Bushmills 2001 SMWS 51.23

Am heutigen Whiskeyfreitag gibt es etwas unabhängig Abgefülltes aus dem County Antrim, nämlich einen Bushmills von der SMWS.

Das ich neben meiner Mitgliedschaft beim Whisky Circle Pinzgau noch bei dem einen oder anderen Verein mit dabei bin, ist ja kein Geheimnis, auch die Mitgliedschaft bei der Scotch Malt Whisky Society gehört dazu.

Dort gibt es exklusiv für Mitglieder die eigenen Abfüllungen zu kaufen, das Ganze hat aber auch schon riesige Ausmaße angenommen. Was dort beim Outturn rausgehauen wird, ist schon erstaunlich.

An diese Flasche bin ich nicht auf dem normalen Weg gekommen, sondern hier habe ich bei einer Flaschenteilung einfach den Rest übernommen.

Zu Bushmills habe ich ja auch eine eigene Beziehung, denn das war tatsächlich im Jahr 2005 die erste Whisky/Whiskey-Brennerei, die ich besucht habe. Ich freue mich sehr auf eine Wiederholung in ca. zwei Wochen.

Mal schauen, wie der abschneidet im Vergleich zum kürzlich verkosteten „Secret Irish“ für deinwhisky.de, der ja auch vermutlich aus Bushmills stammt. Beide Abfüllungen haben eine Rum-Vergangenheit, wenn man das so formulieren kann.

Fakten zum Bushmills 2001 SMWS 51.23

Produzent: Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: SMWS
Alkoholgehalt: 53,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 16. Jänner 2001
Bottled: 2022
Alter: 21 Jahre
Fass: Bourbon Barrel, Finish in 1st Fill Jamaican Rum Barrique

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Kokos, Ananas, süß, Rumtopf (was für eine Überraschung;-)), getreidig, Karamell, Hollersirup
Gaumen: sehr kräftig, Kokos, süß, Zuckerwatte, Rum, weißer Pfeffer
Abgang: lang, sehr süß, Ananas, Kokosbusserl, Vanille, Pfirsich, Zuckerwatte

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Bushmills 2001 SMWS 51.23. Dem Vergleich mit dem kürzlich verkosteten Secret Irish 1990 kann er durchaus standhalten, ein sehr schöner Whiskey. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Method and Madness Oats and Malt

Wie in der letzten Woche gibt es auch an diesem Whiskeyfreitag etwas aus Midleton, dieses Mal aber von deren „Experimentenmarke“ Method and Madness

In Midleton haben sie ja einen ganzen Bauchladen an Marken zu verwalten und zu führen. Das ist nicht immer ganz einfach. Denn die Marken der drei Gründerfirmen sollten doch noch irgendwie vernünftig weitergeführt werden. Bei Jameson ist das wohl zweifellos gelungen, Powers wird in letzter Zeit wieder ein wenig forciert, hinkt aber als Marke für Single Pot Still im Renommee Redbreast noch ein wenig hinterher. Paddy wurde ja an Sazerac verkauft.

In Midleton gibt es aber auch eine sogenannte Microdistillery, die anhand des Ausstoßes aber auf Platz 5 oder 6 der größten irischen Brennereien kommen würde, wenn man sie separat betrachtet. Der Zusatz „Micro“ ist in diesem Fall wohl eher ein kleiner Euphemismus.

Nichts desto Trotz wird dort natürlich auch ein wenig experimentiert, denn auch bei Irish Distillers weiß man: Stillstand ist Rückschritt. Um die Stammmarken allerdings nicht zu verwässern, hat man eine neue Marke geschaffen, unter der die Experimente veröffentlicht werden können.

Deshalb gibt es zum Midleton-Bauchladen eben auch noch Method and Madness. Und der Name scheint hier ein wenig Programm zu sein.

Aktuell ist ja die Mashbill für Single Pot Still Whiskey das ganz große Thema in der irischen Whiskeywelt, und hier wird die Definition auch gerade geändert bzw. liegt die aktuell bei der EU-Kommission zur Genehmigung. Denn es geht um eine geografisch geschützte Bezeichnung, und das muss alles seine Richtigkeit haben, siehe Wachauer Marille oder Steirischer Kren, Südtiroler Speck und viele andere mehr.

In diesem speziellen Fall hat man sich dazu entschlossen, den Whiskey mit viel Hafer zu erzeugen, die Mashbill schaut nämlich so aus: 60% Hafer, 40% Gerstenmalz. Das ist also mal etwas sehr Außergewöhnliches.

Was das wirklich Schöne an diesem Whiskey ist: Das Destillat bekommt hier durch die ausschließliche Verwendung von ex Bourbon Fässern sehr viel Platz und spielt die Hauptrolle, so wie es bei einem Experiment auch sein sollte.


Fakten zum Method and Madness Oats and Malt

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Casks

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Kirsche, Zwetschke, Pudding, Vanille, Marille
Gaumen: Würze, Pfirsich, cremig, getreidig, Müsli (woher wohl? Haferflocken?), Vanille
Abgang: lang, Vanille, Müsli, Würze, Pudding

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Method and Madness Oats and Malt. Tja, der Hafer ist nicht nur für die Pferde gut, auch der Hafer-Whiskey schmeckt sehr gut. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Powers Irish Rye

Nach einer Woche Pause gibts zum heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas aus der dominierenden Brennerei auf der grünen Insel. Es handelt sich heute um einen Powers.

Powers war ja eine der letzten verbliebenen Brennereien im Dublin der 1960er Jahre, einer der letzten Mohikaner, sozusagen. Im Jahr 1966 wurde dann ja die Fusion mit Jameson und der Cork Distilling Company zu Irish Distillers beschlossen und dann wurde auch die große neue Destillerie in Midleton, unweit von Cork, gebaut.

Die historischen Marken der drei Ursprungsbrennereien wurden allesamt mit mehr oder weniger Intensität weiterbetrieben, auch wenn man sich irgendwann dazu durchgerungen hat, die Welt mit Jameson zu erobern, was auch erfolgreich war.

Powers war zum Ende des 19. Jahrhunderts wohl die dominierende Marke, was Irish Whiskey betrifft, und somit auch extrem stark am Weltmarkt. Dann kam aber der Niedergang der irischen Whiskeyindustrie, der ja eh schon allgemein bekannt ist.

Powers führte seither zumindest abseits des Heimmarktes eher ein Schattendasein, aber das zu unrecht. Den John´s Lane, eine 12 Jahre alten Single Pot Still habe ich schon mal beschrieben.

Hier wurde mal versucht, einen Rye zu machen, einen Irish Rye. Roggen ist ja ein bisschen schwierig in der Herstellung, wegen Verkleben und so, deshalb wird meist noch ein anderes Getreide dazugemischt. Nicht so in diesem Fall, hier wurde tatsächlich ausschließlich Roggen verwendet, noch dazu ausschließlich irischer Roggen.

Auf der Flasche steht zwar „Triple Distilled“, aber ich bilde mir ein, mich an einen Podcast von Laurie O´Dwyer zu erinnern, in dem gesagt wurde, das dieser Whiskey in einer Column Still gebrannt wurde. Müsste ich nochmals nachhören.

Dieser Whiskey ist übrigens verhältnismäßig günstig zu haben, den gibts um € 40,- zu kaufen.


Fakten zum Powers Irish Rye

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: American Oak (Virgin, 1st Fill, refill)

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: süß, getreidig, Birne, sehr reife Banane
Gaumen: Roggenbrot, Banane, Sauerteig, Würze
Abgang: mittellang, getreidig, Pfirsich, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Powers Irish Rye. Auch in Midleton traut man sich was, noch dazu bei einer der Kernmarken. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

An diesem Whiskyfreitag widmen wir uns dem letzten Teil der Blackwater Dirtgrain Serie.

Die ersten drei Teile haben wir ja schon verkostet, nun geht es also zum vierten und letzten Teil.

Den Sinn und die Ursprünge dieser Serie haben wir ja schon ein wenig breitgetreten, es geht darum, historische Mashbills in die Gegenwart zu bringen und dabei noch einen letzten Anstoß zu geben, die Regeln für Pot Still Irisch Whisk(e)y anzupassen.

Für diesen Whisky wurde wieder nur eine Zusatzzutat in der Mashbill verwendet, und zwar ist es diesmal wieder Hafer. Aber da auch ein bisschen peated Malt verwendet wurde, dürfte ein Hauch von Rauch auch noch mit dabei sein, schauen wir uns das dann einfach an.

Gereift wurde dieser Whisky übrigens in einem Sherry-Cask. Ob es PX, Oloroso oder eine andere Sherryart war, mit der das Fass vorbelegt war, ist nicht überliefert.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

46% Laureate Barley, 35% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat, 4% Peated Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: Vanille, Rosinen, Schwefel, Dattel, Kokos, leichter Rauch, Birne
Gaumen: Pflaume, Würze, Kohle, weißer Pfeffer, Salz, Dattel
Abgang: lang, Holz, würzig, Schwefel, Marille, Feige

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #93. Meine Abschlussworte zur Dirtgrain-Serie: Schön, wenn man ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Nach einem kurzen Intermezzo kehren wir am heutigen Whiskyfreitag wieder zur Blackwater Distillery aus Ballyduff Upper zurück mit ihrer Dirtgrain Serie.

Teil drei der vierteiligen Dirtgrain Manifesto Box ist bei mir die Mashbill #38, also aus dem Jahr 1838. Die ersten beiden Teile mit den notwendigen Erklärungen sind hier und hier zu finden.

Auch hier haben wir es nur mit einer Zusatzzutat zur Gerste zu tun, diesmal mit Weizen, in diesem Fall 40%. Aber nach aktueller Regelung wäre es auch zu wenig Malz, um als Single Pot Still Whisky durchzugehen.

Mit Weizen hatte ich bis dato beim Thema Whisky noch nicht soooooo viel zu tun, eher beim Bier (oder, lieber Staff?), aber man kann dem Ganzen dann auch mal eine Chance geben.

Der Newmake kam in ein Apple Brandy Fass zum Reifen, was dem Ganzen dann doch eine ziemlich eigenständige Note gibt. Warum Apple Brandy? Das ist die irische Variante des Calvados, und man wollte wohl keine Fässer aus Frankreich importieren.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

40% Laureate Barley, 40% Costello Wheat, 20% Gangway + Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Apple Brandy Fass

Meine Notizen

Farbe: Grüner Veltliner
Nase: Apfel, Vanille, Kirsche, gebackene Banane, Pfirsich, Zitrus, Ananas
Gaumen: Granny Smith & Gala Äpfel, Honig, vollmundig, würzig, Banane
Abgang: mitellang, Apfel, Orangemarmelade, Majoran, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #38. Eine sehr eigenwillige Fassreifung, aber mir schmeckt der gar nicht so schlecht. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Secret Irish 1990

Secret Irish 1990 (c) deinwhisky.de
©deinwhisky.de

In UK gibts eine Sendung, die beginnt immer mit den Worten: „It´s friday, it´s 7:30, it´s still number 1, it´s Top of the Pops“. Gut, wir sind keine Musiksendung, aber der Whiskeyfreitag ist schon eine liebgewordene Tradition, also zumindest ich habe sie liebgewonnen. Deshalb auch diesen Freitag wieder eine Tasting Note von mir, heute zum Secret Irish von deinwhisky.de.

Wie komme ich zu dieser Ehre? Also fangen wir mal so an: Rainer, der Obmann des Whisky Circle Pinzgau und somit eine Institution hier bei uns, bekommt manches Mal das eine oder andere Sample zugesandt mit der Bitte, diesen Whisky zu verkosten. So auch dieses Mal: Sebastian von deinwhisky.de hat ihm drei Samples geschickt. Zwei davon hat der liebe Rainer dann auch verkostet und die Notes dazu findet ihr hier und hier.

Irgendwie kam der gute Mann dann auf die Idee, mir das dritte Sample im Bunde zu überlassen. Ich sei ja bei uns im Verein der CIWO, also der Chief Irish Whiskey Officer. Ja, meine Schwäche für die grüne Insel und die Whiskeys von eben dort ist wohl evident und gut dokumentiert. Deshalb hat er mir diese überaus verantwortungsvolle Aufgabe dann auch zugeteilt.

„Historischer“ Kontext

Hier haben wir es mit einem sehr seltenen Single Malt zu tun, denn im Jahr 1990, in dem dieser Whiskey destillert wurde, gab es nur drei Brennereien auf der grünen Insel, nämlich Midleton (hier wird allerdings kein Maltwhiskey gebrannt), Bushmills und Cooley. Cooley war zu diesem Zeitpunkt erst 3 Jahre in Betrieb. Das heißt, zu dieser Zeit war nicht viel irischer Whiskey auf dem Markt. Irish Distillers wurde kurz zuvor von Pernod Ricard (in diesem Fall als sogenannter „weißer Ritter“, um eine Zerschlagung zu verhindern) übernommen. Es war also eine spannende Zeit, aber die Produktion hatte bei Weitem noch nicht den aktuellen Level erreicht.

Da Sebastian davon spricht, dass dieser Tropfen der bekanntesten Brennerei Irlands entspringt, liegt der Schluss nahe, dass es sich hierbei um einen Single Malt aus Bushmills handelt. Ich persönlich lege mich halt mal darauf fest.

Zu teuer? Eher nein

Wer den Preis von € 599,- als zu teuer bemängelt, dem sei der aktuelle 30jährige aus der Core Range von Bushmills ans Herz gelegt, der bei zugegebenermaßen schönen 46 % ABV mit wohlfeilen € 1.900,- zu Buche schlägt, also ungefähr. Das sollte diesen Preis wieder ein wenig relativieren. Und auch das kunstvolle Etikett dieses Secret Irish sei nochmals erwähnt.

Wirklich viel Whiskey war wohl nicht mehr in diesem Fass, denn es sind sich nur noch 141 Flaschen in Fassstärke ausgegangen.

Fakten zum Secret Irish 1990

Produzent: vermutlich Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 50,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1990
Bottled: 2023
Alter: 33 Jahre
Fass: Rum Cask

Meine Notizen

Farbe: schönes Gold
Nase: Vanille, Ananas, Kokos, Shortbread, Kampfer, süß, Rum, Banane
Gaumen: Banane, Kokos, sehr würzig, trocken, Rumtopf, Rosinen, sehr cremig, Butter, Karamell
Abgang: lang, würzig, Eiche, süß, Pfirsich, Haselnuss, Kokos, Feige, altes Leder, staubig

Meine Bewertung: Ich gebe 89 Punkte für den Secret Irish 1990. Was für ein Genuss und wie schön, an solch alte Tropfen zu kommen. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Danke dir, lieber Sebastian!

Inchmurrin 1998 Oloroso

Inchmurrin 1998 Oloroso

Inchmurrin 1998 Oloroso

Nachdem ich letzte Woche den Bruder dieser Abfüllung aus dem PX Cask verkosten durfte, dreht es sich heute um den Inchmurrin 1998 Oloroso. Auch dieser Single Malt Whisky wurde als Joint-Bottling zwischen Sansibar & deinwhisky.de auf den Markt gebracht und hat satte 25 Jahre am Buckel.

Ein Kunstwerk auf dem Etikett: Die Zeichnungen auf den 223 Flaschen stammen auch hier von der schottischen Künstlerin Ronnie Cruwys.

Fakten zum Inchmurrin 1998 Oloroso

Produzent: Loch Lomond, Highlands
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 52,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1998
Bottled: 2023
Alter: 25 Jahre
Fass: Oloroso-Sherry Cask

Meine Notizen

Farbe: dunkler Bernstein
Nase: Sherry, Rosinen, viel Eichenholz, Datteln, Nüsse, Kakao, Möbelpolitur, Jus, Powidl, Cranberries, Kastanienpüree, getrocknete Orangenschalen
Gaumen: Eiche, Kakao, Sherry, dunkle Schokolade, Zwetschgen, Leder, Menthol, Mokka, wärmend
Abgang: lang – Eiche, Sherry, Mokka, Kräuter, Malz, trocken am Ende

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 89 Punkte für den Inchmurrin 1998 Oloroso von Sansibar & deinwhisky.de. Auch der zweite Vertreter aus dieser Serie aus dem Jahr 1998 ist sehr gut gelungen.

Weitere Informationen zu diesem Dram gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Daher ein großes Danke an Sebastian!

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Ein guter Schluck heißen Whiskys vor dem Schlafengehen - es ist nicht sehr wissenschaftlich, aber es hilft. - Alexander Fleming


Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Am letzten Whiskeyfreitag gab es den ersten Blackwater Dirtgrain. Und da das Ganze als Set von vier Whiskys (bei Blackwater ohne das „e“) verkauft wurde, hier nun der zweite davon, Mashbill #08.

Die Mashbills sind bei Blackwater jetzt nicht durchnummeriert, sondern hier geht es um die Jahreszahlen. Also diese Mashbill stammt von Dokumenten aus dem Jahr 1908.

Hatten wir letzte Woche noch mit Rye und Wheat zu tun, kommt dieses Mal als „Zusatzzutat“ einzig und allein Hafer vor, davon aber dann auch mehr als die aktuelle Regelung für Single Pot Still Whiskey zulässt.

Dieser Tropfen wurde dann in einem ex-Bourbon Fass gereift. Puristen mögen jetzt sagen: 1908 waren doch Bourbon Fässer in Europa so gut wie gar nicht verbreitet, und sie haben auch recht. Aber hier wurde eben nicht versucht, die alten Whiskeys eins zu eins nachzubauen, sondern es wurde versucht, die alten Mashbills mit heutigen Produktions- und Reifungstechniken an die aktuelle Zeit anzupassen.

Die Alkoholstärken variieren übrigens bei allen vier Abfüllungen. Und das nicht, weil hier in Fassstärke abgefüllt wurde, nein, es wurde der optimale Alkoholgehalt für jede Abfüllung gesucht.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

50% Gangway & Laureate Malt, 35% Laureate Malt, 15% Husky Oat

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #08

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 45,3 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Vanille, Honig, leicht metallisch, Birne, etwas grasig, Orangenzeste
Gaumen: Zitrus, etwas metallisch, Karamell, butterig, Butterscotch, Rosmarin, würzig
Abgang: Rosmarin, Thymian, würzig, Holz, Litschi

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #08. Der schmeckt komplett anders als der #15, aber auch wirklich interessant. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Inchmurrin 1998 PX

Inchmurrin 1998 PX

Inchmurrin 1998 PX

Willkommen in der Welt des feinen Whiskys, wo jedes Glas eine Geschichte erzählt. Die Geschichte, die ich heute präsentieren darf, ist die des Inchmurrin 1998 PX – ein bemerkenswertes Destillat, das von der renommierten Brennerei Loch Lomond und vom unabhängigen Abfüller Sansibar erschaffen wurde. Dieser exklusive Tropfen, ein Joint-Bottling mit ‚deinwhisky.de‘, ist ein Zeugnis für den Einfallsreichtum, die Sorgfalt und das handwerkliche Geschick, das in jedem Schritt seiner Herstellung steckt.

Was ist das Besondere an dieser Abfüllung?

Ursprünglich besteht jeder Whisky aus einer simplen Mischung aus Wasser und Getreide. Was den Inchmurrin 1998 PX jedoch herausragen lässt, ist der meisterliche Prozess seiner Destillation und Reifung. Geboren im Jahr 1998, durfte dieser Whisky ganze 25 Jahre lang in einem einzigen PX Sherry Fass ruhen, was ihm eine unverwechselbare Persönlichkeit und Komplexität verleiht. Die lange Reifung in diesem Sherryfass verleiht jedem Glas dieses Whiskys eine unvergleichliche Tiefe und einen charakterstarken Ausdruck.

Ein Kunstwerk auf dem Etikett: Die Zeichnungen stammen von der schottischen Künstlerin Ronnie Cruwys und verleihen der Flasche zusätzlich eine besondere Ästhetik.

Was erwarte ich mir von diesem Single Malt?

Was kann ich von diesem 25-jährigen Single Malt Whisky erwarten? Nun, nach so langer Zeit in einem PX Sherry Fass, darf man zweifellos eine tiefgründige und facettenreiche Erfahrung erwarten. Sherry-Fässer sind bekannt dafür, dass sie einem Whisky eine außergewöhnliche Tiefe und Komplexität verleihen können. Es ist zweifellos spannend zu entdecken, wie diese einzigartigen Eigenschaften in einem Whisky zum Ausdruck kommen, der über einen so langen Zeitraum in einem solchen Fass gereift ist. Somit freue ich mich schon auf diesen Dram in meinem Glas ;-).

Fakten zum Inchmurrin 1998 PX

Produzent: Loch Lomond, Highlands
Abfüller: Sansibar
Alkoholgehalt: 51,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 1998
Bottled: 2023
Alter: 25 Jahre
Fass: PX-Sherry Cask

Meine Notizen

Farbe: Mahagoni
Nase: dunkler PX-Sherry, Tabak, Leder, dunkle Schokolade, Eiche, dunkles Karamell (noch nicht verbrannt), Ricola Kräuterzucker, Jus – Hier braucht man viel Zeit!
Gaumen: PX satt! Eiche, Leder, Kakao, Tabak, dunkle Schokolade, wärmend
Abgang: lang – Eiche, Sherry, Leder, leicht bitter am Schluss

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 90 Punkte für den Inchmurrin 1998 PX von Sansibar. Vom Brennereicharakter ist logischerweise nicht mehr viel zu spüren, aber der Sherry erschlägt diesen Whisky nicht.

Denkt daran: Egal, ob Ihr schon lange Whisky-Liebhaber seid oder erst in die Welt des Whiskys eintaucht – jeder Schluck ist eine Entdeckungsreise. Mit diesem Single Malt seid Ihr sicher, eine ganz besondere Reise zu erleben. Slainte! Wenn Ihr das Vergnügen habt, eine der wenigen Flaschen dieses Whiskys zu ergattern, dann genießt jeden Schluck. Teilt danach Eure Gedanken und Eindrücke unter diesem Beitrag und lasst mich und andere an Eurem Genusserlebnis teilhaben. Da dieser Tropfen über €200,- kostet, wäre auch eine Flaschenteilung unter Gleichgesinnten denkbar, oder?

Weitere Informationen zu diesem Dram gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Disclaimer: Dieses Sample wurde mir kostenlos von deinwhisky.de zur Verfügung gestellt – Daher ein großes Danke an Sebastian!

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Whisky löst keine Probleme! Das tut Milch aber auch nicht. - Unbekannte Quelle


Blackwater Dirtgrain Mashbill #15

Am heutigen Whiskeyfreitag gehts mal um etwas ziemlich Spannendes. Und zwar um einen Blackwater Dirtgrain, heute die Mashbill #15.

Vor einigen Wochen habe ich euch ja schon mal erzählt von den Bemühungen, die geografisch geschützte Bezeichnung „Pot Still Irish Whiskey“ ein wenig zu erweitern, da die aktuell erlaubte Mashbill (mind. 30% Gerstenmalz, mind. 30% ungemälzte Gerste und max. 5% anderes Getreide) relativ wenig mit den historischen Mashbills zu tun hat, die tatsächlich in Irland verwendet wurden. Einer der Vorreiter hier ist Brendan Carty mit seiner Killowen Distillery, ein anderer ist Peter Mulryan, ein ehemaliger Fernsehproduzent, mit seiner Blackwater Distillery.

Diese beiden Herren sind relativ beharrlich, was dieses Thema betrifft und wohl auch mit Erfolg, denn inzwischen liegt der Antrag auf Änderung, der vom irischen Landwirtschaftsministerium abgesegnet wurde, in Brüssel auf.

Peter Mulryan ist eine sehr interessante Persönlichkeit, er war wie gesagt früher im Fernsehbusiness und war da unter Anderem für die Weihnachtsshow der BBC verantwortlich, wurde mir zugetragen. Im Zuge eines Drehs in Griechenland kam er mit Whiskey in Berührung und das Thema hat ihn dann nicht mehr losgelassen (woher kennen wir solche ähnlichen Geschichten nur?). Er hat sich ziemlich hineingetigert und dann erst mal eine Gin Brennerei im County Waterford aufgemacht und er war und ist auch noch als unabhängiger Abfüller tätig, siehe die Marke Velvet Cap. Und meines Wissens ist er auch noch für eine Exklusivmarke für Aldi Ireland verantwortlich.

Peter hat sich also auf diese alten Rezepturen gestürzt und dann wurde Einiges davon auch destilliert. Für den ersten Release haben sie bei Blackwater dann vier dieser Rezepturen ausgewählt, je ein einzelnes Fass, diese Fässer wurden dann separat abgefüllt in kleine 0,2 Liter Flaschen und als Paket angeboten, gemeinsam mit einem kleinen Buch dazu.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky (bei Blackwater schreiben sie ihn ohne das berühmte „e“) schaut die Mashbill übrigens so aus: 40% Laureate Barley (unmalted), 30% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat (also Hafer), 12% Costello Wheat & 3% Perfomer Rye. Nach aktueller Regelung ist das natürlich kein Single Pot Still, aber nach der eingereichten Regelung schon.

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #15

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 44,2 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Rye Fass

Meine Notizen

Farbe: strohgelb
Nase: sehr süß, Obstsalat, Orange, Apfel, Kokos, Ananas, Grapefruit
Gaumen: Orange, Mango, Würze, Eukalyptus, buttrig, Banane, krätuerig
Abgang: Kräuter, Butterkeks, ölig, würzig, Banane, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #15. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Tropfen, aber ich finde ihn wirklich spannend. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.