Killowen Barántúil Cask 066

Am heutigen Whiskeyfreitag gibt es wieder etwas aus einer meiner Lieblingsbrennereien, nämlich von der Killowen Distillery in den Mourne Mountains, nördlich des Carlingford Lough.

Diese Brennerei ist immer noch sehr klein, trotz der kürzlich erfolgten Erweiterung. Und Brendan Carty, der Head Distiller und Mastermind hinter Killowen brennt tatsächlich nicht nur Whiskey, sondern er brennt auch dafür 😉

Bis dato waren alle Releases von eigenem Whiskey Einzelfassabfüllungen, so auch dieser. Hier wurde ein 120 Liter ex-PX Fass abgefüllt, und zwar zum 5. Geburtstag von Irish Whiskey Auctions, DEM Auktionshaus für Irish Whiskey.

Ich musste natürlich zuschlagen, keine Frage, denn seit unserer Führung, die ich hier ein wenig beschrieben habe, bin ich Fanboy.

Wie üblich ist Brendan bei seinen Produkten extrem transparent. Wenn man will, kann man ausnahmslos alles über diesen Whiskey erfahren. Dafür dient der Beipackzettel, den ich euch hier natürlich auch angehängt habe.

Fakten zum Killowen Barántúil Cask 066

Produzent: Killowen Distillery, Killowen, Newry, Northern Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 57,4 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: Februar 2020
Bottled: September 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: ex-PX Sherry cask

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: Kaminfeuer, Butterkeks, süße Pflaume, Powidl, Heidelbeere
Gaumen: Datteln, Feige, Würze, ganz leichter Rauch, Kirsche, Birne, schön ausbalanciert, cremig
Abgang: lang, Colaflascherl, Feige, Müsli, Lagerfeuer, Kirsche

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Killowen Barántúil Cask 066. Ich bin nicht umsonst Mitglied des Killowen Cult, die Whiskeys sind alle hervorragend. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Boann Distillery Summer Solstice

Tja, zum heutigen Whiskeyfreitag gibt es etwas aus einer von mir noch nie beschriebenen Brennerei, und zwar von Boann.

Die Boann Distillery aus dem Boyne Valley, unweit der steinzeitlichen Grabstätten von Newgrange ist eine noch sehr junge Brennerei, die von der Familie Cooney gegründet wurde. Die Familie ist schon länger im Spirituosengeschäft, aber die Brennerei wurde erst 2019 eröffnet.

Hier wird sehr viel Wert auf Tradition gelegt, und so konnte ein gewisser Fionnán O´Connor während seiner Forschung über die historischen Mashbills des irischen Pot Still Whiskey für einige Zeit diese Brennerei vollständig „übernehmen“. Eines der hierbei produzierten Fässer ist auch Teil des Projektes créatúr, Details dazu auf der Website. Ich habe mir da schon einen Anteil gesichert.

Die Boann Distillery veröffentlicht schon seit längerer Zeit gesourcten Whiskey unter der Marke „The Whistler“. Die bekannteste Veröffentlichung dürfte hier wohl „PX I love you“ sein. Dieser Name klingt wohl nicht ganz zufällilg so ähnlich wie der Titel einer Hollywood Romanze.

Dieser Whiskey hier wurde übrigens zur Sommersonnenwende (Sonnenwende ist gerade in Newgrange so ein Thema) abgefüllt und durfte in einem Rivesaltes ambré barrique für dreieinhalb Jahre reifen.

Mal sehen, was hier so rauskommt.

Fakten zum Boann Distillery Summer Solstice

Produzent: Boann Distillery, Drogheda, Co. Meath, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 60,5 % ABV
Inhalt: 0,5 Ltr.
Distilled: 2019
Bottled: 21. Juni 2023
Alter: 3 Jahre
Fass: Rivesaltes ambré barrique

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Rosinen, rote Trauben, Powidl, gebackene Ananas
Gaumen: Karamell gefolgt von Würze & Tanninen, sehr kräftig, Heidelbeere, cremig
Abgang: lang, Rotwein, Pflaume, Rosine, Tannine, Karamell

Meine Bewertung: Ich gebe 85 Punkte für den Boann Distillery Summer Solstice. Dieser Whiskey aus einer neuen Brennerei macht wirklich Lust auf mehr. Weitere Bewertungen zu diesem Single Pot Still Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Two Stacks Polaris 1.3

Nach einer längeren Pause fröhnen wir mal wieder dem Whiskeyfreitag mit einem feinen Tropfen aus dem Hause Two Stacks

Two Stacks ist ein sehr umtriebiger Whiskeybonder aus Newry im County Down. Sie haben schon Einiges an Releases herausgebracht und die Qualität überzeugt immer wieder aufs Neue.

Eine ihrer Serien, die sie herausbringen, ist die Polaris Serie, hier werden Whiskeys in Eisweinfässern gefinisht, meist ist es roter Eiswein, der zuvor in den Fässern gelegen hat. Hier gehts um die Ausgabe 1.3, also die dritter Iteration dieser Serie. Teil 1 und Teil 2 haben wir ja schon auch besprochen.

Two Stacks ist ja immer extrem transparent, wenn es darum geht, was in den Flaschen drin ist. Diesmal ist es auch nicht anders. Es handelt sich hier um einen Blend aus Single Malt & Pot Still Whiskey, also ähnlich wie die bekannte Marke Writer´s Tears, die auch Blends ohne Grain Whiskey herstellt.

Nach etwas mehr als fünf Jahren im ex-Bourbon Cask wurde dieser Whiskey dann für sieben Monate in einem French Oak Cask aus Ontario/Canada gefinisht, welches zuvor mit Cabernet Franc Ice Wine belegt war.

Ich war schon sehr gespannt auf diesen Tropfen

Fakten zum Two Stacks Polaris 1.3

Produzent: Ireland Craft Beers Ltd., Belfast, Nordirland
Abfüller: Two Stacks Whiskey, Newry, Co. Down, Nordirland
Alkoholgehalt: 58,3 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 2016
Bottled: Juli 2023
Alter: 6 Jahre
Fass: ex-Bourbon Fass + Cabernet Franc Ice Wine Finish

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Birne, Menthol, Thymian, Traubensüße, Himbeeren, saure Colafläschchen
Gaumen: starker Antritt, Trauben, Würze, herb, Tannine, Eiche, Brombeere, süß
Abgang: lang, würzig, Eiche, Trauben, Himbeere, süß

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Two Stacks Polaris 1.3. Wieder mal ein sehr schöner Whiskey von Two Stacks, schade, dass die Flasche schon leer ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Holyrood Arrival

Holyrood Arrival

Holyrood Arrival

Holyrood Distillery Arrival ist der erste Single Malt Whisky der 2019 gegründeten Holyrood Distillery in Edinburgh. Die Destillerie ist bekannt für ihre Experimente mit verschiedenen Malzsorten, Hefekulturen, Gärzeiten und speziellen Fässern, die an das Brauerei-Erbe der Stadt erinnern. Der Arrival Whisky reifte in einer Kombination aus Sherry-, Bourbon- und Rumfässern und wurde ohne Kühlfiltration oder Färbung abgefüllt. Der Alkoholgehalt wurde übrigens auf 46,1% eingestellt.

Der Whisky wurde in Glasflaschen abgefüllt, die mitunter an Bierflaschen erinnern – eine Hommage an die Brau- und Glasgeschichte Edinburghs. Insgesamt wurden 8.188 Flaschen produziert, die in der Holyrood Distillery, auf deren Website und bei spezialisierten Einzelhändlern erhältlich sind. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei £67. Offizielle Verkostungsnotizen beschreiben den Whisky mit Aromen von getrockneten und tropischen Früchten, Rosinen, einem Hauch von Butterscotch, frisch gebackenem Kuchen und Sticky Toffee.

Die Holyrood Distillery scheint traditionelle Handwerkskunst mit moderner Innovation zu verbinden, was sich auch in ihrem ersten Whisky zeigt, der eine Brücke zwischen Brauerei- und Whisky-Tradition schlägt. Ob man die spezielle Leidenschaft zum Experimentieren bereits im ersten Whisky aus der Brennerei spürt, werden wir jetzt hoffentlich gleich merken ;-).

Fakten zum Holyrood Arrival

Produzent: Holyrood, Lowlands
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46,1 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: ka
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Oloroso Butt, PX Hhd, Bourbon Brl, Rum Brq

Meine Notizen

Farbe: dunkles Gold
Nase: Trockenfrüchte (Rosinen, Datteln, Feigen, Marillen, …), Werthers Echte, Leder, Rum, Kakao, brauner Zucker, Vanille, offene Gewürzlade, Mango, Passionsfrüchte und Rooibos Tee
Gaumen: Anfänglich wieder Trockenfrüchte und Rooibos Tee. Dann Ingwer, Werthers Echte, Vanille, aber auch leicht metallisch
Abgang: mittellang – Trockenfrüchte, Rooibos Tee, Eiche, Kakao, Karamell, Rum und Salz

Meine Bewertung: Ich gebe heute sehr gute 85 Punkte für den Holyrood Arrival aus den schottischen Lowlands. Der Rooibos Tee hat mich überrascht, passt für mich aber sehr gut. Ob diese Aromen vielleicht aus den unterschiedlichen Experimenten stammen? Die Premiere hat schon mal gepasst, jetzt müssen sich die Damen und Herren in Edinburgh bei den nächsten Abfüllungen aber erst richtig beweisen.

Weitere Informationen zu diesem Dram gibt es ebenfalls wieder auf www.whiskybase.com.

Zum Schluss noch ein Whisky-Zitat:

Zu viel von allem ist schlecht, aber zu viel guter Whisky ist gerade genug. - Mark Twain


Dingle Lúnasa

Ja, wir haben schon wieder den Whiskeyfreitag, der das Wochenende einläutet. Und da wir ja kürzlich in Irland waren, verkosten wir heute mal ein Produkt aus einer Brennerei, die wir besucht haben. Wenig überraschend gehts wieder mal um meine Lieblingsbrennerei Dingle.

Der Lúnasa ist nun schon der vierte Release in der achtteiligen „Wheel of the Year“ Serie von Dingle. Dieses Mal ist es wieder ein Single Malt. Die Whiskeys sind ja nach keltischen Festen benannt, und in diesem Fall gehts um den Beginn der Erntesaison Anfang August.

Die Wheel of the Year Whiskeys zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie die ersten Whiskeys von Dingle sind, die ein Finish bekommen haben, vorher waren es ja nur Vattings von Vollreifungen. Ausnahmen waren schon davor ein paar Veröffentlichungen der Founding Fathers, aber das ist ja ein anderes Thema.

Hier ist das Finish, das meines Wissens ein recht langes war, in Widow Jane ex-Bourbon Fässern passiert, nachdem die Reifung bereits in ex-Bourbon Fässern begann. Also eine doppelte Bourbonreifung. Und wie jeder, der mich kennt, weiß, ich mag Bourbonreifungen.

Diesen Whiskey konnte ich auch schon im Mai bei der Dingle Masterclass auf der Whiskeylive in Dublin verkosten, Graham Coull, der Master Distiller, meinte, dass die Whiskeys hierfür ca. 5 bis 7 Jahre alt sind, wenn ich mich nicht täusche.

Der Whiskey kam dann übrigens wie bei den Single Malts aus der Wheel of the Year Series mit sehr schönen 50,5% ABV in die Flasche. Fassstärke ist es zwar natürlich keine, aber doch recht anständig.

Fakten zum Dingle Lúnasa

Produzent: Dingle Distillery, Dingle, Co. Kerry, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 50,5 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Fass + ex-Widow Jane Bourbon Finish

Meine Notizen

Farbe: sattes Gold
Nase: etwas Menthol, Vanille, Malz, Honig, Pfirsich
Gaumen: Karamell, Marille, Banane, Honig, Rosmarin, buttrig, Shortbread
Abgang: lang, kräftig, Butterkeks, Vanille, Würze

Meine Bewertung: Ich gebe 87 Punkte für den Dingle Lúnasa. Ich bin wieder mal sehr angetan, ich mag Dingle einfach wirklich sehr gern. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Bushmills 2001 SMWS 51.23

Am heutigen Whiskeyfreitag gibt es etwas unabhängig Abgefülltes aus dem County Antrim, nämlich einen Bushmills von der SMWS.

Das ich neben meiner Mitgliedschaft beim Whisky Circle Pinzgau noch bei dem einen oder anderen Verein mit dabei bin, ist ja kein Geheimnis, auch die Mitgliedschaft bei der Scotch Malt Whisky Society gehört dazu.

Dort gibt es exklusiv für Mitglieder die eigenen Abfüllungen zu kaufen, das Ganze hat aber auch schon riesige Ausmaße angenommen. Was dort beim Outturn rausgehauen wird, ist schon erstaunlich.

An diese Flasche bin ich nicht auf dem normalen Weg gekommen, sondern hier habe ich bei einer Flaschenteilung einfach den Rest übernommen.

Zu Bushmills habe ich ja auch eine eigene Beziehung, denn das war tatsächlich im Jahr 2005 die erste Whisky/Whiskey-Brennerei, die ich besucht habe. Ich freue mich sehr auf eine Wiederholung in ca. zwei Wochen.

Mal schauen, wie der abschneidet im Vergleich zum kürzlich verkosteten „Secret Irish“ für deinwhisky.de, der ja auch vermutlich aus Bushmills stammt. Beide Abfüllungen haben eine Rum-Vergangenheit, wenn man das so formulieren kann.

Fakten zum Bushmills 2001 SMWS 51.23

Produzent: Bushmills Distillery, Bushmills, County Antrim, Northern Ireland
Abfüller: SMWS
Alkoholgehalt: 53,4 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: 16. Jänner 2001
Bottled: 2022
Alter: 21 Jahre
Fass: Bourbon Barrel, Finish in 1st Fill Jamaican Rum Barrique

Meine Notizen

Farbe: rotgold
Nase: Kokos, Ananas, süß, Rumtopf (was für eine Überraschung;-)), getreidig, Karamell, Hollersirup
Gaumen: sehr kräftig, Kokos, süß, Zuckerwatte, Rum, weißer Pfeffer
Abgang: lang, sehr süß, Ananas, Kokosbusserl, Vanille, Pfirsich, Zuckerwatte

Meine Bewertung: Ich gebe 88 Punkte für den Bushmills 2001 SMWS 51.23. Dem Vergleich mit dem kürzlich verkosteten Secret Irish 1990 kann er durchaus standhalten, ein sehr schöner Whiskey. Weitere Bewertungen zu diesem Single Malt gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Method and Madness Oats and Malt

Wie in der letzten Woche gibt es auch an diesem Whiskeyfreitag etwas aus Midleton, dieses Mal aber von deren „Experimentenmarke“ Method and Madness

In Midleton haben sie ja einen ganzen Bauchladen an Marken zu verwalten und zu führen. Das ist nicht immer ganz einfach. Denn die Marken der drei Gründerfirmen sollten doch noch irgendwie vernünftig weitergeführt werden. Bei Jameson ist das wohl zweifellos gelungen, Powers wird in letzter Zeit wieder ein wenig forciert, hinkt aber als Marke für Single Pot Still im Renommee Redbreast noch ein wenig hinterher. Paddy wurde ja an Sazerac verkauft.

In Midleton gibt es aber auch eine sogenannte Microdistillery, die anhand des Ausstoßes aber auf Platz 5 oder 6 der größten irischen Brennereien kommen würde, wenn man sie separat betrachtet. Der Zusatz „Micro“ ist in diesem Fall wohl eher ein kleiner Euphemismus.

Nichts desto Trotz wird dort natürlich auch ein wenig experimentiert, denn auch bei Irish Distillers weiß man: Stillstand ist Rückschritt. Um die Stammmarken allerdings nicht zu verwässern, hat man eine neue Marke geschaffen, unter der die Experimente veröffentlicht werden können.

Deshalb gibt es zum Midleton-Bauchladen eben auch noch Method and Madness. Und der Name scheint hier ein wenig Programm zu sein.

Aktuell ist ja die Mashbill für Single Pot Still Whiskey das ganz große Thema in der irischen Whiskeywelt, und hier wird die Definition auch gerade geändert bzw. liegt die aktuell bei der EU-Kommission zur Genehmigung. Denn es geht um eine geografisch geschützte Bezeichnung, und das muss alles seine Richtigkeit haben, siehe Wachauer Marille oder Steirischer Kren, Südtiroler Speck und viele andere mehr.

In diesem speziellen Fall hat man sich dazu entschlossen, den Whiskey mit viel Hafer zu erzeugen, die Mashbill schaut nämlich so aus: 60% Hafer, 40% Gerstenmalz. Das ist also mal etwas sehr Außergewöhnliches.

Was das wirklich Schöne an diesem Whiskey ist: Das Destillat bekommt hier durch die ausschließliche Verwendung von ex Bourbon Fässern sehr viel Platz und spielt die Hauptrolle, so wie es bei einem Experiment auch sein sollte.


Fakten zum Method and Madness Oats and Malt

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 46 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: ex-Bourbon Casks

Meine Notizen

Farbe: weißer Spritzer
Nase: Kirsche, Zwetschke, Pudding, Vanille, Marille
Gaumen: Würze, Pfirsich, cremig, getreidig, Müsli (woher wohl? Haferflocken?), Vanille
Abgang: lang, Vanille, Müsli, Würze, Pudding

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Method and Madness Oats and Malt. Tja, der Hafer ist nicht nur für die Pferde gut, auch der Hafer-Whiskey schmeckt sehr gut. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Powers Irish Rye

Nach einer Woche Pause gibts zum heutigen Whiskeyfreitag wieder mal etwas aus der dominierenden Brennerei auf der grünen Insel. Es handelt sich heute um einen Powers.

Powers war ja eine der letzten verbliebenen Brennereien im Dublin der 1960er Jahre, einer der letzten Mohikaner, sozusagen. Im Jahr 1966 wurde dann ja die Fusion mit Jameson und der Cork Distilling Company zu Irish Distillers beschlossen und dann wurde auch die große neue Destillerie in Midleton, unweit von Cork, gebaut.

Die historischen Marken der drei Ursprungsbrennereien wurden allesamt mit mehr oder weniger Intensität weiterbetrieben, auch wenn man sich irgendwann dazu durchgerungen hat, die Welt mit Jameson zu erobern, was auch erfolgreich war.

Powers war zum Ende des 19. Jahrhunderts wohl die dominierende Marke, was Irish Whiskey betrifft, und somit auch extrem stark am Weltmarkt. Dann kam aber der Niedergang der irischen Whiskeyindustrie, der ja eh schon allgemein bekannt ist.

Powers führte seither zumindest abseits des Heimmarktes eher ein Schattendasein, aber das zu unrecht. Den John´s Lane, eine 12 Jahre alten Single Pot Still habe ich schon mal beschrieben.

Hier wurde mal versucht, einen Rye zu machen, einen Irish Rye. Roggen ist ja ein bisschen schwierig in der Herstellung, wegen Verkleben und so, deshalb wird meist noch ein anderes Getreide dazugemischt. Nicht so in diesem Fall, hier wurde tatsächlich ausschließlich Roggen verwendet, noch dazu ausschließlich irischer Roggen.

Auf der Flasche steht zwar „Triple Distilled“, aber ich bilde mir ein, mich an einen Podcast von Laurie O´Dwyer zu erinnern, in dem gesagt wurde, das dieser Whiskey in einer Column Still gebrannt wurde. Müsste ich nochmals nachhören.

Dieser Whiskey ist übrigens verhältnismäßig günstig zu haben, den gibts um € 40,- zu kaufen.


Fakten zum Powers Irish Rye

Produzent: Midleton Distillery, Midleton, County Cork, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,2 % ABV
Inhalt: 0,7 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2023
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: American Oak (Virgin, 1st Fill, refill)

Meine Notizen

Farbe: Kupfer
Nase: süß, getreidig, Birne, sehr reife Banane
Gaumen: Roggenbrot, Banane, Sauerteig, Würze
Abgang: mittellang, getreidig, Pfirsich, Vanille

Meine Bewertung: Ich gebe 82 Punkte für den Powers Irish Rye. Auch in Midleton traut man sich was, noch dazu bei einer der Kernmarken. Weiter so. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whiskey gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

An diesem Whiskyfreitag widmen wir uns dem letzten Teil der Blackwater Dirtgrain Serie.

Die ersten drei Teile haben wir ja schon verkostet, nun geht es also zum vierten und letzten Teil.

Den Sinn und die Ursprünge dieser Serie haben wir ja schon ein wenig breitgetreten, es geht darum, historische Mashbills in die Gegenwart zu bringen und dabei noch einen letzten Anstoß zu geben, die Regeln für Pot Still Irisch Whisk(e)y anzupassen.

Für diesen Whisky wurde wieder nur eine Zusatzzutat in der Mashbill verwendet, und zwar ist es diesmal wieder Hafer. Aber da auch ein bisschen peated Malt verwendet wurde, dürfte ein Hauch von Rauch auch noch mit dabei sein, schauen wir uns das dann einfach an.

Gereift wurde dieser Whisky übrigens in einem Sherry-Cask. Ob es PX, Oloroso oder eine andere Sherryart war, mit der das Fass vorbelegt war, ist nicht überliefert.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

46% Laureate Barley, 35% Gangway + Laureate Malt, 15% Husky Oat, 4% Peated Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #93

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 43,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Sherry Fass

Meine Notizen

Farbe: gold
Nase: Vanille, Rosinen, Schwefel, Dattel, Kokos, leichter Rauch, Birne
Gaumen: Pflaume, Würze, Kohle, weißer Pfeffer, Salz, Dattel
Abgang: lang, Holz, würzig, Schwefel, Marille, Feige

Meine Bewertung: Ich gebe 84 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #93. Meine Abschlussworte zur Dirtgrain-Serie: Schön, wenn man ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.

Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Nach einem kurzen Intermezzo kehren wir am heutigen Whiskyfreitag wieder zur Blackwater Distillery aus Ballyduff Upper zurück mit ihrer Dirtgrain Serie.

Teil drei der vierteiligen Dirtgrain Manifesto Box ist bei mir die Mashbill #38, also aus dem Jahr 1838. Die ersten beiden Teile mit den notwendigen Erklärungen sind hier und hier zu finden.

Auch hier haben wir es nur mit einer Zusatzzutat zur Gerste zu tun, diesmal mit Weizen, in diesem Fall 40%. Aber nach aktueller Regelung wäre es auch zu wenig Malz, um als Single Pot Still Whisky durchzugehen.

Mit Weizen hatte ich bis dato beim Thema Whisky noch nicht soooooo viel zu tun, eher beim Bier (oder, lieber Staff?), aber man kann dem Ganzen dann auch mal eine Chance geben.

Der Newmake kam in ein Apple Brandy Fass zum Reifen, was dem Ganzen dann doch eine ziemlich eigenständige Note gibt. Warum Apple Brandy? Das ist die irische Variante des Calvados, und man wollte wohl keine Fässer aus Frankreich importieren.

Von den ursprünglich 1000 „Dirtgrain Manifesto“ Boxen sind noch ein paar bei der lieben Mareike erhältlich.

Mashbill

Für diesen Whisky schaut die Mashbill übrigens folgendermaßen aus:

40% Laureate Barley, 40% Costello Wheat, 20% Gangway + Laureate Malt

Fakten zum Blackwater Dirtgrain Mashbill #38

Produzent: Blackwater Distillery, Ballyduff Upper, Co. Waterford, Republic of Ireland
Abfüller: OA
Alkoholgehalt: 47,1 % ABV
Inhalt: 0,2 Ltr.
Distilled: k.A.
Bottled: 2022
Alter: NAS (3 Jahre)
Fass: Apple Brandy Fass

Meine Notizen

Farbe: Grüner Veltliner
Nase: Apfel, Vanille, Kirsche, gebackene Banane, Pfirsich, Zitrus, Ananas
Gaumen: Granny Smith & Gala Äpfel, Honig, vollmundig, würzig, Banane
Abgang: mitellang, Apfel, Orangemarmelade, Majoran, würzig

Meine Bewertung: Ich gebe 83 Punkte für den Blackwater Dirtgrain Mashbill #38. Eine sehr eigenwillige Fassreifung, aber mir schmeckt der gar nicht so schlecht. Weitere Bewertungen zu diesem Irish Whisky gibt es auch wieder auf www.whiskybase.com.