery an die Hand geben, den Powers John´s Lane.

Im Jahr 1966 gab es in der Republik Irland nur noch drei Whiskeybrennereien (im Norden gab es zu diesem Zeitpunkt auch nur noch Bushmills), und auch diese drei Brennereien hatten massive Probleme und waren teilweise nur noch wenige Woche im Jahr in Betrieb.

Die irische Whiskeyindustrie, die im späten 19. Jahrhundert noch Weltmarktführer war, hatte unter verschiedenen Dingen gelitten und war brutal geschrumpft. Einerseits war es natürlich die irische Unabhängigkeit, die den Markt im UK und im Commonwealth verschlossen hat, dank Handelsembargos, die in Westminster beschlossen wurden, andererseits war natürlich auch die Prohibition in den USA nicht wirklich hilfreich für den Whiskeyabsatz. Weiters hat sich die irische Whiskeyindustrie mit Händen und Füßen gegen die Einführung von Columnstills gewehrt und dann gab es auch noch einen Ausfuhrstopp der irischen Regierung für auf der Insel produzierte Waren,….. Alles in Allem eine schwierige Gemengelage, teilweise auch ein wenig selbstverschuldet, teilweise aber auch von Außen auf die Whiskeyindustrie hereinprasselnd.

Das führte zu einem Brennereisterben in der Republik Irland, bis nur noch drei davon übrig geblieben sind, nämlich die Cork Distillery Company in Midleton sowie John Jameson & Son und John Power & Son aus Dublin. Im Jahr 1966 wurden diese drei Firmen auf Initiative von Frank O´Reilly von der Powers Familie hin zu Irish Distillers fusioniert, damit der runiöse Kampf um den sehr kleinen Heimatmarkt ein Ende hat und man sich gemeinsam auf die Expansion in andere Länder kümmern kann.

Um die John´s Lane Distillery zu ehren

Die Marken aller drei früheren Brennereien wurden dann noch weitergeführt, aber für die internationale Expansion wurde dann die Marke „Jameson“ ausgewählt, obwohl zur Hochblüte die Marke „Powers“ alle anderen überstrahlt hat.

Powers führt im deutschsprachigen Bereich eher ein Nischendasein, das aber völlig zu Unrecht. Und auch bei Irish Distillers hat man entdeckt, dass man den internationalen Markt auch mit vielen Marken beackern kann.

Powers wurde früher in der Brennerei in der John´s Lane in Dublin hergestellt, diese Destillerie gibt es inzwischen nicht mehr, aber um ihr dennoch ein flüssiges Denkmal zu setzen, wurde dieser Powers 12yo mit dem Beinamen „John´s Lane“ versehen, und dieser Whiskey zeigt auch, welches Potential in Pot Still Irish Whiskey steckt.

Um sich von Redbreast ein wenig abzugrenzen, der ja eher für Sherrywhiskeys bekannt ist, wird Powers Whiskey vorrangig in ex-Bourbon Fässern gelagert.

Fakten zum Powers John´s Lane 12yo

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2021
Alter: 12 Jahre
Fass: American bourbon casks, Oloroso sherry butts

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Karamell, Pfirsich, süß, Zuckerwatte, Waldboden, Kräuter
Gaumen: Vanille, Honig, Eiche, Würze, leicht bananig
Abgang: mittellang, würzig, Vanille, Waldhonig, Kräuter

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Powers John´s Lane. Ich mag diesen Whiskey wirklich sehr gerne, und da bin ich sicherlich nicht der Einzige. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whisky ist bei weitem das beliebteste aller Heilmittel, die eine Erkältung nicht heilen. - Jerry Vale


Killowen Barántúil Cask 024

Whiskeyfreitag, und heute gibts etwas aus einer der spannendsten Destillerien der Emerald Isle, und zwar von Killowen.

Killowen ist eine der kleinsten Brennereien auf der Insel, sie befindet sich im County Down in den Mourne Mountains, also in Nordirland. Brendan Carty, der Inhaber und Master Distiller, ist einer der ganz wilden Hunde in der irischen Whiskeyszene, den er ist einer der Vorreiter, wenn es darum geht, das „Technical File“ zum Irish Pot Still Whiskey zu ändern.

Was ist denn das? Es gibt so geografisch geschützte Bezeichnungen, wie Wachauer Marille, Steirisches Kürbiskernöl, Südtiroler Speck,……. Und für alle diese geschützten Bezeichnungen gibt es Regeln, die in den „Technical Files“ festgehalten sind. Diese sind manchmal etwas absurd, als Beispiel mag hier dienen, dass Kürbiskernöl aus dem Aichfeld, also der Gegend rund um Judenburg und Knittelfeld zwar aus der Steiermark kommt, aber nicht als Steirisches Kürbiskernöl bezeichnet werden darf. Aber die Kürbiskerne für Steirisches Kürbiskernöl können gerne auch aus gewissen Gegenden des Burgenlandes kommen oder aus Teilen Sloweniens. Das muss man jetzt nicht verstehen, ist aber so.

Und so ähnlich ist die Sache mit dem Irish Pot Still Whiskey, hier wurden die Regeln zu einer Zeit festgelegt, wo es im Grunde nur einen Produzenten dieser Whiskeyart gab, und zwar die Irish Distillers in Midleton. Jetzt hat man dort nachgefragt, was denn Pot Still Whiskey ausmacht, die haben natürlich ihren aktuellen Stand der Dinge weitergegeben.

Tatsache ist aber, dass die Mashbills früher ganz anders ausgesehen haben als die aktuelle Regel: mind. 30% gemälzte Gerste, mind. 30% ungemälzte Gerste, max. 5% anderes Getreide.

Wie kommt man jetzt an diesen Stoff?

Und jetzt ist es so, dass es unglaublich schwer ist, an Ware von Killowen zu kommen, denn Brendan hat eine sehr treue und fast ein wenig fanatische Fangemeinde, den Killowen Kult. Und die kaufen alles auf, was es gibt. Ein Mitglied dieses Kults kommt auch aus dem Pinzgau 😉 Und ich hatte auch etwas Glück.

Warum ist Brendan jetzt ein Rebell? In diesem Fall war es so, dass Brendan 3 Säcke ungemälzte Gerste verwendet hat, 7 Säcke geräuchertes Gerstenmalz (er schreibt von Smoked Malted Barley), 2 Säcke Hafer, 1 Sack Weizen und 1 Sack Roggen. Also auch die Mengenangaben wie früher. Er nennt diesen „Non-GI Pot Sill“ halt dann Mixed Mashbill.

Wer noch mehr über diesen Whiskey erfahren will, hier der Beipackzettel:

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 024

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,41 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: September 2019
Bottled: März 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, First Fill

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: süßer Rauch, Birne, Honig, Würze, sehr reichhaltig
Gaumen: cremig, sehr kräftig, Rauch, süß, Thymian, Würze, Salzkaramell, Menthol
Abgang: lang, Rosmarin, Rauch, sehr würzig, Honig, angenehm herb.

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 024. Unglaublich spannender und außergewöhnlicher Whiskey, ich freue mich auf mehr. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy

Whiskeyfreitag und noch dazu Osterwochenende? Da muss man dann ja doch etwas ganz Besonderes nehmen. Heute gehts um den Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy.

Midleton Very Rare ist klar, das ist sozusagen die „Showcase“ Marke von Irish Distillers. Da gibts jedes Jahr einen Release, der recht gehyped wird, das machen die Leute dort auch recht geschickt, da wird dort mal was veröffentlicht, dann bringt der nächste Shop zwei Wochen später die seinigen Vorräte auf den Markt,…. Also solche Spielchen wie sie natürlich auch die Schotten bestens beherrschen.

Und Barry Crockett war ein legendärer Master Distiller in Midleton, er war der erste „Chef“ der New Midleton Distillery und war insgesamt gezählte 47 Jahre dort, bevor er dann in den wohlverdienten Unruhestand gegangen ist. Er hat auch die Marke Midleton Very Rare, unter Kennern MVR genannt, kreiert und diese mit Leben erfüllt. Und zu seinem Abschied hat er dann seine eigene Reihe bekommen, den MVR Barry Crockett Legacy.

Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen den beiden Reihen? Der „normale“ MVR hat immer auch einen deutlichen Sherryeinfluss und es ist ein Blend aus Single Pot Still und Single Grain Whiskeys, alle schon recht alt, da kommt kaum etwas in die Flasche, das unter 20 Jahre alt ist. Der Barry Crockett Legacy ist ein Single Pot Still und hat im Grunde keinen bis sehr wenig Sherryeinfluss, aktuell sind es seasoned and unseasoned American Bourbon Barrels.

Ich habe auf der kürzlich stattgefundenen Village in Nürnberg die beiden aktuellen MVRs querverkostet und mich hat der Barry Crockett einfach mehr überzeugt. Einerseits habe ich aktuell eine Schwäche für ex-Bourbon-Reifungen und andererseits tun dem Barry Crockett die 46% sehr gut im Gegensatz zu den 40% des normalen MVR.

Also musste dann doch ein solches Fläschchen in den Pinzgau, und ja, die Flasche allein ist es ja nicht, schon die Verpackung ist ein wunderbares „Erlebnis“.

Fakten zum Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Seasoned & unseasoned American Bourbon

Meine Notizen

Farbe: Gelbgold
Nase: Kramellkekse, Malzzuckerl, Pfirsich, Mandarine
Gaumen: sehr cremig, Vanille, Shortbread ohne Ende, leicht buttrig mit ebendiesem Butteraroma
Abgang: mittellang, Vanille, Shortbread, Shortbread, Shortbread, Butter

Meine Bewertung: Ich gebe 90 Punkte für den Midleton Very Rare Barry Crockett Legacy. Machen wir es kurz: Der ist ein wahres Gedicht, ich könnte mich hineinlegen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Connacht Single Malt Batch One

Whiskeyfreitag, und nach einer Woche Pause wieder mal etwas aus Irland. Es geht in den Westen, und zwar zur Connacht Distillery.

Unweit des imposanten Downpatrick Head befindet sich die 2015 gegründete Brennerei, die in gewisser Weise ein irisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt darstellt. Hier wird halt deutlich, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts viele Iren in die USA ausgewandert sind, um der großen Hungersnot zu entgehen. In den USA gibt es inzwischen weit mehr irischstämmige Menschen als in Irland.

Jetzt hat man auf der Village in Nürnberg vernommen, das Mareike Spitzer ein Connacht Single Cask herausbringt, verkosten durfte ich es auch schon, aber ich stehe nun auf der Warteliste, denn es war nur eine Verkostungsflasche vor Ort, die Lieferung war wohl irgendwo auf dem Weg von Irland nach Deutschland. Und wenn dann schon mal ein Single Cask rauskommt, dann sollte doch dringendst mal der erste reguläre Release von Connacht besprochen werden.

Connacht ist übrigens eine der vier historischen Provinzen der irischen Insel, sie deckt sozusagen den Nordwesten ab. Die anderen drei Provinzen sind Ulster im Norden, Leinster im Südosten und Munster im Südwesten.

Im Jahr 2021 wurde Batch 1 des Connacht Single Malt als erster regulärer Release der Brennerei auf den Markt gebracht, davor wurde schon mit gesourctem Whiskey unter der Marke „Spade & Bushel“ gearbeitet. So eine Brennerei ist eben auch teuer und der Betrieb will auch finanziert werden.

Der Batch 1 ist interessanterweise ein singulärer Whiskey, denn laut meinen Informationen sollte kein weiteres Batch mehr folgen, aber wie genau die Veröffentlichungspolitik dort aussieht, kann ich aktuell auch nicht sagen.

Gleich vorab gesagt: Für einen Whiskey mit Sherryeinfluss ist die Farbe schon sehr hell.

Fakten zum Connacht Single Malt Batch One

Produzent: Connacht Distillery, Belleek, Ballina Co. Mayo, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2021
Alter: 4 Jahre
Fass: Kentucky Bourbon & Oloroso Sherry Barrels

Meine Notizen

Farbe: Cabernet Sauvignon
Nase: Feigen, Datteln, Rumtopf, Powidl durch und durch, sehr süß
Gaumen: etwas sprittig, Vanille, Karamell, etwas floral, ein Hauch Feige, aber nach der Nase sehr überraschend wenig Sherry
Abgang: kurz, Vanille, Datteln, Staub

Meine Bewertung: Ich gebe 81 Punkte für den Connacht Single Malt Batch One. Mich freut es immer wenn neue Brennereien eigenen Whiskey auf den Markt bringen. Hier ist definitiv Potential vorhanden. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Jameson Single Pot Still

Heute fällt der Whiskeyfreitag zufälligerweise auch noch auf den St. Patrick´s Day, somit muss es ein Ire sein. Und welche Marke wird mehr mit Irish Whiskey in Verbindung gebracht als Jameson?

Der Jameson Single Pot Still kam letztes Jahr heraus, und die Bezeichnung „Batch 1/2022“ lässt darauf schließen, dass dies nicht die letzte Abfüllung dieser Reihe sein sollte.

Jetzt fragt man sich natürlich, warum man zwingend einen Jameson Pot Still Whiskey rausbringen muss, wo doch von Midleton aus die hervorragende Redbreast Serie die Welt erobert, und diese Marke sozusagen fast schon als Synonym für Pot Still Irish Whiskey steht. Auch von Power´s gibt ein paar sehr gute Pot Still Whiskeys, siehe Power´s John´s Lane, den ich in Kürze auch noch verkosten muss. Der irische Whiskey-Revoluzzer Fionnán O´Connor sagt auch, dass dies hervorragende Whiskeys sind, auch wenn er sich andere Mashbills für den Pot Still Whiskey wünscht als die klassischen 70:30 (also mindestens 30%, maximal 70% gemälzte bzw. ungemälzte Gerste, max. 5% anderes Getreide wie Roggen, Weizen, Hafer,…).

Von der Markenführung her ist es sicherlich schwierig, aber primär zielt dieser Whiskey natürlich auf den Heimatmarkt ab, und von dort aus schaut man dann weiter, das ist zumindest mein Eindruck. Hier gehts eher um die Pflege der eigenen Geschichte. Denn bevor sich die Cork Whiskey Company, John Jameson & Son sowie John Power & Son 1966 zu Irish Disillers zusammengeschlossen haben und dann später vor allem die Marke Jameson über einen Blended Whiskey gepusht haben, wurde in allen Häusern ein Pot Still Irish Whiskey hergestellt. Und das muss natürlich auch irgendwie gefeiert werden.

Dieser Single Pot Still ist wird noch als Five Oak Cask Release vermarktet, also handelt es sich um ein Vatting aus Whiskey, der vorher in European Oak, Irish Oak, American Virgin Oak, ex-Bourbon casks und ex-Sherry casks gelagert wurde.

Ein leichter Overkill an Fassarten, aber wenns schmeckt, fragt niemand mehr nach.

Fakten zum Jameson Single Pot Still

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, Co. Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: European Oak, Irish Oak, American Virgin Oak, ex-Bourbon casks und ex-Sherry casks

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Rosinen, etwas Leder, Staub, süß, Gummibären, Erdbeeren
Gaumen: langsame Entwicklung, Vanille, Karamell, cremig, süß, Apfel, Walnuss.
Abgang: mittellang, Powidl, Vanille, Holz, etwas Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 81 Punkte für den Jameson Single Pot Sill. Midleton besinnt sich seiner Geschichte, wie schön, auch wenn hier noch ein wenig mehr gehen würde. Happy St. Patrick´s Day. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Miguel Hogan

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts wieder mal einen Thomond Gate.

Wie bereits vor zwei Wochen erwähnt, hat Nick von Thomond Gate im Dezember zwei Abfüllungen herausgebracht, die binnen kürzester Zeit schon ausverkauft waren.

Über seine Pläne, die Stadt Limerick wieder auf die Whiskey-Landkarte zu bringen habe ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben, er verfolgt dieses Ziel mit Verve.

Nick hat es geschafft, sich auf Social Media eine recht breite Fanbase aufzubauen, das muss man ihm lassen, das macht er ähnlich gut wie Brendan Carty von Killowen. Kleine Produzenten können natürlich nicht so viel Geld ins Marketing investieren, da müssen halt andere Methoden her, und wer das geschickt macht, hat sich die Aufmerksamkeit verdient.

Einen Miguel Hogan hatten wir ja schon mal, und genau so wie dieser ist auch der aktuelle wieder mit einem Ruby Port Cask-Finisch versehen. Einerseits kann man hier leicht den Überblick verlieren, andererseits könnte es auch soetwas Ähnliches wie eine Abfüllungsserie darstellen, bezogen auf die Art des Finishes, darüber werde ich mit Nick nochmals plaudern müssen.

Von diesem Tropfen sind 360 Flaschen auf den Markt geworfen worden.

Fakten zum Thomond Gate Miguel Hogan

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,77 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: Dezember 2022
Alter: NAS
Fass: Ruby Port Finish

Meine Notizen

Farbe: Bronze
Nase: Pfirsich, Birne, Banane, Kokos, die Banane auch mal gebacken – wie in China-Restaurants, und wieder Birne
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Birne, Trauben, etwas Eichenwürze, Zimt, Himbeere, Banane
Abgang: lang, Birne, Kakao, nussig, Eiche

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Miguel Hogan. Interessanterweise unterscheidet er sich deutlich vom letzten Miguel Hogan, schmeckt aber auch ähnlich gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.