Ardbeg Anamorphic

Am heutigen Whiskyfreitag schauen wir ausnahmsweise mal nicht nach Irland, sondern auf eine Insel, die wir von der nordirischen Causewaycoast aus sieht, und zwar nach Islay, genauer zu Ardbeg.

Wir alle kennen das ja, Ardbeg haut immer wieder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Sonderabfüllungen und Committee Releases auf den Markt, die von einem großen Marketinggetöse begleitet werden. Ja, Marketing beherrschen sie bei LVMH, immerhin ein richtiger Luxusgüterkonzern. Und wir alle fallen immer wieder drauf rein.

Ich kann es in den verschiedenen Foren immer wieder lesen: „Das wars jetzt für mich!“ „Ich machen diesen Wahnsinn nicht mehr mit!“ und so weiter und so fort. Wir alle haben einander schon mehrfach geschworen, bei diesem Spiel nicht mehr mitzumachen, weil ja die Abfüllungen schon Sekunden nach der Veröffentlichung wieder ausverkauft wären, die Website dank Käuferansturm in die Knie ginge,……

Mein Mitleid für mich selbst und meine „Leidensgenoss*innen“ hält sich in sehr engen Grenzen, wir sind halt so einfach gestrickt, dass wir das alles immer wieder aufs Neue mitmachen. Also werden die Leute bei LVMH das Marketinghandwerk wohl recht gut beherrschen.

Beim Anamorphic wurden die Fassdeckel nochmals extra eingekerbt für mehr Oberfläche, mit der der Whisky reagieren kann. Und das Ausbrennen war besonders intensiv.

Die Tastingnotes von Ardbeg selbst unterscheiden sich von meinen, ist ja auch alles eine subjektive Angelegenheit.

Ach ja, habe diesen Whisky zufälligerweise mit dem „The Hearach – First Release“ verkostet, die beiden ähneln einander wirklich.

Fakten zum Ardbeg Anamorphic

Produzent: Ardbeg Distillery, Islay, Schottland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 48,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 17.05.2023
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: ex Bourbon Fässer, Ausbrennverfahren „High Mocha“

Meine Notizen

Farbe: Gold mit leichtem Rotstich
Nase: Birne, Marille, süß, Rauch, Ananas, Kokos
Gaumen: hellfruchtig, süß, kräftig, Ananas, Kokos, Birne, Rauch
Abgang: lang, Asche, Birne, Kokos, hellfruchtig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Ardbeg Anamorphic. Kein schlechter Whisky, aber halt auch nichts wirklich Besonderes, das ihn von der Masse abhebt. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Killowen Rum & Raisin

Wir haben wieder Whiskeyfreitag, und was machen wir da? Richtig, es gibt wieder etwas aus einer der spannendsten Destillerien der Emerald Isle, und zwar aus Killowen.

Die Killowen Distillery befindet sich ja im gleichnamigen Ort in den Mourne Mountains im County Down in Nordirland. Wir waren dort im September letzten Jahres zu Besuch. Dort haben wir Einiges aus dieser Brennerei verkosten dürfen, unter Anderem auch diesen Whiskey hier.

Killowen ist wie schon ein paar Mal erwähnt eine der kleinsten Brennereien auf der grünen Insel. Dafür passiert dort extrem viel in Handarbeit. Pro Woche wird ungefähr ein Fass befüllt. Damit sich die Sache finanziell ausgehen kann, wird dann halt auch Mal etwas aus einer großen Brennerei zugekauft und dann nach einer eigenen Fassreifung unabhängig abgefüllt und verkauft.

So kam es, dass Brendan seinen sogenannten Rum & Raisin entwickelt hat. Meist, eigentlich immer, wird hier Whiskey der GND zugekauft, die sich im Grunde auch nur ein paar Kilometer entfernt auf der anderen Seite der grünen Grenze befindet. Und John Teeling versorgt die Branche mit hervorragendem Whiskey, das kann immer wieder unter Beweis gestellt werden.

Der Whiskey aus der GND wird dann in PX-Fässern (Raisin) und in Killowen Dark Rum Fässern (Rum) gefinisht, daher auch der Name.

Der Rum & Raisin war bisher immer in 500 ml Flaschen erhältlich, seit dem Batch aus dem Herbst 2023 wird er in 700 ml Flaschen abgefüllt, zum gleichen Preis. So funktioniert Inflationsbekämpfung.

Bis dato waren die Rum & Raisins alle mindestens richtig gut, mal schauen, was sich hier ergibt.

Fakten zum Killowen Rum & Raisin

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, County Louth, Republic of Ireland
Abfüller: Killowen Distllery, Killowen, County Down, Northern Ireland
Alkoholgehalt: 55,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: PX-Butt & Dark Rum Finish

Meine Notizen

Farbe: sattes Gold
Nase: Apfelsaft, Melasse, Feigen, Rosinen, Birne
Gaumen: Granny Smith Äpfel, süß, Feigen, Rosinen, Kokos, Ananas, Vanille
Abgang: lang, würzig, Feige, Dattel, Rosinen, Melasse

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Rum & Raisin. Die Flasche wächst, der Inhalt bleibt qualitativ top: So funktioniert Inflationsbekämpfung. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dalmunach 2015 Cl

Wie die meisten Leute wissen, bin ich zwar ein alter Ire, aber natürlich kommt man als Whisky Connaisseur nicht am Scotch vorbei. Deshalb habe ich am heutigen Whiskyfreitag mit einem Dalmunach etwas aus der Speyside zum Verkosten ausgewählt.

Die Dalmunach Distillery gibt es noch nicht lange, sie ist seit 2015 in Betrieb und gehört zum Reich des Spirituosengiganten Pernod Ricard. In erster Linie wird hier ein Blendfiller für Chivas produziert, aber natürlich findet das eine oder andere Fass auch immer wieder den Weg zu einem unabhängigen Abfüller.

Die Dalmunach Distillery wurde auf dem Gelände der früheren Imperial Brennerei gebaut, dabei wurden auch einige alte Gebäudebestandteile in die neue Brennerei integriert. Ein paar Bilder der Brennerei können wir auf Whiskyexperts finden.

Bei dieser Flasche haben wir es mit einem Single Malt zu tun, der mit jungen 6 Jahren in die Flasche kam

Dieser Whisky durfte seine Reifezeit übrigens in einem Red Wine Barrique verbringen.

Schauen wir mal, was wir hier bekommen, bei diesem Whisky. Die Alkoholstärke wurde bei dieser Exploration Series von Claxton´s übrigens bewusst auf 50% eingestellt.

Kleiner Tipp für den Abfüller: Beim nächsten Mal einfach „Secret Speyside“ draufschreiben, dann glauben alle, es sein ein Macallan und zahlen das Doppelte 😉

Fakten zum Dalmunach 2015 Cl

Produzent: Dalmunach Distillery, Carron, Speyside, Schottland
Abfüller: Claxton´s
Alkoholgehalt: 50,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 15.06.2015
Bottled: 06.10.2021
Alter: 6 Jahre
Fass: Red Wine Barrique

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Banane, Ananas, etwas grasig, floral, Zwetschke, ein bisschen weinig
Gaumen: Kokos, Zuckerwatte, Malz, Eichen- und Weinwürze, Apfel
Abgang: ,mittellang, Birne, Müsli, Weintrauben

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Dalmunach 2015 Cl. Ich mag es ja, meinen Horizont ein wenig zu erweitern. Dalmunach findet man nicht oft, aber der hier gefällt mir. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Grianstad an Gheimhridh

Heute haben wir wieder Whiskeyfreitag, und zum zweiten Mal hintereinander geht es nach Dingle.

Seit Herbst 2022 ist dort die sogenannte „Wheel of the Year“ Series am Start, mit der die keltischen Feste im Jahreskreis gewürdigt werden. Begonen hat man das mit dem Samhain, weiter gings mit Lá ´le Bride, über den Bealtaine und den Lúnasa eben zum jetzigen Grianstad an Gheimhridh.

Diese Serie hat ja die früheren Small Batch Releases ersetzt, mit denen sich die Dingle Distillery einen guten Namen gemacht hat.

Die Wheel of the Year Series hat einen deutlich höheren Alkoholgehalt als der Standard Single Malt und die alten Small Batch Abfüllungen, die bei 46,5% ABV lagen. Hier liegen wir bei den Single Malts bei 50,5% ABV, nur der Bealtaine als Single Pot Still lag bei 52,5% ABV.

Hier haben wir ein Tawny Port Finish, welches mich ein klein wenig an jenen Whiskey erinnert, der mich zu Dingle gebracht hat, und zwar war das der Dingle Single Malt Batch 3.

Ich bin schon gespannt, wie mir dieser hier schmecken wird.

Fakten zum Dingle Grianstad an Gheimhridh

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex Bourbon Fässer, Tawny Port Finish

Meine Notizen

Farbe: Roségold
Nase: Erdbeere, Créme Brûlée, Kirsche, Orangenzesten, getreidig
Gaumen: Vanille, Himbeeren, Waldbeeren, Grapefruit, Würze, Malz
Abgang: lang, Orange, Zitrus, helle Früchte, Eichenwürze

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Dingle Grianstad an Gheimhridh. Also einen schlechten Dingle habe ich ja noch nie getrunken, aber das ist wohl auch etwas subjektiv. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Kilbeggan 11yo

Nach einer kurzen Weihnachtspause gehts mit unserem Whiskeyfreitag wieder weiter. Und da kommen wir zu einem der Höhepunkte unserer Reise nach Irland im September des Vorjahres, nach Kilbeggan.

Diese Brennerei wurde ja im Jahre 1757 gegründet und ist somit tatsächlich die älteste, aktuell noch in Betrieb befindliche Whiskeybrennerei weltweit. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie stillgelegt, dann hat sie John Teeling als Teil der Cooley Brennerei reaktiviert schließlich ging die Locke´s Distillery, wie sie wirklich heißt, mit dem Verkauf von Cooley und dann Beam in Beam Suntory auf. Sie ist also Teil eines Spirituosenriesen.

In Kilbeggan wird primär hergezeigt, wie es früher funktioniert hat, die Brennerei hat einen sehr schönen und etwas morbiden Charme. Und ein kleines bisschen Whiskey wird dort auch noch erzeugt. Viel nicht, aber doch so viel, dass man sagen kann, sie ist in Betrieb.

Die meisten Kilbeggan Whiskeys kommen aus der Cooley Brennerei, aber dieser Handfilled wird tatsächlich vor Ort gebrannt. Und das Abfüllen der Flasche ist dann auch wirklich ein Erlebnis, da wir den Whiskey mittels Valinch aus dem Fass gezogen haben.

Es handelt sich hier um einen Single Malt, der 11 Jahre in einem ex-Bourbon Cask verbringen durfte.

Die von mir verkostete Flasche war nicht jene, die ich am 27.9.2023 selbst gezogen hatte, sondern eine, die ein Shopangestellter am Tag davor abgefüllt hat. Meine eigene steht im Regal daheim, als Andenken. Ob die mal geöffnet wird, ist halt die Frage.

Fakten zum Kilbeggan 11yo

Produzent: Kilbeggan Distillery, Kilbeggan, Co. Westmeath, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 63,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 26.09.2023
Alter: 11yo
Fass: ex-Bourbon Cask

Meine Notizen

Farbe: sattes Gold
Nase: Shortbread, Vanille, Ananas, Pfirsich, Weintrauben
Gaumen: sehr kräftig, Vanille, Karamell, Kokos, Banane, sehr würzig
Abgang: lang, sehr würzig, Butterkeks, Stollwerk, Banane

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Kilbeggan 11yo. Der Anblick dieser Flasche erinnert mich immer wieder an unsere tolle Reise im September 2023. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Connacht Single Cask für Deutschland

Heute haben wir mal wieder Whiskeyfreitag, und was machen wir da? Richtig, wir begeben uns wieder mal auf die grüne Insel und heute gehts nach Connacht, eine der vier historischen Provinzen Irlands.

Um ganz genau zu sein, gehts heute zur Connacht Distillery, die sich in Ballina befindet im County Mayo. Die Gegend hier ist rauh und ursprünglich, ganz in der Nähe befinden sich auch so wunderbare Sehenswürdigkeiten wie die Céide Fields oder auch der Downpatrick Head. Es wäre also bei einem Besuch auch etwas Begleitprogramm geboten.

Diese Brennerei hat heuer bei den Irish Whiskey Awards ganz groß abgeräumt, und diese Awards sind aus meiner Sicht ganz schön was wert, denn hier wird von sämtlichen Juroren blind verkostet, sie wissen also nicht, was sie vor sich haben.

Die Connacht Distillery hat auch einen recht starken Bezug in den deutschsprachigen Raum herein, denn die geschätzte Julia Nourney ist dort als Master Blenderin tätig. Und hier ist auch der Grund versteckt, wie diese Abfüllung zu Mareike von Irish Whiskeys gekommen ist. Aber lassen wir das Julia selbst erzählen.

Präsentiert wurde die Abfüllung bei der Village in Nürnberg im März 2023, aber dank der bürokratischen Hürden, das Label genehmigt zu bekommen, hat es ein wenig gedauert, bis das gute Stück dann bei mir gelandet ist. Die Bestellung habe ich nämlich schon auf der Village getätigt.

Es gab 300 Flaschen vom diesem Tropfen. Den Großteil seiner Reifezeit durfte dieser Whiskey in einem ex-Bourbon Fass verbringen, bevor er für ein 15monatiges Finish in ein Oloroso Fass kam.

Fakten zum Connacht Single Cask für Deutschland

Produzent: Connacht Distillery, Belleek, Ballina Co. Mayo, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 53,0, % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Cask & Finish in einem ex-Oloroso Cask

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Powidl, Rosinen, Feige, Weichsel, etwas Holz, Vanille
Gaumen: kraftvoll, Holz, Powidl, Kirsche, Walnuss, Rosine
Abgang: mittellang, Würze, Nelke, Karamell, malzig

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Connacht Single Cask für Deutschland. Ich bin zwar nicht der ganz große Sherry-Fan, aber der ist wirklich gelungen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Lúnasa

Ja, wir haben schon wieder den Whiskeyfreitag, der das Wochenende einläutet. Und da wir ja kürzlich in Irland waren, verkosten wir heute mal ein Produkt aus einer Brennerei, die wir besucht haben. Wenig überraschend gehts wieder mal um meine Lieblingsbrennerei Dingle.

Der Lúnasa ist nun schon der vierte Release in der achtteiligen „Wheel of the Year“ Serie von Dingle. Dieses Mal ist es wieder ein Single Malt. Die Whiskeys sind ja nach keltischen Festen benannt, und in diesem Fall gehts um den Beginn der Erntesaison Anfang August.

Die Wheel of the Year Whiskeys zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie die ersten Whiskeys von Dingle sind, die ein Finish bekommen haben, vorher waren es ja nur Vattings von Vollreifungen. Ausnahmen waren schon davor ein paar Veröffentlichungen der Founding Fathers, aber das ist ja ein anderes Thema.

Hier ist das Finish, das meines Wissens ein recht langes war, in Widow Jane ex-Bourbon Fässern passiert, nachdem die Reifung bereits in ex-Bourbon Fässern begann. Also eine doppelte Bourbonreifung. Und wie jeder, der mich kennt, weiß, ich mag Bourbonreifungen.

Diesen Whiskey konnte ich auch schon im Mai bei der Dingle Masterclass auf der Whiskeylive in Dublin verkosten, Graham Coull, der Master Distiller, meinte, dass die Whiskeys hierfür ca. 5 bis 7 Jahre alt sind, wenn ich mich nicht täusche.

Der Whiskey kam dann übrigens wie bei den Single Malts aus der Wheel of the Year Series mit sehr schönen 50,5% ABV in die Flasche. Fassstärke ist es zwar natürlich keine, aber doch recht anständig.

Fakten zum Dingle Lúnasa

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass + ex-Widow Jane Bourbon Finish

Meine Notizen

Farbe: sattes Gold
Nase: etwas Menthol, Vanille, Malz, Honig, Pfirsich
Gaumen: Karamell, Marille, Banane, Honig, Rosmarin, buttrig, Shortbread
Abgang: lang, kräftig, Butterkeks, Vanille, Würze

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Lúnasa. Ich bin wieder mal sehr angetan, ich mag Dingle einfach wirklich sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Sod´em & Begorragh

Dingle scheint momentan ein wenig ein Stammgast zu sein, was meinen Whiskeyfreitag betrifft. Ja, da kann ich gar nicht viel dagegen argumentieren, aber keine Sorge, nächste Woche kommt wieder mal was Anderes.

Noch ist es gar nicht lange her, da hat mich die Info vom Celtic Whiskey Shop in Dublin erreicht, dass sie ein neues Founding Fathers Fass von Dingle abgefüllt hätten. Die Story mit den Founding Fathers könnt ihr beispielsweise hier und auf der Seite des Whisky Circle Pinzgau bereits mehrmals nachlesen, aber auch auf vielen anderen Seiten im Internet gibts die Geschichte dazu.

Und wenn irgendwo was von Dingle auftaucht, bin ich halt auch sehr geneigt, hier ein wenig Geld auszugeben. So auch in diesem Fall.

Da der Celtic Whiskey Shop nicht nur ein Fass gekauft hatte, ist das nunmehr auch die dritte (und auch letzte) Abfüllung unter diesem Namen „Sod´em & Begorragh“. Die erste Abfüllung war eine Reifung im Ex-Bourbon Fass, die zweite war in einem Sherry Fass gelagert, und die dritte kombiniert nun beide Vorbelegungen.

Erst lag dieser Single Malt Whiskey für ganze fünfeinhalb Jahre in einem ex-Bourbonfass, dann kamen noch dreieinhalb Jahre Lagerung in einem Sherryfass dazu. Das ergibt insgesamt 9 Jahre Reifung. Und ich würde dann fast von einer zweiten Reifung im Sherryfass sprechen, und nicht von einem Finish, denn die dreieinhalb Jahre an sich würden schon Whiskey ergeben, der sich auch so nennen darf.

221 Flaschen sind sich in Fassstärke ausgegangen, die eine oder andere wäre noch hier zu ergattern. Der Celitc Whiskey Shop liefert auch (gegen entsprechendes Entgelt natürlich) nach Österreich und Deutschland.

Fakten zum Dingle Sod´em & Begorragh

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,8 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: 9 Jahre
Fass: ex-Bourbon Fass, Finish im Ex-Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Karamell, Marzipan, Mandel, Feige, leicht schwefelig
Gaumen: starker Antritt, Dattel, Holzwürze, dunkle Früchte, schwefelig
Abgang: lang, würzig, Feige, Schwefel, Karamell, kräuterig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Sod´em & Begorragh. Nichts für die breite Masse, aber mir gefällt er. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ledaig 2007 DRFS

Heute gibts zum Whiskyfreitag mal wieder etwas ohne das berühmte „e“ im Namen, also einen Tropfen aus Schottland. Es gibt einen Ledaig.

Die meisten von uns wissen ja, dass Ledaig die getorfte Variante aus der Tobermory Distillery ist, welche sich auf der Isle of Mull befindet. Dort wird in der einen Hälfte vom Jahr getorfter Whisky erzeugt, eben Ledaig, und in der anderen Hälfte ungetorfter Whisky, der unter dem Namen Tobermory verkauft wird.

Ledaig ist ja bekannt für seine Kuhstallnoten, so nennen wir das halt unter uns. Und wenn man so wie ich auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, dann ist einem so ein Geruch bzw. Aroma nicht ganz fremd und man kann damit etwas anfangen.

Bei diesem Tröpfchen handelt es sich um eine Gruppenabfüllung für die Facebook-Gruppe „Friends of Tobermory Distillery“. Wie komme ich jetzt dazu? Naja, in grauer Vorzeit, die uns glücklicherweise kaum mehr erinnerlich ist, war es mal so, dass wir uns dank eines Virus´, der die ganze Welt in Atem hielt (oder der Welt den Atem kostete), nicht wirklich gefahrlos treffen konnten, so haben sich auch die Whiskytastings damals in den virtuellen Raum verschoben. Und dann bin ich irgendwie in diese Gruppe reingerutscht. Dort sind alles lauter nette Leute, und so haben wir einige Kontakte knüpfen können und wir freuen uns auf die unregelmäßig stattfindenden gemeinsamen Tastings.

Und dieser Whisky hier war die erste Gruppenabfüllung. Das haben die Admins der Gruppe dann gemeinsam mit dem Wu Dram Clan hinbekommen.

Da aus einem Hogshead gewöhnlicherweise mehr als 70 Flaschen rauskommen, ist die Annahme richtig, dass hier nur ein Teil dieses Fasses für die Friends of Tobermory Distillery abgefüllt wurde, den anderen Teil hat der Wu Dram Clan selbst abgefüllt (Verhältnis 1:2)

Fakten zum Ledaig 2007 DRFS

Produzent: Tobermory Distillery, Isle of Mull, Schottland
Abfüller: Wu Dram Clan for Friends of Tobermory Distillery
Alkoholgehalt: 49,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 02.2007
Bottled: 02.2023
Alter: 16 Jahre
Fass: ex-Bourbon Hogshead

Meine Notizen

Farbe: Chardonnay
Nase: Vanille, süßer Rauch, Marille, Karamell, Holzkohle, Rosmarin, Kuhstall (hier ist er ja), Honig
Gaumen: Starker Antritt, Rauch, Asche, Zitrone, Grapefruit, Sägespäne, Cremig
Abgang: mittellang, leicht jodig, metallisch, kalte Asche, Brombeeren

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Ledaig 2007 DRFS. So stell ich mir einen schönen Ledaig vor, und die Reifung im ex-Bourbonfass tut das Ihre dazu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 10yo

Dingle 10yo

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch den Besuch der Whiskeylive in Dublin, wieder einen schönen Irish Whiskey von Dingle.

Auf eben dieser Whiskeylive in Dublin habe ich diesen Whiskey auch verkosten können. Gut, ich hatte mir davor schon ein Fläschchen gesichert, oder auch zwei.

Dieser Whiskey markiert nämlich einen absoluten Meilenstein für die Dingle Distillery selbst, aber auch für den Irish Whiskey als Kategorie. Denn es ist der erste zehnjährige der Brennerei, in der am 18. Dezember 2012 erstmals Whiskey destilliert wurde, und es ist auch einer der ersten Irish Whiskeys mit einer zweistelligen Altersangabe aus einer sogenannten neuen Brennerei. Klar, West Cork war früher dran, aber deren Zielgruppe und deren Herangehensweise an das Thema ist auch völlig anders. Dies möchte ich jedoch nicht werten, denn Beides hat seine Berechtigung.

Mitte April ging es in den sozialen Medien rund, da hat Dingle etwas angeteasert, was viele nicht wirklich einschätzen konnten. Ich hab damals ins Blaue geschossen und gesagt, es könnte der erste Zehnjährige sein. Ein paar Tage später hat sich gezeigt, dass ich zufällig richtig gelegen bin. Also nein, es waren keine Insiderinformationen dabei, einfach nur gut geraten.

Dieser Zehnjährige ist aus einem Single Cask, also war der Release entsprechend limitiert und natürlich auch binnen weniger Minuten ausverkauft, und das, obwohl der Preis mit € 385,- sehr ambitioniert war. Aber hier geht es ja auch nicht darum, einen guten Whiskey zu trinken, hier hat man tatsächlich ein kleines Stück Geschichte in der Hand.

Auch die Verpackung ist sehr edel gestaltet, die Holzbox ist sehr aufwändig, auch das Motiv auf der Flasche entstammt der Feder einer Künstlerin,….. Also alles in Allem hat man hier schon sehr viel Aufwand betrieben, und das schlägt sich dann auch im Preis nieder.

Fakten zum Dingle 10yo

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Februar 2013
Bottled: März 2023
Alter: 10 Jahre
Fass: First Fill Bourbon Barrel

Meine Notizen

Farbe: gelbgold
Nase: Vanille, Birne, Pfirsich, leichter Rosmarin, Karamell, etwas Minze
Gaumen: sehr kräftig, Marille, Würze, deutlich Eiche, Ananas, Walnuss, mit Speichel sehr cremig
Abgang: lang, Würze, etwas staubig, Salz, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 10yo. Das ist jetzt kein einfacher Single Malt, der hat wirklich Ecken und Kanten, aber ich mag ihn sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

in Glas ist fabelhaft, zwei sind zu viel, und drei zu wenig. - Schottischer Trinkspruch