Dingle Sod´em & Begorragh

Dingle scheint momentan ein wenig ein Stammgast zu sein, was meinen Whiskeyfreitag betrifft. Ja, da kann ich gar nicht viel dagegen argumentieren, aber keine Sorge, nächste Woche kommt wieder mal was Anderes.

Noch ist es gar nicht lange her, da hat mich die Info vom Celtic Whiskey Shop in Dublin erreicht, dass sie ein neues Founding Fathers Fass von Dingle abgefüllt hätten. Die Story mit den Founding Fathers könnt ihr beispielsweise hier und auf der Seite des Whisky Circle Pinzgau bereits mehrmals nachlesen, aber auch auf vielen anderen Seiten im Internet gibts die Geschichte dazu.

Und wenn irgendwo was von Dingle auftaucht, bin ich halt auch sehr geneigt, hier ein wenig Geld auszugeben. So auch in diesem Fall.

Da der Celtic Whiskey Shop nicht nur ein Fass gekauft hatte, ist das nunmehr auch die dritte (und auch letzte) Abfüllung unter diesem Namen „Sod´em & Begorragh“. Die erste Abfüllung war eine Reifung im Ex-Bourbon Fass, die zweite war in einem Sherry Fass gelagert, und die dritte kombiniert nun beide Vorbelegungen.

Erst lag dieser Single Malt Whiskey für ganze fünfeinhalb Jahre in einem ex-Bourbonfass, dann kamen noch dreieinhalb Jahre Lagerung in einem Sherryfass dazu. Das ergibt insgesamt 9 Jahre Reifung. Und ich würde dann fast von einer zweiten Reifung im Sherryfass sprechen, und nicht von einem Finish, denn die dreieinhalb Jahre an sich würden schon Whiskey ergeben, der sich auch so nennen darf.

221 Flaschen sind sich in Fassstärke ausgegangen, die eine oder andere wäre noch hier zu ergattern. Der Celitc Whiskey Shop liefert auch (gegen entsprechendes Entgelt natürlich) nach Österreich und Deutschland.

Fakten zum Dingle Sod´em & Begorragh

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 59,8 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: 9 Jahre
Fass: ex-Bourbon Fass, Finish im Ex-Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Karamell, Marzipan, Mandel, Feige, leicht schwefelig
Gaumen: starker Antritt, Dattel, Holzwürze, dunkle Früchte, schwefelig
Abgang: lang, würzig, Feige, Schwefel, Karamell, kräuterig

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Sod´em & Begorragh. Nichts für die breite Masse, aber mir gefällt er. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle The Long Hall

So, wir haben wieder Whiskeyfreitag und da darf ich heute etwas präsentieren, an das man wirklich nur schwer kommt, aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Ich war ja im Mai dieses Jahres in Dublin unterwegs, unter Anderem zur Whiskey Live. Und das habe ich zum Anlass genommen, mir einen Whiskey zu holen, den es wirklich nur vor Ort in Dublin und hier in einer einzigen Bar gibt.

Vom Founding Fathers Programm der Dingle Distillery haben wir ja bereits das eine oder andere Mal erzählt, damals wurden zur Finanzierung der Brennerei 500 Fässer an Interessenten verkauft. Das war sozusagen die Blaupause für viele der anderen jungen Brennereien auf der Emerald Isle, die das Fassprogramm mehr oder weniger kopiert haben.

In diesem Fall wurde seinerzeit ein Fass von den Betreibern der Long Hall, einer sehr bekannten Bar in Dublin, erworben. Und zwar handelte es sich hierbei um ein ex-Bourbon Barrel, in das dann Pot Still Newmake gefüllt wurde.

Dieser nunmehrige Whiskey wurde dann 2022 in Flaschen gefüllt, leider nicht in Fassstärke, sondern auf 46,5% ABV eingestellt, wohl um etwas mehr Flaschen zu erhalten. Und diesen Whiskey gibt es tatsächlich nur in der Long Hall in Dublin zu kaufen, sonst nirgendwo. Auch einen Versand gibt es hier nicht, also habe ich die Gelegenheit im Mai beim Schopf gepackt. Immerhin verspricht Single Pot Still aus dem ex-Bourbon Fass ein sehr schönes Geschmackserlebnis, siehe der hier.

Es sei noch erwähnt, dass sich von diesem Fass 317 Flaschen ausgingen.

Fakten zum Dingle The Long Hall

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: strohgold
Nase: Vanille, Karamell, Banane, Pfirsich, Eukalyptus
Gaumen: Vanille, Eichenwürze, schwarzer Pfeffer, süß, Honig, cremig
Abgang: lang, Karamell, Röstaromen, Birne, Pfirsich, Marille

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Dingle The Long Hall. Hier hat man wieder mal meine Geschmack sehr gut getroffen, Single Pot Still aus dem Bourbonfass, und das von Dingle. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Ledaig 2007 DRFS

Heute gibts zum Whiskyfreitag mal wieder etwas ohne das berühmte „e“ im Namen, also einen Tropfen aus Schottland. Es gibt einen Ledaig.

Die meisten von uns wissen ja, dass Ledaig die getorfte Variante aus der Tobermory Distillery ist, welche sich auf der Isle of Mull befindet. Dort wird in der einen Hälfte vom Jahr getorfter Whisky erzeugt, eben Ledaig, und in der anderen Hälfte ungetorfter Whisky, der unter dem Namen Tobermory verkauft wird.

Ledaig ist ja bekannt für seine Kuhstallnoten, so nennen wir das halt unter uns. Und wenn man so wie ich auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, dann ist einem so ein Geruch bzw. Aroma nicht ganz fremd und man kann damit etwas anfangen.

Bei diesem Tröpfchen handelt es sich um eine Gruppenabfüllung für die Facebook-Gruppe „Friends of Tobermory Distillery“. Wie komme ich jetzt dazu? Naja, in grauer Vorzeit, die uns glücklicherweise kaum mehr erinnerlich ist, war es mal so, dass wir uns dank eines Virus´, der die ganze Welt in Atem hielt (oder der Welt den Atem kostete), nicht wirklich gefahrlos treffen konnten, so haben sich auch die Whiskytastings damals in den virtuellen Raum verschoben. Und dann bin ich irgendwie in diese Gruppe reingerutscht. Dort sind alles lauter nette Leute, und so haben wir einige Kontakte knüpfen können und wir freuen uns auf die unregelmäßig stattfindenden gemeinsamen Tastings.

Und dieser Whisky hier war die erste Gruppenabfüllung. Das haben die Admins der Gruppe dann gemeinsam mit dem Wu Dram Clan hinbekommen.

Da aus einem Hogshead gewöhnlicherweise mehr als 70 Flaschen rauskommen, ist die Annahme richtig, dass hier nur ein Teil dieses Fasses für die Friends of Tobermory Distillery abgefüllt wurde, den anderen Teil hat der Wu Dram Clan selbst abgefüllt (Verhältnis 1:2)

Fakten zum Ledaig 2007 DRFS

Produzent: Tobermory Distillery, Isle of Mull, Schottland
Abfüller: Wu Dram Clan for Friends of Tobermory Distillery
Alkoholgehalt: 49,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 02.2007
Bottled: 02.2023
Alter: 16 Jahre
Fass: ex-Bourbon Hogshead

Meine Notizen

Farbe: Chardonnay
Nase: Vanille, süßer Rauch, Marille, Karamell, Holzkohle, Rosmarin, Kuhstall (hier ist er ja), Honig
Gaumen: Starker Antritt, Rauch, Asche, Zitrone, Grapefruit, Sägespäne, Cremig
Abgang: mittellang, leicht jodig, metallisch, kalte Asche, Brombeeren

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Ledaig 2007 DRFS. So stell ich mir einen schönen Ledaig vor, und die Reifung im ex-Bourbonfass tut das Ihre dazu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Dingle Bealtaine

Nach einer kleinen Urlaubspause gibts den schon gewohnten Whiskeyfreitag wieder, diesmal wieder etwas aus meiner Lieblingsbrennerei Dingle.

Seit Ende letzten Jahres hat Dingle ihre neue „Wheel of the Year“ Serie bespielt, der Samhain und der La Le Bride sind schon erschienen, beides Single Malts. Und nun kam Anfang Mai der dritte Teil dieser voraussichtlich achtteiligen Serie auf den Markt, nämlich der Bealtaine, ein Single Pot Still.

Die beiden ersten waren ja Single Malts, von daher ein kleiner Unterschied, aber das passt aus meiner Sicht auch gut so, stellt die Brennerei doch beide Stile her. Und auch der Alkoholgehalt unterscheidet sich von den Single Malts, statt 50,5% ABV gibts hier zwei Umdrehungen mehr, also 52,5% ABV. Fassstark ist das nicht, dieser Alkoholgehalt wurde bewusst so gewählt.

Wie bei den beiden anderen Wheels hat man auch hier wieder bourbongereiften Whiskey genommen und gefinished. Diesmal in ex-Shiraz Fässern, was dem Ganzen natürlich einen weinigeren Charakter gibt, und Rotweinfinishes sind ja auch recht angesagt. Serge hat zwar ein ganz schwieriges Verhältnis zu diesen, und auch ich finde, hier muss man sehr aufpassen, damit das Fass den Whiskey nicht erschlägt, aber wenn es gut gemacht wird, kann es durchaus eine Bereicherung sein.

Jetzt mal zu den Fakten: Von dem hier wurden weniger Flaschen abgefüllt als von den Single Malts davor, nämlich nur 5500. Anfang Mai ist er in Irland erschienen, ich rechne damit, ihn im Juli in Deutschland zu sehen, und dann auch in Österreich.

Fakten zum Dingle Bealtaine

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 52,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fässer, Finish in Shiraz Fäsern

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Pflaume, Kirsch, Birne, Pfirsich, sehr fruchtig, Traube, Rosmarin
Gaumen: Tannine, recht wenig, Holz, Pflaume, Rotwein, sehr cremig, Ananas, Würze
Abgang: lang, würzig, Eiche, Rotwein, Pflaume, Pfirsich, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 86 Punkte für den Dingle Bealtaine. Das ist ein sehr schöner Whiskey, und auch das Rotweinfinish ist noch nicht zu viel. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Springbank Local Barley 2011

Springbank Local Barley 2011

Springbank Local Barley 2011

Und schon wieder steht dieser gelb/schwarze Karton mit einem Single Malt Whisky aus der Brennerei Springbank vor mir. Dieses Mal handelt es sich um einen Campbeltown-Whisky aus dem Jahr 2011. Der Hype um diese Local Barley Abfüllungen ist mittlerweile schon irre, denn bereits vor dem Verkaufsstart in Österreich, waren die Preise am Sekundärmarkt jenseits von Gut und Böse. Zum Glück konnte ich meine Flasche noch zum Ausgabepreis erstehen.

Was ist das Besondere an dieser Abfüllung?

Mit einer Reifezeit von 11 Jahren und einem Alkoholgehalt von 55,1% beeindruckt der Springbank Local Barley 2011 als repräsentatives Mitglied der einzigartigen Local Barley Serie, die die renommierte Springbank Distillery stolz präsentiert. Sie stellt diese Serie ausschließlich aus Gerste her, die in der malerischen Region um Campbeltown angebaut wird.

Im Mai 2011 destillierte die Brennerei diesen speziellen Whisky und wählte dabei die Belgravia-Gerste, die auf der lokalen Farm Glencraigs gedeiht.

Die spezielle Fassauswahl für die Reifung des Whiskys steigert seine Eigenschaften. Springbank ließ ihn in einer Mischung aus Sherry-, Bourbon- und Rumfässern reifen. Um genau zu sein, setzte das Reifungsverfahren zu 55% auf Sherryfässer, zu 35% auf Bourbonfässer und zu 10% auf Rumfässer.

Nach dieser intensiven Reifung beendete die Springbank Distillery den Herstellungsprozess, indem sie den Whisky im Dezember 2022 in 15.000 Flaschen abfüllte.

Was erwarte ich mir von diesem Single Malt?

Meine Erwartungen an diesen Whisky: Einen typischen Campbeltown Malt mit nicht zu extremen Fass-Einfluss.

Trotz der großen Nachfrage konnte ich immerhin eine Flasche und zusätzlich ein Sample dieses Whiskys ergattern, so dass ich hier schließlich meine Eindrücke schildern kann:

Fakten zum Springbank Local Barley 11yo aus 2011

Produzent: Springbank, Campbeltown
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 55,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2011
Bottled: 2022
Alter: 11 Jahre
Fass: 55% sherry, 35 % bourbon & 10 % rum

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: Meeresbrise, Malz, Rum, Melone, Vanille, Ananas, Honig, Eiche, Pfirsich, Ingwer, Zitrone, dezenter Rauch, geräucherte Kräuter, leicht staubig, Kakao
Gaumen: öliges Mundgefühl, gegrillte Zitronen, süß, kräftig, kandierte Früchte (Ananas, Ingwer, Melone, …), Salz, Wald, weißer Pfeffer, Rum, dezenter Rauch, Muskat, Tabak
Abgang: lang – Salz, Früchte mit Honig, Zitrone, dezenter Rauch, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 88 Punkte für den Springbank Local Barley 2011. Der Whisky gefällt mir wieder sehr gut, der Hype darum aber eher weniger. Vermutlich wird dieser Single Malt mehr gesammelt als getrunken, sehr schade! Ob ich mir in Zukunft weitere Abfüllungen aus dieser Serie kaufen werde? Wenn die Ausgabepreise weiter so steigen, dann werde ich es mir zukünftig echt überlegen. Nachdem sich in meiner Sammlung aber noch genug trinkbare Alternativen befinden, werde ich nicht verdursten müssen. 😉

Weitere Bewertungen dazu gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whisky, wie eine schöne Frau, verlangt Wertschätzung. Man schaut zuerst, dann ist es Zeit zu trinken. - Haruki Murakami


Dingle 10yo

Dingle 10yo

Am heutigen Whiskeyfreitag gibts nach einer einwöchigen Pause, bedingt durch den Besuch der Whiskeylive in Dublin, wieder einen schönen Irish Whiskey von Dingle.

Auf eben dieser Whiskeylive in Dublin habe ich diesen Whiskey auch verkosten können. Gut, ich hatte mir davor schon ein Fläschchen gesichert, oder auch zwei.

Dieser Whiskey markiert nämlich einen absoluten Meilenstein für die Dingle Distillery selbst, aber auch für den Irish Whiskey als Kategorie. Denn es ist der erste zehnjährige der Brennerei, in der am 18. Dezember 2012 erstmals Whiskey destilliert wurde, und es ist auch einer der ersten Irish Whiskeys mit einer zweistelligen Altersangabe aus einer sogenannten neuen Brennerei. Klar, West Cork war früher dran, aber deren Zielgruppe und deren Herangehensweise an das Thema ist auch völlig anders. Dies möchte ich jedoch nicht werten, denn Beides hat seine Berechtigung.

Mitte April ging es in den sozialen Medien rund, da hat Dingle etwas angeteasert, was viele nicht wirklich einschätzen konnten. Ich hab damals ins Blaue geschossen und gesagt, es könnte der erste Zehnjährige sein. Ein paar Tage später hat sich gezeigt, dass ich zufällig richtig gelegen bin. Also nein, es waren keine Insiderinformationen dabei, einfach nur gut geraten.

Dieser Zehnjährige ist aus einem Single Cask, also war der Release entsprechend limitiert und natürlich auch binnen weniger Minuten ausverkauft, und das, obwohl der Preis mit € 385,- sehr ambitioniert war. Aber hier geht es ja auch nicht darum, einen guten Whiskey zu trinken, hier hat man tatsächlich ein kleines Stück Geschichte in der Hand.

Auch die Verpackung ist sehr edel gestaltet, die Holzbox ist sehr aufwändig, auch das Motiv auf der Flasche entstammt der Feder einer Künstlerin,….. Also alles in Allem hat man hier schon sehr viel Aufwand betrieben, und das schlägt sich dann auch im Preis nieder.

Fakten zum Dingle 10yo

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 58,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: Februar 2013
Bottled: März 2023
Alter: 10 Jahre
Fass: First Fill Bourbon Barrel

Meine Notizen

Farbe: gelbgold
Nase: Vanille, Birne, Pfirsich, leichter Rosmarin, Karamell, etwas Minze
Gaumen: sehr kräftig, Marille, Würze, deutlich Eiche, Ananas, Walnuss, mit Speichel sehr cremig
Abgang: lang, Würze, etwas staubig, Salz, Pfeffer

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle 10yo. Das ist jetzt kein einfacher Single Malt, der hat wirklich Ecken und Kanten, aber ich mag ihn sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle nur Wasser trinken, hätte er nicht 97% so versalzen. - Unbekannte Quelle


Teeling Blackpitts Big Smoke

Am heutigen Whiskeyfreitag begeben wir uns wieder in die Hauptstadt Irlands, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Whiskeyhauptstadt der Welt war, nach Dublin, genauer gesagt zu Teeling.

Der Name Teeling ist ja in Irland untrennbar mit dem Thema Whiskey verbunden. John Teeling, der „Godfather of Irish Whiskey“, hat ja 1987 das Monopol von Irish Distillers aufgebrochen, indem er die Cooley Brennerei eröffnet hat, diese Wurde dann im Jahr 2011 an Beam, nunmehr Beam Suntory, verkauft. John Teeling, also der Senior, dann dann im Jahr 2015 die Great Northern Distillery in Dundalk eröffnet. Seine Söhne Jack und Stephen haben hingegen den Namen „Teeling“ in Dublin wieder aufleben lassen. Das Logo zeigt auch den Vogel Phoenix, der sich grade aus der Asche erhebt, soll also die Renaissance des Irish Whiskey generell und der Familie Teeling im Speziellen darstellen.

Übrigens ist der Getränkegigant Barcardi zu einem nicht unwesentlichen Teil an der Teeling Distillery beteiligt, es gibt Gerüchte, dass eine Komplettübernahme bevorstünde oder zumindest eine Mehrheitsbeteiligung. Mal sehen.

Im Jahr 2020 hat man von Teeling her einen peated Single Malt veröffentlicht, mit 46% ABV und dreifach destilliert. Fakt war, dass hier der Torf noch nicht so richtig durchgekommen ist, denn der dritte Destillationslauf hat dem Ganzen noch sehr viel Kraft genommen.

Jetzt wurde dann Ende 2022 ein Blackpitts in Fasstärke veröffentlich, der sich „Big Smoke“ nennt. Der unterscheidet sich von der Abfüllung in Trinkstärke nicht nur durch eine andere Fassauswahl, sondern auch dadurch, dass man sich dann hier für eine zweifache Destillation entschieden hat. Da bleibt mehr Phenol im Destillat, und das schmeckt man auch deutlich.

Dann schauen wir uns diesen Whiskey mal genauer an.

Fakten zum Teeling Blackpitts Big Smoke

Produzent: Teeling Distillery, Dublin, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 56,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: Vanille, Rauch, Grapefruit, Salz, weißer Pfeffer
Gaumen: leichter Rauch, Asche, Trauben, Zitrone
Abgang: mittellang, Asche, Zitrone, ein kleines Bisschen eindimensional

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Teeling Blackpitts Big Smoke. Einer der Vorreiter für getorften Irish Whiskey, da kommt aber noch Einiges auf uns zu. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Die Ansicht, dass Whisky beim altern besser wird, stimmt. Je älter ich werde, desto lieber mag ich ihn. - Ronnie Corbett


Ardbeg Heavy Vapours

Whiskyfreitag, heute mal ohne das berühmte „e“. Also sind wir in Schottland unterwegs, auf Islay, und zwar bei Ardbeg, um ganz genau zu sein.

Ardbeg hat sich ja über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf aufgebaut und kann dank der Zugehörigkeit zum LVMH-Konzern so richtig die Marketingschiene bedienen. Und die Leute bei Ardbeg machen das immer extrem gekonnt.

In den diversesten Facebookgruppen wird ja immer wieder gesagt: Ich kauf mir jetzt keinen Ardbeg mehr, weil der Server bricht bei denen regelmäßig zusammen, wenns mal wieder einen sogenannten Committee-Release gibt, das ist doch alles nur junges Zeug, das mit einer Story drum herum verkauft wird und überhaupt sei sowieso alles ein richtiger Käse.

Andererseits sind die Sonderabfüllungen, egal ob es jetzt der jährliche Committee-Release ist oder sonst eine Spezialität, ich denke hier beispielsweise an den Fermutation oder den BizarreBQ, binnen weniger Minuten ausverkauft. Also sind wir dann doch wieder alle sogenannte Marketingopfer.

In diesem Fall hier handelt es sich um ein Destillat, welches ohne Purifier gewonnen wurde, mehr Details dazu haben die lieben Leute von Whiskyexperts zusammengetragen. Also mal schauen, was hier dann rauskommt

Fakten zum Ardbeg Heavy Vapours

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 22. November 2022
Alter: NAS
Fass: ex-Bourbon

Meine Notizen

Farbe: grüner Veltliner
Nase: süßer Rauch, Ananas, Birne, Marille, leicht weinig, das, was man landläufig unter „medinzisch“ kennt
Gaumen: Zitrusnoten, Grapefruit, Torf, erdig, cremig, Minze
Abgang: mittellang, Orange, torfig, medizinisch, recht weich (wenn ich das so sagen darf)

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Ardbeg Heavy Vapours. Ich habe schon sehr viele gute Ardbegs getrunken, aus meiner persönlichen Sicht ist das einer der etwas schwächeren. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ein guter Schluck heißen Whiskys vor dem Schlafengehen - es ist nicht sehr wissenschaftlich, aber es hilft. - Alexander Fleming


Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Whiskeyfreitag und wir widmen uns mal wieder einer Schwäche meinerseits: Thomond Gate.

Nick Ryan ist ja ein sehr umtriebiger Mann, der nicht nur seine eigene Whiskeymarke Thomond Gate am Start hat und eine Brennerei in Limerick eröffnen will, sondern auch Leute ausbildet in seinem Irish Whiskey and Spirits Institute. Die Liste seiner Klienten liest sich wie das Who-is-Who der irischen Whiskeybranche.

Bis dato konnte ich ja sehr viel über seine Whiskeys mit verschiedenen Finishes berichten, diesmal ist es aber kein Sherry-, Port-, Bier- oder peated Bourbon-Finish, nein, es ist ein Weinfinish in Fässern aus dem sehr bekannten und traditionsreichen Chateau Kirwan. Und ja, auch hier gibt es wieder eine irische Verbindung, da die Tochter des Gründers im 18. Jahrhundert einen Iren heiratete, dessen Name Mark Kirwan war. Damit ist auch die Herkunft des Namens dieses Weingutes geklärt.

Dieser Whiskey war wie alle seine Vorgänger recht rasch ausverkauft, die Fanbase ist schon recht groß.

Welcher Wein genau vorher in diesem Fas lag, ist nicht bekannt, also zumindest mir nicht, aber die Angabe Ruby Port bei Whiskybase dürfte nicht ganz korrekt sein.

Fakten zum Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish

Produzent: Great Northern Distillery, Dundalk, Republik Irland
Abfüller: The Limerick Spirits Company, TLS
Alkoholgehalt: 59,39 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 6. Februar 2023
Alter: NAS
Fass: Chateau Kirwan Cask Finish

Meine Notizen

Farbe: tiefes Gold
Nase: Salzkaramell, Ribisel, Pfirsich, Vanille, blumig
Gaumen: sehr kräftig, Vanillepudding, cremig, Würze, Tannine, Trauben
Abgang: lang, weinig, Traube, Ribisel, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Thomond Gate Chateau Kirwan Cask Finish. Rotweinfinishes sind ein schwieriges Thema, das kann sehr schnell zu viel werden, hier aber nicht. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag, und eine davon ist Malt Whisky. - Schottische Redensart


Ardbeg BizarreBQ

Ardbeg BizarreBQ

Ardbeg BizarreBQ

„Same procedure as every year, Bill“ könnte man in Anlehnung an eine beliebte Silvester-TV-Sendung sagen. Wie jedes Jahr bringt die Islay Destillerie Ardbeg auch 2023 wieder eine limitierte Sonderabfüllung auf den Markt. Ardbeg BizarreBQ ist ein einzigartiger Whisky, der von der Leidenschaft für Rauch und Grillen inspiriert ist. Er wurde von Dr. Bill Lumsden, dem renommierten Master Distiller von Ardbeg, zusammen mit dem Grillgott Christian Stevenson, besser bekannt als DJ BBQ, kreiert. DJ BBQ ist ein erfolgreicher YouTuber, der auf seinem Kanal an die 300 Grillrezepte und Tipps für alles, was man mit einem Grill machen kann, teilt. Daher war er auch beim Ardbeg-Day 2021 als Mastergriller mit dabei.

Was ist das Besondere am Ardbeg BizarreBQ?

Der Name BizarreBQ ist eine Anspielung auf das Wort Barbecue, also Grillen. Ardbeg BizarreBQ reift in einer Kombination aus zweifach gekohlten Eichenfässern, Pedro-Ximénez-Sherryfässern und den speziellen BBQ-Fässern der Destillerie, die auf einem traditionellen Feuerkorb extra stark gekohlt wurden. Diese Fässer verleihen dem Whisky einen süßlichen und würzig-rauchigen Geschmack, der an ein köstliches Barbecue erinnert. Die Grillsaison ist damit eröffnet ;-).

Was erwarte ich mir vom neuen Ardbeg Single Malt?

Ich erwarte mir einen gut trinkbaren Islay Single Malt Whisky von Dr. Bill Lumsden, mit ein paar besonderen Holz-Noten. Natürlich bin ich ein Marketingopfer, aber ich mag die Produkte aus dieser Brennerei. Die tatsächlich fast schon übertriebene Marktschreierei gehört hier einfach dazu ;-).

Ich konnte mir trotz der hohen Nachfrage eine Flasche und zusätzlich ein Sample dieses Whiskys sichern, daher gibt es hier meine Eindrücke:

Fakten zum Ardbeg BizarreBQ

Produzent: Ardbeg, Islay
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,9 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: ka
Bottled: 2023
Alter: 3 Jahre (NAS)
Fass: Oak-, PX- and experimental BBQ Casks

Meine Notizen

Farbe: Bernstein
Nase: gegrilltes Steak, Schokolade, Rauch, Sherry, Asche, geräucherte Kräuter, Kaffee, Eiche sowie die Erinnerung an ein Heftpflaster.
Gaumen: super Mundgefühl, Rauch, Schokolade, Nelken, Asche, Eiche, Leder, Espresso und ebenso das gegrillte Steak
Abgang: mittellang – süßer Rauch, Chili, Leder, Eiche und dazu wieder ein Espresso

Meine Bewertung: Ich gebe heute tatsächlich sehr gute 90 Punkte für den Ardbeg BizarreBQ. Mich erinnert dieser Single Malt Whisky übrigens an den Espresso Roast von Johnnie Walker und an die beiden Abfüllungen Alligator & Uigeadail von Ardbeg. Zusammenfassend gesagt: Mir schmeckt dieser Whisky ausgesprochen gut und ich hoffe, ich kann noch ein paar weitere Flaschen erstehen. Soweit ich weiß, wird es weitere Flaschen im Sommer 2023 zu kaufen geben.

Weitere Bewertungen dazu gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Freiheit und Whisky gehören zusammen. - Robert Burns