Dingle Lúnasa

Ja, wir haben schon wieder den Whiskeyfreitag, der das Wochenende einläutet. Und da wir ja kürzlich in Irland waren, verkosten wir heute mal ein Produkt aus einer Brennerei, die wir besucht haben. Wenig überraschend gehts wieder mal um meine Lieblingsbrennerei Dingle.

Der Lúnasa ist nun schon der vierte Release in der achtteiligen „Wheel of the Year“ Serie von Dingle. Dieses Mal ist es wieder ein Single Malt. Die Whiskeys sind ja nach keltischen Festen benannt, und in diesem Fall gehts um den Beginn der Erntesaison Anfang August.

Die Wheel of the Year Whiskeys zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie die ersten Whiskeys von Dingle sind, die ein Finish bekommen haben, vorher waren es ja nur Vattings von Vollreifungen. Ausnahmen waren schon davor ein paar Veröffentlichungen der Founding Fathers, aber das ist ja ein anderes Thema.

Hier ist das Finish, das meines Wissens ein recht langes war, in Widow Jane ex-Bourbon Fässern passiert, nachdem die Reifung bereits in ex-Bourbon Fässern begann. Also eine doppelte Bourbonreifung. Und wie jeder, der mich kennt, weiß, ich mag Bourbonreifungen.

Diesen Whiskey konnte ich auch schon im Mai bei der Dingle Masterclass auf der Whiskeylive in Dublin verkosten, Graham Coull, der Master Distiller, meinte, dass die Whiskeys hierfür ca. 5 bis 7 Jahre alt sind, wenn ich mich nicht täusche.

Der Whiskey kam dann übrigens wie bei den Single Malts aus der Wheel of the Year Series mit sehr schönen 50,5% ABV in die Flasche. Fassstärke ist es zwar natürlich keine, aber doch recht anständig.

Fakten zum Dingle Lúnasa

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass + ex-Widow Jane Bourbon Finish

Meine Notizen

Farbe: sattes Gold
Nase: etwas Menthol, Vanille, Malz, Honig, Pfirsich
Gaumen: Karamell, Marille, Banane, Honig, Rosmarin, buttrig, Shortbread
Abgang: lang, kräftig, Butterkeks, Vanille, Würze

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Lúnasa. Ich bin wieder mal sehr angetan, ich mag Dingle einfach wirklich sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Sod´em & Begorragh

Dingle scheint momentan ein wenig ein Stammgast zu sein, was meinen Whiskeyfreitag betrifft. Ja, da kann ich gar nicht viel dagegen argumentieren, aber keine Sorge, nächste Woche kommt wieder mal was Anderes.

Noch ist es gar nicht lange her, da hat mich die Info vom Celtic Whiskey Shop in Dublin erreicht, dass sie ein neues Founding Fathers Fass von Dingle abgefüllt hätten. Die Story mit den Founding Fathers könnt ihr beispielsweise hier und auf der Seite des Whisky Circle Pinzgau bereits mehrmals nachlesen, aber auch auf vielen anderen Seiten im Internet gibts die Geschichte dazu.

Und wenn irgendwo was von Dingle auftaucht, bin ich halt auch sehr geneigt, hier ein wenig Geld auszugeben. So auch in diesem Fall.

Da der Celtic Whiskey Shop nicht nur ein Fass gekauft hatte, ist das nunmehr auch die dritte (und auch letzte) Abfüllung unter diesem Namen „Sod´em & Begorragh“. Die erste Abfüllung war eine Reifung im Ex-Bourbon Fass, die zweite war in einem Sherry Fass gelagert, und die dritte kombiniert nun beide Vorbelegungen.

Erst lag dieser Single Malt Whiskey für ganze fünfeinhalb Jahre in einem ex-Bourbonfass, dann kamen noch dreieinhalb Jahre Lagerung in einem Sherryfass dazu. Das ergibt insgesamt 9 Jahre Reifung. Und ich würde dann fast von einer zweiten Reifung im Sherryfass sprechen, und nicht von einem Finish, denn die dreieinhalb Jahre an sich würden schon Whiskey ergeben, der sich auch so nennen darf.

221 Flaschen sind sich in Fassstärke ausgegangen, die eine oder andere wäre noch hier zu ergattern. Der Celitc Whiskey Shop liefert auch (gegen entsprechendes Entgelt natürlich) nach Österreich und Deutschland.

Fakten zum Dingle Sod´em & Begorragh

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,8 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: 9 Jahre
Fass: ex-Bourbon Fass, Finish im Ex-Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Karamell, Marzipan, Mandel, Feige, leicht schwefelig
Gaumen: starker Antritt, Dattel, Holzwürze, dunkle Früchte, schwefelig
Abgang: lang, würzig, Feige, Schwefel, Karamell, kräuterig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Sod´em & Begorragh. Nichts für die breite Masse, aber mir gefällt er. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ledaig 2007 DRFS

Heute gibts zum Whiskyfreitag mal wieder etwas ohne das berühmte „e“ im Namen, also einen Tropfen aus Schottland. Es gibt einen Ledaig.

Die meisten von uns wissen ja, dass Ledaig die getorfte Variante aus der Tobermory Distillery ist, welche sich auf der Isle of Mull befindet. Dort wird in der einen Hälfte vom Jahr getorfter Whisky erzeugt, eben Ledaig, und in der anderen Hälfte ungetorfter Whisky, der unter dem Namen Tobermory verkauft wird.

Ledaig ist ja bekannt für seine Kuhstallnoten, so nennen wir das halt unter uns. Und wenn man so wie ich auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, dann ist einem so ein Geruch bzw. Aroma nicht ganz fremd und man kann damit etwas anfangen.

Bei diesem Tröpfchen handelt es sich um eine Gruppenabfüllung für die Facebook-Gruppe „Friends of Tobermory Distillery“. Wie komme ich jetzt dazu? Naja, in grauer Vorzeit, die uns glücklicherweise kaum mehr erinnerlich ist, war es mal so, dass wir uns dank eines Virus´, der die ganze Welt in Atem hielt (oder der Welt den Atem kostete), nicht wirklich gefahrlos treffen konnten, so haben sich auch die Whiskytastings damals in den virtuellen Raum verschoben. Und dann bin ich irgendwie in diese Gruppe reingerutscht. Dort sind alles lauter nette Leute, und so haben wir einige Kontakte knüpfen können und wir freuen uns auf die unregelmäßig stattfindenden gemeinsamen Tastings.

Und dieser Whisky hier war die erste Gruppenabfüllung. Das haben die Admins der Gruppe dann gemeinsam mit dem Wu Dram Clan hinbekommen.

Da aus einem Hogshead gewöhnlicherweise mehr als 70 Flaschen rauskommen, ist die Annahme richtig, dass hier nur ein Teil dieses Fasses für die Friends of Tobermory Distillery abgefüllt wurde, den anderen Teil hat der Wu Dram Clan selbst abgefüllt (Verhältnis 1:2)

Fakten zum Ledaig 2007 DRFS

Produzent: Tobermory Distillery, Isle of Mull, Schottland
Abfüller: Wu Dram Clan for Friends of Tobermory Distillery
Alkoholgehalt: 49,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 02.2007
Bottled: 02.2023
Alter: 16 Jahre
Fass: ex-Bourbon Hogshead

Meine Notizen

Farbe: Chardonnay
Nase: Vanille, süßer Rauch, Marille, Karamell, Holzkohle, Rosmarin, Kuhstall (hier ist er ja), Honig
Gaumen: Starker Antritt, Rauch, Asche, Zitrone, Grapefruit, Sägespäne, Cremig
Abgang: mittellang, leicht jodig, metallisch, kalte Asche, Brombeeren

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Ledaig 2007 DRFS. So stell ich mir einen schönen Ledaig vor, und die Reifung im ex-Bourbonfass tut das Ihre dazu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 10yo

Dingle 10yo

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch den Besuch der Whiskeylive in Dublin, wieder einen schönen Irish Whiskey von Dingle.

Auf eben dieser Whiskeylive in Dublin habe ich diesen Whiskey auch verkosten können. Gut, ich hatte mir davor schon ein Fläschchen gesichert, oder auch zwei.

Dieser Whiskey markiert nämlich einen absoluten Meilenstein für die Dingle Distillery selbst, aber auch für den Irish Whiskey als Kategorie. Denn es ist der erste zehnjährige der Brennerei, in der am 18. Dezember 2012 erstmals Whiskey destilliert wurde, und es ist auch einer der ersten Irish Whiskeys mit einer zweistelligen Altersangabe aus einer sogenannten neuen Brennerei. Klar, West Cork war früher dran, aber deren Zielgruppe und deren Herangehensweise an das Thema ist auch völlig anders. Dies möchte ich jedoch nicht werten, denn Beides hat seine Berechtigung.

Mitte April ging es in den sozialen Medien rund, da hat Dingle etwas angeteasert, was viele nicht wirklich einschätzen konnten. Ich hab damals ins Blaue geschossen und gesagt, es könnte der erste Zehnjährige sein. Ein paar Tage später hat sich gezeigt, dass ich zufällig richtig gelegen bin. Also nein, es waren keine Insiderinformationen dabei, einfach nur gut geraten.

Dieser Zehnjährige ist aus einem Single Cask, also war der Release entsprechend limitiert und natürlich auch binnen weniger Minuten ausverkauft, und das, obwohl der Preis mit € 385,- sehr ambitioniert war. Aber hier geht es ja auch nicht darum, einen guten Whiskey zu trinken, hier hat man tatsächlich ein kleines Stück Geschichte in der Hand.

Auch die Verpackung ist sehr edel gestaltet, die Holzbox ist sehr aufwändig, auch das Motiv auf der Flasche entstammt der Feder einer Künstlerin,….. Also alles in Allem hat man hier schon sehr viel Aufwand betrieben, und das schlägt sich dann auch im Preis nieder.

Fakten zum Dingle 10yo

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Februar 2013
Bottled: März 2023
Alter: 10 Jahre
Fass: First Fill Bourbon Barrel

Meine Notizen

Farbe: gelbgold
Nase: Vanille, Birne, Pfirsich, leichter Rosmarin, Karamell, etwas Minze
Gaumen: sehr kräftig, Marille, Würze, deutlich Eiche, Ananas, Walnuss, mit Speichel sehr cremig
Abgang: lang, Würze, etwas staubig, Salz, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 10yo. Das ist jetzt kein einfacher Single Malt, der hat wirklich Ecken und Kanten, aber ich mag ihn sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Immer einen Krug Whisky bei sich tragen, falls man von einer Schlange gebissen wird, und außerdem immer eine kleine Schlange bei sich haben. - W.C. Fields


Teeling Blackpitts Big Smoke

Am heutigen Whiskeyfreitag begeben wir uns wieder in die Hauptstadt Irlands, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Whiskeyhauptstadt der Welt war, nach Dublin, genauer gesagt zu Teeling.

Der Name Teeling ist ja in Irland untrennbar mit dem Thema Whiskey verbunden. John Teeling, der „Godfather of Irish Whiskey“, hat ja 1987 das Monopol von Irish Distillers aufgebrochen, indem er die Cooley Brennerei eröffnet hat, diese Wurde dann im Jahr 2011 an Beam, nunmehr Beam Suntory, verkauft. John Teeling, also der Senior, dann dann im Jahr 2015 die Great Northern Distillery in Dundalk eröffnet. Seine Söhne Jack und Stephen haben hingegen den Namen „Teeling“ in Dublin wieder aufleben lassen. Das Logo zeigt auch den Vogel Phoenix, der sich grade aus der Asche erhebt, soll also die Renaissance des Irish Whiskey generell und der Familie Teeling im Speziellen darstellen.

Übrigens ist der Getränkegigant Barcardi zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Teeling Distillery beteiligt, es gibt Gerüchte, dass eine Komplettübernahme bevorstünde oder zumindest eine Mehrheitsbeteiligung. Mal sehen.

Im Jahr 2020 hat man von Teeling her einen peated Single Malt veröffentlicht, mit 46% ABV und dreifach destilliert. Fakt war, dass hier der Torf noch nicht so richtig durchgekommen ist, denn der dritte Destillationslauf hat dem Ganzen noch sehr viel Kraft genommen.

Jetzt wurde dann Ende 2022 ein Blackpitts in Fasstärke veröffentlich, der sich „Big Smoke“ nennt. Der unterscheidet sich von der Abfüllung in Trinkstärke nicht nur durch eine andere Fassauswahl, sondern auch dadurch, dass man sich dann hier für eine zweifache Destillation entschieden hat. Da bleibt mehr Phenol im Destillat, und das schmeckt man auch deutlich.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey mal genauer an.

Fakten zum Teeling Blackpitts Big Smoke

Produzent: Teeling Distillery, Dublin, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: Vanille, Rauch, Grapefruit, Salz, weißer Pfeffer
Gaumen: leichter Rauch, Asche, Trauben, Zitrone
Abgang: mittellang, Asche, Zitrone, ein kleines Bisschen eindimensional

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Teeling Blackpitts Big Smoke. Einer der Vorreiter für getorften Irish Whiskey, da kommt aber noch Einiges auf uns zu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Die leichte Musik von Whisky, der in Gläser fällt, bildete eine angenehme Unterbrechung. - James Joyce


Ardbeg Heavy Vapours

Whiskyfreitag, heute mal ohne das berühmte „e“. Also sind wir in Schottland unterwegs, auf Islay, und zwar bei Ardbeg, um ganz genau zu sein.

Ardbeg hat sich ja über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf aufgebaut und kann dank der Zugehörigkeit zum LVMH-Konzern so richtig die Marketingschiene bedienen. Und die Leute bei Ardbeg machen das immer extrem gekonnt.

In den diversesten Facebookgruppen wird ja immer wieder gesagt: Ich kauf mir jetzt keinen Ardbeg mehr, weil der Server bricht bei denen regelmäßig zusammen, wenns mal wieder einen sogenannten Committee-Release gibt, das ist doch alles nur junges Zeug, das mit einer Story drum herum verkauft wird und überhaupt sei sowieso alles ein richtiger Käse.

Andererseits sind die Sonderabfüllungen, egal ob es jetzt der jährliche Committee-Release ist oder sonst eine Spezialität, ich denke hier beispielsweise an den Fermutation oder den BizarreBQ, binnen weniger Minuten ausverkauft. Also sind wir dann doch wieder alle sogenannte Marketingopfer.

In diesem Fall hier handelt es sich um ein Destillat, welches ohne Purifier gewonnen wurde, mehr Details dazu haben die lieben Leute von Whiskyexperts zusammengetragen. Also mal schauen, was hier dann rauskommt

Fakten zum Ardbeg Heavy Vapours

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 22. November 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: süßer Rauch, Ananas, Birne, Marille, leicht weinig, das, was man landläufig unter „medinzisch“ kennt
Gaumen: Zitrusnoten, Grapefruit, Torf, erdig, cremig, Minze
Abgang: mittellang, Orange, torfig, medizinisch, recht weich (wenn ich das so sagen darf)

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Ardbeg Heavy Vapours. Ich habe schon sehr viele gute Ardbegs getrunken, aus meiner persönlichen Sicht ist das einer der etwas schwächeren. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle nur Wasser trinken, hätte er nicht 97% so versalzen. - Unbekannte Quelle


Connacht Single Malt Batch One

Whiskeyfreitag, und nach einer Woche Pause wieder mal etwas aus Irland. Es geht in den Westen, und zwar zur Connacht Distillery.

Unweit des imposanten Downpatrick Head befindet sich die 2015 gegründete Brennerei, die in gewisser Weise ein irisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt darstellt. Hier wird halt deutlich, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts viele Iren in die USA ausgewandert sind, um der großen Hungersnot zu entgehen. In den USA gibt es inzwischen weit mehr irischstämmige Menschen als in Irland.

Jetzt hat man auf der Village in Nürnberg vernommen, das Mareike Spitzer ein Connacht Single Cask herausbringt, verkosten durfte ich es auch schon, aber ich stehe nun auf der Warteliste, denn es war nur eine Verkostungsflasche vor Ort, die Lieferung war wohl irgendwo auf dem Weg von Irland nach Deutschland. Und wenn dann schon mal ein Single Cask rauskommt, dann sollte doch dringendst mal der erste reguläre Release von Connacht besprochen werden.

Connacht ist übrigens eine der vier historischen Provinzen der irischen Insel, sie deckt sozusagen den Nordwesten ab. Die anderen drei Provinzen sind Ulster im Norden, Leinster im Südosten und Munster im Südwesten.

Im Jahr 2021 wurde Batch 1 des Connacht Single Malt als erster regulärer Release der Brennerei auf den Markt gebracht, davor wurde schon mit gesourctem Whiskey unter der Marke „Spade & Bushel“ gearbeitet. So eine Brennerei ist eben auch teuer und der Betrieb will auch finanziert werden.

Der Batch 1 ist interessanterweise ein singulärer Whiskey, denn laut meinen Informationen sollte kein weiteres Batch mehr folgen, aber wie genau die Veröffentlichungspolitik dort aussieht, kann ich aktuell auch nicht sagen.

Gleich vorab gesagt: Für einen Whiskey mit Sherryeinfluss ist die Farbe schon sehr hell.

Fakten zum Connacht Single Malt Batch One

Produzent: Connacht Distillery, Belleek, Ballina Co. Mayo, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2021
Alter: 4 Jahre
Fass: Kentucky Bourbon & Oloroso Sherry Barrels

Meine Notizen

Farbe: Cabernet Sauvignon
Nase: Feigen, Datteln, Rumtopf, Powidl durch und durch, sehr süß
Gaumen: etwas sprittig, Vanille, Karamell, etwas floral, ein Hauch Feige, aber nach der Nase sehr überraschend wenig Sherry
Abgang: kurz, Vanille, Datteln, Staub

Meine Bewertung: Ich gebe 81 Punkte für den Connacht Single Malt Batch One. Mich freut es immer wenn neue Brennereien eigenen Whiskey auf den Markt bringen. Hier ist definitiv Potential vorhanden. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Miguel Hogan

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts wieder mal einen Thomond Gate.

Wie bereits vor zwei Wochen erwähnt, hat Nick von Thomond Gate im Dezember zwei Abfüllungen herausgebracht, die binnen kürzester Zeit schon ausverkauft waren.

Über seine Pläne, die Stadt Limerick wieder auf die Whiskey-Landkarte zu bringen habe ich ja schon das eine oder andere Mal geschrieben, er verfolgt dieses Ziel mit Verve.

Nick hat es geschafft, sich auf Social Media eine recht breite Fanbase aufzubauen, das muss man ihm lassen, das macht er ähnlich gut wie Brendan Carty von Killowen. Kleine Produzenten können natürlich nicht so viel Geld ins Marketing investieren, da müssen halt andere Methoden her, und wer das geschickt macht, hat sich die Aufmerksamkeit verdient.

Einen Miguel Hogan hatten wir ja schon mal, und genau so wie dieser ist auch der aktuelle wieder mit einem Ruby Port Cask-Finisch versehen. Einerseits kann man hier leicht den Überblick verlieren, andererseits könnte es auch soetwas Ähnliches wie eine Abfüllungsserie darstellen, bezogen auf die Art des Finishes, darüber werde ich mit Nick nochmals plaudern müssen.

Von diesem Tropfen sind 360 Flaschen auf den Markt geworfen worden.

Fakten zum Thomond Gate Miguel Hogan

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,77 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: Dezember 2022
Alter: NAS
Fass: Ruby Port Finish

Meine Notizen

Farbe: Bronze
Nase: Pfirsich, Birne, Banane, Kokos, die Banane auch mal gebacken – wie in China-Restaurants, und wieder Birne
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Birne, Trauben, etwas Eichenwürze, Zimt, Himbeere, Banane
Abgang: lang, Birne, Kakao, nussig, Eiche

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Miguel Hogan. Interessanterweise unterscheidet er sich deutlich vom letzten Miguel Hogan, schmeckt aber auch ähnlich gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Lá ´le Bríde

Wir haben wieder mal Whiskey Freitag und was liegt da Näher, als wieder mal etwas recht Aktuelles von der Grünen Insel zu verkosten? Die Dingle Distillery hat ja seine Ende letzten Jahres begonnene Wheel of the Year – Serie fortgesetzt, mit dem Dingle Lá ´le Bríde.

Zu Ehren des St. Brigid´s Day, der am 1. Februar begangen wird, wurde dieser Whiskey abgefüllt. Wie üblich ist es für mich nicht ganz einfach, den Namen richtig auszusprechen, denn Gälisch ist jetzt nicht meine Stärke, und es hat so gar keine Verwandtschaft mit den mir geläufigen Sprachen, man kann es also kaum ableiten. Ein Gälischkurs wird also wohl unvermeidbar sein.

Dieser Release stellt den zweiten Teil der achtteiligen Abfüllungsserie Wheel of the Year dar, lt. Graham Coull, dem Master Distiller der Dingle Distillery, wird sich diese Serie über zwei Jahre erstrecken, lt. Adam Riese ergibt das in etwa alle drei Monate eine neue Abfüllung. Teil 2 hat sich daran schon mal ganz gut gehalten.

Dingle hat ja bis dato nie auf Finishes gesetzt, die ganze Small Batch Releases und auch der Core Range Single Malt waren bis dato alles Vattings von Vollreifungen (alles First Fill). Für den Vorgänger, Samhain, wurde erstmal ein Finish angewandt. So wie auch dieses mal. War es letztes mal ein Moscatelfinisch, so handelt es sich diesmal um eines in ex-Rye Fässern.

Auch hier wurden wieder 10000 Flaschen abgefüllt, und dank meiner Schwäche für Dingle bin ich auch wieder an zwei Exemplare gekommen.

Es könnte sein, dass ich bei Dingle nicht ganz objektiv sein kann, wie gesagt, Lieblingsbrennerei und so, aber ich denke, jede Tasting Note an sich ist subjektiv, denn die Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden, wäre ja schlimm, wenn wir alle dem gleichen Whisky bzw. Whiskey nachlaufen.

Fakten zum Dingle Lá ´le Bríde

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: First Fill Bourbon Barrels, Finish in First Fill ex Rye Fässern

Meine Notizen

Farbe: gelber Muskateller
Nase: würzig, leicht säuerlich, Karamell, Soletti, süß, Zitrus, Obstsalat
Gaumen: süß, Vanille, leicht säuerlich, Honig, etwas Eiche, Kokos
Abgang: mittellang, Roggenwürze, Honig, Banane

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Samhain. Süß und säuerlich zugleich. Sonst tu ich mir mit Rye-Vorbelegung etwas schwer, aber das passt sehr gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate Bold and Brave

Whiskeyfreitag wieder mal, was machen wir da? Einen Thomond Gate hatten wir schon eine Zeit lang nicht mehr, drum wagen wir uns wieder dran.

Kurz vor Weihnachten hat der gute Nick Ryan von Thomond Gate wieder mal zwei Whiskeys rausgehaut, und wie nicht anders zu erwarten, waren die beiden Tropfen innerhalb von kürzester Zeit ausverkauft. Es hilft dann schon, wenn man gute Verbindungen zum Produzenten hat, dann wird man vorab „gewarnt“, dass da etwas auf dem Weg sein könnte.

Nick lässt seine Whiskeys ja in der GND in Dundalk destillieren, teilweise mit „eigener“ Gerste, denn er hat mit einigen Farmern rund um Limerick schon Verträge. Später will er ja mal in einem ersten Schritt ein Warehouse im County Limerick bauen und dann in weiterer Folge eine Brennerei. Denn er möchte Limerick wieder auf die Whiskeylandkarte bringen.

Natürlich muss man sich ein wenig von der Masse abheben, wenn man noch keinen eigenen Spirit hat, deshalb legt Nick sehr viel Wert auf Finishes in ausgezeichneten Fässern. In diesem Fall wurde der Whiskey in einem Red Ale Fass gefinisht, mal schauen, wie bierig er Spaß dann wird.

Rausgekommen sind dann 270 Flaschen von diesem feinen Tropfen.

Fakten zum Thomond Gate Bold and Brave

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 55,56 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: Dezember 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon Cask, Finish im Red Ale Cask

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: süß, frisch, blumig, Grapefruit, Birne, Kokos
Gaumen: malzig, starker Antritt, Hopfen, Birne, Marille
Abgang: lang, auch die Birne ganz lang, Hopfen, Zitrusnoten

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Thomond Gate Bold and Brave. Ich freue mich jedes Mal auf die Whiskeys von Nick, weiter so, mein Lieber. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.