Dingle 2014 ex-Port

So, es ist wieder mal Whiskeyfreitag, und da gibts auch wieder mal etwas aus Dingle. In letzter Zeit haben die Single Casks aus Dingle ja fast ein wenig „Überhand“ genommen, aber wenn man einen „Vogel“ hat, hat man halt einen.

Mein erster Berührungspunkt zu Dingle war ja auch etwas mit Port, deshalb schön, dass nach drei Sherry Single Casks auch mal etwas Anderes abgefüllt wurde, und zwar aus einem ex-Port Fass.

Für Kirsch Import war das schon das zweite Einzelfass, das Dingle abgefüllt hat, letztes Jahr kam ja ein PXerl raus.

Zu diesem Whisky hier gibt es wohl geteilte Meinungen, der von mir sehr geschätzte Whisky Jason hat diesen Tropfen auch schon verkostet, er war nicht überzeugt, um es mal vornehm zu formulieren. Aber glücklicherweise sind die Geschmäcker ja verschieden.

Wie schon erwähnt, geht es hier wieder um ein Einzelfas aus Dingle, es geht um ein ex-Port Fass und der Whisky durfte nicht ganz 8 Jahre in diesem Fässchen verbringen. Mal schauen, ob der Whisky die hochwertige und sicherlich kostspielige Verpackung rechtfertigen kann, denn ganz so billig war er selbst auch nicht.

Fakten zum Dingle 2014 Port

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,6 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 19. November 2014
Bottled: 2. September 2022
Alter: 7 Jahre
Fass: Port

Meine Notizen

Farbe: Rotgold
Nase: Erdbeere, Himbeere, Mandarine, Kokos, leicht nussig, Karamell
Gaumen: süß, klassisch Erd- und Himbeeren, Apfel, Tannine
Abgang: mittellang, süß, etwas bitteres Holz, Beerenfrüchte, Waldhonig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle 2014 Port. Auch dieser Whisky ist ein wirklich feiner Tropfen, da gehe ich mit Jason ausnahmsweise mal nicht d’accord. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Black Friday 16yo ElD

Heute haben wir wieder Whiskyfreitag, und ich werde mit diesem Black Friday Malt vorerst mal meinen Islay-Schwerpunkt beenden.

Black Friday Malt von der Whisky Exchange und Islay? Da stimmt doch etwas nicht, das waren doch früher immer Ardmores, Glenfarclas´, Highland Parks und weitere. Was hat das jetzt bitte mit Islay zu tun?

Naja, letztes Jahr wurde die Whisky Exchange verkauft, sie gehört nun nicht mehr dem Inder (der gelernte Österreicher kennt sich aus), sondern ist jetzt Teil des Spirituosengiganten Pernod Ricard. Und bei Übernahmen ist es nicht unüblich, dass es gewisse Änderungen gibt, manche sind kleiner, manche sind etwas größer.

Ich hoffe, niemand fühlt sich jetzt von dieser Tasting Note getriggert, aber Farbtrinker könnten ob des Aussehens dieses Tropfens doch ein wenig erschrecken, es ist nämlich so, dass sich in der schwarzen Flasche ein Whisky verbirgt, der ein Sherryfass nicht mal aus zehn Kilometern Entfernung gesehen haben dürfte. Es gibt zwar keine genauen Angaben, aber alles andere als ein Bourbon Fass, und hier auch noch eher ein Refill- denn ein First Fill Fass, würde mich doch schwer verwundern.

Fakt ist: Mir gefällt sowas.

Und jetzt verkosten wir diese Schönheit mal.

Fakten zum Black Friday 16yo ElD

Produzent: Caol Ila Distillery, Islay, Schottland
Abfüller: Elixir Distillers
Alkoholgehalt: 53,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: 16 Jahre
Fass: vermutlich ex-Bourbon Fässer

Meine Notizen

Farbe: helles Stroh
Nase: Zitrusfrüchte, Grapefruit, süße Asche, Basilikum, Thymian
Gaumen: sehr kräftig, Vanille, weiße Trauben, Orange, Limette, leichter Rauch
Abgang: lang, Asche, süße, Limette, Vanille, Malz, salzig

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Black Friday 16yo ElD. Trotz schwarzer Flasche nichts für Farbtrinker, aber ein feines Tröpfchen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Williamson 2012 Sb

Für diesen Whiskyfreitag habe ich mir mal wieder etwas Besonderes ausgewählt, und zwar einen Williamson.

Williamson ist jetzt keine Brennerei, obwohl es so auf dieser Flasche geschrieben steht. Hinter diesem Namen verbirgt sich (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) ein Destillat aus dem Hause Laphroaig, wo halt die Rechte zur Nennung des Namens fehlen.

Bessie Williamson war früher die Distillery Managerin der Laphroaig Distillery, später war sie auch deren Besitzerin. Und von daher liegt es nahe, diesen Namen für den Whisky zu wählen, wenn man den Namen der Destillerie nicht nennen darf.

Monika Pummer hat sich diesen Tropfen für Ihre Xaver Bar im bayrischen Peiting abfüllen lassen, die Leute von Sansibar waren ihr hier behilflich. Moni ist ja in der deutschsprachigen Whiskyszene eine Institution. Für 2023 steht dringend auf dem Plan, die gute Moni mal zu besuchen und persönlich kennenzulernen. Das muss sich irgendwie unterkriegen lassen. Denn ich habe ja auch schon ein paar andere Whiskys von ihr bewertet.

Dieser Whisky hat seine gesamte Reifezeit in einem Sherry Butt verbringen können, also hat nicht eines dieser fancy Finishes bekommen, denen ich persönlich grundsätzlich eher etwas ambivalent gegenüberstehe.

Aber genug der Worte, jetzt mal zur Sache.

Fakten Williamson 2012 Sb

Produzent: vermutlich Laphroaig Distillery, Islay, Schottland
Abfüller: Sansibar Whisky für Xaver Bar Lounge Peiting
Alkoholgehalt: 53,8 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2012
Bottled: 2022
Alter: 10 Jahre
Fass: Sherry Butt

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Rosinen, dunkle Früchte, Feigen, Walnuss, Kampfer
Gaumen: jetzt erst Rauch, Jod, kaum Sherryeinfluss, cremig, kräftig, Datteln
Abgang: lang, Rauch, Jod, Feige, Schwefel, Mandel

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Williamson 2012 Sb. Also die liebe Moni lässt sich auch hier wieder nicht lumpen, Chapeau. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 2014 for Whisky Center

Whiskeyfreitag, der letzte vor dem Jahreswechsel. Da kommen wir wieder zu einem kleinen Resümee, und dafür gehts wieder in meine Lieblingsbrennerei, nämlich Dingle.

Für mich heuer der beste Whiskey abseits der Raritäten, die ich verkosten durfte, war der Dingle Single Pot Still Batch 5 Cask Strengh. Der hat es wirklich in sich und ist ein wunderschön ausgewogener Whiskey aus dem ex-Bourbon Fass.

Auch bei den Single Pot Stills hat sich Dingle nun vom Small Batch Verfahren verabschiedet und ich bin schon gespannt, was dort folgen wird. Bei den Single Malts war es so, dass letztes Jahr ein Core Range Single Malt rausgekommen ist, heuer eine neue Reihe gestartet wurde mit dem Samhain und dann gab es noch einige verschiedene Einzelfassabfüllungen für verschiedene Partner.

Und dieses Mal haben wir eine Einzelfassabfüllung für das Whisky Center in den Niederlanden. Wie wurde ich darauf aufmerksam? Ich wurde auf der Whiskybase von denen angeschrieben, weil ich ihrer Meinung nach doch eine recht ansehnliche Sammlung an Dingle Whiskeys habe. Ich denke nicht ganz so, aber ok. Und dann habe ich eben auf die Veröffentlichung gewartet.

Auch hier haben wir eine Einzelfassabfüllung von einem 2014er Whiskey, wieder aus dem Sherry Fass, aber nicht aus dem Oloroso Fass, wie jener für Irishmalts, sondern aus dem PX-Fass, wie auch der Whisky für Kirsch Import.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey etwas genauer an.

Fakten zum Dingle 2014 for Whisky Center

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 19. November 2014
Bottled: 24. November 2022
Alter: 8 Jahre
Fass: PX Cask

Meine Notizen

Farbe: Bronze
Nase: volle Sherrydröhnung, Feige, Rosinen, Powidl, Rumpflaumen, Kirsche
Gaumen: kräftiger Antritt, Powidl, Holzwürze, Feige, etwas kräuterig
Abgang: lang, Schwefel, Dattel, süß, bitter, Holz

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle 2014 for Whisky Center. Der hier reiht sich ein in die Riege der hervorragenden Einzelfassabfüllungen von Dingle. Ich hoffe auf einen baldigen ex-Bourbon Single Cask. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Caol Ila 2009 WM

Heute haben wir wieder Whiskyfreitag, und da kommt bei mir mal der Caol Ila 2009 WM ins Glas.

Ja, wir haben bald Weihnachten, bald ist das Jahr zu Ende. Und irgendwie ist es dann schon auch so, dass versucht wird, ein wenig Bilanz zu ziehen über das Whiskyjahr 2022.

Von den Tastings her gab es für mich heuer ganz klar zwei Highlights, und zwar das Raritätentasting im April in den Räumlichkeiten des Pinzgau Bräu in Bruck, für welches wir unseren Whiskyfreund Joe Riedmüller von der Tiroler Whiskyausstellung gewinnen konnten, und ein weiteres Tasting von Joe, welches im November in Volders in Tirol stattgefunden hat, und zu dem eine kleine Abordnung des Whisky Circle Pinzgau angereist ist.

Dort hat uns Joe auch als Starterdram für die zweite Hälfte des Tastings diesen Caol Ila eingegossen, den er sich gemeinsam mit dem Hofermarket in Sterzing exklusiv hat abfüllen lassen von Wilson & Morgan.

Viele sagen ja, dass Caol Ila eine Massenbrennerei ist, die nur für Quantität und nicht für Qualität stünde. Klar, die kleinste Brennerei ist es jetzt nicht, aber man vergleiche jetzt mal die Produktionskapazitäten von Caol Ila mit jenen von Macallan, dann hat sich diese Debatte aus meiner Sicht recht flott erledigt.

Zugegeben, dieser Caol Ila konnte natürlich mit den sonstigen bei diesem Tasting verkosteten Preziosen nicht ganz mithalten, aber dieser Vergleich wäre auch mehr als unfair dieser Abfüllung gegenüber. Schauen wir uns die Eckdaten mal an.

Fakten zum Caol Ila 2009 WM

Produzent: Caol Ila, Islay, Schottland
Abfüller: W&M
Alkoholgehalt: 48 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 24. November 2009
Bottled: 04. Juli 2022
Alter: 12 Jahre
Fass: Refill Hogsheads, Finish in First Fill Bourbon Hogsheads (22 Monate)

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Vanille, Karamell, Malzzuckerl, süß, Biskotten, leichter Rauch
Gaumen: Haselnüsse, Karamell, etwas Asche, leichte Holzwürze, Heu
Abgang: aschiger RAuch, süß, ein wenig bitter, Vanille, Malz

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Caol Ila 2009WM. Das hier ist ein sehr schöner und sehr solider Dram. Und die Alkoholstärke ist wunderbar gewählt. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Samhain

Tja, worüber schreiben wir denn am heutigen Whiskeyfreitag? Hat nicht die Dingle Distillery kürzlich etwas Neues veröffentlicht?

Ja, und zwar den Dingle Samhain, der zu Halloween herausgekommen ist.

Samhain (die Aussprache dieses Wortes ist recht kompliziert) ist mehr oder weniger das gälische Vorgängerfest zu Halloween. Hier wird also Tradition groß geschrieben.

Der Samhain ist Teil der neuen Abfüllungsserie (Wheel of the Year), welche wohl irgendwie auch die bisherigen Small Batch Veröffentlichungen ersetzen sollte. Aus dieser Reihe sind insgesamt 8 Releases vorgesehen, hört man zumindest.

Für diesen Whiskey wurde jetzt Whiskey, der davor in First Fill Bourbon Barrels gelagert wurde, noch mit einem zweijährigen Finish in Moscatel Fässern verfeinert. Mal schauen, was bei diesem Irish Whiskey draus geworden ist.

Von diesem Tropfen wurden übrigens 10000 Flaschen veröffentlicht, also durchaus eine gewisse Limitierung. Das hat sich auch beim Bestellen bemerkbar gemacht, ich durfte ein wenig warten.

Fakten zum Dingle Samhain

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: First Fill Bourbon Barrels, Finish in First Fill ex Moscatel Fässern

Meine Notizen

Farbe: Gold
Nase: Himbeer, Erdbeer, Kirsche, Red Bull, etwas Rosmarin, gemähter Rasen, Bitterschoko
Gaumen: kräftig, Früchte, Himbeere, Erdbeere, Kirsche, Eichenwürze, Volumen, cremig
Abgang: lang, prickeln, Red Bull, Himbeere, Schoko, Gewürze

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Samhain. Das ist ein Beerenobstsalat mit einem Energydrink, aber wirklich „geistreich“. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Lagavulin Offerman 3rd Edition

Wir haben ja wieder mal Whiskyfreitag, was gibt’s denn da Gutes bei uns? Einen Lagavulin, der Kenner spricht das mit französischem Akzent aus, also „Laschawulöööö“. Nein, Scherz, natürlich nicht.

Die ersten beiden Releases der Offerman Edition waren ja nur für den US-Markt, umso mehr war ich gespannt, als ich las, dass die dritte Veröffentlichung auch bei uns auf den Markt kommt. Ich habe natürlich zugeschlagen und eine Flasche auch geteilt.

Nick Offerman, nach dem diese Abfüllung benannt ist, ist ja DAS Testimonial von Lagavulin. Er darf das auch immer wieder in diversen Werbespots mit einiger Selbstironie darstellen. Und absolut legendär ist natürlich das Video, wo er stundenlang vor einem brennenden Kamin sitzt und nur Whisky trinkt. Ich hätte diese Ausdauer nicht.

Bei diesem Lagavulin ist natürlich auch wieder von strenger Limitierung zu lesen, aber im offiziellen Webshop von Diageo ist er immer noch erhältlich, es könnte sich also auch um einen Werbeschmäh handeln.

Reifen durfte dieser Laga in Charred Oak Casks. Laut Whiskyexperts wurde in diesen stark verkohlten Fässern zuvor Bourbon und Rotwein gelagert.

Fakten zum Lagavulin Offerman 3rd Edition

Produzent: Lagavulin, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 03.09.2022
Alter: 11 Jahre
Fass: Charred Oak Casks

Meine Notizen

Farbe: Rotgold (also E150)
Nase: Holzkohle, Rauch, verbrannte Vanille, Grapefruit, Limette
Gaumen: etwas wässrig, Torf, Lagerfreuer, Moder, später etwas cremig, Ingwer, Grummet (Heu, 2. Schnitt)
Abgang: mittellang, Menthol, Rauch, Torf, etwas bitter, Zitrusnote

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Lagavulin Offerman 3rd Edition. Ein netter Whisky, den man sehr gut trinken kann. Aber das Werbevideo dazu ist ein wenig spektakulärer. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ardbeg Smoketrails

Am heutigen Whiskyfreitag gibts mal wieder etwas Schottisches, von der Insel Islay. Und zwar einen Ardbeg Smoketrails.

Eine liebe Freundin von mir weilte kürzlich in London. Sie machte mir davor das wohl nicht zu 100% ernst gemeinte Angebot, dass sie mir etwas mitnehmen würde, wenn sie es früh genug wüsste. Und dann kam ja mal ein E-Mail von Ardbeg, dass es jetzt dann einen Whisky exklusiv im Travel Retail gäbe, das dann auch noch bei den Whiskyexperts veröffentlicht wurde. Und dann bin ich auf das Angebot zurückgekommen und hab mir was mitnehmen lassen.

Wie im Travel Retail nicht ganz unüblich, handelt es sich um eine etwas größere Flasche mit einem Fassungsvermögen von einem Liter. Das heißt, es konnten auch ein paar Leute mit einem Sample versorgt werden.

Über Ardbeg muss ich jetzt sicher keine Worte verlieren, jeder von uns Whisky-Nerds kennt diese Brennerei. Beim Smoketrails wurden nun Whiskys aus Manzanilla-Sherryfässern mit Whiskys aus klassischen, amerikanischen Weißeichenfässern „vermählt“, man könnte auch das etwas weniger lyrische und schwülstige Wort „gevatted“ verwenden.

Was erwartet uns jetzt beim Smoketrails?

Fakten zum Ardbeg Smoketrails

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,0 % ABV
Inhalt: 1,0 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: k.A.
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Manzanilla-Sherryfass, amerikanische Weißeiche.

Meine Notizen

Farbe: gelber Muskateller
Nase: Rauch, Mandarine, Soletti, Granny Smith Apfel
Gaumen: Grapefruit, Ananas, Holz, Rauch, Grillkohle, metallisch
Abgang: lang, Lagerfeuer, Birne, Soletti, Salz

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Ardbeg Smoketrails. Der ist ganz gut, nicht spektakulär, aber gut. Bei Ardbeg könnten Sie halt auch aus Mist Gold machen. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle 2014 for Irishmalts

Whiskeyfreitag ist, und heute mal wieder aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Dingle 2014 aus einem Sherryfass? Hatten wir das nicht erst kürzlich? Ja, korrekt, im Sommer kam ein Single Cask aus der Dingle Distillery raus, exklusiv für Kirsch Import und damit für den deutschen Markt. War es im Sommer noch ein Whiskey aus einem PX-Fass, lag dieser Tropfen hier die ganze Reifezeit über in einem Olorosofass.

Über Dingle habe ich schon einige Worte verloren, Irishmalts ist mehr oder weniger die Seite der Wahl, wenn man Irish Whiskey jeglicher Herkunft sucht. Also was man bei Mareike nicht findet, findet man oft dort. Da Irishmalts von Irland aus betrieben wird, fallen aber halt auch die irischen Steuern an, und die Alkoholsteuer ist in Irland halt einfach um Einiges höher als in Österreich oder Deutschland, deshalb ist es dort auch meist ein wenig kostenintensiver.

Wie beim letzten Mal ist es auch diesmal wieder eine Einzelfassabfüllung mit 2014er Spirit in Fassstärke. Da gibts wohl aktuell ein paar Anfragen an die Brennerei, denn ich weiß aus sicherer Quelle, dass bald ein weiteres Einzelfass auf den Markt kommen sollte, wieder exklusiv für ein europäisches Land. Ich werde davon berichten, so ich einen ergattern kann.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey etwas genauer an.

Fakten zum Dingle 2014 for Irishmalts

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,3 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 07. November 2014
Bottled: 03. August 2022
Alter: 7 Jahre
Fass: Oloroso cask

Meine Notizen

Farbe: Schokolade
Nase: Schokolade, Kakao, trocken, staubig, Heidelbeere, Orange
Gaumen: sehr kräftiger Antritt, Kirsche, etwas Schwefel, Holz, Grapefruit
Abgang: Kakaobohne, Eiche, lang, Schwefel, Brombeere

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 2014 for Irishmalts. Völlig anderer Whiskey als der für Kirsch, aber ebenfalls sehr gut. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Mackmyra 2015

Schon wieder Freitag? Na dann, gibts halt wieder mal einen Vertreter des Wassers des Lebens zu besprechen.

Heute mal nichts irisches, aber auch kein Schotte. Wir sind heute in Schweden unterwegs, aber das sogar noch ein wenig speziell.

Im Zuge der Gründung meiner Firma ist der liebe Fabio Veglianti von Mackmyra auf mich zugekommen, ob ich nicht aus Interesse hätte, die Reserve Casks von Mackmyra zu verkaufen. Ich dachte mir, dass das eine sehr gute Ergänzung des Portfolios wäre.

Und dann habe ich für Tastingzwecke zwei Flaschen dieses Whiskys von Fabio erstanden.

Bei den Mackmyra Reserve Casks ist es so, dass man sich 30 Liter Fässer mit Newmake oder auch vorgereiftem Whisky von Mackmyra befüllen lassen kann und dann kann die Reifung beginnen. Da die Oberfläche des Fasses im Verhältnis zur Menge des Destillates viel größer ist als bei Hogsheads oder gar Sherry Butts, reift der Whisky viel schneller. Die Interaktion mit dem Fass ist natürlich viel stärker.

In diesem Fall ist das Ding mehr als fünf Jahre in einem Fässchen aus schwedischer Eiche gelegen, was dann ein sehr spezielles Aromenprofil zur Folge hat.

Bei diesem Whisky wurde auch Torf zum Darren verwendet. Wie es bei Mackmyra üblich ist, wurde dem Torf noch ein bisschen Wacholder zugefügt, in Form von Zweigen. Das schmeckt man auch raus. Bei der sogenannten „Rök“ Rezeptur wird ein Drittel getorftes Malz verwendet und mit zwei Dritteln ungetorftem Malz vermengt. Bei „Extra-Rök“ wird nur getorftes Malz verwendet. Ganz neu ist dann Extra Rök 2.0, also sehr rauchig. Natürlich gibts das auch ohne Torf, das wäre dann die sogenannte „Elegant“ Rezeptur.

So, nun genug der Erklärung, jetzt gehts ans Trinken.

Fakten zum Mackmyra 2015

Produzent: Mackmyra, Schweden
Abfüller: OA, Reserve Casks Serie
Alkoholgehalt: 48,7 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 10.03.2015
Bottled: 13.08.2020
Alter: 5 Jahre
Fass: Svensk Ek, also schwedische Eiche

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: Rach, Wacholder, Holz, Apfel, Birne
Gaumen: Rauch, Kräuter, Holz, Zitrone, grüner Apfel, Schafgarbe
Abgang: lang, Wacholder, Süße, etwas Honig und natürlich Holz

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Mackmyra 2015. Hier hätten wir eine richtige Experimentierwiese gefunden. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.