Linkwood 1997

Linkwood 1997
(c) Bild: Cadenhead´s

Heute darf ich ein paar Zeilen über den Linkwood 1997 aus der Small Batch Serie vom unabhängigen Abfüller Cadenhead´s schreiben. Bei dieser Abfüllung war das Batch sehr „small“, es kamen nur 270 Flaschen auf den Markt. Ich hätte diesen Single Malt Whisky eher in der Authentic Collection gesehen, aber es ist auch egal – Hauptsache in meinem Glas 😉

Fakten zum Linkwood 1997 von Cadenhead´s

Produzent: Linkwood
Abfüller: CDN
Alkoholgehalt: 53,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1997
Bottled: 2016
Alter: 19 Jahre
Fass: Bourbon Hogshead

Meine Notizen

Farbe: Helles Gold
Nase: braune Butter, Vanille, Heu, Brotteig, Birne, Zitrusnoten, Leder, Kräuter (Rosmarie & Minze), Malz, Orangenschale, Karamell,
Gaumen: ölig & komplex, Vanille, Birnen, Honig, weißer Pfeffer, Eiche, Fudge, reife Kirschen, Haselnüsse, Orangen, Eiche, Fudge
Abgang: lang – Pfeffer, Eiche, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe sehr gute 89 Punkte für den Linkwood 1997 von Cadenhead´s. So mag ich Ex-Bourbon-Casks gereifte Single Malt Whiskys ;-). Immer her mit solchen Abfüllungen!

Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Secret Speyside 12yo PX-Sherry

(c) Ferg & Harris

In den letzten Monaten war es ein wenig ruhig von meiner Seite aus und dass hatte mehrere Gründe. Wie einige Whiskyfans war und bin ich noch immer ein wenig überfordert mit der Entwicklung in der Whiskyszene. Der Trend, besonders in Deutschland und Österreich, geht immer mehr zu dunklen Whiskys. Viele Single Malts müssen einfach aussehen wie ein 50 yo Glen Grant damit sie überhaupt gekauft werden. Ich kenne Importeure und unabhängige Abfüller, die bedauern sehr, dass deren Whiskys einfach dunkel sein müssen, um nicht als Ladenhüter zu enden. Bei der Whiskymesse in Nürnberg hatte ich dann ein passendes Erlebnis: Am Freitag, also am Tag der Nerds, drängte sich an einem Whisky-Stand ein „Whiskyfan“ mit den Worten: „Ich will nur die dunkle Suppe, und den Local Barley um €499,- kaufe ich auch gleich“ vor und verbreitete sein Wissen zum Thema Sherryfinishing …

Meine Bekannten in Schottland schmunzeln über die Entwicklung und bereiten aber im selben Moment das nächste „Wet-Cask for Germany“ vor. Selbst genießen sie gute und ehrliche Ex-Bourbon Reifungen 😉

Grundsätzlich habe ich nichts gegen Farbtrinker, es soll jeder trinken was und wie er es mag. Durch die stark veränderte Nachfrage verändert sich aber leider das Angebot bei unseren Shops. Der Brexit und die daraus resultierenden Komplikationen und Mehrkosten bei der Direktbestellung erleichtern den Zugang zu ehrlichen Whiskys auch nicht wirklich.

Der weitere Grund für meine Abwesenheit war dann eine Corona-Infektion Anfang Juli. Mit dem Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn macht Whiskytrinken einfach wenig Sinn und Spaß. Schön langsam befinde ich mich wieder zurück in der Spur und ich kann wieder meinen geliebten Single Malt genießen 😉

Und womit starte ich nun in die nächste Runde meiner Notes? Natürlich mit einem Sherry-Finish ;-). Das passt jetzt aber nicht wirklich zu meinen oben angeführten Äußerungen zu den Farbtrinkern, oder vielleicht doch?

Sebastian von deinwhisky.de hat mir während meiner Quarantäne ein Sample vom Secret Speyside 12yo PX-Sherry vom jungen unabhängigen Abfüller Ferg & Harris zukommen lassen. Die Auswahl von Sebastian hat mich noch nie enttäuscht und darum freue ich mich auf diesen geheimnisvollen Single Malt Whisky aus der schottischen Speyside. Vielleicht gibt es ja in Zukunft reine ex-Bourbon Reifungen von Ferg & Harris? Gerne von wenig gehypten Brennereien wie Teaninich, Strathmill, Speyburn oder Speyside.

Fakten zum Secret Speyside 12yo PX-Sherry

Produzent: k.A.
Abfüller: Ferg & Harris
Alkoholgehalt: 55,7 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2010
Bottled: 2022
Alter: 12 Jahre
Fass: PX Sherry Finish

Meine Notizen

Farbe: Mahagoni aka dunkle Suppe 😉
Nase:  Sherry (Datteln, Feigen, Korinthen, …), Möbelpolitur, Kakao, modriges Holz, Vanille, geröstete Nüsse
Gaumen: Sherry satt (wieder Datteln, Feigen, Korinthen), Kakao, Eiche, Leder, Kaffee, Lebkuchen, gebrannte Mandeln, trocken
Abgang: lang – Kakao, Eiche, Leder, Erdbeeren, leicht bitter

Meine Bewertung: Ich gebe sehr gute 88 Punkte für den Secret Speyside 12yo PX-Sherry. Das ist eine echte Sherrybombe aus dem Haus Ferg & Harris, aber kein easy drinking Dram. Ich bin aber schon gespannt, ob es von dort in Zukunft auch eine geniale ex-Bourbon Abfüllung geben wird.

Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Danke Sebastian!

Dingle 2014

Wieder mal Whiskey Freitag, was machen wir denn da? Am besten, nach einem Ausreißer zu den schottischen Freunden, wieder mal einen Irish Whiskey besprechen.

Die geneigte Leserschaft weiß ja schon über meine ganz besondere Schwäche für die Dingle Distillery bescheid.

Eine der ersten unabhängigen Brennereien, die in Irland wieder entstanden ist, die die Renaissance des Irish Whiskey mit eingeläutet hat und die einen sehr klaren Weg verfolgt, was ich persönlich auch schön finde.

Hier haben wir mal wieder ein Einzelfass vor uns, also eine Abfüllung aus einem Einzelfass. Aber diesmal keines aus der Founding Fathers Serie, sondern dieses Single Cask wurde einfach so exklusiv für den deutschen Markt abgefüllt. Ich glaube, dass Kirsch Import einfach mal bei Dingle nachgefragt hat, ob sie denn nicht ein Einzelfässchen für Deutschland hätten, am besten recht dunkel aus dem Sherry-Fass, weil das verkauft sich dort einfach besser als die helleren Whiskeys.

Und Dingle konnte liefern.

Und wenn wir ehrlich sind, was nach Deutschland kommt, gelangt auch gerne mal nach Österreich, selbst, wenn es den Umweg über einen Dienstleister mit deutscher Lieferadresse gehen muss.

Wird interessant zu sehen, wie sich der im Vergleich zum Single Pot Still Batch 5 in Fassstärke schlägt, der ja ausschließlich in ex-Bourbonfässern reifen durfte. Ich habe ja aktuell eher eine Schwäche für ex-Bourbon Whiskeys.

Fakten zum Dingle 2014

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,7 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 17. Jänner 2014
Bottled: 10. Februar 2022
Alter: 8 Jahre
Fass: PX-Sherry cask

Meine Notizen

Farbe: dunkles Kupfer
Nase: Weichseln, Himbeere, Brombeeren, Nelken, etwas Haselnuss, zusammengefasst: Weihnachten
Gaumen: Dunkle Schokolade, Datteln, Feigen, Kaffee, Bärendreck, Würze, cremig
Abgang: lang, Eiche, würzig, süß, Zwetschkenröster, Schwefel

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 2014. Sherryfass für Deutschland, das passt einfach wie die Faust aufs Auge. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Miltonduff 2008 DT

Heute haben wir mal wieder Whisky Freitag. Ihr seht schon, heute ohne „e“, das hat auch einen bestimmten Grund. Es gibt wieder mal etwas Schottisches zu trinken.

Moni Pummer vom Xaver in Peiting ist ja in der Szene bekannt wie ein bunter Hund, und das wohl zurecht. Sie führt eine der besten Whiskybars in Deutschland und ich werde es hoffentlich bald schaffen, sie auch mal aufzusuchen. Anmeldungen für einen gemeinsamen Besuch werden entgegengenommen 😉

Sie ist aber auch sehr umtriebig, was eigene Abfüllungen betrifft. Besprochen habe ich schon den einen oder anderen Whisky aus ihrer Xaver Bar Choice (hier mutmaßlich einen Glenfarclas) oder auch ihren ersten Irish Whiskey, die Tinkabella.

Das alles scheint ihr aber noch nicht genug, also hat sie sich auch von Duncan Taylor einen Miltonduff aus dessen Octave Serie abfüllen lassen.

Und Moni hat mich eben dann gefragt, ob ich einen haben will, da sagt man dann auch nicht nein.

Von diesem Tropfen wurden übrigens 77 Flaschen herausgebracht, gerade wenns um Whisky geht, ist der Terminus „Schnapszahl“ echt passend.

Fakten zum Miltonduff 2008DT

Produzent: Miltonduff Distillery, Speyside, Schottland
Abfüller: Duncan Taylor, The Octave
Alkoholgehalt: 54,6 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2008
Bottled: 2022
Alter: 13 Jahre
Fass: 6 Monate Finish in Sherry Octave

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Vanille, Pfirsich, Datteln, Zuckerwatte, Rosinen
Gaumen: kräftig, etwas säuerlich, Birne, bitter, Rumtopf, Holz, Würze
Abgang: lang, bitter, süßlich, Holz, Rumtopf, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Miltonduff 2008 DT. Für meinen Geschmack etwas zu holzig, aber grundsätzlich ist der schon sehr ok. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Black Rock Batch 9

Am heutigen Whiskey Freitag befassen wir uns mal wieder mit etwas unabhängig Abgefülltem.

Mareike Spitzer ist den meisten Freunden des Irish Whiskey ja ein Begriff, ich selbst bezeichne sie ja als Hohepriesterin des Irish Whiskey, auch wenn sie mich dann verlegen anschaut. Sie hat in den nunmehr über 11 Jahren ihrer Tätigkeit einen extrem gut sortierten Handel für irische Spirituosen aufgebaut, ist Generalimporteurin für viele irische Brennereien und einfach aus meiner Sicht DIE Expertin schlechthin für Irish Whiskey im deutschen Sprachraum.

Sie selbst ist auch als unabhängige Abfüllerin tätig und hat zwei Serien, die eine Serie nennt sich „Fairy Casks“, hier gibt es meist spezielle Finishes oder letztens eine Vollreifung im Weißweinfass. Hier gehen die Feen helfend zur Hand, weshalb das eben die Fairy Casks sind. Die andere Serie nennt sich „Black Rock“, was für die rauhen Klippen und Felsen in Irland steht. Und es gibt einfach viele ikonische Klippenformationen am Wild Atlantic Way, ich weiß aus eigener Erfahrung. Und diese Serie zeichnet sich dadurch aus, dass der Whiskey die gesamte Reifezeit über in einem ex-Bourbon Cask verbringen durfte. Also kein Chi-Chi, kein Tamtam, einfach nur ehrlich, denn diese Art der Reifung lässt dem Destillat noch am meisten Raum, denke ich.

Und hier geht es eben um einen Black Rock, und zwar um das neunte Batch, also kann man hier definitiv schon von einer Serie reden.

Aufgrund ihrer guten Verbindungen zur Great Northern Distillery in Dundalk kommen die meisten ihrer eigenen Abfüllungen von dort, so auch diese.

Dieser Tropfen hier ist übrigens für einen Iren auf den ersten Blick eher ungewöhnlich, da es sich um einen heavily peated Whiskey handelt.

Mal schauen, was uns hier so erwartet, von dem gibt es übrigens 168 Flaschen.

Fakten zum Black Rock Batch 9

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk Co. Louth, Republic of Ireland
Abfüller: Irisch Whiskeys, Ranstadt, Deutschland
Alkoholgehalt: 59,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 2022
Alter: 5 Jahre
Fass: 1st fill ex-Bourbon cask

Meine Notizen

Farbe: Weißwein
Nase: Süßer Rauch, Karamell, Butterkeks, Ananas, Lagerfeuer
Gaumen: Vanille, Rauch, Speck, Marille, Creme Brulée
Abgang: lang, süßer Rauch, Shortbread, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Black Rock Batch 9. Ein recht ungewöhnlicher Ire, weil rauchig, aber ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Thomond Gate John Wolfe Ambrose TLS

Whiskey Freitag, Zeit für meine Notes.

Ich wage mich mal wieder an einen Thomond Gate, denn der steht schon etwas länger in meinem Regal.

Der gute Nick Ryan versorgt mich ja immer wieder mit News über seine Abfüllungen, die er so auf den Markt bringt. In einigen Gesprächen hat er mir auch seine Vision dargelegt, Limerick wieder auf die Whiskey-Landkarte zu bringen. Er tut Einiges dafür, unter Anderem hat er sich jetzt auch schon mal Equipment für eine kleine Brauerei besorgt. Er kommt seinem Ziel, dem eigenen Destillat, schon näher. Aktuell hat er zwar schon ein paar Vertragsbauern, die ihm schon einen Teil seiner Gerste liefern, aber destilliert wird aktuell noch in der Great Northern Distillery in Dundalk.

Eine weitere Passion von Nick ist die Geschichte, also die Historie. Immer wieder gibt er seinen Releases die Namen von historischen Persönlichkeiten mit Bezug zu Stadt und County Limerick.

Weiters wollte er mich natürlich auch bekehren, aber für jemanden, der bekennender Fan von Leinster Rugby ist, ist es halt recht schwierig, dem großen Rivalen Munster Rugby etwas mehr abzugewinnen, das Stadion, Thomond Park in Limerick, ist allerdings eine kleine Kathedrale des Rugby, das ist schon sensationell.

So, jetzt aber zum Whiskey, weil es auch über diesen wieder Einiges zu erzählen gibt. John Wolfe Ambrose war ein wichtiger Ingenieur, der den Hafen von New York schiffbar gemacht hat. Und um ihn zu ehren, hat Nick sich Fässer von der Kings County Distillery in Brooklyn, New York, besorgt, die davor mit peated Bourbon befüllt waren. Sowas findet man auch nicht oft, also ist das schon recht speziell.

Von diesem Schätzchen hier kamen übrigens 585 Flaschen auf den Markt.

Fakten zum Thomond Gate John Wolfe Ambrose TLS

Produzent: The Great Northern Distillery, Dundalk, Co. Louth, Republic of Ireland
Abfüller: The Limerick Spirtis Company Ltd, Co, Limerick, Republic of Ireland
Alkoholgehalt: 59,17 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A
Bottled: 30.11.2021
Alter: NAS
Fass: ex-peated-Bourbon Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: helle Früchte, reife Birne, Malz, etwas Pfeffer, ein Hauch von Rauch
Gaumen: kräftig, Birne, Butterkeks, Werthers Echte, Thymian, etwas Rauch
Abgang: lang, Mango, Kräuter, Gewürze, etwas Grillfeuer

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Thomond Gate John Wolfe Ambrose TLS. Der gute Nick hat echt einen hohen Standard, bis dato hat mir noch jeder seiner Whiskeys geschmeckt. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Two Stacks 2012

Freitag: Whiskey Zeit.

Ja, heute gehts wieder mal um einen Iren, und noch dazu um einen, der gar nicht ganz so leicht zu bekommen war, aber jetzt mal der Reihe nach.

Two Stacks ist ein Whiskey Bonder aus Nordirland. Bonder habe ich schon mal erklärt, die kaufen sich den Newmake bei Brennereien, lagern ihn im eigenen Warehouse und machen damit im Grunde, was sie für richtig halten, also blenden, in andere Fässer umlagern, finishen,…. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber auch das ist möglich. Bonden ist eine fast schon verloren geglaubte Tradition auf der grünen Insel, die in den letzten Jahren wieder einiges an Aufwind erlebt hat.

Dieser Whiskey wurde ja in den gewissen Kreisen schon ein wenig gehyped, denn was ist hier passiert? Es wurde ein Irish Single Malt für die Dauer von sechs Monaten in einem Ex-Cabernet Franc Ice Wine Cask aus Kanada gefinisht, nachdem er davor in einem Ex-Bourbon Fass gelegen hat. Deswegen auch der Beiname Polaris Collection.

Eiswein ist ja für den gelernten Österreicher jetzt nichts ganz so Außergewöhnliches, roter Eiswein ist schon ein wenig seltener, und dann noch ein Whiskey, der in einem solchen Fas gefinisht wurde? Eher sehr außergewöhnlich.
Aber wenn man weiß, wo man sowas kaufen kann, dann kann man schon mal zuschlagen. Und dank Tiny Tipple, also dem guten Ivor O´Loughlin, den ich auch schon persönlich kennenlernen durfte, konnte ich mir ein Sample ergattern, damit ich meine Flasche nicht aufreißen muss.

Das Fass hat übrigens eine Ausbeute von 318 Flaschen ergeben.

Fakten zum Two Stacks 2012

Produzent: Ireland Craft Beers Ltd., Belfast, Nordirland
Abfüller: Two Stacks Whiskey, Newry, Co. Down, Nordirland
Alkoholgehalt: 59,85 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Nov. 2012
Bottled: Feb. 2022
Alter: 9 Jahre
Fass: ex-Bourbon Cask, Finish im ex-Cabernet Franc Red Ice Wine Cask

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Vanille, Karamell, Traubensaft, Zuckerwatte, Ribisel, Kirsche
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Vanille, sehr süß, rote Trauben, etwas Eichenwürze (bitter), cremig
Abgang: lang, Karamell, sehr süß, etwas Eiche, Traube

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Two Stacks 2012. Das ist schon mal etwas ganz Außergewöhnliches. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

W.D. O’Connell 13-year-old WDO

Whiskey-Freitag ist, was machen wir denn da?

Anfang April war ja eine Abordnung des Whisky Circle Pinzgau auf der „Village“ in Nürnberg, der größten Whiskymesse im süddeutschen Raum. Da haben wir uns natürlich über die Neuigkeiten und Neuerscheinungen informiert und wir haben auch einige Kostproben ergattern können.

Mareike Spitzer von Irish Whiskeys hat schon vorab in einem Livestream darüber informiert, dass Daithí O’Connell von W.D.O’Connell mit ihr auf der Messe sein wird und es wurde auch vorab dieser spezielle Whiskey ein wenig angepriesen.

Klar, ein unabhängig abgefüllter Bushmills geht immer, keine Frage, aber eigentlich passt er gar nicht in mein aktuelles Beuteschema. Derzeit zieht es mich eher zu den Whiskeys aus einem ex-Bourbon Fass, da kann man aus meiner Sicht noch mehr vom eigentlichen Spirit schmecken. Aber gut, das ist Geschmackssache.

Dieser Whiskey durfte übrigens seine Reifezeit in einem ex-Oloroso-Butt verbringen. Das klingt ja mal schon ganz gut, schauen wir, was dabei rausgekommen ist.

Aus dem Fass konnten übrigens 294 Flaschen dieses Whiskeys gewonnen werden.

Fakten zum W.D. O’Connell 13-year-old WDO

Produzent: The Old Bushmills Distillery, Bushmills, Co Antrim, Northern Ireland
Abfüller: W.D. O’Connell, Co Waterford, Republic of Ireland
Alkoholgehalt: 59,0 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 2008
Bottled: 2021
Alter: 13 Jahre
Fass: ex-Oloroso-Sherry-Butt

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Rosinen, Pflaumen, Datteln, Rote Trauben, Kirsche, Schoko, Kakao, Holzkohle (ganz leicht)
Gaumen: cremig, Eisschokolade (oder Eiskakao), Rosinen, Salzkaramell, Feigen, Haselnuss
Abgang: lang, Schoko, Haselnuss, Feige, Malz

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den W.D. O’Connell 13-year-old WDO. Das hat der gute Daithí aber wieder hervorragend gemacht. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Tinkabella 2016

Heute ist für mich mal wieder Whiskey-Freitag, weshalb ich natürlich zu einem Iren greifen muss. Tja, aber zu welchem?

In Peiting im schönen Bayern, genauer gesagt im Schongau, da gibt es eine Dame, die nicht nur ihr gastronomisches Herz, sondern tatsächlich ihr richtiges Herz an den Whisky verloren hat. Monika Pummer, die gute Seele von Peiting, hat eben dort ein Hotel und eine Bar, also das Hotel Dragoner und die dazugehörige Bar Xaver. Im Xaver sollte tatsächlich für jeden Whisky- oder Whiskey-Geschmack etwas dabei sein.

2020 kam es, wie es kommen musste, der Gastro brachen die Einnahmen weg. Was macht die liebe Moni dann? Sie bringt ihre eigenen Abfüllungen raus, einige in Kooperation mit Sansibar Whisky, einige andere mit Duncan Taylor, aber Ire war dort keiner dabei. Bis sich die liebe Moni mit der Hohepriesterin des Irish Whiskeys im deutschsprachigen Raum, also mit Mareike Spitzer zusammengetan hat. Und da ist dann schon etwas echt Spezielles rausgekommen.

Jetzt noch eine ganz geheime Geheiminformation dazu: Mareike und Moni haben sich das Fass aufgeteilt, eine Hälfte hat Moni für die „Tinkabella im Pummerland“ bekommen, die andere Hälfte hat Mareike für ihre Fairy Casks Reihe abgefüllt.

Die Dame auf dem Etikett ist übrigens Moni Pummer nachempfunden.

Von der Tinkabella wurden übrigens 120 Flaschen ausgegeben.

Fakten zum Tinkabella 2016

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Irland
Abfüller: Irish-whiskeys.de für Xaver Bar Lounge in Peiting
Alkoholgehalt: 62,35 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2016
Bottled: 12.2021
Alter: 5 Jahre
Fass: White Wine Cask

Meine Notizen

Farbe: Stroh
Nase: Zitrone, Vanillepudding, Sauvignon Blanc, etwas nussig
Gaumen: sehr sehr kräftig, süß, Weintrauben, nussig, würzig, Eiche
Abgang: lang, Eiche, würzig, süß, Weißwein

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für die Tinkabella 2016. Tja, auch die Irlandpremiere von Moni Pummer ist gelungen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Single Malt Batch 6 CS

Ja, Dingle und ich, das ist so eine Geschichte. Ich habe ja schon an anderer Stelle beschrieben, weshalb ich zu dieser Brennerei eine spezielle Verbindung habe. Also auch heute wieder mal ein Irish Whiskey.

Heuer im Frühjahr wurde ja der Single Malt aus der Core-Range veröffentlicht, da hat man sich dann gesagt: Nun ja, machen wir noch einen Batch 6 vom Single Malt Small Batch Release, dann lassen wir es. Also gehts nun an diesen Batch 6.

Heuer konnte ich sogar eine der wenigen Flaschen in Fassstärke ergattern, was mich ungemein freut.

Die verschiedenen Batches der Single Malts von Dingle waren ja immer ein Vatting aus unterschiedlichen Fässern bzw. Fassarten. Bei Batch 6 handelt es sich tatsächlich um eine Vollreifung in ex-Port Fässern. Klingt schon mal recht spannend

Den „normalen“ 6er habe ich natürlich auch schon probiert, auch ganz gut, aber Fassstärke ist halt wieder eine andere Hausnummer, und da sind fast 14%-Punkte ABV Unterschied.



Fakten zum Dingle Single Malt Batch 6 CS

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, County Kerry, Republik Irland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2021
Alter: NAS
Fass: Port Casks

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Erdbeeren satt, Walnüsse, Himbeeren, Heidelbeeren, Limette, Granny Smith Äpfel, Honig, Ahornsirup
Gaumen: kräftiger Antritt, Erdbeeren, Brombeeren, Bitterschoko, nussig, würzig, Limette
Abgang: mittellang, beerig, Malz, süß, Zuckerwatte, Grapefruit

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Dingle Single Malt Batch 6 Cask Strength. Bei meinen Dingles wurde ich noch nie enttäuscht, und auch hier nicht. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.